Papst Pius X. ein Heiliger zweiter Klasse?

Heiliger Pius X.
Heiliger Pius X., kein Heiliger zweiter Klasse

(Vatikan) Die Internetseite Rorate Caeli fragt, ob Papst Pius X. (1903-1914) im Vatikan nur als Heiliger „zweiter Klasse“ gilt.

Die seit 1995 existierende Internetpräsenz des Heiligen Stuhls www.vatican.va entschied von Anfang an, nur die Päpste des 20. Jahrhunderts und deren Lehramt zu veröffentlichen. Die Reihe, der auf diese Weise zugänglich gemachten Päpste, beginnt mit Leo XIII. (1878-1903), dem letzten Papst des 19. und ersten Papst des 20. Jahrhunderts. Der Zugang zu den Vorgängern des amtierenden Papstes findet sich auf der Homepage in der Mitte unten als Rubrik „Die Römischen Päpste“.

Die Vatikanseite erwähnt mit keinem Wort, daß der 1835 im damals österreichischen Lombardo-Venetien geborene Papst von der Kirche als Heiliger verehrt wird. Dabei war er bis zum vergangenen 27. April der einzige heiliggesprochene Papst des 20. Jahrhunderts. Nach dem genannten Datum wurden die Seiten für Johannes XXIII. (1958-1963) und Johannes Paul II. (1978-2005) sofort geändert. Mit genauen Angaben wird auf die Heiligsprechung hingewiesen.

Es mag sich um eine Unachtsamkeit handeln, die allerdings seit bald 20 Jahren andauert. Eine Unachtsamkeit, die auch nicht korrigiert wurde, als man die nun von Papst Franziskus vorgenommenen Heiligsprechungen der beiden genannten Päpste verzeichnete. Darf eine Korrektur der Seite des Heiligen Pius X. erwartet werden?

Wünschenswert wären zudem offizielle deutsche Übersetzungen der veröffentlichten Apostolischen Konstitutionen, Schreiben, Briefe und Enzykliken von Pius X. und der anderen „vorkonziliaren“ Päpste. Derzeit sind die lehramtlichen Dokumente von Pius X. meist in lateinischer, häufig auch in italienischer, gelegentlich auch oder nur in französischer und englischer, Ausnahmen auch in spanischer und portugiesischer Sprache veröffentlicht, nichts aber in deutscher Sprache.

Grundsätzlich wäre eine größere Systematik bei den Einträge zu den „Römischen Päpsten“ wünschenswert: Von Leo XIII. und dem Heiligen Pius X. fehlt die Biographie. Solche sind erst ab Papst Benedikt XV. (1914-1922) zugänglich. Für Benedikt XV., Pius XI. (1922-1939) und Pius XII. (1939-1958) ist der Lebenslauf allerdings nur in italienischer Sprache publiziert, für Johannes XXIII. in Italienisch, Englisch, Französisch und Spanisch, für Paul VI. nur Englisch, für Johannes Paul I. Italienisch und Englisch. Am ausführlichsten dargestellt ist das Leben Johannes Pauls II. mit „Kurzbiographie“ und ausführlichem Lebenslauf „Vor dem Pontifikat“ und „Pontifikat“. Letzterer zumindest ist auch in deutscher Sprache veröffentlicht. Für Benedikt XVI. gibt es eine einheitliche Biographie in sechs Sprachen, darunter auch Deutsch. Für Papst Franziskus findet sich der Lebenslauf in fünf Sprachen. Deutsch ist nicht dabei.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Pfarrei St. Pius X. Catanzaro

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24 Comments

  1. In der Konzilskirche wird der hl. Pius X. genausowenig verehrt, wie wahre Katholiken die scheinheiligen Päpste des XXI. Jahrhunderts verehren. Beides paßt nun einmal nicht zusammen, ist doch logisch, oder?
    Die Wunschlüge Ratzingers einer friedlichen Koexistenz von Modernismus und Katholizismus im Sinne einer verwaschenen Hermeneutik der Kontinuität wird von Tag zu Tag durch seinen genialen Nachfolger als Hirngespinst entlarvt. Diese Offenbarung des Bösen mußte kommen, ehe die Überwinderin aller Häresien siegen wird!

    • @ catholicus: Ich wünschte, es wäre anders. Auch ich habe begeistert die Hermeneutik der Kontinuität besonders dann auch nach dem motu proprio aufgenommen und vertreten. Mittlerweile bin ich sehr verlegen, weil ich befürchte, dass in Bälde ein neuerlicher Schlag aus Rom die theolgische Argumentation Papst Benedikts ad absurdum führt. Ihr Kommentar ist für einen Hermeneutiker schwer zu verdauen- entbehrt aber leider nicht der realen Grundlage. Leider.

  2. Von den Vertretern der Nouvelle Théologie, die in der heutigen „offiziellen“ Kirche das Sagen haben, wird Papst Pius X. als der ganz große Bösewicht zu Beginn des 20. Jahrhunderts wahrgenommen. Laut deren Aussagen soll Pius X. jegliche wissenschaftliche Weiterentwicklung der Theologie ausgebremst haben. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe es in der Theologie fast nur noch Quelleneditionen gegeben, aber keine herausragenden dogmatisch-philosophischen Werke.

  3. Ich habe einen Hinweis dazu soeben auf direktem Weg weitergeleitet an einen verantwortlichen Mitarbeiter der Seite. Mal sehen, ob das diese Woche noch was wird mit der Verbesserung 😉 Ganz ehrlich, ich bewege mich auch seit Jahren fast täglich auf der Seite und mir ist das nie aufgefallen 🙁

  4. Es ist logisch, dass der Heilige Pius X in der Konzilskirche keine besondere Anerkennung genießt. Johannes XXIII, dem ein zweites Wunder fehlt, wird dagegen als ein Überheiliger verehrt, fast schon wie ein zweiter Messias. Vielleicht ist es aber wirklich nur ein Fehler. Jemand sollte die Verantwortlichen darauf aufmerksam machen. Eines ist jedoch klar. Wenn der nächste Papst ebenso von Vatikan II schwärmt, als wäre es ein zweites Pfingsten, wird Bergoglio mit Sicherheit in noch kürzerer Zeit als Johannes Paul II heiliggesprochen werden. Vielleicht wird dann bei ihm ganz auf die nötigen Wunder verzichtet.
    Per Mariam ad Christum.

    • Das Übernatürliche, das in der Tradition der Kirche die wichtigste Rolle spielt, wird seit dem Zweiten Vatikanum immer mehr an den Rand gedrängt. Bei den härtesten Modernisten geht es gar soweit, das Übernatürliche auf Gott als eine Art lieben Mann im Himmel zu beschränken, doch ansonsten nur in den Dimensionen des Natürlichen tätig zu sein, was dann in endloses Sozi-Palaver ausartet.

    • @Markus:..Wenn der nächste Papst…….Die grosse Botschaft von La Salette vekündet und warnt,dass Rom den Glauben verliert und Sitz des Antichrist sein wird.Dann folgt das ENDE DES PAPSTUMS…….Vorher kommt der dritte Weltkrieg.

      • Das Ende des Papsttums ist nicht dann erreicht, wenn Rom Sitz des Antichristen werden wird, sonder, wenn Christus wiederkehrt, er die Kirche selbst führt und sein Stellvertreter in der Person des Papstes nicht mehr nötig ist. Es wird davor bestimmt eine Art Untergrundpapsttum geben, in dem der Papst die Kirche wie in den ersten Jahrhunderten führt, ein Katakombnenpapst. Der wahre Papst wird im Verborgenen walten, während der Antichrist den Thron Petri und die Heiligen Stätten besetzen wird. Vielleicht wird es dann zum Kampf zwischen Papst und Antichrist kommen, in den Christus dann unterstützend eingreifen wird. Wenn es aber alles so ist, ist es ja geradezu die Pflicht, das gesamte oder große Teile des Kardinalskolegiums zu entlassen und dem Verdacht des Hochverrates an Christus anzuklagen. Wer aber außer dem Papst könnte das tun? Mutige Katholiken, angeführt von wahren Bischöfen, sollten gegen die falschen Bischöfe, einschließlich dem falschen Papst, dem Antichristen, in den Kampf ziehen, diesen stürzen und den Thron Petri mit einem wahren Papst besetzen. Wir hoffen zwar auf die Wiederkunft Christi, kampflos sollte man aber trotzdem nicht dem Antichristen die Kirche überlassen und allein auf Christus warten.
        Bitten wir die Heilige Jungfrau Maria um einen wahren und rechtgläubigen Papst nach Bergoglio.
        Per Mariam ad Christum.

  5. Von einem heiligen Papst sind zwei grundlegende Eigenschaften zu erwarten: persönliche Heiligkeit und eine große Klarheit in der Lehre, in der Darlegung des Glaubens und in seiner Verteidigung. Papst Pius X. hat beiden Eigenschaften vorbildlich verkörpert..
    Über die persönliche Heiligkeit von Johannes XXIII. und Johannes Paul II. kann ich mir kein Urteil erlauben.
    Sicher ist, dass sowohl in der Verkündigung des Glaubens als auch in seiner Verteidigung zwischen Pius X. einerseits und Johannes XXIII. und Johannes Paul II. so große Gegensätze bestehen, dass sie nicht zu überbrücken sind.
    All die Irrlehren, die sich mit dem 2. Vatikanischen Konzil entfalten durften und in der Nachkonzilskirche den Glauben überwuchern, hatte Pius X. in seinem Pontifikat bekämpft. Dass sie ihn beiseite schiebt, ist für die „Konzilskirche“ notwendig. Sie würde sich aufgeben, würde sie ihn als Heiligen verehren.

  6. Es hängt alles am Begriff „Reform“.
    Pius X. wollte „Reformen“. Alle nach ihm wollten „Reformen“. Jeder sollte und wollte ein „Reformpapst“ sein – einigen kamen die Kriegswirren dazwischen…
    Bloß welche „Reformen“?
    Wer von „Reform“ spricht, glaubt, er müsse etwas Zerstörtes wiederherstellen und gleichzeitig erneuern.
    War auch zur Zeit Pius X. bereits viel zerstört?
    Die Modernisten sahen in ihm jedoch einen „restaurativen“ Reformer. Das sahen sie aber auch in Leo XIII. schon.
    Ab Johannes XXIII. wollten die Herren auf dem Stuhl Petri nicht mehr bloß „Reformen“, sondern nichts weniger als ein permanentes „Neues Pfingsten“.
    Und Benedikt XVI. sprach von einer „Hermeneutik der Reform“ (nicht Kontinuität).
    Das alles kann kein Mensch verstehen. Es sind Schlagworte mit variablem oder sogar fehlendem präzisem Inhalt.

    In der politisch erwünschten und korrekten Lesart ist die „Reform“ das „Gute“ – aber nur, wenn sie das, was einmal war, verformt oder zerstört.
    Das ist der Mythos des 20. und 21. Jh.
    Wenn einer dagegen etwas „wiederherstellen“ will, also reformerisch im eigentlichen Sinne ist, dann ist er mindestens „restaurativ“, um nicht in Deckung zu gehen vor dem Totschläger „reaktionär“ (also: Rückgängigmachung einer progressiven „Reform“, die jedoch nichts wiederhergestellt, sondern eher verformt oder zerstört hat).

    Heute nun leben wir in einer politischen Realität, in der „Reform“ heißt: es verschlechtern sich unsere Bedingungen oder eine moralische Stabilität wird „liberalisiert“. Viele Leute haben Angst vor „Reformen“, v.a. weil sie stets eine ökonomische Verschlechterung bedeuten. Manche fürchten auch die sittlichen Verschlechterungen.

    Nun war aber Pius X., wie immer man seine einzelnen Akte einschätzen mag, immer sehr konkret, aber dennoch offen für Neues. Wenn folgende Episode stimmt, finde ich sie an sich sehr schön, weil sie einen Menschen zeigt, der auch keine Scheu davor hatte, ein Vorurteil einzugestehen und entsprechende Urteile zurückzunehmen:
    „Papst Pius X. hatte eingegriffen und den Tango als sündhaft bezeichnet und den Gläubigen verboten. Casimiro Aín reiste nach Europa und schaffte es, mit einer Botschaftssekretärin vor dem Heiligen Stuhl zu tanzen und den Papst zur Rücknahme des Dekrets zu bewegen.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Tango_Argentino
    Das ist besonders deshalb ganz schön, weil es – naja, Sie wissen schon, was ich meine…

    Dass eine Weltkirchen-Website allerdings wichtige Enzykliken und andere apostolische Texte (das stört mich am meisten) nicht schafft in die Weltsprachen zu übersetzen bzw. damit eine autorisierte Übersetzung zu liefern, wo sie doch nun ach so volkssprachlich geworden ist, stört mich auch massiv. Aber die ganze Website hinkt ziemlich, va.a auch die Acta, die zum Teil Dateien mit 1000 Seiten ohne Systematik sind und man muss sich durch den ganzen Wust durchrollen, um etwas Bestimmtes zu finden, aber immerhin: es ist so allgemein zugänglich, naja, der Rest wird sicher noch…

    • Pius X. wollte nicht Reformen um der Reformen willen. Er hat eine Kirche vorgefunden, in der das geistliche Leben in weiten Bereichen am Boden lag.
      1. Die Gläubigen hatten kaum noch eine Ahnung von der hl. Messe. Sie beteten privat alles Mögliche, meistens den Rosenkranz. Die Glocken der Ministranten zur Wandlung signalisierten: Jetzt ist der Höhepunkt der hl. Messe gekommen. Sie unterbrachen ihre Gebete für diesen Augenblick.
      Pius X. forderte: Wir haben nicht in der Messe zu beten, sondern die hl. Messe! Das betraf die Gläubigen, die Priester beteten sie ja. Seine Forderung, dass die Gläubigen innerlich an der Liturgie aktiv teilnahmen, wurde von der Liturgiereform später verzerrt missverstanden und endete im äußeren Aktivismus der Gläubigen.
      2. Pius X. reinigte das Brevier. Übermäßig viele Psalmen wurden reduziert. Die vielen Heiligen überwucherten die Herrenfeste, Pius X. reduzierte die Heiligen zugunsten der Herrenfeste, zugunsten des Sonntags als Herrenfest. Ebenso war es mit dem Kirchenjahr. Populäre Heilige verdrängten den Sonntag, ließen damit auch das Kirchenjahr in seiner Struktur verschwimmen. Damit räumte der Hl. Papst auf, der Sonntag als Herrenfest bekam wieder seine ursprüngliche Stellung, das Kirchenjahr wieder eine Struktur.
      3. Pius X. ließ das Kirchenrecht ordnen, das sich in totaler Unordnung befand.
      4. Er verbesserte die Seminarausbildung der Priester.
      5. Er erneuerte die Kurie, machte sie zu einem wirkungsvollen Instrument für die Arbeit des Papstes.
      6. Er errichtete die Bibelkommission und eine Hochschule für biblische Studien; was dringend erforderlich war.
      Ich belasse es hierbei, die Aufzählung ist nicht vollständig. Hoffentlich wird deutlich: Es ging dem heiligen Papst nicht um „Neues“, nicht um Reformen an sich.
      „ALLES IN CHRISTUS ERNEUERN“, war sein Wahlspruch, und diese Erneuerung war dringend notwendig. Was heißt war, sie IST ES, auch INNERHALB DER TRADITION.

      Überhaupt kein vorkonziliarer Papst wollte ein „Reformpapst sein, weder Benedikt XV., noch Pius XI. oder Pius XII. Sie reagierten auf die Herausforderungen ihrer Zeit, wie das die Päpste zu allen Jahrhunderten taten oder tun sollten.

      Mit Johannes XXIII. begann die Anpassung an den säkularisierten Zeitgeist, fälschlich wird das als Reform bezeichnet.

      Benedikt XVI. hat ausdrücklich und immer wieder von der Hermeneutik der Kontinuität gesprochen. Er glaubte ehrlich daran, die vor- und die nachkonziliare Kirche bruchlos miteinander verbinden zu können. Er hat sich getäuscht, doch der gute Wille ist ihm nicht abzusprechen. Die „Hermeneutik der Reform in der Kontinuität“ war sein großes Lebensthema. Das zur Klarstellung.

      • Klarstellung? Klarstellung von was?
        Was hat das mit meinem Posting zu tun?

        Von Pius X. wird übrigens gesagt, er habe es an sich gehabt, niemals andere ständig zu belehren. Sehr sympatisch.

  7. Worauf ich anspielen wollte in meinem obigen Posting ist die Problematik der „Vereinnahmung“ des Begriffes „Reform“ von allen Seiten.
    Pius X. wird daher teilweise von Progressiven vereinnahmt als ein Reformpapst, der mit dem Schlagwort von der „actuosa participatio“ (der „tätigen Teilnahme“) ja angeblich die späteren liturgischen Reformen „begonnen“ hätte.

    Als Musikerin finde ich natürlich sein erstes Motu proprio „Tra le sollecitudini“ http://www.kathpedia.com/index.php?title=Tra_le_sollecitudini_%28Wortlaut%29
    sehr aufschlussreich.
    Wie ich oben schon angedeutet habe, gefällt es mir, dass Pius X. durchaus für moderne Kunst aufgeschlossen war, also keineswegs einen konservativen Geschmack gehabt hat. Ihm ging es drum, dass in der Kirche eine bestimmte traditionelle Ästhetik, die nicht losgelöst vom liturgischen Sinn betrachtet werden sollte, gepflegt werden soll.
    Er verwarf nicht, dass Leute in der Messe Rosenkränze benutzten, sondern, dass Leute mit innerer Distanz in der Messe sitzen und sich bedienen oder unterhalten lassen, zum Beispiel auch von pompöser Kirchenmusik. Er kritisiert dabei besonders die Italiener, die den weltlichen Opernstil (gegen den er „draußen“ natürlich gar nichts einzuwenden hat), in die Kirche eingeschleppt hätten und das Heilige damit profaniert hätten. Einen pauschalen Vorwurf gegenüber dem darniederliegenden geistlichen Leben hat er an sich nicht vorgetragen. Ihm ging es darum, dass der heilige Raum der heilige Raum und der profane raum der profane Raum sein soll. Das mahnte er an. Das und nur das.
    Wenn er also anmahnte, man solle „die Hl. Messe“ beten und nicht „IN ihr“ beten, bezog sich das nicht darauf, dass Menschen die Hl. Messe beteten, indem sie den Rosenkranz oder Andachtsbüchlein zur Vorbereitung und Einführung in die Hl. Geheimnisse während der Hl. Messe beteten. Denn diese Menschen beteten ja auf ihre Weise die Hl. Messe mit, zumal Leo XIII. das betende Teilnehmen mithilfe des Rosenkranzes förmlich vorgeschrieben hatte für diejenigen, die auf diese Weise, des Lateinischen sonst nicht mächtig, optimal teilnehmen konnten.
    Pius X. nahm Anstoß an der inneren Distanz zum Messgeschehen durch theatralische Musikaufführungen.
    Bereits Leo XIII. hatte 1902 eine historisch-liturgische Kommission ins Leben gerufen, die Pius X. dann weiterführte. Es handelt sich dabei aber nicht um das heroische Werk eines einzelnen Papstes, sondern es ging dabei, wie bei der CIC-Reform um die Umsetzung der Reformen, die das Vat. I gefordert hatte.
    Bei alldem griff Pius X. zurück auf umfangreiche Reformwerke, die lange vor ihm schon bearbeitet worden waren. Ich möchte nur das Beispiel des Dom Guéranger von Solemnes (+ 1875) nennen, der bereits lange zuvor den gregorianischen Choral wieder „restituiert“ hatte und auch entsprechende Werke vorgelegt hat. Bekannt ist von diesem Autor das erklärende Werk „Die Heilige Messe“. Er war verbunden mit Beuron, dessen Kunsstil wiederum Pius X. hochschätzte als Sakralstil – SAKRALstil.

  8. Meine Klarstellung bezog sich auf Ihren Kommentar vom 24. Juni um 7.28 Uhr. Sie schrieben dort :“Und Benedikt XVI. sprach von einer Hermeneutik der Reform (nicht Kontinuität). Das ist falsch, das wollte ich in meinem letzten Absatz klären.
    Im übrigen habe ich das Recht zu kommentieren wie Sie. Mir ging es um Papst Pius X. Dazu darf ich mich äußern, ohne von Ihnen persönlich angegriffen zu werden.
    Sollte Papst Leo XIII. wirklich die Gläubigen aufgefordert haben, während der hl. Messe den Rosenkranz zu beten, dann wäre dies ein schwerwiegender, ganz schlimmer Fehler.
    Pius X. hat eindeutig darauf bestanden: Die Gläubigen sollen aktiv an der hl. Messe teilnehmen. Er meinte jedoch, die innere, aktive Teilnahme. Er hat sich auch eindeutig zum Rosenkranzgebet während der hl. Messe geäußert, wobei festzuhalten ist: Leo XIII. war sein unmittelbarer Vorgänger. Er hat ihn geehrt, geachtet. Auf die Katechismusfrage, ob es erlaubt sei, während der hl. Messe den Rosenkranz zu beten, antworte er: Ja, aber nur dann, wenn er die innere Teilnahme an der hl. Messe nicht stört.
    Wenn Leo XIII. sich wirklich so geäußert hat, was ich nicht weiß und deshalb nicht bestreite, dann trägt er die Mitverantwortung für die spätere Liturgiereform, die die Messe Paul VI. hervorbrachte. Der „Tridentinischen Messe“ wurde von den Neuerern immer wieder der Vorwurf gemacht, sie sei eine „Kleriker-Messe,“ das gläubige Volk sei praktisch ausgeschlossen.
    Dann ist verständlich, warum es sogar noch bis vor dem Konzil erlaubt war, während der hl. Messe zu beichten. Nicht in Notfällen, in Ausnahmesituationen, sondern grundsätzlich. Bedingung war nur, der Beichtende musste selbst an einer hl. Messe teilgenommen haben, seine Sonntagspflicht erfüllt haben.
    Die einen beichten, die anderen beten den Rosenkranz oder zum hl. Antonius, oder zum Lieblingsheiligen, und vorne am Altar zelebriert der Priester die hl. Messe. Die Glocken der Ministranten mahnen: Jetzt die die Wandlung.

    Ich gehe nicht davon aus, dass das am Vorabend des 2. Vatikanischen Konzils noch allgemein üblich war. Aber es wird immer verständlicher, warum die vorkonziliare Kirche Opfer der Neomodernisten wurde. Warum es zur Messe Paul VI. kam. Eine hl. Messe, die nur auf den Priester bezogen ist, die für die Gläubigen durch alle möglichen Andachtsformen ersetzt werden kann, wenn sie bloß körperlich anwesend sind, ist auf Dauer unfruchtbar.

    Hierzu der hl. Pius X: „Der Gottesdienst nutzt nichts, wenn er nicht verstanden wird, wenn die Seelen die Grundlagen des Glaubens nicht kennen und folglich nicht ins Leben umzusetzen versuchen.“ „Dann wird die Frömmigkeit zur Sentimentalität und die Religion ist nicht mehr Norm und Richtschnur für die Lebensführung.“ (Hl. Pius X., Kompendium der christlichen Lehre, Seite IX).

    • Hinweis: Wurde (wird) während der Heiligen Messe Beichte gehört so nicht während der Wandlung. Spätestens ab dem Canon wurde (wird) das Beichthören beendet.

    • Ihre Klarstellung ist aber nicht korrekt. Benedikt sprach von einer „Hermeneutik der Reform“:

      Zitat und Quelle:
      http://www.kath.net/news/24068: „Papst Benedikt stellte in der erwähnten Ansprache der verfehlten Hermeneutik der Diskontinuität keinesfalls eine „Hermeneutik der Kontinuität“ entgegen. Vielmehr erklärte er: „Der Hermeneutik der Diskontinuität steht die Hermeneutik der Reform gegenüber …“.“

      Das ist auch vollkommen logisch. Benedikt ist ein wirklich präziser und intelligenter Kopf. Eine „Hermeneutik der Kontinuität“ kann es nicht geben. Das wäre ein rein tautologischer, also nichtssagender Ausdruck. Er entlarvt ja damit auch den inhaltsleeren Begriff der „Hermeneutik der Diskontinuität“. Hermeneutik ist die Methode der Deutung, nicht die Deutung selbst.

      Die Methode der Deutung des Glaubensgutes aber ist nach Benedikt eine reformerische: so wird auch ein sachlich-logischer Schuh draus.

      Allerdings erhellt dies mit einem Schlag, wo er steht. Ich hab das früher auch nicht erkannt. Und deshalb wollte er auch nicht der Alten Messe wieder ihr volles Recht geben! Er wollte, und das sagte er ja in dem MP auch folgerichtig, dass die Alte Messe in eine reformerische Hermeneutik des Glaubensgutes noch mal einbezogen und mitberücksichtigt werden muss. Sprich: die beiden „Traditionen“ sich gegenseitig befruchten können sollen – ob sie es tun oder tun können, dürfen, steht auf einem anderen Blatt.

      So gesehen war es von ihm ein raffinierter Schachzug, um die Traditionellen zu blenden und damit lahmzulegen, was ihm auch gelungen ist.

      Ich weiß, dass viele liebe Leute das anders sehen, fürchte aber, sie werden bitter enttäuscht werden.
      Wissen wir, ob im Vatikan nicht längst eine Wolfskommission an einer solchen Amalgammesse arbeitet und in Kürze die Alte Messe samt dem Novus Ordo ganz abgeschafft und für immer verboten werden und das neue Monstrum allen aufgezwungen wird?
      Das mag abenteuerlich klingen, aber ich denke, Rom wird bald vor gar nichts mehr zurückschrecken.

      „Hermeneutik der Reform“ heißt, dass die reform zum Programm erhoben wird, zum Dauerprogramm im Sinne der ecclesia semper reformanda, hochideologisch und gnadenlos, unter Zurücklassung der alten Kirche, von der man hofft, dass das Feuer sie verzehren wird. Darum gehts.

      • Benedikt XVI. in seinem Begleitbrief zum MP Summorum Pontificum an die Bischöfe:

        „Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß; es kann nicht plötzlich rundum verboten oder gar schädlich sein.“

        Nicht „plötzlich“, aber…. gradually, incrementally?

      • @ Carlo – Ja!
        Es ist derselbe Relativismus, den er beklagt hat: das Alte ist nicht schlecht, aber es ist auch nicht das oberste Gebot. Es gilt das Sowohl-als-auch im Hinblick auf einen evolutionären und offenen „Befruchtungsprozess“.
        So hat er längst vieles hinter sich gelassen, hat den Alten Ritus ja auch nie wieder zelebriert. Hätte die „Tradition“ ihn recht verstanden, hätte er das aber oft und gern tun müssen…Wenn ich nicht gelesen hätte, dass er von der traditionellen Sakramentenlehre frühzeitig und unkorrigiert Abschied genommen hätte, würde ich es nicht glauben, aber es ist so.
        Er ist wirklich „un serpent“, wie EB Lefebvre sagte, „eine Schlange“, doppelzüngig und irgendwie unfassbar.
        Gerade weil er so intelligent ist, ist das besonders gruselig, wie ich finde.

  9. Was das Rosenkranzbeten während der Hl. Messe betrifft, hier ein Zitat von Leo XIII., “Supremi apostolatus“ von 1883 – das reicht ja schon, um die Richtung anzuzeigen und zu belegen, dass er es geboten hat:
    http://www.kathpedia.com/index.php?title=Supremi_apostolatus_%28Wortlaut%29

    „Wir wünschen auch, dass, wenn diese Andacht (also die Rosenkranzandacht – Anm. zeitschnur) stattfindet, zu gleicher Zeit entweder das hl. Messopfer gefeiert oder das allerheiligste Sakrament zur Anbetung ausgesetzt und zum Schlusse der frommen Versammlung der Segen mit dem Allerheiligsten in üblicher Weise gegeben wird. –

    Es war keineswegs Pius X., der gegen diese Praxis vehement vorging, sondern Paul VI. Da er die Volkssprache in der Messe eingeführt hat, gibt es ihm zufolge auch keinen Grund mehr, während der Hl. Messe den Rosenkranz zu beten. Hier nur eine Kostprobe zum Thema aus „Marialis cultus“ von 1974, einem elefantösen Schreiben an die Bischöfe, hier zu verfolgen: http://www.vatican.va/holy_father/paul_vi/apost_exhortations/documents/hf_p-vi_exh_19740202_marialis-cultus_ge.html

    „Wie die Liturgie, hat nämlich auch der Rosenkranz einen gemeinschaftlichen Charakter, nährt sich von der Heiligen Schrift und ist auf das Geheimnis Christi hingeordnet. Wenn dieses auch auf den Ebenen von zwei wesentlich verschiedenen Wirklichkeiten geschieht, haben die Anamnese in der Liturgie und die betrachtende Erinnerung beim Rosenkranz dieselben von Christus vollbrachten Heilstaten zum Gegenstand. Die erste setzt unter dem Schleier des Zeichens die größten Geheimnisse unserer Erlösung gegenwärtig und macht sie auf erhabene Weise wirksam; die zweite ruft mit der andächtigen Hinwendung der Betrachtung jene Geheimnisse dem Betenden in Erinnerung und spornt seinen Willen an, aus ihnen Richtlinien für sein Leben zu entnehmen. Nachdem man diesen wesentlichen Unterschied festgestellt hat, sieht jeder, wie der Rosenkranz eine Andachtsübung darstellt, die von der Liturgie her inspiriert ist und, wenn er der ursprünglichen Idee gemäß gebetet wird, natürlicherweise zu ihr hinführt, ohne jedoch ihre Schwelle zu überschreiten. In der Tat kann die Betrachtung der Geheimnisse des Rosenkranzes, indem er die Geheimnisse Christi dem Geist und dem Herzen der Gläubigen vertraut macht, eine sehr gute Vorbereitung auf deren Feier in der Liturgie darstellen und nachher ihr anhaltender Widerhall werden. Es ist jedoch ein Irrtum, der leider immer noch mancherorten fortbesteht, den Rosenkranz während der liturgischen Handlung zu beten.“

    Unverschämt, einen Brauch, der seit langem bestand und von Leo XIII. im Kirchenvolk mit großer Akzeptanz noch befördert und geboten wurde, in dieser Weise niederzumachen. Und dann die ideologische Aussage: die Hl. Messe habe „gemeinschaftlichen Charakter“!
    Das Vorurteil, die Frömmigkeitspraxis sei zur Zeit Leo XIII. „total darniedergelegen“, stammt auch von Paul VI..

    • Sie schreiben: „Sollte Papst Leo XIII. wirklich die Gläubigen aufgefordert haben, während der hl. Messe den Rosenkranz zu beten, dann wäre dies ein schwerwiegender, ganz schlimmer Fehler.“

      Ich meine, dass sich in Ihren Argumentationen reformerische Absichten Pius X. mit den nachkonziliaren Vorurteilen über die Zeit vor dem Konzil, v.a. des 19. Jh vermischt haben. Wenn Sie das Schreiben Pauls VI. lesen, das ich oben angebe, was zugegebenermaßen einen langen Atem fordert, werden Sie alles wiederfinden, was Sie selbst so oft vortragen – nur dürfte ihnen der ideologische Kontext nicht passen.

      Es ist mit Sicherheit auch ein Problem, dass sich um Pius X. eine Art „Heldenlegende“ gebildet hat, die jeden anderen Papst leichthin richtet, nur ihn nicht – das ist auch sentimental und unsachlich. Es ist doch nicht Leo Schuld, wenn Pius X. vielleicht zu unbedacht und zu radikal reformieren wollte!
      Eine sachliche Forschung wäre hier nötig, zumal auch die Arbeit seiner historisch-liturgischen Kommission auf heftigen Widerstand stieß – mit der Begründung übrigens, dass er gute und altehrwürdige Tradition zerstören würde.
      Hier liegt eine wesentlich kompliziertere Gemengelage vor, als die einfache Pius X. -Heldenverehrung sie nahelegt. Er war ein Heiliger, ohne jeden Zweifel, aber war deswegen alles gut, was er anfing? Es muss zu denken geben, dass ihm sein Reformwerk nicht gelingen durfte, weil er zuvor starb. Wie gesagt: man müsste das alles erst einmal sachlich, ohne Verklärungsintentionen aufarbeiten. Es gibt leider keine saubere und nüchterne aktuelle Literatur über Pius X., soweit ich gesehen habe, nicht mal eine ordentliche und nüchterne Biografie. Man möge mich korrigieren – ich meine wirklich eine Biografie, die auch eine fundierte Monografie über sein Werk darstellt. Vieles, was er äußerte, stimmt nicht zusammen: wenn er einerseits weltlichen und sakralen Raum strikt trennen will, eine Trennung von Kirche und Staat aber für „unnatürlich“ hält, dann ist das ein logischer Widerspruch.
      So kann man auf einige Unklarheiten und Unebenheiten, ja vielleicht sogar denkerische Fallgruben stoßen.
      Tatsache ist, dass das Frömmigkeitsleben sich durch ihn kaum heben konnte und der Abwärtstrend nicht aufgehalten wurde. Die Frömmigkeitspraxis unter Leo XIII. war in den katholischen Kernländern demgegenüber relativ stabil. Wenn ich nicht die lebendigen Zeugnisse meiner Verwandtschaft hier auf dem Tisch aus dem 19. Jh vor mir liegen hätte, würde ich es nicht sagen. Es war allgemein üblich, Messandachten auf Deutsch, um an der Hl. Messe teilzunehmen, zu beten während der Liturgie. Das finden Sie in jedem Andachtsbüchlein der damaligen Zeit. Alternativ dazu konnte man das mit dem Rosenkranz erfüllen – natürlich bei voller Konzentration! Dass der Mensch an jedem Gebot abgleitet bzw. abgleiten kann, spricht nicht dagegen.

  10. Es ist Unsinn, auf dieser Ebene weiter zu debattieren. Um Pius X. hat sich keine „Heldenlegende“ gebildet, er wurde von Pius XII. heiliggesprochen. Kein anderer Papst wird gerichtet, das ist mal wieder eine der üblichen „Zeitschnur-Unterstellungen.“
    Ich habe lediglich geschrieben: Sollte Leo XIII. wirklich das Rosenkranzgebet der Gläubigen während der Hl. Messe gefordert haben, dann war das ein schwerer Fehler.“
    Das ist noch lange kein Urteil über ein Pontifikat i n s g e s a m t, das sehr lange dauerte. Doch wer der Meinung ist, die allerseligste Jungfrau Maria sei die Mittlerin, ohne die man nicht zu Jesus Christus komme, kann möglicherweise nicht begreifen, dass weder der Rosenkranz noch andere Gebete zu Heiligen während der hl. Messe nicht angebracht sind.

    Zum Glück hat sich Pius X. innerhalb der Tradition hier auf der ganzen Linie durchgesetzt. Ich habe die Tridentinische Messe besucht bei birituellen Priestern, Priestern der Petrusbruderschaft und FSSPX-Priestern: Nirgendwo beten die Gläubigen den Rosenkranz während der hl. Messe, er wird vorher teilweise gemeinsam gebetet. Aber nie während der hl. Messe. Auch wird sonntags überall der Gregorianische Choral gesungen, der von Pius X. aus der Versenkung geholt wurde für die normale hl. Messe der Gemeinde. Die Gläubigen sind es gewöhnt, häufig, so gut wie immer, am Kommunionempfang teilzunehmen, nach vorheriger Beichte. Dank Pius X., er trägt direkt dafür die Verantwortung, diese Entwicklung geht direkt auf ihn zurück.

    Das ist keine Heldenverehrung, das sind einfach nur Tatsachen, Fakten.

    Können Sie nicht aufhören, zu unterstellen? In elf Jahren Pontifikat kann kein Papst, überhaupt kein Mensch, eine Entwicklung rückgängig machen, die Jahrhunderte vor ihm begann. Im übrigen ist die historische Forschung über Pius X. ist sehr gut belegt.

    Dass wir keine ordentliche Biografie über Pius X. haben, ist sehr bedauerlich. Leider ist dieser Papst in Vergessenheit geraten. Mit allen Folgen, die das für die katholische Kirche hatte, bis hin zu dem grauenvollen Niedergang, den wir jetzt erleben müssen.

    Doch er lebte nicht in grauer Vorzeit. Sein Werk kann in die Gegenwart gehoben werden. Das ist derzeit nicht möglich. Doch in der Zukunft.

    Natürlich gab es Widerstand gegen die Bemühungen Pius X. nach einem vertieften Verständnis der Liturgie. Sowohl einen konservativen, beharrenden als auch den der liturgischen Bewegung, die später jedes Maß verloren hatte.

    Dafür ist Pius X. nicht verantwortlich zu machen. In einem elfjährigen Pontifikat kann kein Papst eine Fehl-Entwicklung rückgängig machen, die Jahrhunderte vor ihm begann. Er kann Zeichen setzen, Maßstäbe wieder ins rechte Licht rücken, eine Reform in Angriff nehmen. Bis sie auf allen Ebenen in der Weltkirche ankommt, dürfte dauern.

    Sie irren sich sehr.

    • Nochmals, zusammenfassend: Innerhalb der Tradition hat sich Pius X. liturgisch voll durchgesetzt: Seine Reformen werden ganz selbstverständlich praktiziert.
      Ein schwerer Mangel besteht: Die Tradition hat ein sehr gestörtes Verhältnis zur Heiligen Schrift. Pius X. hat auch hier angesetzt, er hat die päpstliche Bibelkommission errichtet und eine Hochschule für biblische Studien.

      Dass um 1930 herum der Jesuit Augustin Bea als Leiter berufen wurde, dafür ist der 1914 verstorbene Pius X. wohl wirklich nicht verantwortlich zu machen. Dass Bea eine Entwicklung durchmachte, deren Ende Pius XI. nicht voraussehen konnte, kann man auch ihm nicht vorwerfen.

      Die katholische Exegese hat sich blind der liberalen protestantischen Exegese angeschlossen. Die Tradition, klein an Zahl gegenüber der „Konzilskirche“, lehnt berechtigt diese Exegese ab. Dass sie selbst keine ausgewogene Exegese hinbekommt, die sowohl dem historischen Wissen angemessen ist als auch der Dogmatik, kann man ihr nicht zum Vorwurf machen. Sie müsste über entsprechende Hochschulen verfügen, nicht nur über Priesterseminare.

      Der Mangel besteht: Solange die Heilige Schrift ein Schattendasein führen muss innerhalb der Tradition, treten Seherinnen und ihr Gefolge teilweise an ihre Stelle. Leider.

  11. Problem gelöst. Wie ich bereits weiter oben schrieb, habe ich mich an den zuständigen „Mitarbeiter“ der vatican.va-Seite gewandt und es hat nur ein paar Tage gedauert, bis die gewünschte Änderung vorgenommen wurde. Geht doch – man muss nur die richtigen Leute ansprechen und entsprechend freundlich sein! 😉 http://www.vatican.va/holy_father/pius_x/index_ge.htm

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