Das gescheiterte Kondom – Ratzinger hatte doch recht: USA erklären 30 Jahre Kondom-Politik für gescheitert

Blasphemische Kondom-Aktivisten(Washington) Benedikt XVI. wurde von der halben Welt beschimpft, als er 2009 während seines Afrika-Besuchs sagte: „Kondome lösen nicht die Probleme Afrikas“, sie seien keine geeignete Form der Aids-Bekämpfung. Nun bestätigte die US-Gesundheitsbehörde, daß der Papst recht hatte: Kondome taugen nicht.

Jahrzehntelang wurde in den USA und im Gefolge ebenso in Europa wie in den Ländern der Dritten Welt Kondom-Propaganda betrieben, entweder von NGO’s oder durch Regierungen oder beiden zusammen. Wer Widerspruch anmeldete und Kritik wagte, wurde als „Massenmörder“ beschimpft, an erster Stelle Papst Benedikt XVI. Dem dumm dreist Aids-Tote angelastet wurden. Im Internet finden sich noch tonnenweise ebenso geistlose wie verächtliche Beschimpfungstiraden und blasphemische Darstellungen der Kondom-Propagandisten gegen Johannes Paul II. und Benedikt XVI. oder auch die Gottesmutter Maria (siehe Bild). Von den unzähligen respektlosen und geschmacklosen Karikaturen gegen die beiden Päpste ganz zu schweigen. Und nun ist alles anders.

Die dem US-Gesundheitsministerium unterstehenden Centers for Disease Control and Prevention (CDC), in ihrer heutigen Form vom US-Kongreß 1992 errichtet, gaben das Scheitern der jahrzehntelangen Kondom-Politik bekannt. Der Grund? Weil Kondome nicht sicher sind. Welche Konsequenzen daraus gezogen werden? Mitnichten jene, die vernünftigerweise zu erwarten wären. Mit ziemlicher Sicherheit wird sich auch niemand bei Papst Benedikt XVI. und der Katholischen Kirche entschuldigen. Soviel Redlichkeit dürfte den Barrikadenkämpfern für freien Sex, Verhütung und Abtreibung eher fehlen.

Die CDC, die als Einrichtung der Regierung Obama gewiß nicht im Verdacht stehen, mit der Katholischen Kirche verbunden zu sein, ziehen einen ganz anderen Schluß aus dem gescheiterten Kondom. Nicht die von der katholischen Kirche durchaus mit Erfolg geförderte ABC-Linie ohne unerwünschte Nebenwirkungen und völlig gesund und biologisch. ABC steht dabei für„A“ abstain, „B“ be faithful, „C“ chastity (Abstinenz, Treue, Keuschheit).

Neue chemische Bombe

Mitnichten. Wie die New York Times berichtete, fordern die CDC nach dem Eingeständnis des Scheiterns der Anti-Aids-Politik statt Kondome eine chemische Lösung. Gefördert wird nun ein chemische Cocktail, der als PrEP bekannt ist, was für Präexpositionsprophylaxe steht. Nicht HIV-infizierte Personen sollen dabei präventiv Medikamente der antiretroviralen HIV-Therapie einnehmen, um sich vor einer möglichen HIV-Infektion zu schützen. Und das täglich, denn die Pille wike nur, wenn sie jeden Tag eingenommen werde. Die Methode ist seit Jahren bekannt, wurde aber bisher nur in 10.000 Fällen verschrieben. Wenig, wenn man bedenkt, daß jährlich allein 50.000 Amerikaner an AIDS erkranken. Der weitaus größte Teil davon aufgrund homosexueller Praktiken. Die CDC empfehlen den amerikanischen Ärzten nun, diese Methode zu verschreiben. Konkret gibt es davon nur ein einziges, in den USA zugelassenes Produkt, nämlich Truvada. Zugelassen wurde das Präparat in den USA im Jahr 2012.

Wie zuverlässig sind die Studien?

Laut indischen Studien soll das Produkt, wenn jeden Tag eingenommen, zu 99 Prozent vor Aids schützen. Viel wert sollen sie allerdings nicht sein. Studien von Family Health International (FHI) sehen das mit der Sicherheit etwas anders. Das Infektionsrisiko werde nur bei Männern gesenkt, nicht aber bei Frauen. Warum dem so ist, muß erst noch geklärt werden. Überhaupt liegen signifikante Studien nur für Drogenabhängige vor. Dort konnte bei vorschriftsgemäßer Einnahme eine Reduzierung der HIV-Infektionen zwischen 49 und 74 Prozent festgestellt werden. Die Schwankungsbreite läßt erkennen, daß weitere Studien notwendig sind. Zu Homosexuellen gibt es keine verläßlichen Angaben.

Dennoch empfehlen die CDC die Verschreibung an Homosexuelle, der Hauptrisikogruppe bei Aids-Erkrankungen. Die CDC empfehlen die Verschreibung zudem an Heterosexuelle, die sexuellen Umgang mit Risikopartnern wie Drogenabhängige oder Bisexuelle haben. Truvada, so das US-Gesundheitsministerium begeistert, habe nur wenige Nebenwirkungen. Es kann Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Gewichtsverlust und Leber- und Nierenprobleme verursachen. Das sei aber selten der Fall. Langzeitstudien fehlen allerdings noch. Keine Kenntnisse liegen noch über die Anwendung bei Minderjährigen und über 65-Jährigen vor.

Kosten von über 1.000 Dollar monatlich

Die Kosten des Präparats erfreuen die Pharmaindustrie. Während Kondome auch ohne Regierungszuschüsse spottbillig verkauft werden konnten, geht es bei Truvada an die Brieftasche. Das Produkt muß täglich eingenommen werden, was Kosten von mehr als 1.000 Dollar im Monat bedeuten. Wer aber bitte kann sich 1.000 Dollar im Monat leisten, um „sicheren“ Sex zu haben? Die Krankenversicherungen, soweit wurde das neue Programm bereits geregelt, übernehmen in den USA die Kosten. „Medikamente“ im dreistelligen Bereich für gesunde Menschen, damit sie aus freiem Willen durch ihr Verhalten ihre eigene Gesundheit gefährden können. Eine Absurdität, die es im Bereich Gesundheitswesen und Krankenversicherungen ansonsten mit Sicherheit nicht gibt, ganz im Gegenteil. Die einzige Ausnahme bildet das invertierten Tabu-Thema der 68er: Sex. „Das ist fantastisch“, sagt daher Damon Jacobs, ein Risikobetroffener, der Truvada seit 2011 nimmt und aktiv bewirbt. „Wenn eine Einrichtung wie die CDC eine Erklärung gibt, können die Zweifel von Ärzten überwunden werden.“

Warum sind Ärzte skeptisch?

Weil die vom US-Gesundheitsministerium abhängenden CDC damit „Sicherheit“ vermitteln, obwohl noch entsprechende Studien fehlen und weil als Folge mit noch ungehemmterem Sex gerechnet wird. Konkret wird eine noch nicht absehbare Zunahme von Geschlechtserkrankungen befürchtet. Falls nicht Aids, dann Syphilis und Gonorrhoe. Aber die könne man mit Antibiotika bekämpfen, zeigen sich Befürworter der CDC-Entscheidung zuversichtlich. Grundprämisse aller Überlegungen ist, daß der „freie Sex“ um jeden Preis sichergestellt werden muß, auch zum Preis unverhältnismäßiger Kosten. Andere, auch sicherere und gesündere Wege, die jedoch Einschränkungen beim ungehemmten Sexualverhalten mit sich brächten, werden auf der Entscheidungsebene der Gesundheitsminister ausgeschlossen. Über Nacht wird zwar Götze Kondom verschwinden, dafür werden die Kondom-Propagandisten künftig auf Truvada schwören. Gott sei Dank gibt es noch andere, sichere und gesündere Methoden.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Tempi/Jugend gegen Aids (Screenshot)

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3 Comments

  1. Wie praktisch. Wenn Gesunde sich präventiv mit Medikamenten vor einer Ansteckung schützen sollen, dann vermute ich aber noch eine andere Taktik.
    Jene die mit HIV infiziert sind oder AIDS haben, sind in ihrer freien Auslebung der Sexualität stark eingeschränkt. Stecken sie jemanden an, obwohl sie wissen, dass sie AIDS haben, müssen sie mit einer Anklage für fahrlässige Tötung oder gar Mord rechnen. Wenn jetzt aber Gesunde Medikamente nehmen können um eine Ansteckung zu verhindern, würden die Gesetze im Handumdrehen angepasst werden. Dann wären Gesunde die sich mit HIV anstecken, in Zukunft schlicht weg selber Schuld. Aber die Kranken dürfen ihre Lust wieder frei austoben.

  2. Falsch! Die CDC haben die Kondom-Politik nicht für gescheitert erklärt. Sie halten weiter daran fest. Sie wollen nur auf breiter Front HIV-verhütende Medikamente jenen Personen anbieten, die nicht bereit (wegen des Feelings) oder in der Lage (z. B. wegen Drogenkonsum) sind, Kondome zu verwenden. So sehr ich sonst die Nardi-Artikel schätze – hier wurden die Tatsachen grob verdreht.

  3. Ein ganzes zukünftiges Leben lang täglich eine Medizin einzunehmen, ohne die möglicherweise negative Langzeitwirkung überhaupt zu kennen, nur damit ein evtl. Partner oder ich mein Verhalten nicht ändern oder zumidest in Frage stellen muss, ist schon mehr als seltsam.
    Die Devise also: Weitermachen wie bisher – aber mit Pillchen bitte!

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