Der 68er Geist und die unheilvollen Folgen für die missio ad gentes

Zweites Vatikanisches Konzil(Rom) Der Missionar und Priester des Päpstliches Instituts für die auswärtigen Missionen, Pater Piero Gheddo befaßt sich auf seinem Blog mit dem 68 der Katholischen Kirche und dessen „unheilvolle Auswirkungen auf die missio ad gentes“. Er berichtet vom „Opfer“ von Papst Paul VI., „der die Kirche vor den Theologen der ‚Desinkarnation‘ zu schützen versuchte, die das Zweite Vatikanische Konzil verraten haben.“ Ein Diskussionsbeitrag, den wir für unsere Leser in deutscher Übersetzung zur Verfügung stellen.

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Achtundsechzig und die Krise der missio ad gentes

von Pater Piero Gheddo PIME

Das Zweite Vatikanische Konzil hatte viel Begeisterung und Hoffnung geweckt, nachdem Johannes XXIII. gesagt hatte: „Das Konzil wird ein neues Pfingsten für die Kirche sein“. Die Geschichte verlief dann bekanntlich ganz anders.

Als das Zweite Vatikanum am 7. Dezember 1965 endet, veröffentlicht Paul VI. mit dem Motu proprio Ecclesiae Sanctae (6. August 1966) die Bestimmungen, um die Konzilsbeschlüsse im täglichen Leben der Gläubigen, der Diözesen, Pfarreien und Ordensgemeinschaften anzuwenden. Inzwischen entstanden aber bereits theologische Tagungen, Fachzeitschriften (zum Beispiel Concilium) und kirchliche Veröffentlichen, die eine „Flucht nach vorne“ antraten (oder nach hinten?). Sie erklärten nicht die Konzilsdokumente und luden auch nicht dazu ein, diese umzusetzen und anzuwenden. Sie behaupteten, zu wissen, was die Konzilsväter wirklich sagen wollten und gaben dem Konzil eine eigenmächtige Auslegung. Dazu schrieben sie von einem „Geist des Konzils“, der über die Konzilstexte hinausgehe und diesen übergeordnet sei. Sie schrieben, daß die Dokumente des Konzils im Vergleich zu diesem „Konzilsgeist“ viel zu zaghaft und unvollständig verfaßt seien. Schuld daran sei vor allem die Römische Kurie, die zu einem mythischen Feindbild gemacht wurde. Es standen „Propheten“ auf, die ein unmittelbar bevorstehendes „Drittes Vatikanisches Konzil“ ankündigten, das vervollständigen sollte, was am Zweiten Vatikanischen Konzil durch Widerstand gegen den „Konzilsgeist“ noch unvollständig geblieben sei und neue Formen des christlichen und priesterlichen Lebens finden sollte.

Im Herbst 1967 begann im Westen, was dann als 68 bekannt wurde. Eine Mischung aus großen Idealen (Frieden und Gerechtigkeit in der Welt), häufig absurden Utopien (absolute Gleichheit statt Gleichwertigkeit zwischen den Menschen und zwischen Mann und Frau, oder die totale Abrüstung, die Abschaffung des Kapitals) und oft gewalttätigem Verhalten, aus der eine tiefe Unzufriedenheit über die westliche Gesellschaft sprach. Es handelte sich um einen allgemeinen Jugendprotest, vor allem der Studenten gegen die Gesellschaft in der wir leben, die durch „starke Kräfte“, die Machtinhaber, die Professoren an den Universitäten, die Industriebarone und überhaupt alle Autoritäten blockiert gewesen sei. Der 68er Geist drang auch in die Katholische Kirche ein. Vielen erschien er eine Bewegung der Vorsehung zu sein, die Politik, Gesellschaft und Kirche in eine neue, gute Zukunft führen werde.

Neue ungehorsame Gemeinschaften im „Geist des Konzils“

Es entstanden Gemeinschaften von Gläubigen mit ihren Priestern, die „gemäß dem Geist des Konzils“ lebten, aber oder besser gerade deshalb nicht den Bischöfen und der kirchlichen Autorität gehorchten. Sie wurden zum Ärgernis und Anlaß für Spaltungen, die von den Massenmedien verstärkt wurden. Die religiöse Praxis ging zurück, nicht wenige Priester gaben ihr Priestertum auf, um „eine neue Art des Priesterseins“ auszuprobieren. Es war eine Zeit großer Verwirrung, der Zweifel und der Unsicherheit. Es begann jene Zeit der Glaubenskrise und der Krise des christlichen Lebens, deren darunter leidende Zeugen wir noch heute sind.

Der Abschied von Mission und Bekehrung

Eine gewisse realitätsfremde Theologie untergrub die Fundamente des missionarischen Ideals, wie es vom Zweiten Vatikanischen Konzil bekräftigt und verstanden wurde. Man proklamierte Vorschläge als Wahrheit, die zwar etwas Wahres hatten, aber durch ihre Verabsolutierung zum unheilvollen Schaden für die Mission ad gentes wurden, weil ihnen eine innere Ablehnung jeder Form von Mission zugrundelag. Zum Beispiel:

  • Die jungen Kirchen müssen ihren Völkern Christus verkünden, Missionare sind überflüssig. Es entstand eine Medienkampagne für ein „Moratorium“ der Afrikamission (Abzug aller ausländischen Missionare), um den Ortskirchen „freien Raum“ zu lassen.
  • Die Nicht-Christen gibt es auch in Europa, die Mission ad gentes ist auch bei uns möglich, dazu muß man nicht in die Mission gehen. Mit anderen Worten, man möge doch zuerst zu Hause missionieren, statt in die Welt hinauszugehen. Eine Forderung, die sich hinter einem dialektischen Vorwand versteckte, in Wirklichkeit aber grundsätzlich gegen die Mission richtete, die generell als überholt betrachtet wurde.
  • Es ist nicht wichtig, daß die Völker sich zu Christus bekehren, wichtig sei, daß sie die Botschaft der Liebe und des Friedens des Evangeliums übernehmen.
  • Jede Religion hat ihre Werte und alle führen zu Gott. Welchen Sinn hat also der missionarische „Proselytismus“ unter Völkern anderer Religion?
  • Schluß mit Bekehrungen. Wichtiger ist, daß ein Christ ein besserer Christ wird und ein Moslem ein besserer Moslem und ein Buddhist ein besserer Buddhist…

Paul VI. war der Papst des Konzils, er hatte mit großer Klugheit das Konzil fortgeführt und zum Abschluß gebracht mit fast einhelligen Abstimmungsergebnissen der 2.500 Konzilsväter. Er war ein gebildeter, sanftmütiger und demütiger Mann, der die moderne Zeit verstanden zu haben schien. Er sprach auf für alle verständliche Weise (man lese seine Enzykliken) und mit seiner ersten Enzyklika Ecclesiae Sanctae (1964) zeigte er den Dialog mit der Welt (geben und empfangen) als Methode der Verkündigung des Evangeliums in der modernen Zeit auf. Zu dieser Zeit schien er noch ein starker, entschlossener und strahlender Pontifex.

Der Bruch wegen Humanae vitae, der Paul VI. den Optimismus und die Kräfte raubte

Doch Anfang der 70er Jahre hatte ihn der harte Widerspruch und die verachtende Ablehnung (durch Katholiken) seiner Enzyklika Humanae Vitae (1968), die bezeichnenderweise genau in jenem Jahr veröffentlicht wurde, die der neuen Epoche den Namen gab, schwer und in seinem Innersten verletzt. Durch das Chaos jener Tage war er verschüchtert, er fühlte die Kräfte schwinden, um reagieren zu können und die Herde Christi zurückzuführen, auf den Weg, den das Konzil eigentlich gewiesen hatte.
Und die dialogisierenden und gespaltenen Ortskirchen kamen ihm nicht zu Hilfe. Die deutschen Kirchen hatten in einem offenen Affront die Gefolgschaft für Humanae vitae verweigert, und auch die italienische Kirche, in politische Grabenkämpfe zerfallen und der Überzeugung, daß die kommunistische Linke und Moskau unmittelbar vor dem Sieg standen, war Paul VI. keine Stütze. Er war auf den „religiösen Sinn“ ausgerichtet, während die Gesellschaft und die Kultur in Europa von präpotenten und häufig gewalttätigen 68er-Methoden und Ideologien umgepflügt, beackert und verwüstet wurden. Das Messianische der Studentenrevolte schien das nachkonziliare Gären weiter anzufachen, das das Konzil als Bruch mit der kirchlichen Tradition und als totales Revolutionieren der Kirche und des christlichen Lebens interpretierte.

Mit wehenden Fahnen zum „wissenschaftlichen“ Marxismus und weiter zur…

Um so mehr als nicht wenige katholische Intellektuelle und Theologen, Vereinigungen und kirchliche Gruppen mit wehenden Fahnen der umstürzlerischen Welle folgten, die zum Laizismus, Relativismus, Individualismus (die „Individualrechte“, aber ohne die Pflichten) und zum „wissenschaftlichen“ Verständnis der Gesellschaft (das heißt, zum Marxismus) führte. Niemand von Bedeutung wagte es mehr laut und deutlich zu sagen, daß die postulierte „neue Welt“ möglich ist, aber nur durch, mit und in Christus. Paul VI. sagte es, wiederholte es, proklamierte es und zwar mit lauter Stimme (siehe die Nummer 26, 28 und 31 von Octogesima adveniens von 1971 über den Sozialismus). Gehör fand er nicht mehr, oder besser gesagt nur mehr unter den einfachen Gläubigen, die in den Fernsehdiskussionen lächerlich gemacht wurden, nicht selten von anderen Katholiken, die selbstbewußt im Gleichschritt mit der Zeit marschierten.

Krise der Mission Folge der Glaubenskrise

Die Krise des Missionsideals im christlichen Westen ist eine Folge der Glaubenskrise, die die gesamte Kirche erschütterte. Sie traf die Mission völlig überraschend und spaltete die missionarischen Kräfte (Missionsorden, Zeitschriften, Missionsgruppen).

Ein bezeichnendes Beispiel (ich erinnere mich an viele!). Im Sommer 1968 wie bereits mehrfach zuvor, habe ich an der Studienwoche für Missiologie in Löwen teilgenommen, die vom unvergessenen Freund, dem Jesuiten Joseph Masson, Professor für Missionswissenschaften an der Gregoriana in Rom veranstaltet wurde. Damals stand sie unter dem Motto „Liberté des Jeunes Eglises“. Mehrere Wortmeldungen, die nicht von aktiven Missionaren, sondern von Theologen und Missionswissenschaftlern kamen, verletzten mich, weil sie unter Berufung auf den „Geist des Konzils“ starke Zweifel an Sinnhaftigkeit und Berechtigung äußerten, europäische Missionare in andere Kontinente zu entsenden. Viel besser sei es, sagte man, die jungen Kirchen alleine zur Reife kommen zu lassen und daß sie sich nach ihren Ideen und Kulturen organisieren. Ich protestierte gegen die These, weil ich das Zweite Vatikanische Konzil von innen verfolgt hatte und bezeugen konnte, daß die Gesamtheit der Bischöfe der Missionsgebiete sich auf dem Konzil auf völlig entgegengesetzte Weise geäußert hatten und vielmehr um noch mehr Missionare gebeten hatten. Gerade wegen der Unabhängigkeit ihrer Länder verspürten sie die Notwendigkeit einer stärkeren Bindung mit Rom und den alten katholischen Kirchen. Das ist nur ein Beispiel für jene Mentalität, die sich in der Nachkonzilszeit in die Kirche infiltriert und in ihr ausgebreitet hatte.

Die Krise der missio ad gentes und damit des Missionsgedankens, der Missionszeitschriften und Bücher, zeigte sich auch mit der Einstellung von gleich drei führenden missionswissenschaftlichen Tagungen, die auf die lange missiologische Erfahrung Löwens seit den 20er Jahren zurückgingen. 1969 wurde die Missionstagung von Mailand eingestellt, 1970 jene von Burgos und 1975 schließlich auch jene von Löwen. Grund waren unüberbrückbare Konflikte und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Theologen und Missionsfachleuten, die nach dem Konzil ausgebrochen waren.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Tempi

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26 Comments

  1. Wer die Musik bestellt, bestimmt was sie spielt.
    Noch fließen Millionen deutscher Kirchensteuer- und Spendengelder
    rom- und dritte-welt-wärts.
    Wer von den Oberkatholiken ist nicht empfänglich für „Werke der Liebe“?

  2. Das Konzil wurde vielfach umgedeutet und mißbraucht. Die Schreier, die Kreuziger waren eindeutig im Vorteil. Und sie hatten die Medien auf ihrer Seite. Überhaupt begann sich das Linke mehr und mehr durchzusetzen. Es gab offenkundig in der Kirche mehr als genug laue, verkehrte Christen. Es gab auch offenkundig jede Menge Christen im gesetzten Erwachsenenalter, die stark genug in ihrer Judend und jungen Erwachsenenalter vom Nationalsozialismus wie vom Faschismus (2 Linksideologien auch wenns immer anders dargestellt wird) geistig geprägt waren.
    Sie konnten, obgleich formell katholisch, ihrem Widerwillen gegen die Kirche freien Lauf lassen. Das was die Nazis noch nicht geschafft hatten, das vollbrachten sie: Ausräumung und Entheiligung des Kirchenraumes, Verbannung der Heiligenfiguren, Handkommunion für jedermann und der „Volksaltar“ (die Naziführer hätten ihre Freude gehabt).

    Besonders schlimm war (ich kann mich noch gut genug erinnern) die Verhöhnung von Papst Paul VI. als „Pillenpaul“. Das konnte dieser feinsinnige Mensch nicht mehr ertragen und fügte sich in die Resignation. Es hätte eine große Solidarität mit ihm geben müssen, stattdessen gabs Königssteiner Erklärungen u.a.m. Weil der Papst wundwaid“ geschossen war, konnte man ihm auch die Neu-Messe aufschwatzen.

    Was mich aber trotzdem wundert ist die Tatsache, daß er von seinen offenkundigen Gegnern selig gesprochen werden wird. Ich wundere mich über Papst Franziskus. Wenn er wirklich Paul VI. selig spricht, dann soll er bitte auch Kardinal Kasper zur Ordnung zurückpfeifen. Und dann soll er Handkommunion und Neumesse per Dekret einfach, ganz einfach verbieten.
    Durch die Selisprechung aus diesen Kreisen wird Papst Paul VI. im Nachhinein nochmals Gewalt angetan, würde ich sagen. Paul VI. hätte niemals auch nur in Gedanken eine Bischofssynode einberufen die dazu dient, die kirchliche Lehre über das Ehesakrament zu verwässern oder gar zu kippen.

  3. Ja, der gute Paul VI., auch ein mißverstandener Papst, der nur das Beste wollte. Bloß was war das Beste. Hier eine Kostprobe aus Martinez – Ball/ DIE UNTERMINIERUNG DER KIRCHE / MÄNNER AN DER SPITZE:“Paul VI. fand sich allmählich in seltsamer Gesellschaft wieder. Da kamen in den Vatikan Rodman Williams von der Melodyland School of Theology in Anaheim/Kalifornien, der Südafrikaner Dr. David du Plessis, D., bekannt unter dem Namen „Mr. Pfingsten“, Oberhaupt des Welt-Pfingst-Konzils, der anglikanische Pfingstler-Führer Michael Harper und der deutsche Arthur Bittlinger. ….Dann, am Pfingstsonntag, strömten Tausende von Katholiken, die ihre Zuflucht zum Pfingstlertum genommen hatten, in den Petersdom… Die Charismatiker, meist mittleren Alters, standen da, das Gesicht den großen gewundenen Bernischen Säulen des Hauptaltars zugewandt, winkten mit einer Hand und hielten mit der anderen ein japanisches Transistorradio in die Höhe. Plötzlich ließ sich über Mikrofon eine laute männliche Stimme vernehmen. Selbst im Michigan- Akzent war ihre Botschaft gewaltig: „Wißt, daß ich, euer Gott, Petrus und Paulus nach Rom brachte, damit sie meine Herrlichkeit bezeugten. Nun habe ich, euer Gott, mich entschlossen, euch nach Rom zu bringen. Hört, mein Volk! Ich spreche zu euch von der Morgendämmerung eines neuen Zeitalters. Meine Kirche wird anders sein. Mein Volk wird anders sein. Bereitet euch vor! Öffnet eure Augen!“ Siebenhundert katholische Priester, meist Amerikaner und frisch zu diesem Kult bekehrt, konzelebrierten am Papstaltar mit dem strahlenden Kardinal Suenens von Mecheln-Brüssel. Die Priester bewegten sich zur Kommunionspendung durchs Mittelschiff und teilten die heiligen Hostien händeweise aus, damit sie von Hand zu Hand weitergereicht würden, wobei viele davon auf den Boden fielen. Dann kam von einem kleinen Seitenaltar her die Stimme des Papstes. Nach einer zehnminütigen Lobeshymne auf die Charismatische Bewegung warf er seine Arme hoch und rief dabei laut: „Jesus ist der Herr! Hallelujah!“

    • @ Petrus haben Sie dafür Belege?
      Zumindest die Rede Paul VI müsste es geben, dazu ein Datum und irgendwelche Archiv Bilder oder Archiv Meldungen von Radio Vatikan oder dem Osservatore!
      So wie es zitiert wird hört es sich schrecklich an, aber es ist die Frage, ob das Zitierte sich wirklich so ereignet hat.

      • … und auf Englisch / pdf hier:

        http://olvrc.com/documents/UnderminingOfTheCatholicChurch.pdf

        Aber kl. Warnung an Zärterbesaitete: „Sedi-Alarm!“ 😉 – oK, „leichte Ironie“, aber diese Our Lady of Victory-Chapel scheint mir, wenn ich das richtig sehe, tatsächlich dem (gemäßigten) Sedisvakantismus nahezustehen (? – man findet da jedenfalls, hab ich gerade gesehen, u.a. den Brief der ‚American Nine‘ an Erzbischof Lefebvre, oder von Omlor ‚The Robber Church‘ als pdf, aber auch die Ottaviani-Bacci-Intervention); in das Buch von Ball-Martínez hab ich mal reingelesen, aber auch hier – wie bei ‚Nikitaroncalli‘ von Bellegrandi – wieder die Frage nach der Glaubwürdigkeit / Belastbarkeit von dem, was sie schreibt; ziemlich interessant die Geschichte mit Kardinal Rampolla del Tindaro, angeblich Mitglied des O.T.O. (‚Ordo Templi Orientis‘ – einer satanistischen Loge!?), Gegenspieler von Kardinal Merry del Val, (wahrscheinlich zum Glück) durch die berühmte Konklave-Intervention des Kardinal-Erzbischofs von Krakau auf Geheiß Seiner k. u. k.-apostol. Majestät, Kaiser Franz Josephs, als Nachfolger Leos XIII. verhindert, woraufhin Pius X. gewählt wurde. Daß der Kaiser (zumindest) überzeugt davon war bzw. ihm ernstzunehmende Indizien dafür vorgelegt worden waren, daß Rampolla (mindestens) der Freimaurerei nahestand, wurde laut DDr. G. Hesse von Kaiserin Zita später (mündlich) bestätigt. Und zu der „Rampolla-Seilschaft“ im Staatssekretariat gehörte wohl auch Radini-Tedeschi, der dann als Bischof von Bergamo den jungen Roncalli protegierte …

      • … ach ja, und dieses entsetzliche „Pfingstler-Event“ im Petersdom, das war wohl (ausgerechnet!) im Hl. Jahr 1975!?? – Auf die Schnelle hab ich jedenfalls das hier gefunden:

        https://www.ewtn.com/expert/answers/charismatic_renewal.htm

        Die Ansprache Pauls VI. bei dieser … „Veranstaltung“ am 19. Mai 1975 (wenn es das ist, worüber Frau Ball-Martínez oben berichtet!?) findet man – leider nur auf Französisch – unter:

        http://www.vatican.va/holy_father/paul_vi/speeches/index_ge.htm

      • Ah, tatsächlich, im o.g. pdf wird genau darüber berichtet:
        „The 1975 International Conference on the Charismatic Renewal in Catholic Church was held in Rome May 16-19, with an estimated I0,000 people taking part. On the closing day, Monday, May 19, a Mass was concelebrated in St. Peter’s Basilica by Cardinal Suenens, several bishops and several hundred priests. Afterwards the Pope came and gave a lengthy address in French. Then he made a series of briefer remarks, first in Spanish, then […]“

    • danke @ Petrus für Ihren sehr aufschlussreichen Beitrag-für mich und meine entsprechenden Erfahrungen jene furchtbaren Zeiten betreffend kann ich nur sagen: haargenau auf den Punkt gebracht, mögen diese oder jene Einzelheiten vielleicht ungenau sein-Quelle hin oder her- dem Sinne nach und mit allen Konsequenzen die flächenbrandmässig über die ganze Kirche sich ausgebreitet haben- stimmt das alles-und es ist eine Qual zu sagen-das alles war ein grauenhafter Aufbruch, ein unaufhaltbarer Zug ins Verderben.Kein Mysterium,kein fascinosum, kein tremendum. Aber eines konnten diese Zerstörer nicht-obgleich sie viele Seelen in den Abgrund rissen: die herrlichen Sakralbauten mit ihrer erhabenen Glorie sie sprechen ,trotz der gottfernen Zeiten,(da man wähnt man brauche sie nicht mehr) vom Himmel,von der Ewigkeit,von Gott ,unser Heimat.saxa loquuntur-eine leise aber unüberhörbare Stimme.

  4. Ja die die Saat ist aufgegangen.
    Heute bei dem Besuch der Abendmesse in Frechen, hing links vom Eingang überdimensionales
    Poster mit einem riesigen Konterfei vom Bischof, mit überdimensionalen Brustkreuz, wie wir es ja
    kennen. Der Heilige Geist kommt über die Schafe und der Herr steht mit vor der Brust gekreuzten
    Armen vor dem Kreuz.
    Oben im Poster ist die Dornenkrone angedeutet ohne den Kopf Jesus.
    Das Poster ist von Missio, leider habe ich es nicht auf deren Webseite gefunden, was mich eigentlich wundert.
    Das Poster steht: Solidarität mit bedrängten Christen.
    Blog Religionsfreiheit
    Lesen Sie hier mehr zur Situation von „Bedrängten Christen“ in der Welt im missio-Blog auf:
    http://www.bedraengte-christen.de
    Wir wissen das nur ein Kreuz das dem Kreuz auf dem Golgota mit dem Gekreuzigten entspricht das Kreuz ist das der Katholischen Kirche eigen ist.
    Dieses Bergoglio-Kreuz und die Dornenkrone ohne das Haupt Christi am Eingang der Kirche zeigt die „Neue Kirche“. Mir kann keiner sagen das Missio, eine katholische Organisation, ohne Zustimmung des Bischofs bzw seiner zuständigen Mitarbeiter ein solches Bild benutzen darf.
    Was müssen die Gläubigen denken, empfinden, wenn sie dieses unübersehbare Kreuz und die „schicke“ Dornenkrone sehen? Wenn das durchgeht, kann man das Konterfei auch demnächst in der Kirche vor oder neben dem Altar aufhängen.
    Vielleicht schafft e ja Kath.Info an das Plakat zu kommen.

  5. Der heutige Kardinal Ranjith hat seinerzeit als Erzbischof und damaliger Sekretär der vatikanischen Gottesdienstkongregation im Vorwort zu einem neuen Buch über liturgische Anliegen von Kardinal Fernando Antonellis…
    „EINE REFORM DER LITURGIEREFORM !“
    klare Worte geschrieben.

    Dies aufgrund der unfassbaren liturgischen Missstände nach dem Vaticanum II.

    Er nannte im Besonderen einige Praktiken, die niemals im Einklang mit dem Vaticanum II. stünden wie z.B.:

    – die Messe versus populum
    – die Handkommunion (!)
    – das völlige Verschwinden des Lateins und des gregoriansichen Chorals
    – die völlig missverstanden „tätige Teilnahme“ der Gläubigen an der heiligen Eucharistie

    Weiter nennt er eklatante Versäumnisse:

    Verdrängung von fundamentalen Glaubensgrundlagen wie
    – Opfer und Erlösung,
    – Mission,
    – Verkündigung und Bekehrung,
    – Anbetung und
    – die Kirche als Notwendigkeit für die Rettung…

    stattdessen…
    „Dialog“, Inkulturation, Ökumene, Eucharistie als Mahl, Evangelisierung als Bezeugung…etc…

  6. Die Blindheit von Priestern wie Pater Piero Gheddo hat dazu beigetragen, dass die Kirche von einer der schlimmsten Glaubenskrisen ihrer Geschichte bedroht ist.
    Doch für frühere Priestergenerationen spricht, dass sie, wie alle Katholiken, im Papst den obersten Garanten, den Glaubenshüter schlechthin sahen. Was er auch ist, was ihm von Jesus Christus selbst aufgetragen worden ist.
    Dass in Rom selbst der Glaube verraten wird, das war für alle Katholiken unvorstellbar.
    Inzwischen wissen wir doch, oder wir sollten es als erwachsene Katholiken wissen, dass eine progressive, von Anfang an gut organisierte Minderheit von Konzilsvätern, gesteuert von ihren neomodernistischen Beratern, während des Konzils, gleich zu Beginn, die Oberhand gewann, den Verlauf des Konzils diktierte. Das wäre niemals gelungen, wenn nicht vor allem Papst Paul VI. tatkräftig diese Progressisten unterstützt hätte.
    Die Minderheit der glaubenstreuen Konzilsväter war in einer aussichtslosen Position: Vom katholischen Glauben her fühlten sie sich dem Papst gegenüber zum Gehorsam verpflichtet. Der stand auf Seiten der Progressisten. Es gelang ihnen jedoch, die Konzilsdokumente zumindest zu beeinflussen: Von daher stehen glaubenstreue Aussagen neben der Tradition fremden Textpassagen. Man lese doch endlich die Konzilsdokumente! Ihre Widersprüchlichkeit springt doch ins Auge.
    Eine eher apathische Mehrheit von Konzilsvätern ließ sich mitziehen. Und sie alle setzten die Konzilstexte um. In unterschiedlichem Tempo natürlich. Die gleichen neomodernistischen Berater der Konzilsväter bestimmten ausschließlich die nachkonziliare Theologie: Rahner, de Lubac, Congar, Küng usw.
    Ja, Paul VI. war sehr verletzt als ihm nach Humanae Vitae eisig der Wind ins Gesicht blies. Weil ihm vor allem seine Favoriten während des Konzils den Gehorsam aufkündigten: Die niederländische Bischofskonferenz, die französische und die deutschsprachigen Bischofskonferenzen.
    Den Tiefschlag erhielt die katholische Mission 1986 in Assisi. Als Johannes Paul II. zu dem interreligiösen Treffen nicht nur einlud, sondern es leitete. Als eine Götzenstatue entweder auf dem Altar oder vor dem Altar stand. Als er den Koran küsste. Als er sich vor über 15000 jungen Moslems nicht dazu aufschwingen konnte, den Glauben an die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu vertreten. Als er sich Asche auf das Haupt streuen ließ zum Zeichen der Einweihung in eine nichtchristliche Religion.
    Man lese seine drei ersten Enzykliken. Hier vertritt er, getarnt durch sein traditionelles Vokabular, die Allerlösungslehre. Die den katholischen Glauben in ihrem Kern umdeutet.
    Er bezeichnete Paul VI. ausdrücklich als seinen Lehrer. Er ist jedoch theologisch über ihn hinausgegangen.
    Paul VI. hat die katholische Messe zerstört. Mit seiner Autorität konnte seine neue Messe in alle Winkel des katholischen Erdkreises verbreitet werden.
    Die 68er Kulturrevolution hat die revolutionären Tendenzen in der Kirche enorm verstärkt. Nicht verursacht.

    • Sehr gute Zusammenfassung, nur das Dilemma der Minderheit der glaubenstreuen Konzilsväter, das haben wir immer noch!
      Und vielleicht ist es das wahre Wunder, dass es immer wieder Leute gibt, seit mittlerweile über 50 Jahren die das Dilemma aushalten!

  7. @ zeitlos

    „Die 68er Kulturevolution hat die revolutionären Tendenzen in der Kirche enorm verstärkt: Nicht verursacht“
    Ich würde sagen: Das Konzil hat diese „Revolution“ erst ermöglicht. Das Konzil hatte doch einen unglaublichen Einfluß auf das gesamte gesellschaftliche Leben. Ich hab’s ja am eigenen Leib erfahren.
    Icherinnere mich noch sehr klar an einen sonnigen Nachmittag im Studentenwohnheim „Africanum“ bei den Weißen Vätern in Köln des Jahres 1969, als mir zufällig der damalige Pater Heimleiter über den Weg lief und mich händeringend bittend fragte.“Haben Sie eine halbe Stunde Zeit, ich brauch nen Meßdiener, ich konnte heute noch nicht zelebrieren.“ Das war das letzte Mal, daß die EHRE hatte, einem Priester im römischen Ritus die Heilige Messe zu ministrieren!! Ich habe es natürlich mit Freude gemacht. Ich war damals 23 Jahre alt. Wenn ich nur ansatzweise geahnt hätte, daß dies die letzte Hl. Messe dieses Ritus gewesen war, die ich für lange, lange Zeit mitfeiern durfte, hätte ich zum Pater gesagt: daselbe bitte nocheinmal. Die Weißen Väter sind heute ein Orden fast ohne europ. Nachwuchs. Die meisten jungen Patres der W. V. die ich pers. gute kannte, sind alle nach dem Konzil gegangen, leider!! Das Konzil hat wirklich ganze Arbeit geleistet und dieser unselige und nichtheilige JP II mit seienr Allerlös. Lehre und Assisi-Greuel und Korankuß hat das mitverantwortlich auf seinem Gewissen. Wir können nur treu zur Hl. Messe im überlieferten römischen Ritus stehen (und der Theologie, die dahinter steht) und hoffen, daß dieser Sturm bald vorüber sein wird

    LAUDETURJESUS CHRISTUS !

    • @Schönberger, Franz
      „Ich würde sagen: Das Konzil hat diese „Revolution“ erst ermöglicht.“
      Ja. Das schreibt sogar Kardinal Ratzinger in einem seiner Bücher. Ich glaube es war „Salz der Erde“.
      „Das Konzil hat die 68er befeuert“.
      Per Mariam ad Christum.

  8. Vielleicht tröstet es Euch ein wenig, zumindest ein wenig:
    Allein die verbliebenen Spuren von der vorkonziliären Herrlichkeit der katholischen Kirche haben gereicht, um mich, nachdem meine Familie Jahrhunderte protestantisch war, wieder zurück zu führen!

  9. Noch ein Buch über Paul VI., u.a. als Beweismittel für die Infiltration der Kirche durch Kommunisten von Alice von Hildebrand empfohlen, deren Ehemann auch spezielle Erfahrungen mit Paul VI. hatte.
    http://www.latinmassmagazine.com/articles/articles_2001_SU_Hildebran.html

    Das Buch stoppte nach seinem Erscheinen vor ca. 14 Jahren – zunächst – den Seligsprechungsprozeß. Mittlerweile ist der Autor, der Im Auftrag von Papst Pius XII. (und von Padre Pio) innerkirchlich Freimaurer entlarven sollte, tot und lustig geht es weiter im Plan.
    http://padrepioandchiesaviva.com/uploads/Paul_VI.._beatified_english.pdf

    Über Don Luigi Villa auf Deutsch (mit weiteren Infos zu Papst Paul VI.):
    http://padrepioandchiesaviva.com/uploads/Chi___don_Villa_ge.pdf

    • danke an @ Martina
      mir sind die Haare zu Berge gestanden,wie ich den Bericht über Don Luigi Villa gelesen ,diesen hervorragenden unermüdlichen Agenten Gottes.Wir sehen wie aktiv die Pforten der Hölle um die Braut Christi toben.Wir sehen auch wie selbst höchste Aemter nicht vor Verführung und Verblendung schützen.Wie wichtig doch das Gebet besonders für jene, die da grosse Verantwortung tragen.Von jetzt an heisst mein Stossgebet vor dem Einschlafen:agnus Dei, qui tollis peccata mundi miserere nobis!dona dona nobis pacem!

  10. Dieser Bericht ist m. E. sehr einseitig dargestellt. Man muß voraussetzen, daß Papst Pius 12. seinen Staatssekretär , Kardinal Montini , aus wichtigen Gründen versetzt hatte. Als Erzbischof dann , von Mailand , hatte dieser ein Netzwerk für den liberalen Geist geschaffen, dies kam ihm nach dem Tot von
    J.P 23. zu gute. Dieser liberale Geist verhalf ihm dann auf den Stuhl Petris . Wen wundert es , .“ Die Geister die ich rief, werde ich nicht mehr los?

  11. @hedi züger:

    Wie recht Sie doch haben: Die herrlichen Sakralbauten – sie zeugen von der wahren Gestalt der Kirche. Wobei, wie wir wissen, auch an ihnen die Zerstörungswut nicht vorüber gegangen ist, wurden für den Novus Ordo doch herrliche Hochaltäre vernichtet, der Tabernakel vom Altar entfernt, in die Peripherie verbannt, Seitenaltäre ausgeräumt etc. – wobei allermeist künstlerische Öde und geistige Wertlosigkeit an deren Stelle traten! Dieser Bildersturm durch Katholiken ist nicht zu fassen, nichts anderes als die anschauliche Materialisation des Ungeists; ein Skandal, den man – auch heute noch, da es nie genügend getan worden ist! – in deutlichster Schärfe als solchen herausstellen muss.

    Aber das, was erhalten blieb, spricht weiter zu uns von der wahren Gestalt der Kirche. Wenn ich in unsere barocke Kathedrale gehe, um, in seltenen Fällen, eine „Eucharistiefeier mitzuerleben“, ist die Diskrepanz zwischen dem, wofür der herrliche Bau Zeugnis ablegt, und dem, was der trotzig- nüchterne Volksaltar repräsentiert – den Chorraum, der fast die Hälfte des Kirchenschiffs einnimmt, zum vereinsamten Überrest vergangener Zeiten degradierend – die Diskrepanz zwischen dem, was Architektur und Kunst an Geist atmen, und dem, was sich da vorne am „Tisch des Brotes“ und am „Tisch des Wortes“ abspielt, derart in Augen und Sinn springend, dass Trauer und Zorn nicht ausbleiben. Und schon vor der Messe, wenn, der Wichtigkeit ihres Tuns bewusst, die Pastoralassistentin in Alltagsklamotten durch den einsamen Chorraum, gefühllos am seitlichen Tabernakel vorbei, zum Ambo latscht, um dort den Text ihrer modernistischen Predigt zu deponieren, sage ich mir: Ja, hier wird es anschaulich, unsere katholische Kirche ist besetzt – von Personen, die nicht mehr verstehen, wofür die besetzten Bauten wahrhaft stehen.

    Wie anders ist doch die Erfahrung, wenn man eine der seltenen Gelegenheiten hat, die Messe aller Zeiten in einer prachtvollen Kirche, womöglich nicht einmal verunstaltet durch einen Volksaltar, zu besuchen. Faszinierend, was ich da schon beobachten durfte: Durch die Kraft der Messe, auf die hin einzig der Sakralbau errichtet worden war, durch die Kraft des Opfers Christi, in dem die Erde sich öffnet zum Himmel, wurde der ganze Raum gleichsam verlebendigt, die historische Distanz schmolz dahin, Architektur und Kunstwerke sprachen unmittelbar, wie wenn sie zeitgenössische Schöpfungen wären: wahrhaft in Dienst und Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

  12. (Fortsetzung)

    Und diese Einheit von Geist und Kunst war bis vor 50 Jahren katholischer Alltag, erfahrbar für jeden und jede, die nur etwas Sinn dafür mitbrachten! Und wie viele bekehrten sich zum Katholizismus, da sie das Wunder des Messopfers erlebten. Welchen der conditio humana genau entsprechenden Reichtum hat man in diesem beispiellosen postkonziliaren Bildersturm nicht zerstört! Wie hat man die Sakralbauten durch die Entfernung oder das Verwaisen-Lassen der Hochaltäre doch ihres Herzens, ihrer Seele beraubt: des Opfers, kraft dessen und um dessen willen ihre Türme gen Himmel streben!

    Doch mit leiser, vereinsamter Stimme sprechen die Steine noch heute. Saxa loquuntur – sie harren, geduldiger als wir, einer Zukunft der Kirche, die ihrer Vergangenheit wieder würdig wird.

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