Der Schlüssel zum Verständnis der Glaubenskrise – Fatima und die Pflicht der Hirten (2. Teil)

o-l-fatima-bust2-e1305212573542von MMag. Wolfram Schrems

„Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert“ (Lk 11, 52).

Im Anschluß an meinen Beitrag vom 21. März in diesem Forum hier der zweite von drei vorgesehenen Teilen.

Rußlandweihe und Sühnesamstage

Gemäß der üblichen Gliederung der „drei Teile“ des „Geheimnisses von Fatima“ folgt nun der zweite Teil der Vision, die die drei Kinder am 13. Juli 1917 in der Landschaft von Cova da Iria empfangen haben.

Nachdem den drei Kindern das Schicksal der Verdammten gezeigt worden war, vertraute ihnen die Madonna den zweiten Teil des Geheimnisses an. Dieser betrifft die Forderung des Himmels nach der Weihe Rußlands an das Unbefleckte Herz Mariens und nach der Sühnekommunion an den ersten Monatssamstagen, sowie die Konsequenzen für die Verweigerung dieser Forderungen.

Sr. Lucia schrieb dazu in ihrer Lebenserinnerung:

Um sie [die armen Sünder, die auf dem Weg in die Hölle sind, Anm.] zu retten, wünscht Gott die Andacht zu Meinem Unbefleckten Herzen in der Welt zu etablieren. Wenn gemacht wird, was ich sage, werden viele Seelen gerettet und es wird Friede sein. Der Krieg wird bald zu Ende gehen; aber wenn die Menschen nicht aufhören, Gott zu beleidigen, wird ein schlimmerer Krieg während der Regierungszeit von Pius XI. ausbrechen. Wenn ihr eine Nacht, die von einem unbekannten Licht erleuchtet wird, seht, dann wißt, daß dies das große Zeichen von Gott ist, daß er im Begriff ist, die Welt für ihre Verbrechen durch Krieg, Hungersnot und Verfolgungen der Kirche und des hl. Vaters zu bestrafen.

Um das zu verhindern, werde ich kommen und um die Weihe Rußlands an Mein Unbeflecktes Herz sowie um die Sühnekommunion an den ersten Samstagen bitten. Wenn meine Bitten erhört werden, wird sich Rußland bekehren und es wird Friede sein; wenn nicht, wird es seine Irrtümer über die ganze Welt verbreiten und Kriege und Verfolgungen der Kirche verursachen. Die Guten werden das Martyrium erleiden, der hl. Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden.“1

Spätere Präzisionen

Am 10.12.25 erhielt Sr. Lucia als Postulantin im Dorotheerinnenkloster von Pontevedra (im spanischen Galizien) im Anschluß die Botschaft vom 13. Juli 1917 folgende Einsprechung der Muttergottes:

Schau auf mein Herz, meine Tochter, das mit Dornen umkränzt ist, mit denen undankbare Menschen mich jeden Moment durch ihre Gotteslästerungen und Undankbarkeit stechen. Du wenigstens versuche mich zu trösten, und verkündige in meinem Namen, daß ich alle in der Todesstunde mit den heilsnotwendigen Gnaden zu unterstützen verspreche, die mit der Absicht, mir Genugtuung zu leisten, an den ersten Samstagen von fünf aufeinanderfolgenden Monaten beichten, die hl. Kommunion empfangen, fünf Gesätzchen des Rosenkranzes beten und mir fünfzehn Minuten Gesellschaft leisten, indem sie die fünfzehn Geheimnisse des Rosenkranzes betrachten.“2

Später antwortete Sr. Lucia auf die Frage, warum es gerade fünf Samstage sein sollten:

„Wenn ich mich nicht irre, ist es das, was mir [in der Nacht auf den 30. Mai 1930, Anm.] geoffenbart wurde:

‚Meine Tochter (sagte Unser Herr), der Grund ist einfach. Es gibt fünf Typen von Beleidigungen und Blasphemien, die gegen das Unbefleckte Herz Mariens gerichtet sind:

  1. Lästerungen gegen die Unbefleckte Empfängnis
  2. Lästerungen gegen ihre Immerwährende Jungfräulichkeit
  3. Lästerungen gegen ihre Gottesmutterschaft, dabei die Weigerung zur selben Zeit, sie als Mutter der Menschen anzuerkennen
  4. Die Lästerungen derer, die in der Öffentlichkeit Gleichgültigkeit oder Verachtung oder sogar Haß gegen diese Unbefleckte Mutter in die Herzen der Kinder zu säen trachten
  5. Die Beleidigungen durch jene, die sie direkt in ihren heiligen Abbildungen verhöhnen‘“3

Konkrete Anmahnung der Weihe Rußlands

Am 13. Juni 1929 wurde Sr. Lucia im Kloster von Tuy, Provinz Pontevedra, einer Vision der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und der Muttergottes gewürdigt und erhielt nach ihrem Bericht in den Memoiren dabei folgende Botschaft:

„Dann sagte Unsere Liebe Frau zu mir: ‚Der Moment ist gekommen, in dem Gott den hl. Vater bittet, in Gemeinschaft mit allen Bischöfen der Welt Rußland Meinem Unbefleckten Herzen zu weihen, wobei er verspricht, es durch dieses Mittel zu retten. So zahlreich sind die Seelen, die die Gerechtigkeit Gottes wegen der gegen Mich begangenen Sünden verdammt, daß ich komme, um um Sühne zu bitten. Opfere dich für diese Intention auf und bete.‘“

Der kairós: Warum die Dramatik der Botschaft?

In Ergänzung zu dem im ersten Teil Angedeuteten hier noch einmal ausführlicher:

Im Jahr 1917 war die Saat des Bösen längst in vielfältiger Form ausgestreut. Das 19. Jahrhundert sah die Entstehung unzähliger okkulter Geheimgesellschaften4.

Die bewußte Hinwendung zu den okkulten Mächten ist ein Greuel und im Gesetz des Moses ausdrücklich verboten (Lev 19, 31; Dtn 18, 9 – 14). Sie bleibt nicht ohne fatale Wirkungen. In den spiritistischen Séancen wird eine Schnittstelle zwischen der okkulten Welt und dem menschlichen Bewußtsein des Mediums eröffnet, sodaß die perversen Ideen und Verwirrungen in die menschliche Welt einfließen können5.

Man muß sich vor Augen führen, daß zudem mit den Werken von Comte, Hegel, Feuerbach, Marx, Darwin, Freud u. a. massive Geistespathologien in das Bewußtsein der Menschen und Völker gebracht worden waren.

Es ist zwar keine große philosophische Leistung, diese Pseudo-Philosophien auf ihre Widersprüche, uneingestandenen Voraussetzungen und Irrtümer hin zu überprüfen und zu widerlegen – was ja Zeitgenossen und Nachgeborene getan haben. Angesichts ihrer suggestiven, ja hypnotischen Kraft bedarf es dazu aber auch moralischer Stärke. Wie wir aus unserer Lebenserfahrung wissen, benötigt es die Tapferkeit eines Helden oder die Unbefangenheit eines Kindes, um das Evidente in der Öffentlichkeit auszusprechen, nämlich, daß – wie in der Parabel – der Kaiser eben nackt ist.

Alle diese irren Ideologien lagen bereit – und waren darüber hinaus in die Kirche eingesickert. Manche Theologen erlagen dem appeal, den gewisse Ideologien ausüben – allen voran eine diffuse „Evolutionstheorie“.6

Christenverfolgungen und politische Verwerfungen apokalyptischen Ausmaßes lagen in der Luft: Zwei Jahre zuvor hatten die Jungtürken den Genozid an den Armeniern und Aramäern orchestriert, dem nach Schätzungen zwischen 1,5 und 2 Millionen Christen, unter ihnen katholische Chaldäer, zum Opfer fielen. Zudem wurde im Jahr 1909 der spätere Gründer der Muslimbruderschaft geboren, etwa gleichzeitig der Zionismus als politische Ideologie begründet.

Wir wissen, wie es damit weitergehen sollte.

Bis zur Erscheinung in Tuy, also bis zum Jahr 1929, waren die „Irrtümer Rußlands“, also der Marxismus in seiner leninistischen Spielart, weitgehend auf Rußland beschränkt7.

Der Kairos, der rechte Zeitpunkt, für die angemahnte Weihe Rußlands war also gegeben, das timing optimal.

Widerstand des Papstes gegen die Forderung aus Fatima

Zudem hatte Kardinal Achille Ratti, ab 1922 Papst Pius XI., schon die Erfahrung gemacht, daß sich jede Diplomatie und jede Hoffnung auf „Verhandlungen“ angesichts des in sich lügenhaften und terroristischen Charakters des Sowjetsystems als sinnlos bzw. trügerisch erwies. Die erste organisierte Hungersnot lag im Jahr 1929 erst acht Jahre zurück. Die nächste große Hungersnot wurde seitens der Sowjetführung 1932/33 inszeniert und ist als holodomor, „Hungergenozid“, der hauptsächlich in der Ukraine, aber auch darüber hinaus, je nach Historiker zwischen 3,5 und 14,5 Millionen (!) Todesopfer forderte, in die Geschichtsschreibung eingegangen.

Obwohl diese Erfahrungen die Enzyklika Divini Redemptoris (gegen den atheistischen Kommunismus, 19. März 1937) beeinflußten, weigerte sich Papst Pius XI., die Weihe Rußlands durchzuführen.

Das war die große Katastrophe.

Die Gründe für die Weigerung sind nicht zu erheben. Man kann sich aber vorstellen, daß dem Papst, insofern er zuvor Diplomat gewesen war, eine derartige Weihe im geschichtlichen Kontext als politische Parteinahme erschienen wäre (obwohl sie 1929 politisch-psychologisch sicher noch leichter durchzuführen gewesen wäre als nach 1933).

Insofern er mehrfach promovierter Gelehrter war, wird ihm die Forderung nach der Weihe als Obskurantismus vorgekommen sein.

Insofern er Mensch war, wird ihm der Gehorsam gegenüber einer bis vor kurzem noch analphabetischen und jugendlichen Nonne aus einem obskuren Winkel Europas als zu schwere Selbstverdemütigung und somit als zuviel verlangt erschienen sein. Damit ahmte er den französischen König Ludwig XIV. nach, der über 200 Jahre zuvor eine vergleichbare Weihe verweigert hatte. Und König Sedekias, der dem Propheten Jeremias nicht gehorchte. Und viele andere.8

Krise des Papsttums

Kein nachfolgender Papst vollzog die Weihe, wie sie verlangt worden war (nämlich öffentlich, feierlich und mit angeordneter Involvierung des Weltepiskopats – entweder anläßlich einer Zusammenkunft oder etwa zeitgleich in den jeweiligen Kathedralen).

Das ist insofern paradox, als die Botschaft als solche ja kirchlich anerkannt war. Der Forderung war also Berechtigung zugestanden.

Sie beschäftigte somit nachhaltig das Gewissen der Päpste: So vollzog Papst Pius XII. am 31. Oktober 1942 eine Weltweihe, die er am 8. Dezember desselben Jahres wiederholte. Eine Weihe Rußlands in lakonischer, schriftlicher Form wurde mittels des apostolischen Briefes Sacro vergente anno vom 7. Juli 1952 durchgeführt.

Danach beschäftigte sich Pius XII., soweit zu erheben ist, nicht mehr mit diesem Thema. Es scheint hier auch eine Einflußnahme durch die USA vorgelegen zu sein, die ihre kompromittierende Komplizenschaft mit dem Massenmörder Stalin, „Man of the Year“ von Time (1939 und 1942) und freundschaftlich als „Uncle Joe“ tituliert, nicht durch vatikanische Verlautbarungen getrübt sehen wollte.

Mit Papst Johannes XXIII. kam eine dramatische Wende in der Bewertung des Sowjetkommunismus. Von Divini Redemptoris bis zu Pacem in terris ist es ein weiter Weg – praktisch eine Kehrtwende. Die Friedensenzyklika atmet den irreal-optimistischen Geist, der schon in der Eröffnungsansprache des Papstes Johannes am II. Vaticanum (Gaudet Mater Ecclesia) zum Ausdruck gekommen war.

Als besonders fatal erwiesen sich später die Hochschätzung von UNO und Menschenrechtserklärung (Punkt 75) und die Anweisung, unter Umständen doch mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten (Punkte 82-85). Die dort ausgeführte Unterscheidung zwischen Irrendem und dem Irrtum ist zwar nicht falsch, die Frage ist aber, ob sie auf den Kommunismus anwendbar ist, d. h. ob tatsächlich Irrtum oder bewußter, wissender böser Wille vorliegt.

Der Papst schrieb:

„83. Man muß ferner immer unterscheiden zwischen dem Irrtum und den Irrenden, auch wenn es sich um Menschen handelt, die im Irrtum oder in ungenügender Kenntnis über Dinge befangen sind, die mit religiös-sittlichen Werten zusammenhängen. Denn der dem Irrtum Verfallene hört nicht auf, Mensch zu sein, und verliert nie seine persönliche Würde, die doch immer geachtet werden muß. In der Natur des Menschen geht auch nie die Fähigkeit verloren, sich vom Irrtum frei zu machen und den Weg zur Wahrheit zu suchen. Hierin fehlt dem Menschen auch nie die Hilfe des vorsehenden Gottes.“ http://www.vatican.va/holy_father/john_xxiii/encyclicals/documents/hf_j-xxiii_enc_11041963_pacem_ge.html

Man wende diesen Gedankengang nur einmal auf die Verantwortlichen des nationalsozialistischen Terrors an, und man sieht sofort, wie absurd er ist. Sehr wohl „verliert“ der Verbrecher und Verräter in vielen Situationen seine „Würde“, nämlich dann, wenn er bewußt und wissentlich Böses tut. Angesichts der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts bis 1963 ist dieser Abschnitt verantwortungslos und verwerflich. Die menschliche Realität ist einfach nicht so, wie es das Wunschdenken dieses Absatzes nahelegt.

Wie wir wissen, gab es während dieses und des nachfolgenden Pontifikates von Paul VI. (der schon als Mitarbeiter von Papst Pius XII. hinter dessen Rücken geheime Kontakte zur Sowjetunion gepflegt hatte und deswegen aus dem vatikanischen Staatssekretariat entfernt und ohne Kardinalserhebung nach Mailand versetzt worden war) nicht nur keine Weihe Rußlands sondern sogar eine verstärkte Annäherung an das Sowjetsystem.

Aufgrund der vatikanischen Geheimdiplomatie mit Moskau und der daraus erwachsenen Teilnahme von KGB-Agenten (offiziell Bischöfe der russisch-orthodoxen Kirche) als Beobachter am Konzil weigerte man sich – trotz gewichtiger Petitionen von Konzilsvätern und Laien – den Kommunismus am Konzil ausdrücklich zu verurteilen.

Soviel zum Thema „Pastoralkonzil“.

Im Kommentar zu Gaudium et spes des offiziellen Kleinen Konzilskompendiums setzen die beiden widerwärtigen Pseudo-Theologen Rahner und Vorgrimler noch eins drauf:

„Einer militanten Konzilsminderheit ohne menschliches Takt- und politisches Fingerspitzengefühl gelang es nicht, das Konzil zur ausdrücklichen Nennung und abermaligen Verurteilung einer bestimmten politischen Ausprägung des Atheismus zu bewegen, gerade weil das Konzil für die humanistische Basis und Tendenz dieses Atheismus sehr sensibel war“ (S. 428 der 23. Auflage 1991). (!)

Diesen Müll bekommt man also offiziell „im Auftrag der deutschen Bischöfe“ vorgelegt! Dieser Kommentar ist also der offizielle Kommentar zu dem weitschweifigen, widersprüchlichen und irrealen Gaudium et spes!

Auf der Basis dieser hochverräterischen Vorentscheidungen agierten die „Architekten“ der vatikanischen „Ostpolitik“ und verrieten die Millionen Katholiken (und in gewisser Weise alle übrigen Christen) in den Gulags im Sowjetblock. In diesem Zusammenhang verdient besonders das Schicksal der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche ehrenvolle Ehrwähnung, die von den Sowjets verfolgt und von der vatikanischen Diplomatie schmählich im Stich gelassen wurde.

Wem war damit geholfen? Einzig der Sowjetführung und deren Sympathisanten und Agenten im Westen.

Rußland hatte also seine Irrtümer bis in die Kirche verbreitet.

Auch Papst Johannes Paul II. tat sich mit der Weihe Rußlands sehr schwer. Das Attentat vom 13. Mai 1981 veranlaßte ihn zwar, sich intensiver mit Fatima auseinanderzusetzen, zu einer unzweideutigen, feierlichen und mit dem Weltepiskopat vollzogenen Weihe Rußlands konnte aber auch er sich nicht durchringen.

Dabei herrscht in der einschlägigen Literatur Übereinstimmung, daß seine Akte der Weihe bzw. des „Anvertrauens“ vom 13. Mai 1982 und 25. März 1984 , die sich – entgegen der Anweisung von Fatima – statt auf Rußland auf die ganze Welt bezogen, zwar nicht die Bekehrung Rußlands bewirkten, evidenterweise nicht, aber zweifellos einen gewissen Segen brachten9. Weitere Weiheakte folgten, soweit zu recherchieren ist, am 13. Mai 1991 und am 8. Oktober 2000. Offenbar wußte Papst Johannes Paul II. selbst, daß die erforderlichen Bedingungen nicht erfüllt worden waren.

Und die Sühnesamstage?

Wie oben erwähnt, hätten die Sühnesamstage seitens des Papstes und der Hierarchie verbreitet werden sollen.

Ich denke, jeder Leser kann sich selbst ein Bild machen, inwieweit diese Andachtsform im heutigen kirchlichen Leben eine Rolle spielt.

Das Verschweigen dieses vom Himmel vorgelegten Gnadenmittels ist ein schweres pastorales Versäumnis. Die Verheißung, die mit der Übung der Sühnesamstage verbunden ist, ist kaum zu übertreffen. Dabei ist die Anforderung ja eher bescheiden, es geht um keine übertriebenen Buß- oder Gebetsverpflichtungen. Es geht aber um die anzustrebende Gesinnung der Sühne und die gewissenhafte Erfüllung der angegebenen Anforderungen. Das ist nicht zu viel verlangt.

Und dennoch kommt es im kirchlichen Leben unseres deutschen Sprachraums nicht vor. Es ist auch, soweit mir erinnerlich, kein Thema der päpstlichen Lehrverkündigung der letzten dreißig Jahre.

Es sind wieder nur die „Obskurantisten“, die sich dieses Themas annehmen.

Fazit

Offensichtlich ist dieser „Obskurantismus“ mit Erscheinungen, Offenbarungen, Drohungen, Verheißungen, Buße, Sühne und Eschatologie den Hirten der Kirche und ihren Cheftheologen peinlich. Darum kehren sie das alles unter den Teppich. Nur wenige Bischöfe und Theologen thematisieren diese Dinge, schon gar im Zusammenhang von Fatima.

Die Hirten schufen somit eine Situation, in der die Anhänger einer kirchlich anerkannten Botschaft (!) als Obskurantisten erscheinen müssen. Sie schufen gleichsam ein neues saeculum obscurum der Kirche in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Weheruf Jesu an die Gesetzeslehrer seiner Zeit hat eine neue Aktualität bekommen.

In diesem Zwielicht leben wir nun – wobei niemand von der Gewissenspflicht befreit ist, sich nach bestem Wissen und Gewissen mit der Fatima-Botschaft zu beschäftigen und sie je nach eigenen Möglichkeiten in seinem Leben umzusetzen. Das ist auch die tröstliche Seite der Situation: die Möglichkeit, an der Erlangung des Heils für viele mitzuwirken und so sein eigenes Heil zu erreichen.

Im geplanten dritten und letzten Teil sollen die Fragen nach dem „Dritten Geheimnis“ thematisiert und ein Schlußresümee geboten werden.

MMag. Wolfram Schrems, Linz und Wien, katholischer Theologe und Philosoph, kirchlich gesendeter Katechist

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  1. Eigene Übersetzung von Einleitung und Zitat nach http://www.fatima.org/essentials/message/tspart2.asp []
  2. nach: http://www.fatima.org/essentials/requests/weapons2.asp []
  3. Übersetzung nach: Mark Fellows, Fatima in Twilight, Marmion Publications, Niagara Falls, 2003 []
  4. vgl. dazu aus säkular-wissenschaftlicher Quelle: James Webb, The Occult Underground, und: The Occult Establishment; dt. Ausgaben: Das Zeitalter des Irrationalen. Politik, Kultur & Okkultismus im 20. Jahrhundert. Marix, Wiesbaden 2008, und: Die Flucht vor der Vernunft. Politik, Kultur und Okkultismus im 19. Jahrhundert. Marix, Wiesbaden 2009 []
  5. siehe dazu den – aufgrund der lebendigen Schilderungen eventuell aus eigener Erfahrung stammenden – Roman des bedeutenden englischen Konvertiten, Priesters und Schriftstellers Msgr. Robert Hugh Benson The Necromancers von 1909 []
  6. Ohne an dieser Stelle weiter darauf eingehen zu können, ist an erster Stelle der französische Jesuit Pierre Teilhard de Chardin zu nennen, der zu jener Zeit seine entscheidenden Prägungen erhielt und dessen Wahnideen bis in unsere Zeit immensen Schaden anrichten sollten. []
  7. sieht man vom Terror der ungarischen Räterepublik, Tanácsköztársaság, und dessen bayrischem Pendant, dem Nuntius Eugenio Pacelli beinahe zum Opfer gefallen wäre, ab []
  8. Vielleicht ist das auch ein guter Anlaß zur privaten Gewissenserforschung. []
  9. vgl. z. B. Mura – Huber, Fatima-Rom-Moskau, Sarto, Bobingen 2010 []

70 Comments

  1. „‚Der Moment ist gekommen, in dem Gott den hl. Vater bittet, in Gemeinschaft mit allen Bischöfen der Welt Rußland Meinem Unbefleckten Herzen zu weihen, wobei er verspricht, es durch dieses Mittel zu retten.“
    Wenn Gott den hl. Vater bittet es zu tun dann fällt aber dieses weg. „Der hl. Vater wird mir Russland an mein unbefleckte Herz weihen.“
    Dieses Wort „wird“ hat mich eine kurze Zeit konfus gemacht, aber nur eine kurze Zeit. Denn es gibt an Hand der Geschehnisse und der jetzigen Situation keinen mir verständlichen Sinn mehr, dieses Wort „wird“. Wie dem auch sei irgendetwas wird uns vorenthalten. Möglicherweise ist der „Point of no Return“ schon überschritten.
    Per Mariam ad Christum.

  2. Als kleine Anmerkung möchte ich gerne einwerfen, dass das Geheimnis von Fatima ähnlich „drohend“ oder „dramatisch“ interpretiert werden kann, wie modernere Offenbarungen.

  3. Profunde Analyse. Warum Pius XI. die Diplomatie wichtiger war als die Forderung der Mutter Gottes kann ich nicht nachvollziehen (und das sage ich als überzeugter Traditionalist) und warum Pius XII. Montini nach Mailand geschickt auch nicht. Es ist doch klar, dass der Erzbischof von Mailand quasi ein „Anrecht“ auf den roten Hut hat. Wer zum Erzbischof von Mailand ernannt wird, wird über kurz oder lang ‚automatisch‘ Kardinal (das hätte sonst einen Volksaufstand gegeben). Hat das Pius XII. nicht bedacht? – Die Sühnesamstage sind in den Diözesanpfarreien faktisch tot, ja vielmehr haben sie nie gelebt. Kennt man nicht. Nur in den „obskuren“ Gemeinden der Tradition leben diese und wollen den Auftrag der Mutter Gottes umsetzen. – Ich bin auf die Analyse des vom Vatikan angeblich veröffentlichten „Dritten Geheimnisses“ gespannt.

  4. Gut – die Darstellung trifft die Sachlage und ist eine Antwort auf die heftige Schlacht, die wir im Kommentarbereich beim 1. Teil des Artikels ausgefochten haben.
    Danke!

  5. Sehr gut und sehr interessant, Sühnesamstagandachten gibt es so gut wie gar nicht mehr, im Internet werden einige ganz wenige erwähnt, googeln “ wo wird der sünesamstag gefeiert“

  6. Sehr geehrter Herr Schrems.
    haben Sie recht herzlichen Dank, dass Sie die Botschaft von Fatima nochmals in der ganzen Dramatik in Erinnerung rufen. Gerade in der heutigen Zeit wird uns die Dringlichkeit der Forderungen der Gottesmutter voll bewusst. Ich möchte nur eins noch anführen. In dem Vertrag von Metz- geschlossen zwischen dem Kardinal Tisserant und dem Metropoliten Nikodim- wurde im Jahre 1962 vereinbart, dass das 2. Vatikanische Konzil weder den dialektischen Materialismus, noch den sowjetischen Imperialismus noch die Ostkirche behandeln durfte. Damit wurde die offizielle Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens, wie sie die Gottesmutter in Fatima gefordert hatte, für alle Zeit für ein Linsengericht ausgeschlossen!
    Leider kennen wir den Vertrag nur aus der Sekundärliteratur. Es wäre auch im Zusammenhang mit der Kanonisierung Johannes XXIII wichtig gewesen, den Inhalt zu beurteilen. So bleibt mehr als das berühmte Geschmäckle. Vermutlich hat J. XXIII so verabsäumt, das zu tuen, was zum Heil der Welt notwendig gewesen wäre.
    Vor diesem Hintergrund danken wir der unbefleckten Empfängnis für Ihre Sorgen und Tränen um uns und die ganze Menschheit.

  7. Vor 100 Jahren hatten die Menschen noch mehr Glauben und dennoch dauerte es Jahre!! bis diese Botschaften anerkannt wurden. Man fragt sich zu recht, wie konnte die katholische Kirche solch wichtige Botschaften so lange verschweigen? Ich frage mich gerade, was geschieht, wenn die Muttergottes gemäss ihrer Ankündigung sich ab diesem Frühling nochmals an den kirchlich anerkannten Erscheinungsorten (u.a. Lourdes, Fatima, La Salette, Guadeloupe, Garabandal usw.) zeigt. Werden diese Erscheinungen diesmal von der Kirche anerkannt werden? Ganz ehrlich? Ich denke nicht.

    • Entschuldigung, Garabandal ist meines Wissens nicht anerkannt und meiner Meinung auch nicht echt!

    • Ich bezweifle, ob je wieder irgendwelche Erscheinungen unserer Lieben Frau kirchlich anerkennt werden…. Am besten man prüft aktuelle Prophezeiungen selbst anhand ihrer Erfüllungen – das sollte Beweis genug sein. Aber für viele wird auch das nicht reichen…

  8. Die Auseinandersetzung gerade mit den vorkonziliaren Päpsten in diesem Beitrag finde ich oberflächlich bis beleidigend.
    Es werden Behauptungen aufgestellt, Mutmaßungen, für die es keine historischen Belege gibt. Auf diesen Behauptungen baut sich dann die Argumentation auf.
    Dass der gelehrte Pius XI. die Weihe Russlands deswegen nicht vollzogen habe, weil er einer noch bis vor kurzem analphabetischen Nonne nicht gehorchen wollte, um sich nicht selbst zu verdemütigen, ist eine Unterstellung, die Herr Schrems mit nichts belegen kann.
    Wir dürfen davon ausgehen: Der hochgebildete Pius XI. kannte die Kirchengeschichte gut. Von daher wusste er, dass Gott oder die allerseligste Jungfrau Maria auch durch sehr einfache Menschen spricht. Bernadette Soubirous, die eine sehr schwache Schülerin war, deren Familie so heruntergekommen war, dass sie in einem ehemaligen Gefängnis wohnen musste, dürfte dem Heiligen Vater bekannt gewesen sein.
    Die Behauptung, Pius XII. habe sich in dieser Frage von amerikanischen Kreisen beeinflussen lassen, ist nicht belegt. Ich empfinde sie als beleidigend. Der Papst kommt seiner Pflicht nicht nach, weil er sich von den USA beeinflussen ließ. Das ist schwerwiegend.

    Nach meiner – unmaßgeblichen – Meinung kann man allen Päpsten einen Vorwurf nicht ersparen: Sie sind nicht seriös genug mit Sr. Lucia dos Santos umgegangen. Entweder glauben sie ihr, und dann muss gehorcht werden.
    Oder sie glauben ihr mindestens teilweise nicht. Dann hätte sie verhört werden müssen und auf Widersprüche hingewiesen werden müssen. Sr. Lucia hätte sich dann öffentlich rechtfertigen müssen.
    Bei diesem Thema wäre der Vatikan verpflichtet gewesen, Klarheit zu schaffen.
    Was offensichtlich nicht geschehen ist. Im Gegenteil: Der sentimentale Paul II. sieht sich als den Papst, der verfolgt wird, einem Kreuz auf einem Berg zustrebt und ermordet wird, mit anderen Gläubigen. Das Attentat auf ihn, das er überlebt hat, das zu der Vision, die die Seherin schildert, überhaupt nicht passt, wird zu einem Mord auf einem Berg. Und die Seherin bestätigt ihn.
    Was hat das mit Glaubwürdigkeit zu tun?
    Was haben die von Sr. Lucia geschilderten Engelsvisonen mit ihrer obskuren Theologie mit Glaubwürdigkeit zu tun?
    Und schließlich: Die Seherin behauptet dem indischen Kardinal Padeira gegenüber, im Jahr 1992, die Päpste hätten doch die Weihe Russlands vollzogen.
    Und dann gibt es noch ein Geheimnis, das die Päpste zurückhalten. Warum?

    • „Und dann gibt es noch ein Geheimnis, das die Päpste zurückhalten. Warum?“
      J: Kardinal Ratzinger, haben Sie das sogenannte „3. Geheimnis“ von Fatima gelesen, d.h. jenes, das Schwester Lucia an Papst Johannes XXIII geschickt hatte, und das er nicht veröffentlichen wollte und in die Vatikanischen Archive überstellt hat?

      KR: Ja, ich habe es gelesen.

      J: Warum wurde es nicht enthüllt?

      KR: Weil es laut Urteil der Päpste nichts zu dem hinzufügt, was ein Christ bezüglich des Inhalts der Offenbarung wissen müsste, d.h. einen radikalen Aufruf zur Bekehrung, die große Bedeutung der Geschichte, die Gefahren, die den Glauben und das Leben der Christen und damit der Welt, bedrohen. Und dann die Wichtigkeit der „Novissimi“ (Die letzten Dinge: Tod, Jüngstes Gericht/Apokalypse, Himmel und Hölle). Wenn es nicht veröffentlicht wird, zumindest im Moment, dann um zu vermeiden, dass religiöse Prophezeihung mit Sensationalismus verwechselt wird. Aber die Dinge, die im dritten Geheimnis enthalten sind, entsprechen dem, was in der Schrift angekündigt wurde und immer wieder in anderen Marienerscheinungen gesagt worden ist, allen voran die Erscheinung von Fatima mit ihren bekannten Inhalten. Umkehr, Buße, sind die wesentlichen Voraussetzungen zum Heil. …
      http://wegwahrheitleben.wordpress.com/2010/05/14/die-geheimnisse-von-fatima-ii/
      Wo steht in der heiligen Schrift das der Papst von Pfeilen und Kugeln getroffen wird?
      Hier stimmt was nicht!
      Per Mariam ad Christum.

      • Das 3. Geheimnis birgt vielleicht (wie es auch die Botschaft von La Salette aussagt), dass der Vatikan von Freimaurern durchsetzt sein wird und das es am Ende zwei Päpste geben wird… Einer wird „abgeschossen“, damit der andere an die Macht kommt. Dann wird sich der Spreu vom Weizen trennen.
        2Thess 2,4 – 7 ?

  9. Berichtigung:
    „Der in diesem Fall sentimentale Johannes Paul II.“ hätte ich tippen müssen…

    • Mein prinzipielles Problem mit Fatima ist, dass bekanntlich der alte Bund Vorbild für den neuen ist.
      Ein oberflächlicher Blick in die Schrift zeigt, dass Versagen der, von Gott bestellten, Hirten im alten Bund beständig an der Tagesordnung ist, bis dahin, dass Jesus der ja der verheißenen Messias ist, in ansonsten unüblicher Eintracht von Sanhedrin und führenden Pharisäern ans Kreuz gebracht wurde!
      Nun ist es so, dass es im neuen Bund nicht gerade viel besser geworden ist.
      Im alten Bund hat Gott dann immer die Propheten geschickt, die (meistens) das erlitten was man euphemistisch Prophetenschicksal nennt, und was bedeutet: man hat sie ignoriert und/oder umgebracht.
      Alle Prophetie deutet jedoch auf Christus hin, der (im Grunde logisch) auch das Schicksal der Propheten erlitten hat.
      So findet sich in der ganzen Schrift nichts was darauf hinweisen würde, dass wegen Versagens der Hirten, des neuen Bundes, die Muttergottes sozusagen als Korrektur des Lehramtes, erscheinen wird.
      Im Grunde steckt dahinter eine kindisches Denken, dass der Mutter zutraut alles „wieder gut machen zu können“,
      Jedoch ist es, in Bezug auf das verlorene Paradies und die Rettung der Seelen, genau nicht die Mutter, die alles wieder gut macht, sondern der Sohn und zwar der Sohn Gottes.
      Und dieses Wiedergutmachen erfolgt auf dem Weg des Kreuzes.
      Ergo kann die Muttergottes in Fatima genau nicht etwas absolut Wichtiges verkünden, alles Wichtige hat Christus bereits verkündet.
      Nehmen wir jedoch an, dass die Lage so ernst ist, dass Gott ,sozusagen als Ausnahme, die Muttergottes mit einer absolut wichtigen und rettenden Botschaft nach Fatima geschickt hat, dann hätte er doch auch dafür sorgen können, dass diese Botschaft auch gehört und verbreitet wird.

      Also wenn irgendwelche Prälaten die Seherin Lucia „reingelegt“ „unter Druck gesetzt haben“ und was sonst so behauptet wird, dann wäre es für Gott doch ein leichtes gewesen die Seherin zu schützen!
      Wenn das 3. Geheimnis so wichtig wäre, dann hätte Gott doch dafür sorgen können, dass es in jeder Veröffentlichung, eben durch ein Wunder, richtig steht und so weiter…..

      Ich will keineswegs behaupten, dass die Lage in Kirche und Welt rosig wäre., das nicht, aber wie man auf die Idee kommen kann, die Beachtung einer Privatoffenbarung hätte was geändert, erschließt sich mir nicht.
      Die Beachtung des Wortes Gottes hätte was geändert, das schon, aber im Zuge der industriellen Revolution in Verbindung mit der Philosophie der Aufklärung, hat der Mensch sich aus der Hand Gottes genommen, sich emanzipiert, hat das Materielle zum Gott erhoben und die Seelen verhungern lassen.
      Das schon und das man in der Kirche, da nicht die alten Mauern verstärkt, sondern in der Folge des Konzils selbige abgerissen hat, das seh ich auch, aber auch hierfür reicht, die Schrift und der gesunde Menschenverstand!

      • @ein besorgter Christ
        Wie die Geschichte zeigt, wurde die Hammer-Botschaft von Fatima von der Hierarchie wenig beachtet. Über das warum kann man nur spekulieren. Auffällig ist jedoch eines: Joh XXIII spricht davon, daß er Unglückspropheten ablehnt und reißt die Fenster zur Welt auf. Das kommt einem fast vor wie die Trotz- oder Abwehrhaltung eines Kindes, das sich bedrängt fühlt durch Aufgaben, denen es sich nicht gewachsen fühlt oder die ihm nicht gefallen? Es reagiert dann mit Trotz und macht gerade das Gegenteil von dem, was es sollte. Leider, kann man sagen.

      • Ihre Argumentation ist – verzeihung haarsträubend – denn damit müssten Sie Gott auch fragen, wieso ER Seinen Sohn nicht geschützt hat und Ihn am Kreuz ersticken ließ. Lesen Sie mal Apostelgeschichte, die Predigt des Hl. Stephanus, auch Jesu Gleichnis von den Dienern, die alle ermordet werden, am Schluss sogar der Sohn – und nun sollte Gott, weil die Menschen unwillig sind, deren Unwillen durch die Erscheinung eines himmlischen Flintenweibes niedermachen, dem niemand mehr Widerstand leisten kann?

        Sorry – aber eine solche Theologie ist nicht mal mehr christlich. Vor 100 Jahren wären Sie wegen so was noch vor den Bischof zitiert worden.

        Wer sind wir, dass wir darüber fachsimpeln, was Gott alles kann, machen müsste, sollte, bräuchte, darf oder auch nicht darf?
        Feststeht, dass die Kirche, als sie noch keine häretischen Päpste und Bischöfe hatte, 1930, diese Erscheinung als „übernatürlich“ anerkannt hat. Alle Päpste haben das anerkannt. Punkt. Die Meinung, man hätte als Katholik ein Recht solche Entscheidungen mit dermaßen haarsträubenden Argumenten in Frage stellen, ist falsch. Traditionell geprägte Katholiken wussten das noch – meine Familie in Niederbayern hätte niemals gewagt, sofern sie gläubig katholisch war, an dieser Entscheidung der Kirche zu rütteln.

      • Eben zeitschnur, genau, weil Gott die Seinen nie geschont, oder beschützt hat, auch den Sohn nicht, soll er ausgerechnet uns durch Maria‘ Erscheinung in Fatima einen Weg dem Kreuz aus dem Weg zu gehen zeigen?
        Warum sollte er das tun? Genau das ist meine Frage!
        Und genau deshalb glaube ich nicht dass es eine verborgene Fatima Botschaft gibt und das ganze Chaos, eben das aktuelle Kreuz der Frommen daher kommt, dass man da irgendwas unterschlagen hätte, was Fatima angeht

  10. Ich denke, dass Fatima völlig überschätzt wird, vor allem innerhalb der Piusbruderschaft. Natürlich soll man für alle Menschen beten, aber zugleich weiß man aufgrund der Offenbarungswahrheit, dass effektiv nicht „alle“ Seelen in den Himmel geführt werden. Deswegen ist das Fatimagebetchen genau so verfehlt wie pro multis mit für alle wiederzugeben. Nur ein Beispiel.

    • Falsch: das Fatimagebet ist der Wunsch, dass alle Menschen gerettet werden, weil das auch der Wunsch Gottes ist. Ob er in Erfüllung geht, wird nicht behauptet, spielt aber hier keine Rolle. Lesen Sie einfach mal Bibel:

      „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen,
      für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.
      Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland,
      welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“
      (1. Tim. 2, 4)

      Dieses Gebet ist sogar „biblisch“.

  11. „…Denn der dem Irrtum Verfallene hört nicht auf, Mensch zu sein, und verliert nie seine persönliche Würde, die doch immer geachtet werden muß. …“ JohXXIII

    Hier haben wir den Ursprung einer heute gängigen Haltung. Herr Schrems hat ganz recht, wenn er sagt, dass angesichts der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts bis 1963 dieser Abschnitt verantwortungslos und verwerflich ist. – Und wie ist es heute? Diese schizophrene Sicht hat sich fortgesetzt und wird von kirchlicher Seite ständig neu ausgesprochen. Die Sünde hassen und den Sünder lieben. Ja, hat der Sünder denn keine Verantwortung für sein Tun? Die Unzucht ablehnen, aber den Unzüchtigen respektieren, was versteht man denn normalerweise unter Respekt? Da wird ein Gegensatz, ein „sowohl als auch“ konstruiert, das nicht umsetzbar ist, weil sich die Haltung bzw. die moralische Sicht dadurch neutralisiert.

    • Die Sünde hassen und den Sünder lieben, geht auf den Heiligen Augustinus zurück und der Sünder bleibt mein Bruder, und genau um den zu retten ist Christus gekommen.
      Das ist das eine, dass damit die Sünde gerechtfertigt wird, ist das andere, was verkehrt läuft.
      Aber ich finde Joh XXIII hat einfach recht.
      Die Frau am Jakobsbrunnen aus dem Evangelium vom Sonntag, war auch eine große Sünderin, und andere mit denen Jesus zu tun hatte, auch.
      Der modernen Kirchlichen Verkündigung fehlt einfach die Weiterführung des Gedankens von Augustinus,: Weil der Sünder Mensch bleibt, ist ihm zu helfen so zu werden, wie Gott ihn sich gedacht hat, nämlich heilig und gut.

      • Natürlich bleibt der Sünder Mensch und ist mein Bruder, und ihm ist zu helfen, so zu werden wie Gott ihn gedacht hat. Aber genau dies wird unterlassen, sobald es verkürzt heißt, er ist als Mensch zu respektieren, ganz gleich welche Sünde er begeht. Liebe ich etwa den Bruder, wenn ich ihn machen lasse ohne ihn zurechtzuweisen wie dies heute der Fall ist? Das ist doch in den meisten Fällen reine Feigheit oder Bequemlichkeit, das ist keine Liebe.
        Ein Werk der geistlichen Barmherzigkeit lautet „den Sünder zurechtweisen“, ein zweites Werk lautet, „Unwissende lehren“.
        Wo geschieht dies heute in der Kirche? Allerdings würde den, der heute diese Aufgabe ernst nähme, das Schicksal des Profeten ereilen.

  12. Voranstellen möchte ich: Grundsätzlich schätze ich die Beiträge von Wolfram Schrems, wie sie hier veröffentlicht werden. Ich werde sie auch weiter gern lesen.
    Nur hier muss ich Kritik üben, weil er für eine „Fatima-Bewegung“ spricht, die Gefahr läuft, sich geistlich abzuspalten, die Prioritäten des Glaubens verschiebt. Nicht in der Theorie, sondern in der Praxis des Gebetslebens, in der die Gottesmutter die eigentliche Mittlerin wird. Das darf es jedoch in der katholischen Kirche nicht geben, ihr Glaube und ihr Gebet dürfen nicht getrennt werden.
    Das Zentrum des praktizierten katholischen Glaubens ist das Messopfer. Es ist „gelebte katholische Dogmatik.“ Der Versuch Paul VI. es abzuschaffen und durch ein protestantisiertes Gedächtnismahl mit einem gleichberechtigten Wortgottesdienst zu ersetzen, war und ist die katholische Tragödie schlechthin. Zudem es Rom gelungen ist, diese neue Messe in jedem Winkel der Welt durchzusetzen. Auch dort, wo das Christentum kontinuierlich wächst, in Asien, wachsen die Katholiken mit der Messe Pauls VI. auf. Überall, Katholiken können dieser Messe nicht entkommen, den überlieferten römischen Ritus, der sich kontinuierlich über 2000 Jahre entwickelt hat, lernen sie nur in Ausnahmefällen kennen. Das ist dramatisch für unseren katholischen Glauben.
    Zerstörerisch für unseren Glauben war und ist das Zweite Vatikanische Konzil und alle aus ihm folgenden sogenannten „Reformen.“ Sie haben unseren Glauben deformiert.
    Wenn Jesus Christus als Gottmensch, als einziger Erlöser und Retter der Welt, nicht mehr im Zentrum des Glaubens steht, dann ist es logisch, dass die Verehrung seiner heiligen Mutter ebenfalls zurückgeht. Denn ihre einzigartige Würde besteht ja darin, dass sie den Erlöser, die zweite göttliche Person, als Mutter zur Welt gebracht hat. Die Hochverehrung, die ihr über den anderen Heiligen gebührt und die die Kirche ihr entgegenbringt, hat in der Inkarnation ihren Grund. Sie ist stets auf die Inkarnation hin geordnet. Alle Gebete der hl. Messe bringen dies zum Ausdruck. Auch der Rosenkranz, der mit dem Glaubensbekenntnis beginnt, dem Vater unser fortfährt und mit dem Ehre sei dem Vater schließt, bringt zum Ausdruck: Katholisches Beten bezieht sich auf die heiligste Dreifaltigkeit, die Gottesmutter ist unsere mächtigste Fürsprecherin.
    Im „Weihe und Sühnegebet zum unbefleckten Herzens Mariens“ zum Herz -Mariä-Sühne-Samstag“ ist die Grenze verschwommen, verzerrt. Es beginnt:
    „P. Unbefleckte Herrin, immerwährende Jungfrau und Gottesmutter Maria, wir, Deine Kinder, erscheinen vor Dir, um Dich zu loben, zu preisen und zu verehren, ganz besonders aber, um Dir Genugtuung und Sühne zu leisten für die Schmähungen und Lästerungen, welche die Gottlosen gegen deinen heiligsten Namen und gegen Deine erhabenen Gnadenvorzüge ausstoßen und verbreiten…“
    Es endet mit der Bitte „damit wir die Sünde stets meiden, Deine Tugenden nachahmen und zu Dir in dein himmlisches Reich gelangen.“
    Fortsetzung:

  13. Anmerkungen:
    1. Grundsätzlich leisten Christen nur Gott, der heiligsten Dreifaltigkeit, Genugtuung und Sühne. Die Gottesmutter Maria bleibt ein Mensch, auch wenn sie ohne Erbsünde empfangen wurde und damit über uns steht. Doch diese Bevorzugung wurde ihr deshalb zuteil, weil sie die Mutter des Erlösers ist.
    2. Der „heiligste Name“, den Christen kennen, ist der Name Jesu Christi. In diesem Gebet wird er seiner Mutter zugeeignet.
    3. In dem Gebet, dass ich nicht ganz abdrucken konnte, nur dessen Anfang und Schluss, der aber typisch für den Inhalt ist, wird die Gottesmutter als das „vollkommenste Vorbild des christlichen Lebens“ verehrt.
    Das vollkommenste Vorbild der Christen ist die heilige Menschheit Jesu Christi. Er selbst hat uns aufgefordert, von Ihm zu lernen, seine Jünger und Jüngerinnen zu werden, uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz auf uns zu nehmen und ihm nachzufolgen.
    4. Alle Christen beten gemeinsam „…zu uns komme Dein Reich…“ Es ist das Reich Gottes. Jesus Christus hat uns gelehrt im Vater unser, um dieses Reich zu bitten. Es ist das Ziel unseres Lebens, so zu leben, dass wir nach unserem Tod in dieses Reich eingehen. Ein „Reich Mariens“ kommt in der gesamten Gebetsliteratur aller Jahrhunderte nicht vor.

    Mir liegt dieses Gebet vor. Ich weiß nicht, ob es so und wo es an Herz-Mariä-Sühne-Samstagen gebetet wird. Mir liegen mehrere vorkonziliare Gebetbücher aus verschiedenen Diözesen und Zeiten vor. In keinem katholischen Gebet- und Gesangbuch kommt es in dieser Form vor. Das heißt, kein katholischer Bischof hat es erlaubt. Wenigstens in Deutschland.

    Deshalb meine Bitte an katholische Priester: „Bitte, gehen Sie mit diesem Gebet vorsichtig um. Wenn Sie es mit Gläubigen beten, dann betten Sie es bitte in eine Andacht ein, die klarstellt: Jesus Christus ist das Zentrum unseres Glaubens. An ihn glauben heißt, an die heiligste Dreifaltigkeit glauben. Bitte, geben Sie keiner Andacht Raum, die unseren Gottesglauben verzerrt durch eine Marienverehrung, die sich verselbständigt und ihr Maß verloren hat..“
    „Fatima“ ist nicht „der Schlüssel der Glaubenskrise.“ Der Schlüssel ist die Treulosigkeit der katholischen Kirche ihrem Gründer und Herrn gegenüber. Sein Erlösungshandeln spielt im „derzeitigen Glauben“ der Kirche eine absolute Nebenrolle. Sein erlösender Tod am Kreuz wird von der katholischen Hierarchie entweder umgedeutet als Missverständnis oder als grenzenlose Solidarität mit allen leidenden Menschen. Ohne Zweifel ist das der Tod Jesu Christi am Kreuz auch. Aber dieser Teilaspekt leugnet die Tiefe der Glaubenswahrheit vom erlösenden Tod Jesu Christi, der uns von unseren Sünden erlöst hat und uns diese Erlösung immer wieder zuwendet. Durch das Messopfer, durch die Sakramente, durch den Glauben, durch das Gebet.
    Die Marienverehrung gehört zum katholischen Glauben. Sie ist nicht zu trennen von der Inkarnation, dem Beginn unserer Erlösung. Sie darf sehr weit gehen, aber niemals die wesentlichen Glaubensinhalte verdecken.

    • „Die Marienverehrung gehört zum katholischen Glauben. Sie ist nicht zu trennen von der Inkarnation, dem Beginn unserer Erlösung. Sie darf sehr weit gehen, aber niemals die wesentlichen Glaubensinhalte verdecken.“
      Ohne ihren Sohn würde kein Mensch über sie reden. Lassen wir sie doch mal selbst sprechen.
      „Ich bin die Tochter des Vaters, die Mutter des Sohnes und die Braut des heiligen Geistes. Ich bin die dreifach gekrönte Königin.“
      Diese protestantisierende Güterabwegung über die „Königin des Himmels“ macht mich müde.
      Per Mariam ad Christum.

      • „Wo hat die Muttergottes denn obige Worte gesprochen?“
        1958 Turzovka. 100 Jahre nach Lourdes.
        Per Mariam ad Christum.

      • Ganz richtig – gerade Augustinus hat davon gesprochen, dass es ein Werk der Barmherzigkeit ist, den Irrenden zurechtzuweisen – man bewahrt ihn vielleicht vor der Hölle.

      • Mich macht das auch allmählich müde – vielleicht sollten wir uns alle einmal wieder in die vielen Enzykliken des 19. Jh, die Maria ehren, vertiefen, anstatt hier ins Blaue zu debattieren.

        Maria kann man nicht genug als das ehren, was sie ist – denn immer gibt sie diese Ehre weiter an Ihren lieben Sohn, unseren Herrn, der sie im Himmel gekrönt.

        Aber wer das ablehnt, sollte in die evangelische Kirche übertreten oder mit der Konzilskirche heulen.

    • @zeitlos
      Ihre Ausführungen finde ich irgendwo schlüssig. Danke für die Mühe, die Sie sich machen, ist sicher für einige sehr hilfreich.
      Heute muß man aufpassen, daß man nicht in eine Marienverehrung abrutscht, die keine mehr ist. Der Feminismus ist auch in die Kirche eingedrungen, ganz subtil.

  14. Laut A.K.Emmerick hat Gott der Gottesmutter seine Gnade und seine Barmherzigkeit übergeben und sich nur die Gerechtigkeit (das Gericht) vorbehalten.
    Die Muttergottes ist nicht nur die neue Lade des Bundes sondern auch der lebendige Tabernakel,also mehr als nur ein besonders erhöhter Mensch.
    Sie ist ausersehen,uns durch die Endzeit zu führen,da alle Hirten versagt haben und vor den Wölfen Reißaus nehmen,sogar der Papst.
    Letztendlich hat Gott ihr ja sogar den Sieg über Satan geschenkt,der doch eigentlich Jesus Christus zustünde,nicht wahr?
    Ihr müsst lernen,unkonventionell zu denken,denn ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen,anscheinend auch im Himmel!
    Darum laufen auch alle Diskussionen immer wieder ins Leere,ich beobachte dies nun schon lange in Foren aller Art.
    Nichts führ ungut.

    • Wenn dem so wäre mit der Erwählung Mariens, die seinen, wegen des Versagens der Hirten zu führen, dann wäre Gott aber nicht allwissend und allmächtig, weil ihm dann bei der Konstruktion der Kirche und der Erwählung der Priester ein massiver Fehler unterlaufen wäre.
      Das bedeutet nicht, dass Priester, Bischöfe und Päpste immer alles richtig machen und ihr Wort Wort Gottes ist, das nicht, aber es gilt immer „extra Ecclesiam nulla sancta“ und das gilt auch, wenn die Burg gerade (scheinbar) geschleift wird.
      Die Kirche wird wieder aufgebaut werden und zwar genau an der Stelle an der sie steht und zwar durch die Beter, die im Dom ihre Häupter verhüllen, das ist wohl so gemeint, dass man sich als Beter selbst im Dom verstecken muss, was ja eine gutes Bild für die Lage der Kirche ist.
      Wenn es im Plan Gottes wäre, dass Maria, sozusagen als Notfalllösung und Ersatzlehramt die Kirche führen solle, dann wäre das in irgendeiner Form angedeutet.
      Es finden sich in der Schrift nun genug Stellen, über versagende Hirten, die alle in dem Wort Jesu gipfeln „Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.“ (man beachte, auch dass man sich nicht an das halten soll, was sie erlauben)
      Und wenn wir die Offenbarung des Johannes zu Raten ziehen, dann ist da nur die Rede von der Frau, die in die Wüste flieht und wenn da irgendwer die Versprengten recht leiten würde, dann sind es Hennoch und Eliah, die aber vernichtet werden, wie es überhaupt Kennzeichen der Endzeit ist, dass „alles den Bach hinunter geht“ um es mal etwas einfach auszudrücken.
      Alles was Maria in der Schrift sagt ist „macht was er euch sagt“
      Ich finde kein Wort von Jesus oder den Aposteln, die sagen „wenn es eng wird, macht was Maria sagt“
      Maria ist die erste der Erlösten, an ihr kann man ablesen, dass die Erlösungstat Christi erfolgreich war, sie ist die wunderbarste Frau, die es gibt und, so wie in Kana, immer besorgt um uns.
      Aber sie ist nicht unsere Fürsprecherin bei Gott, das ist Christus, sie ist Fürsprecherin bei ihrem Sohn!
      Und sie ist der Weg, den Gott gewählt hat um Mensch zu werden, deshalb ist die Verehrung Mariens der Königsweg um zu Gott zu kommen, aber Mittler und Erlöser ist Christus und nur er allein!

      • „Aber sie ist nicht unsere Fürsprecherin bei Gott, das ist Christus, sie ist Fürsprecherin bei ihrem Sohn!“
        Christus ist Gott.
        “ Jesus erwiderte: »Amen, ich versichere euch: Ich bin – bevor Abraham überhaupt geboren wurde.«12″.“ Wir sollten den dreifaltigen Gott so sehen wir er dreifaltig ist. Alpha und Omega. Im alten Testament wird sehr viel von „Wir“ gesprochen.
        Per Mariam ad Christum.

      • @ ein besorgter Christ

        Volle Zustimmung. „Alles, was Maria in der Schrift sagt, ist „macht, was er sagt“ usw. Der ganze Abschnitt sehr treffend.
        Maria weist immer auf ihren Sohn hin, nicht auf sich selbst. Das ist ja gerade ihre Größe.
        Ganz im Gegensatz dazu der heutige Feminismus: Frauen, die dies fordern und jenes wollen, die meinen, überall mitwirken zu müssen, ohne ihr Zutun scheint es in der Kirche nicht zu klappen.
        Das ist nicht die Haltung Mariens. Ihre Weisheit und Güte, Demut und Milde übertrifft alles, was bei uns zu finden ist. Darin ist sie uns wegweisend, Vorbild.

      • „Maria weist immer auf ihren Sohn hin, nicht auf sich selbst. Das ist ja gerade ihre Größe.“
        Oh doch. „Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren“.
        Sie war die Magd des Herrn und jetzt ist sie die Königin des Himmels. Man sollte ihre Himmelfahrt schon als Zeichen ihrer Größe werten. Ich verstehe diese Diskussion nur noch wie weit das Durcheinander dieser Zeit durchgreift.
        Per Mariam ad Christum.

      • Danke für diese weisen Worte, die die Allerheiligste Dreieinigkeit ebenso ehren wir die Allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria in ihrer Demut und Liebe zu ihrem göttlichen Sohn.Bernhard von Clairvaux hat in seinen unsagbar tiefen und brennenden Predigten meines Erachtens am besten davon gesprochen-in sobrietate Spiritus-in nüchterner aber eindringlicher Weisheit.Es lohnt sich darin zu lesen und zu verweilen, sich daran zu erfreuen.Bitte für uns, heiliger Vater Bernhard-ora pro nobis sancte pater noster Bernarde!.

    • @stellamaris

      Wie unkonventionell darf es denn sein? Wer legt das fest?
      Vielleicht ein Papst wie wir ihn gerade haben, der alle Konventionen sprengt? Oder ist es jeder einzelne, der sich eine Erscheinung zum Anlaß nimmt, um seine eigenen Vorstellungen umzusetzen?

      • Möchte eines noch zu bedenken geben: die nachkonziliare Marienverehrung ist nicht weniger neu als die neue Messe.

        Es gibt zwei Gruppen, die eine neue Maria zeichnen: die einen sehen in Maria eine Schwester, die sie für ihre Zwecke vereinnahmen. Es sind dies die Emanzen, die nach Ämtern und Würden streben.

        Die andere Gruppe sind die Frommen: sie agieren aus dem Hintergrund heraus, sie ergreifen ein neues Marienbild aus irgendeiner neuzeitlichen Erscheinung, zB die Frau aller Völker, und wollen über dieses neue Bild selber eine Mitwirkung in der Kirche erreichen. Sie betrachten Maria als Miterlöserin, also in der aktiven Form, nicht in der passiven Form des „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort“ und streben dadurch ein aktives Mittun an.

        Das traditionelle Marienbild ist aber ein anderes. Es ist so anders wie die alte Messe anders ist zur neuen Messe.

        Der Retter und Erlöser ist und bleibt Christus. Immer wird auf IHN verwiesen. Der Hl. Geist zeigt auf IHN bei der Taufe Jesu „Auf Ihn sollt ihr schauen“ und die Mutter Jesu zeigt auf IHN bei der Hochzeit von Kanaan „Tut, was Er sagt“ .

      • Das stimmt so nicht – die Marienverehrung war bis zum Konzil massiv angewachsen. Sie sollten einmal die ungezählten päpstlichen Schreiben hinsichtlich „Maria“, „Rosenkranz“ etc. lesen. In diesem Zusammenhang sind auch die zwei neuen Mariendogmen von 1854 und 1950 zu sehen.
        Nach dem Konzil geschah ein radikaler Traditionsabbruch auch hinsichtlich Marias (um des Ökumenismus willen – da stört SIE ja nur!). offenbar folgen sehr viele hier im Forum, obwohl sonst wahnsinnig „traditionsbewegt“, ganz der Konzilskirche.
        Man darf nicht übersehen, dass Johannes paul II. eher eine Marienschwärmerei forciert hat. Maskulin-unsachlich-kitschiges Gedusel. Maria ist eine objektive Größe im Heilsplan Gottes. Wem es nicht passt – ja: dann lieber gleich ganz konziliar oder am besten protestantisch.
        Zahllose Heilige der Kirche haben Maria in höchstem Maße verehrt. In „höchsten Maße“!
        Aber damals wusste man auch noch, dass „höchste Verehrung“ niemals Anbetung ist, denn die gilt nur Gott. Und Jesus ist Gott. Aber auch das wurde gestrichen. das geht so weit, dass heute selbst konservative Katholiken bestreiten, dass Jesus Christus als göttliche Person sich sich selbst geopfert hat, wie die Kirche es immer gelehrt hat, dass er Hoherpriester und Opferlamm zugleich ist. Fatima z.B. basiert theologisch vollständig auf dieser Opfertheologie.

        Die meisten hier argumentieren mit „modernistischen“, pseudo-traditonellen Scheuklappen, verzeiht mir, wenn ich es ausspreche. Fatima muss mit den Augen der Kirche und Theologie der Päpste vor 100 Jahren angesehen werden, dann wird ein Schuh draus.

        An der Marienfrage hängt viel viel mehr Theologisches und Dogmatischesund man sollte sich hüten, das mit ein paar groben Normen und unhistorischen Behauptungen anzuhandeln.

      • @zeitschnur
        „Zahllose Heilige der Kirche haben Maria in höchstem Maße verehrt. In „höchsten Maße“!

        Das ist richtig, – nur, was haben sie an Maria verehrt? Welche Eigenschaften? Die Lauretanische Litanei gibt darüber Aufschluß.

        Seit dem Konzil sieht die Verehrung anders aus. Jetzt wird Maria von den einen als Schwester im Glauben verehrt (wegen der Ökumene) also als jemand beinah wie du und ich, während der Aspekt der Mutterschaft und der Jungfräulichkeit in den Hintergrund tritt. Eine Verarmung.

        Die anderen verehren sie in einer nie gekannten Überhöhung, sie wollen sie etwa mit dem Sohn als unsere Erlöserin sehen. Das ist etwas sehr neues. Und sehr einseitig. Wo sind die früheren Eigenschaften geblieben? Nicht mehr aktuell?

      • Als „Schwester“ wird Maria genauso wenig verehrt, wie unser „Bruder“ (Jesus) noch wahrhaft angebetet wird!
        Hier liegt der Hund begraben.
        Wer sind die „anderen“? Ich kenne die irgendwie nicht – wo sollen diese behaupteten Massen sein? ich kenne nur Marienignoranten. und wo Marienignoranten, da auch alles voler Jesus-Ignoranten!

        Die Titel „Miterlöserin“ oder Vermittlerin“ sind übrigens alt. das müsste wirklich erst mal sauber geprüft werden – diese Titel, meine ich. Hier reden nämlich auch alle mit, ohne es genau zu wissen…

  15. Wegen des Versagens der Hirten musste schon einmal ein Eingriff „von oben“ kommen,resp.die Geburt Jesu erfolgen.
    Und am Ende der Zeiten geht die Kirche auf Golgatha,genau wie im dritten Geheimnis geschildert.
    Und dann kommen die drei finsteren Tage,ob tatsächlich oder geistig,bleibt dahingestellt.
    Und dann bleibt nur Maria,die Tochter des Vaters,die Mutter des Sohnes und die Braut des Heiligen Geistes.
    Und dann kommt,wahrscheinlich,das Gericht.
    Und damit ist die Geschichte eine andere wie im alten Testament,denn es ist das ENDE der Geschichte!.
    Und wir sollten Gott schon zutrauen,das er souverän handelt und sich nicht an UNSERE Vorstellungen hält!

  16. Maria war immer das Vorbild der Frau, die dem Manne untertan ist. Nur so funktioniert die Ehe, die Gesellschaft. Es gibt keine Gleichberechtigung der Geschlechter. Sie sind in gleicher Weise wertvoll, aber sie können nicht nebeneinander bestehen mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten. Weil sie jeweils andersartig sind, andere Schwerpunkte haben und sich ergänzen.

    Daß Frau und Mann nebeneinander herlaufen, ist eine Illusion. Es funktioniert nicht. Wird dieses angestrebt so wie heute in den Schulen, dann fallen die Männer / Knaben zurück. Sie werden von den Mädchen überholt.

    Wenn aber umgekehrt die Männer ein paar Schritte vorausgehen, wenn die Frau dem Mann untertan ist, wie es der Apostel Paulus sagt, dann funktioniert es. Warum? Weil die Frau von Natur aus der stärkere Teil ist. Sie fällt nicht zurück, sie kann dem Mann folgen, vielleicht sogar indem sie ihr eigenes Tempo etwas zügelt. Das ist das Dienen, das Maria vorgemacht hat. Sich zurücknehmen um des Ganzen willens. Diese Fähigkeit der Frau ist von großer Bedeutung, denn sie garantiert den Zusammenhalt. In der Ehe, in der Familie, in der Gesellschaft. Dieses Talent muß sie einsetzen, denn der Mann hat es nicht in dem Maße. Er hat andere Talente, nicht weniger wertvoll.
    Deswegen ist das Emanzentum und die Männer, die ihm aus falscher Rücksicht huldigen, zum Scheitern verurteilt.

    • Meine Güte, das wird hier ja immer abenteuerlicher!
      „Wenn aber umgekehrt die Männer ein paar Schritte vorausgehen, wenn die Frau dem Mann untertan ist, wie es der Apostel Paulus sagt, dann funktioniert es.“
      Das sagt nicht der Apostel Paulus, sondern der Islam. Dort gehen die Frauen ein paar Schritte hinter dem Ehemann auf der Straße. Hat die Kirche immer abgelehnt…Paulus: „im Herrn ist nicht mehr Mann oder Frau.“ Die Sätze von Unterordnung der Frau und der Aufopferung des Mannes für die Frau müssen aus einer mehrfach gespiegelten Abbildtheorie verstanden werden. Der Mensch als Mann und Frau bildet die Liebe zwischen Gott und Mensch ab, aber auch die zwischen Vater und Sohn. Und dies in eschatologischem Sinn.
      Sie finden das, was Sie da sagen, eher bei den Muslimen, Juden, Freimaurern! Klare Machtideologien. Das ist aber nicht christlich.

      Aber am krasstesten ist Ihr Satz: „Maria war immer das Vorbild der Frau, die dem Manne untertan ist.“
      Wer ist denn der Mann, dem SIE untertan war?
      Maria war Jungfrau und blieb es – also war sie keinem Mann „untertan“, gerade sie nicht! Auf sie trifft die Freiheit zu, die St. Paulus am liebsten für alle annähme, die eben nicht dem dem anderen Geschlecht gefallen wollen, sondern deren totale Hingabe Gott gilt (Vorrang des Zölibats).
      Gott hat „ex virgine“, und dies unter jeglicher Umgehung eines männlichen Einverständnisses, SEINEN Sohn gezeugt. Untergeordnet hat sich hier v.a. der Hl. Joseph, der all seine mänliche Herrlichkeit der Mission Marias unterstellte – das ist echte Demut. Aber da Maria ebenso war, „funktionierte“ das besser als jedes Unterntanenmodell!
      Maria ist nach der Lehre der Kirche keinem Mann untertan, sondern IHR sind die Engel und Apostel untertan.
      Allerdings ist in diesem Bild der Gottesmutter überhaupt die zwanghafte Machtphantasie von Frauen, die sich entweder freiwillig „unterwerfen“, weil es anders angeblich nicht ginge, oder eben als Emanzen auftrumpfen, um endlich auch wer zu sein, förmlich aufgehoben: SIE, die von IHM zur höchsten Ehre erhoben wurde, ist im eigenen Verständnis Magd und bleibt es.
      In diesem Spagat lebte auch Jesus: ER ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Tut mir leid, M.S., aber es ist Schluss mit Untertanengeist! Jedenfalls da, wo Jesus wirklich in uns lebt.
      Ein jeder ordne sich dem anderen unter! – das sagt Paulus als Fazit.
      Und das ist für jeden und jede Richtschnur.
      Das dem Mann zugewiesene „non serviam“ ist satanisch. Wer Jesus Christus angehört, wird diesen Satz hassen. Gleich ob Mann oder Frau. Gerade der Mann soll Christus darstellen, den Herrn, der den tiefsten Weg ging. Feindschaft hat Gott zwischen dem Satan und … ja: der FRAU gesetzt – auch das sprengt alles! Das „serviam“ als Haltung Mariens ist nicht primär weibliche Haltung, sondern Haltung des erlösten Menschen. Daher haben sich auch Männer stets IHR ganz geweiht, Ihr und Ihrer Haltung der Demut!

      • Maria war Josef untertan, das ist ihre Größe!
        Es stimmt schon, was M.S. kritisiert, hinter der Marienverehrung, als der, die via Privatoffenbarung den Laden lenkt und den Herren der Kirche, sagt wo’s langegeht verbirgt sich eine gut getarnte, aber dennoch moderne feministische Haltung, die ja behauptet, dass die Frauen alles besser könnten, (was die Männer können sollen), wenn man die Frauen nur lässt.
        Maria ist groß, weil sie den Weg der Demut gegangen ist, sie ist aber indem sie Königin des Himmels ist, die Magd geblieben und das ist, sie, geworden, weil sie, im Gegensatz zu Eva, das Handeln dem Mann überlassen hat!
        Und deshalb haben viele und große Heilige sie geehrt und nicht weil sie gezeigt hat, wie man alles besser machen kann.
        Nein, weil sie gezeigt hat, wie man tragen kann, was auch ihr Sohn gezeigt und vorgelebt hat!

      • Ich probiere es mal anders.
        „Ich bin die Magd des Herrn mir geschehe nach deinem Willen“.
        Könnte es sein das der „Dreifaltige Gott“ die Braut des „Heiligen Geistes“ zur Königin des Himmels nach seinem Willen gemacht hat.
        Vielleicht schütteln sie im Himmel den Kopf über unsere Versuche der Mutter Gottes ein Konkurrenzdenken zum Herrn anzudichten. Sie hat eine Position und eine Aufgabe die mit normalen Frauen auf dieser Welt nichts zu tun hat. Die sind sich einig im Himmel für immer und alle Ewigkeit.
        Wenn die Mutter Gottes immer noch eine Magd sein soll dann müßte sie auch dem Papst dem Stellvertreter des Herrn auf dieser Welt untergeordnet und immer zu Diensten sein egal was er veranstaltet. Das halte ich doch für sehr gewagt. Den Feminismus können wir getrost weglassen er hat mit dem Himmel nichts zu tun. „Salve Regina“.
        Per Mariam ad Christum.

      • Genau so isses, aber werter Shucca, es ist der Papst der darüber entscheidet, ob das richtig ist, was eine Muttergotteserscheiung sagt und nicht die Muttergotteserscheinung die päpstliche Erklärungen korriegiert.
        Im Himmel werden wir dienen und und nicht uns bedienen lassen.

      • Sie haben offenbar eine völlig andere Bibel als ich – oder Sie haben Ihre Ideen nicht aus ihr.

        Ich kann Sie von Ihren Vorurteilen nicht heilen. Da hilft kein rationales und v.a. in der Tradition begründetes Argument. Maria ist die demütige Magd, aber Josef auf seine Weise noch viel mehr. Wenn Sie einmal von der Fixierung auf die Frauen wegsehen und sich in einen Mann in Josefs Lage einfühlen würden, müsste Ihnen das wie Schuppen von den Augen fallen. Welcher Mann würde so ein „Desaster“ hinnehmen? es war Maria, deren großer Aufgabe er sich ganz und gar zur Verfügung stellte. das berichtet ausführlich die Schrift. Dagegen berichtet uns die Schrift KEIN einziges Wort darüber, wie Maria sich gegenüber Josef verhalten hat.
        Auch übersehen Sie vollkommen, dass die Unterordnung der Frau eine Folge des Sündenfalls ist. So sagte auch der Kirchenvater Chrysostomos:
        „Deßhalb hat Gott ihr eine untergeordnete Stellung angewiesen, da sie von ihrer übergeordneten oder vielmehr von ihrer Gleichstellung einen schlechten Gebrauch gemacht hat. „Zu deinem Manne,“ heißt es, „sollst du deine Zuflucht nehmen.“ (Anm. d. Autorin: Übertragung von Gen. 3, 16) Vorher war davon keinem (sic) Rede gewesen.“ (Chrysostomus (+ 407): 9. Homilie über den 1. Brief an Timotheus. In: Bibliothek der Kirchenväter auf http://www.unifr.ch/bkv/kapitel4472.htm#4)

        Ich bin froh, dass die Lehre der Kirche keinerlei dogmatische Anstalten zu diesem Thema gemacht hat und dass in aller Regel marianische Männer niemals mit solchen plumpen Sprüchen wie sie von Frauen erzeugt werden, daherkommen, sondern wissen, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind und gemeinsam einmal Gott abgebildet haben, wohin uns unser lieber Herr zurückführen will.
        Heißt es nicht in der Schrift: „Verumtamen et vos singuli unusquisque suam uxorem sicut seipsum diligat; uxor autem timeat virum. – Was euch angeht, so liebe jeder von euch seine Frau wie sich selbst, die Frau aber ehre den Mann.“ (Eph. 5, 3)

        Die Debatte hat nur Sinn, wenn sie in die Tiefe geht.

      • Soweit ich das mitgekriegt habe, sind wir noch mit den Folgen des Sündenfalls geplagt und es ist uns sozusagen zugesagt, dass wir dermaleinst, wenn wir denn gestorben sind, wieder ins Paradies zurückkönnen (wenn wir das denn wollen).
        Warum ausgerechnet im Verhältnis der Geschlechter, es so sein soll,. dass man da sozusagen als Erlöste, wie im Paradies leben können sollen, erschließt sich mir nicht.
        Übrigens war es schon in Paradies so, dass Eva dem Adam helfen sollte und nicht umgedreht!
        Männer sind für das Außen zuständig, Frauen für das Innen, und das Ignorieren selbiger Wahrheit, führt zu dem was man demoskopischen Wandel nennt.
        Im übrigen ist es bei Christens so, dass jeder dienen soll.

      • @zeitschnur
        Sie haben einiges falsch verstanden, was leider auch daran liegt, dass ich mich teils nicht klar genug ausgedrückt habe. Bitte entschuldigen Sie. Natürlich war Maria in ihrem Alltagsleben dem Hl. Josef untertan, selbst von Jesus heißt, „von da an war er seinen Eltern untertan“. Was soll daran schlecht sein? Untertan sein ist nicht gleich unterwürfig sein. Das Wort Demut kommt bekanntlich von Mut zum Dienen.
        Manches habe ich nicht wörtlich, sondern als Bild gemeint. ZB das Hintereinandergehen. Die Stellung der Frau im christlichen Sinne ist bestimmt nicht der Stellung der Frau im Islam vergleichbar. Da sind Welten dazwischen. Wenn man jedoch beobachtet wie sich die Emanzipierung der Frau seit den 60ern bei uns auswirkt, dann kann man sehen, dass überall dort, wo Frauen nach vorne preschen gleichzeitig die Unterdrückung des Mannes einsetzt. Ich denke an die Kinder in den Schulen, an die Ministrantinnen, die allmählich die Knaben verdrängen oder bei den Protestanten, wo die Zahl der Pastoren rapide zurückgeht, seit es Pastorinnen gibt. Diese Dinge ergeben sich automatisch, da muß doch etwas falsch laufen? Wenn Sie die Stelle bei Paulus genau lesen, dann sehen Sie, dass da nichts von negativem Untertanengeist drin ist.

        Im übrigen kenne ich persönlich eine wie mir scheint langsam aussterbende Zahl von Frauen, die ihr Leben als „untertänige“ Hausfrau und Mutter mehrerer Kinder gelebt haben und die am Ende desselben einen überaus erfüllten, ja glücklichen Eindruck auf mich machen.

      • Werte(r) M. S.,

        Sie schreiben (weiter oben): „Die anderen verehren sie in einer nie gekannten Überhöhung, sie wollen sie etwa mit dem Sohn als unsere Erlöserin sehen. Das ist etwas sehr neues. Und sehr einseitig. … .“

        Dazu möchte ich, als Träger der ‚wunderbaren (bzw. wundertätigen) Medaille, Ihnen einige Gedanken mitteilen. Dabei dürfen Sie ruhig mitberücksichtigen, dass ich selbst früher solche ‚Dinge‘ abgelehnt habe, da ich damals sehr/zu rational eingestimmt war. Aber das liegt inzwischen mehr als 20 Jahre zurück.

        Seitdem ich diese außerordentliche Medaille zu meinem Herzen hin trage, erschliessen sich mir mystische Welten und Verständnis für die Geheimnisse und Größe Gottes wie ich sie für mich selbst früher niemals erwartet hätte, dieses auch nur zuzulassen:

        Die Offenbarung dieser Medaille (1830) hat mit dazu beigetragen, das die Kirche das Dogma der Unbefleckten Empfängnis feierlich verkündet hat (1854). Denn Gott bereitet seine Kirche immer auf mehreren Wegen gleichzeitig vor und offenbart ihr was sie tun soll; so auch über Fatima und La Salette und andere Offenbarungen . . .

        Zum Geheimnis der ‚wundertätigen Medaille‘ gehört auch, dass uns ein Geheimnis bezüglich der Zusammengehörigkeit der beiden heiligsten Herzen – wenn auch nur andeutungsweise, aber doch sicher – mitgeteilt wird. Die Rückseite dieser Medaille will uns darauf hinweisen, dass es eine besondere geheimnisvolle Verbindung dieser beiden heiligsten Herzen gibt, die sich uns aber nicht zunächst rational erschliesst, sondern nur in der Bereitschaft, das Geheimnis anzuerkennen, zu betrachten und sich vom Heiligen Geist selbst erschliessen zu lassen, ob Er es will, wann Er es will und wie Er es will.

        Diese beiden Herzen sind im Sternenkranz der Apokalypse (Beginn 12. Kapitel) dargestellt; Das Hlst. Herz Jesu (am Kreuz durchbohrt) und das Unbefleckte Herz Mariens (unter dem Kreuz mystisch durchbohrt). Das deutet die Miterlöserschaft Mariens schon behutsam an; darüber hinaus hat Maria selbst an verschiedenen Erscheinungsorten und bei verschiedenen wichtigen Individual-Offenbarungen auf das Geheimnis ihrer Miterlöserschaft hingewiesen.

        Sie ruft über diesen Weg ihre (ihrem Unbefleckten Herzen geweihten) Kinder auf, sich an der Liebesflamme ihres Herzens und des Hlst. Herzens Jesu geistig zu beteiligen und auch für die Rettung aller Seelen zu beten und zu opfern, wie es in den Fatima-Gebeten auch anklingt.

        Was Gott hier – durch Maria – offenbart, ist nicht mehr und nicht weniger als die echte Wahrheit über Maria, welche das größte Geheimnis der Schöpfung Gottes ist; von Ewigkeit her ein ewiger Gedanke Gottes (Buch der Weisheit). Erst wenn wir uns dem Geheimnis Mariens und Jesu im o. g. Sinne zuneigen, lernen wir erst das Geheimnis der Erlösung und der Kirche richtig verstehen (Maria Urbild der Kirche; II. Vaticanum LG).

      • @Cyrill Erswill
        „Die Offenbarung dieser Medaille (1830)“
        „Katharina Labouré ? “
        Wenn es diese Medaille sein sollte dann habe ich sie auch.
        Per Mariam ad Christum.

      • Ich will auf etwas ganz anderes hinweisen:
        Es gibt auf der einen Seite eine Ordnung, die Gott ursprünglich geschaffen hat. In der Genesis ist davon die Rede, dass Mann und Frau Gott abbilden, auch in ihrer Bezogenheit aufeinander, etwa wie die innertrinitarische Bezogenheit.
        Nun ist aber der Mensch gefallen. Die Dekonstruktion der komplementären Bezogenheit hat den Menschen aus dieser Gottebendbildlichkeit auch im Geschlechterverhältnis „vertrieben“.
        Gott sagt es doch als Fluch über Eva: Von jetzt an soll sie Mühe haben mit dem Gebären und der Mann wird sie unterwerfen.
        Der Mann dagegen wird sich sein Leben lang abrackern müssen.
        In Maria und Jesus ist die ursprüngliche Schöpfungsordnung wiederhergestellt worden, die allerdings eben von einer Gleichheit UND einer PERFEKTEN UND WESENSGLEICHEN Differenz ausgeht (wie die Trinität absolut gleich und doch different ist) – ein Paradoxon. Die Restauration der Schöpfungsordnung begann mit der Abschaffung der Vielweiberei (durch Jesus selbst!). Dass damit ein genereller Rekonvalenszenzprozess eingeleitet worden ist, liegt auf der Hand, wenn man die Schrift weiterliest. (s.a. oben an besorgter christ)
        Die unterschiedlichen Rollen jedoch in der Kirche hängen auch mit der Restauration der eigentlichen Schönheit der Schöpfung zusammen und andererseits mit einem Ausdruck eschatologischer Vorgänge. Weil Jesus als Mann ins Fleisch kam, kann nur der Mann ihn als Priester darstellen. Jede Frau dagegen trägt das Apostolat Mariens in sich – als Mutter und Repräsentantin der Kirche, was wiederum dem Mann nicht in dieser Weise zukommt.
        Das ist also sehr komplex, trägt antagonistische Züge in sich und die Kirche war daher mit Pauschalurteilen immer zurückhaltend.
        Wir befinden uns in einem Rekonvaleszenzprozess. Im Himmel, sagte Jesus, wir das Mann-Frau-Thema völlig überholt sein.

      • Werte zeitschnur, sie treffen es in vielem sehr gut, nur das wir uns auf dieser Erde in einem Reconvaleszenzprozess befinden ist Unfug!
        Diese Erde bleibt ein Jammerthal, das Verhältnis der Geschlechter bleibt gestört.
        Der Mann, die Frau müssen die Folgen des Sündenfalls ausbaden und je mehr man sich dagegen wehrt (wie es heutzutage ja in jeder politischen und kirchlichen Agenda verkündet wird) um so mehr vergreift man sich am Leben selber.
        Es geht bei Christus immer darum, sich anzunehmen wie man ist, kapieren, dass man gefallene Natur ist und dann mit der Gnade zusammenzuarbeiten und dann kann es geschehen und geschieht, dass im einzelnen Menschen, in Gruppen, die wahre, ursprünglichem erlöste Natur des Menschen aufscheint.
        Unser Denkfehler ist, dass wir den vollkommenen Menschen voraussetzen und daher niemand mehr dienen will, und daher auch die Fälle der wiederverheirateten Geschiedenen zu einem ernsten Problem in der Kirche geworden sind.
        Im Himmel ist das Mann-Frau Thema überholt, korrekt, aber auf der Erde wird es immer und immer mit der Sexualität gekoppelt sein , und aus dieser „Wunde aus dem Paradies“ schimmern Himmel und Hölle hindurch, immer.
        Und genau deshalb ist Maria nicht die „getaufte“ Urmutter, die eh alles besser kann. (um die Kurve wieder zu kriegen)

      • „Im Himmel, sagte Jesus, wir das Mann-Frau-Thema völlig überholt sein.“
        Ja weil nur noch der Geist herrscht und das Fleisch hat für immer verloren. Damit sind wir unsterblich.
        Per Mariam ad Christum.

      • Ja, Ihre Argumentation ist eben falsch, klingt irgendwie lutherisch: der Mensch bleibt Sünder und ist irgendwie gerecht und wandeln tut er sich auch nicht wirklich. Unser Wandel hier ist ab der Taufe Rekonvaleszenz, wenn wir es mitmachen. Oder wollen Sie der Lehre der Kirche verleugnen?
        Wieso sollte Jesus dann das „harte“ Ehescheidungsverbot fordern und die Monogamie? Er sagt, schauen Sie in Ihre Bibel, Mose habe wegen der Hartherzigkeit der Männer eine Scheidung und Polygamie erlaubt. „Aber von Anfang an war es nicht so gedacht“. Ergo: Jesus will zurück zum Zustand im Paradies, jetzt schon, hier schon, allerdings noch nicht total, sondern Schritt für Schritt. Der Fluch über Mann und Frau ist aufgehoben – was wäre sonst unsere Erlösung wert? Dass wir die Nachwehen des Fluches spüren und immer wieder eingeholt werden können von der Sünde, hängt an unserem Willen und unserem Einverständnis mit der Sünde.
        Sie reden dem das Wort.
        Ich will das nicht, weil es Gott zutiefst beleidigt.
        ER macht alles neu mit den Seinen, das ist meine, Ihre, unsere große Chance, der wir mit allem, allem, allem nacheifern sollten. Tun wir das, denken wir nicht mehr im Schema des Fluchs, sondern der Liebe, die sich hingibt.

      • Ich verstehe nicht warum Sie so sauer auf mich, sind, werte Zeitschnur!
        Ich habe nur viele Menschen getroffen im Leben und alle waren sie eben gefallene Natur!
        Heilige sind selten und mir noch nicht persönlich über den Weg gelaufen und wenn man auch auf den zahlreichen katholischen Beerdigungen suggeriert bekommt „Was für ein guter Mensch ist da von uns gegangen!!!“ so weiß man doch „Naja stimmt so nicht“
        Wir haben Scheidungszahlen die sind horrend, auch unter Christen.
        Wir haben flächendeckend eine Verweigerung des ersten Ehezweckes, eine Verweigerung des Trauversprechens gegenüber Gott „Wollt ihr die Kinder die ich euch schenke…?“ Man sagt „ja“ und nimmt die Pille oder misst Temperatur, auch wenn man gar keine ernsthafte Gründe (Krankheit, Armut) dafür hat.
        Und wo ist da bitteschön der Reconvaleszensprozess?
        Wobei ich schon einsehe dass selbiger persönlich ist, also der Mensch als einzelner gereinigt wird, das schon!
        Aber so wie Sie es schreiben hörte es sich so an, als würde die Menschheit, oder zumindest die Christenheit immer „besser“ und letzterem widerspreche ich.

      • @ besorgter christ

        Um das mal grundsätzlich zu sagen: ich debattiere mit Leidenschaft, aber ich bin auf niemanden sauer. Die Leidenschaft bezieht sich auf den Drang, die Wahrheit zu finden, nicht auf Personen…

        Wenn ich nicht glauben würde, dass wir uns in einem Rekonvaleszenz-Prozess befinden, müsste ich meinen Glauben aufgeben. Wenn Jesus mich verwandeln will, mich, Sie, jeden, der dazu nur ein wahrhaftes „Fiat“ hat, dann fängt dies ja nicht erst in der Ewigkeit an.
        Wozu sollte ich sonst eine Gewissenprüfung machen täglich? Wozu beichten gehen? Ja, wozu mich überhaupt taufen lassen, wozu Exerzitien machen – deshalb sagte ich: Gott wird zutiefst beleidigt mit einer solchen Hoffnungslosigkeit, wie Sie ihr das Wort reden!
        Damit habe ich jedoch nichts über die allgemeine Entwicklung der Menschheit gesagt – sondern über den Weg der Gläubigen bzw. der Kirche.
        Es ist ja auch interessant, dass die Gottesmutter immer wieder appelliert daran, dass wir bußfertig sein sollen! Wozu sollte man Buße tun, wenn es dabei nicht um unseren Wandel ginge?
        Mit Maria ist eindeutig ein vollkommen anderes Bild und eine Erhebung der Frau aus der Unterworfenheit eingeleitet worden. Mit Ihrem Argument aber müsste man sagen: ach was Monogamie – der Mensch ist nun mal böse, also erlaubt ihm, sich zu scheiden (so wie Mose es getan hat). Jesus aber sagt: nein – so hat Gott das URSPÜNGLICH nicht gedacht. Er fordert also dem Menschen etwas ab, was inneren Wandel voraussetzt.

        Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass durch den Zölibat ebenfalls ein deutliches Zeichen schon hier und jetzt für den Wandel und den himmlischen erlösten Zustand gesetzt ist.

        Mir fällt auf, dass in tradtionellen Foren eine haarsträubende Frauenfeindlichkeit diskutiert wird, z.T. unter bewusster Umgehung all der Schriftstellen, die der Frau einen Platz neben und nicht unter dem Mann zuweisen. Es geht um Dinge wie „Andachtsschleier“, die Frauen tragen sollen in der Hl. Messe etc. Nun hat in meiner Verwandtschaft doch auch vor dem Konzil kein Mensch einen Schleier getragen – das ist doch keine eindeutige normative Tradition gewesen! Die Frauen sind mit ihren Hütchen in die Kirche gegangen, aber wenn nicht, wars auch kein Beinbruch. Auch die Tatsache, dass Christinnen in islamischen Ländern wegen eines fehlenden Schleiers gemaßregelt werden, lässt diese Schwätzer nicht aufwachen. Und so sind noch allerhand andere Dinge, die plötzlich in einer Manieriertheit zur „Tradition“ erhoben werden, dass einem übel werden kann. Plötzlich ist die Frau wieder „die Gehilfin“ des Mannes, dabei steht in der Schrift eindeutig, dass sie für den Mann „adiutor similis eius“ (ein ihm gleicher Helfer) ist. Und da nicht mal Gott sich zu schade ist, uns ein adiutor zu sein, kann daraus keinerlei Unterordnung abgeleitet werden. Sie kam nach dem Sündenfall als Fluch über Eva – aber ein Fluch ist das Herausfallen aus der Ordnung. Die „Tradition“ macht aus dem Fluch die „Ordnung Gottes“ – das, meinte ich, ist blasphemisch.

      • also ich finde all das was so als emanzipatorische Errungenschaft daher kommt ist eines, nämlich mütterfeindlich und vieles was bei uns, als Unterdrückung von Frauen“ angesehen wird, diente dazu ihre Würde zu betonen und das ist, bei Licht betrachtet, der Schleier.
        Wie gesagt, bei Licht betrachtet!
        Das eine Form,. wie jede Form missbraucht werden kann, sollte klar sein.
        Aber die aktuelle Befreiung der Frau, geht einher, damit, dass man selbige Frauen dazu bringt ihre Kinder (solange sie ungeboren sind) umbringen zu lassen und zwar in einem Ausmaß, dass mittlerweile, jede davon betroffen ist direkt , oder indirekt!
        Von daher scheint mir, ohne vergangenes verklären zu wollen, doch was hochgradig schief zu laufen, mit der Emanzipation, was übrigens von lateinischen „aus der Hand des Vaters entlassen werden“ bedeutet.
        Mir erschelißt sich nicht, was daran frauenfeindlich ist, wenn frau mit einem Schleier in die Messe kommt, sieht doch gut aus und betont, dass Frauen was Besonders sind.
        Auch das mit der Hilfe kann man ja so sehen, dass Männer halt doch nicht so supertoll sind, sondern eine Hilfe brauchen!
        Ich versteh das Problem wirklich nciht,. finde jedoch Frauen am Steuer eines LKW sehen verkehrt aus und Männer die versuchen zu stillen (ist leicht ironisch gemeint) ebenfalls.
        Wie gesagt, wenn der Preis der „Befreiung der Frau aus der Unterdrückung“ das Leben ihrer Kinder ist, und das ist er, ist er zu hoch!

      • @ besorgter christ

        Ja, das deuten Sie als Betonung der Würde. Lesen Sie doch mal das unsägliche Geschwafel in manchen Foren – da geht es drum, dass solche „Insignien“ der Frauenwürde ganz im Gegenteil ein Zeichen der Nachrangigkeit sein sollen.
        Ich frage mich selbst natürlich auch, was solche Leute eigentlich aus der Bibel herauslesen. Zwar gibt es eine Paulusstelle, die von einer Kopfbedeckung der Frau spricht, wobei das auch ihr Haar sein könnte (muss aber dann auch lang sein), aber diese Stelle nennt diese Bedeckung eine „potestas“, also eine Macht, eine Vollmacht – nicht ein Zeichen der Niederrangigkeit oder Unterordnung.
        Ich habe kein Problem damit, mich ein- und unterzuordnen. Es ist die Haltung, die jeder Christ haben sollte. Aber ich denke, v.a. auch der Zölibat, den es für Mann wie Frau gibt, deutet darauf hin, dass dieses Unterworfensein nicht mehr gilt. Unterwerfung ist Folge der Sünde. Es ist einfach nicht die Ordnung Gottes, dass ein Mensch den anderen sich unterjocht. Und der Hl. Paulus bricht diese Unterwerfungsstrukturen ja prinzipiell auf. Er spricht ja nicht nur davon, dass Frauen den Mann ehren sollen, sondern genauso davon, dass die Männer die Frauen lieben sollen wie ihr eigen Fleisch. Wenn ich also meinen Mann ehre, dann deshalb, weil ich ihn anerkenne und liebe und ihm zuliebe und der Familie zuliebe meine Entscheidungen mit Klugheit treffen will, natürlich hingebungsvoll, aber nicht in falscher Unterwürfigkeit, die niemandem nützen würde, v.a. den Kindern nicht.
        Alle anderen Begründungen, z.B. dass Adam zuerst da war, deuten keine Nachrangigkeit, sondern eine Abbildtheorie an. Wenn der Sohn den Vater abbildet, der Mann den Sohn und die Frau den Mann, dann heißt das genauso wenig wie der Sohn dem Vater nachrangig ist (hat der Arianismus behauptet, wurde verworfen), dass deswegen die Frau dem Mann nachrangig ist. Es geht um ein mehrfaches Spiegeln von etwas, das aber auch ein Mysterium ist. Daher sagt ja der Hl. Paulus auch, das Geheimnis zwischen Mann und Frau sei groß.

  17. @zeitschnur:

    Ich kann Ihnen in allem, was Sie zu dieser Diskussion beitragen, nur zustimmen.

    Maria kann nicht genug verehrt werden – das nimmt (im echten und tiefen katholischen Verständnis) der Verehrung Christi nicht das geringste, vielmehr kommt sie ihr zugute. (Schön Ihre tiefen Bemerkungen, @Cyrill Erswill.)
    Es ist bezeichnend, dass die Progressiven während des 2. Vatikanums Maria kein eigenes Konzilsdokument zugestehen wollten und sich durchgesetzt haben. Dem Kapitel aus „Lumen Gentium“ ist denn auch die (ökumenistische) Absicht anzumerken, der bis zum Konzil noch sehr vitalen Marienverehrung Grenzen zu setzen.
    Dabei sind auch „Übertreibungen“ – gesetzt, sie sind von edler, gläubiger Gemütstiefe motiviert (phantasievolle Beispiele gab es früher genug) – allemal besser und katholischer als die gewisse Kühle und „vernünftige“ Distanz, der – auch zu meiner Überraschung – mitunter selbst auf diesem Forum das Wort geredet zu werden scheint.
    Die zumindest ambivalente Stelle aus „Lumen Gentium“, die Marien-Andacht habe nicht „in unfruchtbarem und vorübergehendem Gefühl“ zu bestehen, wird vom gewohnt philiströsen Vorgrimler im Konzilskompendium gerne aufgegriffen und radikalisiert: Gefühle hätten in der Marien-Verehrung also nichts zu suchen.
    Tatsächlich? Dann aber: Ade, gute alte Kirche, die Du stärkste Logik und Vernunft sehr wohl mit größtem und edelstem Gefühl zu vereinen wusstest – gerade auch in der Marienverehrung; unzählige herrliche Kunstwerke sind beredte Zeugen.
    Der süßliche Kitsch hingegen, der heute den Frommen (nicht nur) zur Marienverehrung gereicht wird – wie tief lässt er doch blicken! Naiv, wer übersieht, dass sich darin auch das Niveau des Glaubens manifestiert. (Der Kitsch hat, um ehrlich zu sein, seine Vorläufer leider schon in den künstlerisch zweifelhaften Erscheinungs-Statuen des späten 19. und des 20 Jh., Lourdes, Fatima… Darin manifestiert sich eben, dass dies Zeiten des Niedergangs sowohl des Glaubens als auch der Kunst waren; wobei das eine (Krise des Glaubens) das andere (Agonie der Kunst) wesentlich mit bedingt… Bernadette hatte schon recht, ihre Vision in der Lourdes-Statue nicht wiederzuerkennen!)

    Sehr gut und treffend auch Ihre Bemerkungen, @zeitschnur, in Zusammenhang mit der katholischen Lehre von Mann und Frau! Unser alter Glaube ist in Wahrheit das Zukunftsträchtigste überhaupt – das Zeitlose in der Zeit; beeinträchtigen wir seine Kostbarkeit doch nicht, indem wir ihm irrige Vorstellungen aus der historischen Mottenkiste, genau so wenig wie aus der Blechbüchse des Zeitgeistes, beimischen.

  18. (Fortsetzung)

    Noch eine, auf den ersten Blick vielleicht randständige, Bemerkung: sehr zurecht setzen Sie, @zeitschnur, das Wort Ihres Vorredners vom „Funktionieren“ der Beziehung von Mann und Frau in ironisierende Anführungszeichen. Die Rede vom „Funktionieren“ wird heute von jedermann (gerne auch von Kirchenleuten) für alles und jedes gebraucht und zeigt nur, wie funktionalisiert unser Denken geworden ist, entsprechend der technischen Durchrationalisierung unserer Alltagswelt.
    Aber in natürlichen und erst recht in geistigen Dingen geht es nie und nimmer ums „Funktionieren“. Eine Maschine funktioniert, ein Lebewesen eben nicht, schon gar nicht die Beziehung zwischen zwei Menschen, und zuletzt: ein heiliges Sakrament, die Ehe von Mann und Frau!
    Unser katholischer Glaube sollte der Quell sein und ist es, der auch solche qualitativen Einbußen des Denkens, des Verstehens (die nicht zu unterschätzen sind) auflöst und rein wäscht.

  19. Darauf möchte ich noch ein Mal hinweisen: Dieser Beitrag hatte nicht die katholische Marienverehrung zum Inhalt. Es ging um die Glaubwürdigkeit der Seherin Sr. Lucia dos Santos. Um ihre Visionen.
    Es ist intellektuell und moralisch unredlich, Katholiken, denen widersprüchliche Aussagen der Seherin Lucia dos Santos auffallen, zu unterstellen, sie gehörten in die „Konzilskirche“ oder sie seien protestantisch.
    Das hl. Messopfer ist das Zentralgebet der katholischen Kirche. Es ist auch der Maßstab für die Marienverehrung. Die hl. Messe ist „gelebte katholische Dogmatik.“ Sie lehrt uns, wie die Mutter Jesu Christi zu verehren ist. Schauen wir im Schott nach, meditieren wir die Präfation an den Festen der allerseligsten Jungfrau Maria, meditieren wir die Gebete, Lesungen, den Inhalt der einzelnen Marienfeste. Dann können wir nicht fehlgehen.

  20. „Die zumindest ambivalente Stelle aus „Lumen Gentium“, die Marien-Andacht habe nicht „in unfruchtbarem und vorübergehendem Gefühl“ zu bestehen, wird vom gewohnt philiströsen Vorgrimler im Konzilskompendium gerne aufgegriffen und radikalisiert: Gefühle hätten in der Marien-Verehrung also nichts zu suchen.“
    Wir werden euch Konzilspfosten mit der größten Empatie die ein Katholik gegenüber seiner Mutter empfinden kann auf allen Schlachtfeldern der „Offenbarung“ schlagen. Verlasst euch drauf.
    „Salve Regina“.
    Per Mariam ad Christum.

    • Wir wollen schon genau sein. So wird Empathie geschrieben.
      Ich würde niemals Vorgrimler mit Grimbart verwechseln.
      „Salve Regina“.
      Per Mariam ad Christum.

    • Als ob man damals Marienandachten gewohnheitsmäßig „in unfruchtbarem und vorübergehendem Gefühl“ durchgeführt hätte – diesen Totschläger kann man nämlich jeder Andacht überbraten.

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