Wunder für Seligsprechung von Paul VI. von Theologen anerkannt

Wunder für Seligsprachung von Paul VI. anerkannt(Vatikan) Die Theologen-Consultoren der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse haben eine wissenschaftlich nicht erklärbare Heilung eines noch ungeborenen Kindes als Wunder anerkannt. Sie wird der Fürsprache von Papst Paul VI. zugeschrieben, dessen baldige Seligsprechung damit wahrscheinlich wird.

Die Consultoren der Kongregation haben Anfang dieser Woche einstimmig ein Wunder anerkannt, das der Fürsprache von Giovanni Battista Montini zugeschrieben wird, der von 1963 bis 1978 als Paul VI. katholisches Kirchenoberhaupt war. Zuvor hatte das medizinische Beratungsgremium der Kongregation die Heiligung für wissenschaftlich unerklärbar bezeichnet. Nun hat die Vollversammlung der Kongregation und damit die Kardinäle und Bischöfe darüber zu entscheiden, ob und wann Papst Franziskus der Akt zur Letztentscheidung vorgelegt wird. Sollten diese letzten Schritte zügig erfolgen, so wäre die Seligsprechung bereits „in den nächsten Monaten“ denkbar, wie Vatican Insider „gutinformierte Quellen“ an der Heiligsprechungskongregation zitiert.

Wundersame Heilung als Bestätigung der Enzyklika Humanae vitae

Der Postulator im Seligsprechungsverfahren, Pater Antonio Marrazzo hatte unter den eingegangen Gebetserhörungen das Augenmerk auf die Heilung eines noch ungeborenen Kindes gelenkt. Der Vorfalle hatte sich Anfang der 90er Jahre in Kalifornien ereignet. Die Ärzte hatten während der Schwangerschaft einen Defekt beim Fötus festgestellt. Wegen der schwerwiegenden Gehirnschäden, die in einem solchen Fall auftreten, rieten die Ärzte der Mutter als einzigen Ausweg zur Abtreibung. Die Mutter verweigerte sich jedoch standhaft der Tötung ihres Kindes. Statt dessen vertrauten sie und ihr Ehemann ihr Ungeborenes der Fürsprache von Papst Paul VI. an, der 1968 die prophetische Enzyklika Humanae vitae veröffentlicht hatte. Die Ärzte waren aufgrund ihrer Untersuchungen überzeugt, daß das Kind schwerst körperlich und geistig behindert zur Welt komme und wenig Überlebensaussichten habe.

Die Geburt verlief jedoch problemlos und das Kind kam völlig gesund zur Welt. Es wurde dennoch bis in das Jugendalter gewartet, um auch eventuelle Spätfolgen auszuschließen. Da diese nicht auftraten, gilt der Fall seither als vollständige Heilung. „Ein wirklich außergewöhnliches und übernatürliches Ereignis“, hatte der Postulator 2012 Radio Vatikan gesagt. Es handelt sich zudem um ein Wunder, das „das kirchliche Lehramt bestätigt“. Papst Paul VI. hatte für viele unerwartet und trotz heftiger innerkirchlicher Widerstände, auch aus dem deutschen Sprachraum, die Enzyklika Humanae vitae veröffentlicht. Das Wunder ist mit der „Verteidigung des Lebens verbunden, die in der Enzyklika eingefordert wird, aber auch mit der Verteidigung der Familie, weil die Enzyklika auch von der ehelichen Liebe spricht. Die Eltern des geheilten Kindes, das heute bereits Erwachsen ist, haben gemeinsam eine Entscheidung für das Leben getroffen und sich gegenseitig gestützt. Diese Heilung entspricht ganz dem, was Papst Montini mit seiner Enzyklika sagen wollte“, so der Postulator.

Am 20. Dezember, kurz vor der Bekanntgabe seines Amtsverzichts, hatte Papst Benedikt XVI. den heroischen Tugendgrad seines verstorbenen Vorgängers anerkannt. Seither fehlt für die Seligsprechung nur mehr die Anerkennung eines Wunders.

Kirchenpolitisch „ausgleichende“ Heiligsprechung von zwei Päpsten am 27. April

Bereits am 27. April 2014 werden in einem außergewöhnlichen Doppelakt gleich zwei Päpste der jüngsten Kirchengeschichte heiliggesprochen: Johannes Paul II. (1978-2005) und Johannes XXIII. (1958-1963). Als das nötige Wunder für die Heiligsprechung von Johannes Paul II. anerkannt wurde, entschied Papst Franziskus im vergangenen Sommer kurzerhand auch Johannes XXIII. heiligzusprechen, obwohl noch kein auf seine Fürsprache zurückgehendes Wunder anerkannt wurde. Der ungewöhnliche, den kirchenrechtlichen Bestimmungen für Heiligsprechungen widersprechende Schritt wird im Zusammenhang mit dem 50-Jahrgedenken des Zweiten Vatikanischen Konzil gesehen. Eine Form von indirekter „Sanktifizierung“ des Konzils durch die Person seines Einberufers. Eine kirchenpolitische Maßnahme, die verstärkt wird durch die „Ausgleichung“ der Heiligsprechung von Johannes Paul II. mit jener Johannes XIII. In der nachkonziliaren Blockbildung in der Kirche werden die beiden Päpste als gegensätzliche Ausdrucksformen des Kirchenverständnisses in Anspruch genommen und unterschiedlichen „Blöcken“ zugeordnet.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider

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47 Comments

  1. Die Generation Vatikanum 2 wird triumphieren, denn mit der Heiligsprechung Johannes Paul II. und Johannes XXIII. wird die Zerstörung der Liturgie und des Glaubens für EWIGE Zeiten zementiert.

    Fast ist man geneigt zu glauben, dass Gott das 2. Vatikanum durch diesen Akt sanktioniert, was ich sehr verwirrend finde.

      • Nach Meinung der meisten (traditionellen und auch mittelalterlichen) Theologen ist eine Heiligsprechung unfehlbar.

      • Papst Innozenz IV. (reg. 1243-1254) sagt, dass für eine Heiligsprechung drei Voraussetzungen gegeben sein müssen: (1) fides, (2) excellentia vitae und (3) miracula per probationes. Auch meint der Papst, dass Irrtümer nicht ausgeschlossen werden können, jedoch die Gebete an einen irrtümlich Kanonisierten wohl angenommen werden, wenn der Beter „bona fide“ handelt.

        Das ist die Äußerung eines Papstes, der über sämtlichen Theologen steht, auch über einem Thomas von Aquin, Alfons von Ligouri usw.

      • Papst Innozenz IV. sagt folgendes in seinen „Commentaria super libros quinque Decretalium“:

        „Canonizare est sanctos canonice et regulariter statuere, quod aliquis sanctus honoretur pro sancto, puta solenne officium pro eo facere, sicut fit pro allis sanctis, qui sunt eiusdem conditionis, … et fit regulariter haec canonizatio quando per probationes constat de fide, et excellentia vitae, et miraculis eius qui petitur canonizari, … et oportet tantam esse excellentiam vitae, et talia esse miracula, quae sint ultra vires et potentem naturae. Item non debet esse unica tautum excellentia vitae, imo oportet esse multas et continuas, …“

        „Et fit regulariter haec canonizatio, quando per probationes constat de fide et excellentia vitae et miraculis eius, qui petitur canonizari…. Et oportet tantam esse excellentiam vitae, et talia esse miracula, quod sint ultra vires et potentiam naturae… Vitam tamen sine miraculis crederem sufficere quoad virtutem, tamen ecclesia non debet tales canonizare propter hoc: quia in secreto potuerunt laxiorem vitam ducere“.

  2. Wie oft ist es schon geschehen, dass die Ärzte sich geirrt haben und einen Defekt bei Ungeborenen festgestellt haben wollen, den es gar nicht gab. Und dann wurde das Kind „wie durch ein Wunder“ ganz gesund geboren! Das alles sind Wunder, die es gar nichts beweisen. Und auf solchen Befunden eine Seligsprechung aufbauen, das ist alles auf Sand gebaut! Wie lächerlich will sich die Konzilskirche noch machen!

  3. Der Freimaurer, Kommunistenfreund und Vat II Gallionsfigur soll mit aller Macht als „Heiliger“ durchgeboxt werden, grotesker geht es kaum. Das ist sie, die „Neue Kirche“, vom „Konzilsgeist“ durchströmt, die sich selbst anbetet, und grinsend in die Kameras der Neuen Weltordnung winkt.

  4. Hoffnung,z.B.die nächste Liturgische Tagung,in Herzogenrath,in der Pfarrgemeinde st.Gertrud,von 2.-5.April….da ist sicher der Gott….

  5. Wenn die Vorgängerpäpste Heilig gesprochen werden ist die Chance groß, bald selbst dazu gehören zu können. Bei dem vorherrschenden Tempo von P. F. ist dies bei ihm vielleicht schon zu seinen Lebzeiten möglich.

    • Genau. Jeder Papst hat doch schon ein Anrecht darauf, wie es aussieht. Allein die Amtsausübung ist wohl jetrzt Grund genug. Auch eine besonders gute Amtsausführung sollte nicht allein Kriterium sein, denn das wird eigentlich von einem Papst erwartet.

  6. Gäbe es noch den „Advovatur diaboli“, den JPII abgeschafft hat, müsste in diesem Verfahren aber auch all das zur Sprache kommen, was gegen eine Heiligsprechung Pauls VI. spricht. Und das ist eine ganze Menge! http://www.chiesaviva.org/paolo-vi.html

    Es hat etwas Geschmackloses, geradezu Peinliches, wie das Papsttum sich selbst so beharrlich selig- und heiligspricht seit dem Konzil… Im übrigen würde F. auch seligsprechen, wenn kein Wunder vorliegt…
    ja, ein derzeitiger Papst spricht nach Gusto heilig oder selig, wer ihm passt, nsachdem nun auch noch die letzten Mahner aus der Kongreagtion für Seilg- und Heiligsprechungsverfahren entfernt wurden.

    Man kann nur noch sagen: Lasst sie machen, eine spätere Zeit wird das alles auch wieder entfernen wegen außerodentlicher Umstände. keine Sorge.

    Und noch was: Humanae vitae ist nicht wg. Paul VI. heroisch, der uns immerhin das liturgische Destaster und den Niedergnag der Kirche beschert hat, sondern es zeigt, dass Gott immer noch das letzte Wort spricht, wenn es um konkrete lehramtliche Weisungen geht, und sei der, der sie sprechen muss, auch sonst noch so verworren!

    Aber so weit sind wir inzwischen, dass wir schon seligsprechen, wenn einer in einem einzigen Punkt mal nicht der Lehre ungehorsam war!

    • So sehe ich das auch. Das sind ja auch keine Zeiten, die eine Prüfung braucht. Muss jetzt auch noch die Heiligsprechung unter den Verdacht geraten, dass Gefälligkeit das Thema ist. Er war Papst und ist damit heilig zu sprechen. Das ist wohl der Verdienstkürzel dieser Tage.

    • Welchen Grund gibt es denn, den Gegenanwalt abzuschaffen? Eine genaue, strenge Prüfung ist bei Selig- o. Heiligsprechungsverfahren doch sehr sinnvoll. Ich kann mir nur Gründe für ihn und keine gegen ihn vorstellen. Mit welcher Begründung wurde er denn abgeschafft??

  7. Vielleicht sollte neben den ganzen kirchenpolitischen Katastrophen dieses Pontifikats auch einmal die persönliche Lebensführung dieses Papstes zur Sprache kommen.

    • Meinen Sie damit die Aussagen Don Luigi Villas, der u.a. von drei Gespielen männlichen Geschlechtes zu berichten wusste? Wir wissen natürlich nicht, ob das stimmt…

      • Davon habe ich auch gelesen, hatte es schon wieder vergessen. Obgleich mich fast nichts mehr schockieren kann, wäre dies aber noch der „Gipfel“!!

  8. Bin ja gespannt, wann im Vatikan einfach alle heiliggesprochen werden, würde ja wunderbar in die Allerlösungstheologie der „Konzilskirche“ also der „Die Neue Kirche“ passen. Aber spätestens mit der „Heiligsprechung“ von Papst Johannes Paul II. wissen alle wahrlich katholische Denkenden, dass Heiligsprechungen NICHT unfehlbar sein können.
    Matthäus 7,20. An ihre Früchten also sollt ihr sie erkennen.
    Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen

  9. Der Papa Bergoglio hat anlässlich der Kardinalserhebungen wieder seine billige Mitra ohne Kreuzbalken und den hässlichen Krummstab Montinis/Paul VI.zur Zeremonie verwendet.

    • So billig scheint die Mitra nicht zu sein, denn sie ist mit Samt gefüttert.
      Per Mariam ad Christum.

      • Tja, die einen tragen eben kostbare Barockmitren, inwändig gefüttert mit einer Dornenkrone, die anderen billige und geschmacklose Treviramitren, jedoch bequem ausgekleidet mit dem weichem Samt allgemeiner Popularität und unbeschwerter Theologie.

    • Ich schau da schon gar nicht mehr hin. Das ist eine Geschmacksverirrung, die seines Gleichen sucht. Da ändert auch das Futter nicht. Dieser Papst hat keinen Stil und keinen Sinn für die Schönheit, die Kunst und die Heiligekeit der Liturgie. Manche Kardinäle kamen besser gekleidet daher als ihr Chef. In einem Industriebetrieb wäre dies wohl kaum möglich … Ach ja und für alles übrige das hier erwähnt wurde empfehle ich youtube – Schleichfernsehen „Franziskus beichtet bei Benedikt XVI“.
      Im Fasching derzeit – ein katholischer Hochgenuß der anderen Art ….

  10. Die Heiligsprechung von Päpsten geht wohl automatisch, man könnte ans Fließband denken. Sollte man nicht besser auf die Heiligsprechung vbon Päpsten verzichten, wenn die Zuordnung von Wundern so arg konstruiert werden muss ? Die Selig-und Heiligsprechungen sollten auch auf wirkliche ganz besondere Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Die Besonderheit geht ansonsten leider im Kirchenvolk doch verloren.

  11. Wenn schon das Konzil nur ein pastorales war, so wertet man es eben dadurch auf, dass man alle seine Teilnehmer und Sekretäre heilig spricht, wie wäre es mit einer Seligsprechung für Dr. Ratzinger zu Lebzeiten? Wenn das alles so weitergeht kommt das auch noch!

    • Nein, Ratzinger kann nicht zu Lebzeiten seliggesprochen werden, da er sich viel zu traditionsfreundlich verhalten hat. Das ist eine unverzeihliche Sünde wider die Neue Kirche. Eher rechne ich mit einer Selig- und Heiligsprechung (am besten gleich in einem Aufwasch) Bergoglios zu Lebzeiten. Er hätte auch die „Demut“, sich als lebenden Heiligen verehren zu lassen.

  12. Diese papal induzierten papalen Heiligsprechungen passen ganz in die nachkonziliare Kirche: alle diese Aspiranten haben der Welt gut gefallen, wenn auch der eine oder andere weltlich gesehen noch mit kleinen Schönheitsfehlern behaftet war wie z. B. Paul VI mit der Enzyklika humanae vitae; in der Gesamtbilanz aber konnte und kann die Welt mit deren Amtsführung sehr zufrieden sein, sodass die Heiligsprechungen wohl eher dem Lob der Welt genügen sollen. Da dürfen dann auch schon einmal fragwürdige Heilungen wie eine intrauterine ausreichen, was ganz auf der Linie der Abschaffung harter Kriterien wie des Kriteriums des Advocatus diaboli liegt. Diese inflationären Heiligsprechungen sind darum auch nichts anderes als posthume Ordensverleihungen, gewiss werbewirksam, aber wie in der Werbung nicht selten, semantisch nicht korrekt.

  13. Wenn man Paul VI heilig sprechen möchte sollte man es mit Bugnini auch tun. Schließlich hat der eine das umgesetzt was der andere in mühevoller Konspiration erarbeitet hat. Irgendein ein Wunder wird sich schon finden lassen, da sind sie sehr flexibel.
    Ein richtiger Advocatus diaboli stört da nur.
    Per Mariam ad Christum.

  14. Wenn Bergoglio Ende April nicht wegen Unpässlichkeit an der Heiligsprechung der beiden Päpste gehindert wird, kommt es später auf Paul VI. auch nicht mehr drauf an.
    Heiligsprechungen kommen Dogmen gleich, sie sind nicht mehr zurückzunehmen. Sie können nur für ungültig erklärt werden, wenn das höchste Lehramt feststellt, dass der heiligsprechende Papst ein Häretiker war, dessen Akte null und nichtig sind.
    Das wird kommen müssen. Sonst gibt die katholische Kirche ihren Wahrheitsanspruch in aller Form auf. Weil der letzte heilige Papst, Papst Pius X., das Gegenteil lehrte von dem, was seine „heiligen Nachfolger“ lehrten und taten.
    Jeder, der lesen kann, wird mühelos nachweisen können, dass zwischen Pius X. einerseits und vor allem Johannes Paul II. ein unüberbrückbarer Gegensatz besteht. Damit wäre es um die Unfehlbarkeit der Kirche in aller Form geschehen.
    Es gibt in der Zukunft nur einen Ausweg: Bergoglios Pontifikat fällt der Ungültigkeit anheim. Wann immer es sein wird, ist heute nicht abzuschätzen. Das Urteil über die Konzilsepoche wird irgendwann gesprochen werden.

    • Heiligen-Inflation nicht fortführen. Die Alleinstellung eines/einer Heiligen wird doch durch die Inflationierung in Frage gestellt. Päpste, die ihr Amt versehen, sind damit doch keine Heilige.

      • An „Ralph sagt“: Warum dieser gewisse Unterton mit „Heiligen-Inflation“ ? Ich erinnere mich, was seinerzeit von einem protestant. Bischof an die Praxis von Papst Johannes Paul II. gerade da mit ähnlich spöttischem Unterton an diesen gerichtet worden war. Wie soll ich dann vergleichsweise damit die Schriftworte in „Offenbarung des Johannes“ Kapitel 7 ab Vers 9 verstehen können:
        „Danach sah ich: eine große Schar…. niemand konnte sie zählen.“…..
        Wollen Sie Ralph dann hier auch von einer „Heiligen-Inflation“ sprechen !?
        Im übrigen, wenn ich in diesen vielen gewissen Kommentaren, wo immer wieder auch einige offenbar meinen, sie müßten unbedingt mit ihrem Latein hier besonders glänzen (ich schätze diese klassische Sprache, die ich vor 40 J. leider nicht mehr weiter erlernen konnte, unsere Schule wurde 1944 durch Bomben total zerstört) auf so verschiedene Verurteilungen, ja Herablassungen stoße, so erinnern mich diese an ähnliche gehörte Äußerungen in der HJ.
        Egal von wem diese Äußerungen gemacht wurden bezw. wieder gemacht werden: Jeder sollte bedenken, daß er einmal für jedes Wort wird Rechenschaft abgeben müssen.
        Darum ist es sicher klüger, wenn mir schon kein gutes Wort einfällt, ob es da nicht besser und verantwortungsvoller ist, dann eher zu schweigen. Selbst wenn ich glaube, ich sei aber im Recht, so sollte ich auch bedenken, ob ich nicht -zwar unbeabsichtigt- damit andere, die für das-auf-die-Kirche- Dreinschlagen empfänglich sind, damit gezielt zur Sünde des Lästerns verführe. Dann wird die Ausrede: Ich habe das aber doch gut gemeint! dann nicht ziehen und gelten können. Ausschlag gebend wird alleine sein, was ich in der Öffentlichkeit damit angerichtet habe.
        Wenn ich schon glaube, die Klinge kreuzen zu müssen, dann vor denen, die mir wirklich sachlich gewachsen sind.

    • das 2te Vatikanum hat aber ne Menge Heilige einfach „kassiert“ sprich aus dem Kalender geworfen, so z.B auch so beliebte Heilige wie die Heilige Barbara.
      Als Begründung wurde angeführt, diese Personen auch Werner von Bacharach, Andreas vom Rim u.v.a. seien nicht historisch nachweisbar.
      Will heißen so unfehlbar scheinen Heiligsprechungen ja doch nicht zu sein, und die selige Anna Katharina Emmerich schaut sogar irgendwo eine Fegefeuerabteilung für die, die heilig. bzw selig gesprochen wurden, es aber nicht sind

    • @ Zeitlos: Und ich befürchte, nicht nur das Pontifikat von Bergoglio …
      … je länger ich darüber nachdenke bzw. mich mit dem Thema beschäftige und darüber lese, desto weniger kann ich mich der (zumindest vorsichtigen) Vermutung erwehren, daß jene ‚American Nine‘ (um den Fr. Cekada), die sich Anfang der 8o-erjahre von der FSSPX – u.a. ja wg. der Sedisvakanz-Frage – trennten, vlt. doch Recht hatten. Suche sozusagen händeringend nach einem starken Gegenargument …
      … allerdings kann & darf ich mir keinerlei (zumal „endgültiges“) Urteil darüber erlauben, da mir dazu das nötige Wissen und der theolog. Hintergrund fehlt. Zumindest finde ich deren Argumente sehr einleuchtend – erstrecht angesichts des derzeitigen Pontifikats (wenn es denn eines ist …) und der geplanten Kanonisationen … – ich weiß es nicht … jedenfalls sehr bedrückend, das Ganze …..

      • [Ergänzung: natürlich fehlt mir nicht nur der nötige theolog. Hintergrund, sondern ich bin selbstverständlich auch nicht in der Position (darf & muß mir aber dennoch eine wohlbegründete Meinung dazu bilden); aber diese Frage wird nur ein zukünftiges Lehramt definitiv entscheiden können (und müssen). - Habe eben einen relativ neuen Artikel von John Salza dazu gefunden: 'Pope Francis, Archbishop Lefebvre and Sedevacantism', Link dazu (den Artikel findet man gleich oben): http://www.johnsalza.com/ ]

  15. Ich habe da ein schlechtes Gefühl. Wo ist denn die Verehrung von Paul VI. im Volk?
    Und die von Johannes XXIII. – abgesehen von einigen sich intellektuell und progressiv dünkenden Zirkeln?

    Und wieso soll Humanae vitae eine „prophetische Enzyklika“ sein, wo sie doch nur das wiederholt, was sowieso Lehre der Kirche ist (vgl. Casti connubii UND II. Vaticanum in Gaudium et spes 51 – letzteres trotz der Fußnote von Rahner-Vorgrimler)?

    Es spricht wirklich alles gegen eine Seligsprechung von Paul VI., vor allem natürlich der Novus Ordo Missae. Wenn jetzt die Konzilspäpste einer nach dem anderen kanonisiert werden, verliert das Institut der Selig- und Heiligsprechung ihre Aussagekraft.

    Nota bene:
    Die Verehrung muß VON UNTEN, vom berühmten VOLK GOTTES kommen, nicht von oben oktroyiert werden!

  16. @ GW
    Ich möchte auf keinen Fall sedisvakantistisch missverstanden werden. Die Sedisvakantisten bezeichnen uns alle als V 2 – Sekte. Sie haben sich längst von der katholischen Kirche getrennt, haben keine gültig geweihten Bischöfe, maßen sich an, Päpste als Häretiker zu bezeichnen.
    Dass sie es vielleicht sind, nicht nur Bergoglio, davon kann man PERSÖNLICH überzeugt sein. Doch feststellen kann das offiziell nur das Lehramt der Kirche.
    Wir können davon überzeugt sein, aber einzelne Katholiken waren nie befugt, sich an die Stelle des kirchlichen Lehramtes zu stellen. Wir müssen warten können, der Vorsehung Gottes vertrauen, am überlieferten Glauben festhalten.

    • Ja, deswegen hatte ich ja auch bewußt sehr zurückhaltend formuliert; ich DARF mir da kein ‚Urteil‘ anmaßen; das einzige, was ich tun kann, ist, mal die versch. Standpunkte zu der Frage sichten – und dann muß ich das eben so stehen lassen, im Vertrauen darauf, daß ein zukünftiges Lehramt dann definitiv darüber befinde. Erzbischof Lefebvres Haltung zu dem Thema ist, wie ich finde, sehr weise: er hat eine Sedisvakanz infolge manifester Häresie nicht für unmöglich gehalten, aber er wollte sich auf keinen Fall zu irgendeinem Urteil in der Sache hinreißen oder drängen lassen; ein paar Zitate aus dem o.g. Artikel von J. Salza:
      „[…] perhaps we must say that the Pope is a heretic, is apostate. Now I don’t wish yet to say it formally and solemnly, but it seems at first sight that it is impossible for a Pope to be publicly and formally heretical. Our Lord has promised to be with him, to keep his faith, to keep him in the Faith – how can he at the same time be a public heretic and virtually apostatize? So it is possible we may be obliged to believe this Pope is not the Pope. For twenty years, Msgr. De Castro-Meyer and I preferred to wait, we said it was more prudent and more in conformity with Providence to wait because it is so important, so tragic, when it is not just a bishop, archbishop or cardinal, but the man in the chair of Peter. It is so important, so grave, so sad, that we prefer to wait until Providence gives us such evidence, that it is no longer possible to refuse to say that the Pope is a heretic.“ (Erzbischof Lefebvre vor dem Assisi-Treffen 1986)
      Und Bischof Tissier de Mallerais schreibt in seiner Lefebvre-Biographie (lt. Salza): „But the wisdom of Archbishop Lefebvre made him feel, to the contrary, that the premises of this reasoning [sedevacantism] were as shaky as the authority that formulated it, be it that of a theologian or even a bishop. He [Lefebvre] said more than once about these popes – about Paul VI from 1976, and about John Paul II, after the prayer meeting of religions at Assisi in 1986 – that he did not exclude the possibility that these popes were not popes, that one day the Church will have to examine their situation, that a future pope and his cardinals might have to pronounce the finding that these men had not been popes. […] But for himself, he preferred to consider them as popes. This supposes that he did not feel that he possessed sufficient knowledge of the pertinent facts nor the necessary power for making such a judgment. This is of critical importance to bear in mind.”

      • Aber trotzdem … ehrlich gesagt, die Frage, „Sedisvakanz – ja oder nein?“ kommt mir, was jetzt keine Respektlosigkeit sein soll, vor wie die berühmte „Wahl zwischen Pest und Cholera“, gerade angesichts der „jüngsten Entwicklungen in Rom“ – es ist einfach nur fürchterlich, so oder so …..

  17. Im Zusammenhang mit Selig- ind Heiligsprechungen, möchte ich unbedingt auf das Buch von Maria del Carmen Tapia: Hinter der Schwelle, hinweisen! Es geht um das OPUS DEI und seinen Gründer Josemaria Escriva, der von Joh. Paul II. am 17. Mai 1992 selig und am 6. Okt. 2002 heiliggesprochen wurde. Diese Lektüre vermittelt einen ungetrübten Blick auf den Gründer – dessen Schimpftiraden allen Mitgliedern wohlbekannt waren – und sein Werk. Angesichts solcher Gemeinheit, Bösartigkeit, Skrupellosigkeit, Geldgier, Lügen, Psychoterror und Manipulation ist man fassungslos.
    Ein Krimi – und wahrer Augenöffner – gerade auch für jene, die immer noch nicht wissen was „gespielt“ wird!

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