Erzbischof Baldisseri: „Die Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene wird ohne Tabus diskutiert“

Erzbischof Lorenzo Baldisseri, neuer Sekretär der Bischofssynode(Rom) Kurienerzbischof Lorenzo Baldisseri, der von Papst Franzuskus ernannte neue Sekretär der Bischofssynode erklärte, daß das Thema der wiederverheirateten Geschiedenen offen bleibe: „Wir werden darüber ohne Tabus sprechen. Die orthodoxe Erfahrung kann uns eine Hilfe sein“. Ein Interview mit dem neuen Synodensekretär des Vatikanisten Andrea Tornielli für Vatican Insider. Es gibt Aufschluß, was der vom Papst beauftragte zuständige Verantwortliche zu den Themen Bischofssynode, wiederverheiratet Geschiedene, Kollegialität und Fragebogen zum Thema Familie denkt.

Msgr. Lorenzo Baldisseri, Jahrgang 1940, während des Konklaves Sekretär des Kardinalskollegiums, gehörte zu den ersten Beförderungen von Papst Franziskus. Im September ernannte er ihn zum neuen Sekretär der Bischofssynode, der der neue Papst offenbar ein stärkeres Gewicht geben will. Erzbischof Baldisseri hatte Papst Franziskus nach seiner Wahl im Konklave seinen Kardinalspileolus aufgesetzt. Es wird daher angenommen, daß er demnächst in den Kardinalsstand erhoben wird. Der noch von Papst Johannes Paul II. ernannte Vorgänger als Sekretär der Bischofssynode, Erzbischof Eterovic, wurde von Papst Franziskus als Apostolischer Nuntius nach Deutschland geschickt.

Msgr. Baldisseri, seit vier Jahrzehnten im diplomatischen Dienst des Vatikans, hat die Aufgabe, die Bischofssynode vorzubereiten, die sich 2014 und 2015 mit dem Thema Familie befassen wird. In diesem Zusammenhang wurde allen Bischöfen der Welt ein Vorbereitungsdokument übermittelt, das einen Fragebogen enthält, mit dem der Vatikan eine weltweite Bestandsaufnahme der Situation durchführen und die Meinungen der Bischöfe hören will. Progressive Kreise publizieren das Dokument als Aufforderung an alle Katholiken, ihre Meinung kundzutun mit dem offensichtlichen Ziel, die römischen Entscheidungen „plebiszitär“ zu beeinflussen.

Papst Franziskus geht in „Evangelii Gaudium“ nicht auf die Frage der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten ein. Kirchliche Kreise, die, um die kirchliche Lehre mit der „gelebten Wirklichkeit“ in Einklang zu bringen, richten ihr Augenmerk auf die Passage: „Die Eucharistie ist, obwohl sie die Fülle des sakramentalen Lebens darstellt, nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen“ (EG 47).

Tornielli: Wie sind diese Worte zu lesen?

Baldissseri: Unterstreichen wir auch den nächsten Satz: „Diese Überzeugungen haben auch pastorale Konsequenzen, und wir sind berufen, sie mit Besonnenheit und Wagemut in Betracht zu ziehen.“ Der Papst fügt diese zwei Elemente zusammen. Das bedeutet, daß er will, daß diese Probleme mit Besonnenheit studiert werden und daher unter Beachtung der Glaubenslehre. Aber auch mit Wagemut, was für mich gleichbedeutend ist mit „ohne Angst“, indem man auf die konkreten Situationen der Menschen schaut.

Tornielli: Wird sich also etwas ändern?

Baldisseri: Das Lehramt ist nicht eingegipst, es ist die Begleitung der Glaubenslehre zum Volk. Es gibt eine ständige Vertiefung und die Anwendungen auf die verschiedenen Fälle. Die Kirche muß es verstehen, eine Anwendung der Lehre im konkreten Fall der Menschen zu finden. Dieser Zugang darf uns nicht sofort an generelle Schlußfolgerungen denken lassen, an Normen für alle. Wir müssen von den konkreten Fällen ausgehen. Und dort kann man dann auch eine neue Art entwickeln, die Lehre zu berücksichtigen. Im Grunde intervenieren wir auch mit den Ehenichtigkeitserklärungen Fall für Fall. Das ist Seelsorge und nicht ein Schema.

Tornielli: Ist es also richtig, daraus zu schließen, daß das Thema der Sakramente für wiederverheiratet Geschiedene offen ist?

Baldisseri: Wenn es auf die Liste des Fragebogens gesetzt wurde, heißt das, daß man es behandeln will. Und man will ohne Tabus darüber sprechen, sonst hätte man es nicht erwähnt. Das scheint mir offensichtlich.

Tornielli: Im Interview auf dem Rückflug von Rio hat der Papst in diesem Zusammenhang – ohne eine Position zu beziehen – an den orthodoxen Weg erinnert, der in bestimmten Fällen die Segnung einer zweiten Verbindung vorsieht…

Baldisseri: Die Erfahrung der orthodoxen Kirche hann uns eine Hilfe sein, um den Weg zu erleuchten, nicht nur was die Sinodalität und die Kollegialität anbelangt, sondern auch im Zusammenhang, über den wir sprechen. Jetzt ist aber nicht der Augenblick zu diskutiren, welches die beste Lösung wäre, es sind Themen, die von der Synode behandelt werden. Wir haben jetzt darüber zu sprechen begonnen, auf eine neue Weise als in der Vergangenheit, mit einer Anfrage nach Informationen und Überlegungen an die Basis, an die Diözesen und Pfarreien, und das wird uns sehr helfen, zusammen mit den Erfahrungen der anderen Kirchen, wie jenen des Ostens. Wie Sie erinnert haben, hat auch der Papst Bezug auf jene orthodoxe Praxis genommen.

Tornielli: Der Fragebogen, der verschickt wurde, ist eine Meinungsumfrage?

Nein, das ist er nicht, das muß betont werden. Er ist keine Meinungsumfrage, wie man es heutzutage versteht und auch nicht ein Referendum. Es war hingegen der Wille, direkt von den Menschen ihre Erfahrung kennenzulernen, nicht nur die individuelle, sondern auch als Gruppe, um statistische Daten zu sammeln, Überlegungen, Ausarbeitungen. So werden die Bischöfe der Synode am Puls der Situation sein, ohne auf Bücher oder soziologische Erhebungen angewiesen zu sein. Unser Fragebogen ist weit mehr als eine soziologische Untersuchung. Er ist eine auch kirchliche und geistliche Überlegung. Und die Fragen sind offen…

Tornielli: Können Sie die Neuheit dieser Synode in zwei Schüben, mit zwei Versammlungen zum selben Thema im Abstand von einem Jahr erklären?

Es ist eine Neuheit, die den neuen Dynamiken entspricht, die der Papst wollte und die sich irgendwie an jenen des Konzils inspiriert. Franziskus will eine dynamische und ständige Synode, nicht als strukturierten Organismus, aber als Aktion, als Osmose zwischen dem Zentrum und der Peripherie. Und er will sie offen für alle Themen, um Empfehlungen aufzugreifen, die von den Ortskirchen kommen. Der Rat des Sekretariats, derzeit zusammengesetzt aus 15 Personen, wird größeres Gewicht erlangen, und das bedeutet, daß der Papst auch hier die Möglichkeit haben wird, einen ständigen Rat für seine Regierung konsultieren kann.

Text: Vatican Insider/Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider

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44 Comments

  1. „Die Eucharistie ist, obwohl sie die Fülle des sakramentalen Lebens darstellt, nicht eine Belohnung für die Vollkommenen, sondern ein großzügiges Heilmittel und eine Nahrung für die Schwachen“ (EG 47).
    Was für eine Aussage!
    Wo sind denn die Vollkommenen? Ich kenne niemand, der sich als vollkommen einstufen würde. Im Gegenteil, je weiter man auf dem geistlichen Weg vorangeht, umso mehr erkennt man die eigene Gebrechlichkeit. Die Vollkommenen sind im Himmel, hier auf Erden sind wir alle Sünder.
    Es geht doch nicht um Belohnung oder Bestrafung. Eher darum, daß jeder aufgerufen ist (vom Herrn selbst!), sich aufrichtig zu bemühen. Diejenigen, die ihr Kreuz dann auf sich nehmen, um dem Herrn nachzufolgen, werden mit solchen päpstlichen Aussagen verhöhnt oder als überheblich hingestellt. Und die Schwachen- werden sie dadurch motiviert, ihr persönliches Kreuz anzunehmen? Oder ist das alles heute nicht mehr nötig?

    • Berdoglio setzt sich über die Kirche. Das ist Unrecht. Er kann nicht das richtige Überlieferte außer Kraft setzen. Das ist schwere Sünde.

    • Lukas 15: 28-32
      28 Da wurde er (der ältere Sohn) zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
      29 Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. 30 Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
      31 Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. 32 Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

      • Der jüngere Bruder hat sein Fehlverhalten bereut, und hat nicht in der Sünde verharrt. Das ist der entscheidende Punkt und der entscheidende Unterschied zu dem was hier suggeriert werden soll.

      • Genau. Der jüngere Bruder ist ja nicht heim gegangen, sich umarmen und beschenken lassen, dem Vater evt. sogar eine Scheinreue vorgemacht, um dann wieder zurück in sein altes Leben zu gehen und das neue Geschenk wieder zu verprassen. Das wäre vorsätzlicher Betrug. Davon ist nicht die Rede. Der Sohn im Gleichnis hat sich von seinem früheren Leben losgesagt.

      • Ob und wie der jüngere Sohn bereut hat, bevor er zum Vater umkehrte (der Text lässt das übrigens offen), ist irrelevant. Es geht vielmehr darum, ob und wie der ältere Sohn umkehrt. Umkehren heißt, den unterschwelligen Neid besiegen und sich mit den unverdient Beschenkten freuen. Mehr ist nicht verlangt.

      • @ Gregor dann lesen Sie doch mal den Text und dann werden Sie feststellen, dass der Sohn bereut, es sei denn sei behaupten die Textpassage „Ich bin es nicht mehr wert dein Sohn zu heißen“ sei nicht ernst zu nehmen (faule Ausrede, die er sich ausgedacht hat)

      • @ Gregor – es geht um die Umkehr des verlorenen Sohns und die frohe Botschaft, dass wir umkehren können und sei der Sumpf, in dem wir steckten auch noch so widerwärtig. Der Vater erwartet uns und feiert ein fest, wenn wir sagen: „Vater, ich habe gegen dich gesündigt. Verzeih mir. ich bin nicht mher wert, dein Sohn zu sein!“ (Das jedenfalls erzählt der Schrifttext – Gregor, Sie scheinen eine andere Bibel zu haben als ich…).
        Die Integrität des älteren Sohnes wird nirgends angezweifelt. Es ist – im Gegenteil die neidverzerrte Sicht derer, die keine älteren Söhne sind und auch ihre Sünden nicht bereuen, die nun diesem älteren Jungen am Lack kratzen wollen – eine ganz andere Botschaft ausgedrückt und auch wörtlich so geschrieben: „Mein allerliebster Sohn – dein großer Lohn, deine Schönheit und dein Erbe ist, dass du immer bei mir warst!.“ Der Vater zieht diese Treue, ganz im Gegensatz zu Ihnen, nicht in den Schmutz. Im Gegenteil, er lobt das und erinnert den älteren daran, wie gut er es hat und hatte und dass er es nicht nötig hat, nach etwas anderem zu verlangen.

      • @Zeitschnur
        Der ältere Sohn entspricht dem reichen Jüngling. Er hat alle Gebote erfüllt, aber es fehlt noch der eigentliche Schritt zum reinen Herz. Im Unterschied zur Berufung des reichen Jünglings (die scheitert, weil der junge Mann weggeht) bleibt hier in dieser Geschichte offen, ob der ältere Sohn die Kurve noch kriegt oder scheitert. Beides ist möglich. Daran, dass der Vater ihn liebt, gibt es nat. keinen Zweifel. In den reichen Jüngling war ja auch Jesus geradezu vernarrt und nach dem Scheitern der Berufung mindestens genauso traurig wie der Junge, der weggegangen war.

      • @Christ
        Dass sich der Sohn diese Worte nur zurechtlegt (und im Übrigen auch gar nicht dazu kommt, sein Sprüchlein aufzusagen) wird im Text ja ausdrücklich gesagt.

        Auf diesen Punkt kommt es bei der Frage, ob und wie der verlorene Sohn vor seiner Umkehr bereut hat, auch gar nicht an. Der Text legt nahe, dass er nur deshalb umkehrte, weil es ihm schlecht ging und weil er wusste, dass sein Vater ein guter Mann ist, sodass er die Hoffnung hatte, trotz seines Verrats wieder aufgenommen zu werden, und sei es nur als Knecht. Er glaubte daran, dass es ihm zu Hause zumindest besser gehen würde als in seiner jetzigen Lage als Schweinehirt. Inwieweit diese „Reue“ ihren Namen verdient, bleibt offen.

        Der eigtl. Punkt, der den verlorenen Sohn rettet, ist weniger seine Reue als seine (rudimentäre) Kenntnis des Vaters. Wenn er geglaubt hätte, sein Vater würde ihn sicher nicht mehr aufnehmen oder extrem hart bestrafen, wäre er nicht umgekehrt, sondern verzweifelt im Ausland gestorben. Dann hätte er auch nie erfahren, dass der Vater in Wirklichkeit sogar noch radikaler vergibt, als er es sich vorstellte. Erst das richtige Gottesbild (gerechter Vater, nicht harter Richter) befähigt also zur Umkehr.

        Deshalb haben es Menschen, die sich Gott als harten Richter vorstellen, so unendlich schwer. Sie bleiben lieber verzweifelt in der Gottferne, statt sich den Ruck zu geben und umzukehren. Das ist das Tragische.

      • @ Gregor ja das stimmt wer Gott nur als harten supergerechten Richter sieht, der tut sich schwer umzukehren, aber wenn er dann umkehrt im Bewusstsein der Schuld und der verdienten Strafe, der erfährt staunende und dankbar Gottes Barmherzigkeit.
        Nur, wer umgedreht sich Gott als allesverzeihenden Vater vorstellt der kehrt über haupt nicht um, weil er ga rnicht auf die Idee kommt UMkehr nötig zu haben

      • Der jüngere Sohn kannte den Vater als gerechten Mann, der jedem gibt, was ihm zusteht. Ihm als Sohn der Anteil am Erbe, dem Tagelöhner seinen Lohn, damit er nicht hungern muss. Er erinnerte sich nicht an ihn als „guten“, d.h. barmherzigen Vater, er kannte ihn als gerecht. Als er unter den Schweinen nicht satt wurde, erinnerte er sich an den gerechten Vater, der auch Tagelöhner leben ließ. Und er schlußfolgerte auch klar seine Situation, dass er sein Recht als Sohn verwirkt hatte, als er den väterlichen Maßstab des Lebens aufgab. Dies akzeptierte er konsequent, sein Verhalten bedauern konnte er da noch gar nicht, da er von Liebe noch nichts wusste. Dies war der Aufbruch: beim gerechten Vater würde er leben können, wenn auch nicht mehr als Sohn. (@ Georg: der jüngere Sohn überlegt nicht nur, aufzubrechen, er bricht tatsächlich auf und spricht sein sündiges Verhalten dem Vater gegenüber aus, auch dass er nicht mehr wert sein, Sohn zu sein.) Seine Bitte, als Tagelöhner bei ihm weiterexistieren zu dürfen, muss er nicht mehr aussprechen. Der Vater empfindet Mitleid, d. h. er setzt sich hier vom Thron der Gerechtigkeit auf den Thron der Barmherzigkeit. Das ist neu für den jüngeren Sohn, er konnte damit nicht rechnen, derartige Würden neu zu empfangen. Das Kalb wird geschlachtet, der Teufelkreis des jüngeren Sohnes ist gebrochen! Was heißt das für uns Menschen? Das heißt auch für uns, die wir weit weg von Gott sind, sich aber an ihre Herkunft erinnern, dass wir mit einem gerechten Gott rechnen, der uns am Leben lässt. Mit Gnade und Barmherzigkeit sollte dagegen kein Mensch rechnen, denn die Liebe ist unberechenbar. Ein Geschenk, auf das man nicht mit dem Recht des Sohnes pochen kann, egal, wie tief man gesunken ist. Wir sollen in dieser Welt aber hoffen, dass Gott auch zu uns gnädig und barmherzig ist.
        Wie die Geschichte des erstgeborenen Sohnes weitergeht, wird sich daran zeigen, wie wir ihm Respekt und freudig-liebevolle Zuneigung erweisen.

  2. Eine der Bitten der Allerheiligenlitanei gewinnt in immer bedrückenderer Form an Aktualität:

    Ut Domnum Apostolicum et omnes ecclesiasticos ordines in sancta religione conservare digneris – Te rogamus, audi nos.

    Für jemanden wie Baldisseri erfolgt diese Fürbitte vielleicht schon zu spät. Bei Häretikern und Schismatikern erhofft er sich also eine „Hilfe“ zur „Klärung“ der „Frage“, ob Konkubinäre zur hl. Kommunion zugelassen werden dürfen…

    Man möge sich allerdings nicht verrechnen: Die jetzt noch katholischen Kardinäle, Bischöfe, Priester und das arme, seit Jahrzehnten gequälte katholische Volk werden sich -Deo adiuvante- niemals von der Kirche trennen; wenn jedoch der Hl. Vater offenkundiger Häretiker werden sollte, wird er es sein, der sich von uns trennt (haeresis formalis et schisma capitale). In diesem Sinne hat Unterzeichneter heute Morgen von der Kanzel Stellung bezogen, und wird dies auch heute Abend noch einmal tun. ES REICHT! Jetzt noch schweigen hieße, die Gläubigen in ihrer Not im Stich zu lassen! Bitte an alle hw. Confratres, die dies lesen sollten, dies zu bedenken.

    Seit Monaten gibt der Hl. Vater ein ernstes Ärgernis nach dem anderen, und kein gewissenhafter Beichtvater (von wegen „Folterkammer“) könnte ihn vor einer (Zusicherung der) Wiedergutmachung absolvieren. Wer es zuläßt, das unter seinem Namen Dinge verbreitet werden wie das vollständig hirnverbrannte Scalfaro-Interview (notabene u.a. durch die Internetpräsenz des Hl. Stuhles) die allergrößte Verwirrung stiften müssen, befindet sich objektiv (über die subjektive Schuld ist kann an dieser Stelle natürlich nicht geurteilt werden) im Zustand der Todsünde.

    Papst Franziskus redet fortwährend über die kleinen Leute, denen man helfen muß. Sehr gut. Er beginne einmal selbst damit, indem er über das Wort des Herrn nachsinnt: „Wer einem dieser Kleinen Ärgernis gibt…“

    • ja das ist es wohl, er verwirrt die Kleinen Leute, auch und gerade dadurch, dass dann wieder hinterhergeschoben wird, dass alles ja ganz anders gemeint war, als es verstanden wurde.

    • Antifebronius
      Die Aussichten auf eine Bekehrung von Franziskus sind minimal. Es vergeht kaum ein Tag, an dem er den bisherigen Übeln nicht neue hinzufügt. Denken wir nur, was in „Evangelii gaudium“ über den Islam geschrieben steht, oder an das Lästerwort über die „verbeulte, verletzte und beschmutzte Kirche“, das frontal gegen Eph 5, 25-27 geht.
      Es wird Zeit, dass die katholisch verbliebenen Priester und Bischöfe sich Gedanken machen und praktische Vorbereitungen treffen zur Rettung des katholischen Glaubens und der Kirche – im Gehorsam gegen Christus und zum Heil der ihnen anvertrauten Seelen!
      Vergelt’s Gott für Ihren Kommentar!

    • Hier wurde schon in einem früheren Beitrag –ich weiß nicht mehr: war es in einem Artikel oder war es in einem Kommentar– auf die Unkanonizität der Amtsausübungsverzichtserklärung Papst Benedikts XVI. verwiesen und als Grund der Druck angegeben, unter dem er wegen des 2012 gegen ihn laufenden Mordkomplotts nachweislich stand.
      Es gibt aber einen weiteren Grund. Die Erklärung selbst enthält einen schweren Formfehler, der sie ungültig macht, und zwar einen sinnentstellenden Grammatikfehler. Einzelheiten dazu hier: http://www.ultimostiempos.org/7-noticias/150-bxvi
      Dadurch ist die Rechtmäßigkeit des ganzen Konklaves in Frage gestellt.

      • Wäre es möglich, uns das zu übersetzen? Ich muss passen… trotz passbaler Latinitas verstehe ich den Text nicht wirklich, zu dem Ihr Link führt…
        Bin aber sehr interessiert…

      • Der Blogger erklärt u.a.:
        In dem lat. Satz „declaro me ministerio Episcopi Romae Successoris Sancti Petri, mihi per manus Cardinalium die 19 aprilis MMV commissum renuntiare“ (Hiermit erkläre ich, auf das mir am 19. April 2005 aus den Händen der Kardinäle verliehene Amt des Bischofs von Rom in der Nachfolge des hl. Petrus zu verzichten.) sei ein Grammatikfehler, da „commissum“ (verliehen) korrekterweise im Dativ stehen und „commisso“ lauten müsste. Angeblich ist der Satz dadurch unverständlich (was nicht stimmt). Weiter angeblich macht fehlerhaftes Latein kirchlichen Gesetzgebers ungültig. Um diese Ansicht zu begründen, rekurriert der Blogger u.a. auf ein Dekret Alexander II., das von Gregor VII. wegen schlechten Lateins annulliert wurde (in Wirklichkeit standen dahinter nat. polit. Gründe). Außerdem erklärt der Blogger, der Papst sei seinerzeit unter kirchenpolit. Druck bzw. äußerem Zwang zurückgetreten, was den Rücktritt (ähnlich wie eine unter Zwang geschlossene Ehe) null und nichtig mache, weshalb auch das anschließende Konklave ungültig sei.

        Es handelt hierbei selbstverständlich um nicht ernst zu nehmende Verschwörungstheorien.

      • Sorry, ein Redaktionsfehler meinerseits:

        Zwischen den Ausdrücken „fehlerhaftes Latein“ und „kirchlichen Gesetzgebers“ fehlen etwa in der Mitte meines Beitrags die Worte „Akte des“.

      • Das würde aber bedeutet, dass Benedikt diesen Formfehler mit Absicht eingebaut hat. Der Dativ würde besagen, dass das Amt von den Kardinälen verleihen wurde, während der gewählte Akkusativ besagt, dass er halt auf das Amt verzichtet; erinnert in der Tat sophistische Haarspalterei.
        Jedoch gibt es ja keinerlei Anzeichen dafür das Benedikt irgendwie bereit wäre wieder Papst zu sein, und selbst wenn man sagt „Das Konklave März 2013″ war ungültig, so gibt es keine Anzeichen dafür dass irgendwelche Kardinäle unzufrieden mit ihrer Wahl sind.

      • Geehrter Gregor,
        der Satz bleibt verständlich, bekommt aber einen anderen Sinn. Papst Benedikt hat den Schritt monatelang erwogen. Ich kann mir nicht vorstellen (aber natürlich kann ich irren), dass er seine Erklärung geschludert und mit einem Grammatikfehler verfasst hat. Außerdem waren da einige vertraute Kardinäle, die von seinem bevorstehenden Schritt wussten.
        Ich muss jetzt leider aufhören und hoffe, Ihnen das später nachzuweisen. Wenn Sie Latein können, sollten Sie aber allein draufkommen.

      • Also, Herr Gregor,
        schauen wir uns den Originalsatz mal an: „…declaro me ministerio Episcopi Romae Successoris Sancti Petri, mihi per manus Cardinalium die 19 aprilis MMV c o m m i s s u m renuntiare“ und lassen Sie uns ihn schulmäßig auseinanderklamüsern. Wir fangen mit dem Verb an, in dem das Subjekt mitenthalten ist: „declaro“ – ich erkläre. Davon abhängig ist ein Akkusativ mit Infinitiv: „me renuntiare“, deutsch wiedergegeben als Objektsatz, eingeleitet mit der Konjunktion „dass“, also: „dass ich verzichte“. Das „commissum“ als Akkusativ kongruiert nicht mit „ministerio“, sondern mit „me“ und ist syntaktisch dann, als Partizip, ein adjektivisches Attribut zu „me“ (!), mit dem es als seinem Beziehungswort vorschriftsmäßig in Kasus, Genus und Numerus übereinstimmt. Was fangen wir nun mit „ministerio …“ an? „ministerio“ kann Dativ-Objekt zu „renuntiare“ sein (das nachklassisch in der Bedeutung von „verzichten auf“ den Dativ regiert); es kann aber auch Dativ-Objektiv zu „commissum“ sein. Im letzteren Fall hätten wir dann: Ich erkläre, dass ich, der ich dem Amt des Bischofs von Rom, Nachfolgers des heiligen Petrus, übergeben bin, …“. (In ähnlicher Bedeutung haben wir „commissum“ in dem Gebetlein an den hl. Schutzengel: „Angele Dei, qui custos es mei, me tibi c o m m i s s u m pietate superna, illumina, custodi, rege et guberna“.) Freilich hängt dann, soweit ich sehen kann (aber vielleicht hat ja jemand eine Idee) das „mihi per manus Cardinalium…“ beziehungslos in der Luft – einen Satzbruch erhalten wir im Originalwortlaut mit „commissum“ so oder so, egal ob wir „ministerio“ als Dativ-Objekt zu „renuntiare“ oder zu „commissum“ betrachten.
        Nur (hoch)qualifizierte Kanonisten können die Frage beantworten, ob eine sprachlich g r o b fehlerhafte Erklärung von so immenser Bedeutung für die katholische Kirche gültig ist oder nicht.
        Sehen Sie, Herr Gregor, wenn Seine Heiligkeit Franziskus seines Amtes in klarer Übereinstimmung mit der katholischen Lehre und Disziplin waltete, dann würden die Katholiken über diese beiden Fragen: 1. echte Freiwilligkeit der Amtsausübungsverzichtserklärung von Papst Benedikt XVI., und 2. Gültigkeit einer sprachlich falschen Willenserklärung, barmherzig hinwegsehen. Aber so? Nach all der Verwirrung seit neun Monaten? Und keiner weiß, wo das noch hinführen soll?

      • Auf der Seite des Hl. Stuhls steht’s aber richtig: „[…] plena libertate declaro me ministerio Episcopi Romae, Successoris Sancti Petri, mihi per manus Cardinalium die 19 aprilis MMV commisso renuntiare ita ut […]“ – außerdem ist es ja wirklich unerheblich. Und das ‚plena libertate‘ muß ich glauben bis zum Beweis des Gegenteils.

        http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2013/february/documents/hf_ben-xvi_spe_20130211_declaratio_lt.html

      • Mögen Kanoniker die Frage beantworten, welcher Text gültig ist: der vom Papst geschriebene und unterzeichnete Text, oder der Text auf der Vatikan-Website.
        Mein gesunder Menschenverstand (der freilich nicht maßgeblich ist) sagt mir: es gilt der Text jener Person, die ihn geschrieben hat, um damit eine Willenserklärung abzugeben.
        Wie zuverlässig Texte auf der Vatikan-Website sind, davon haben wir in den letzten Monaten ja einen Geschmack bekommen.
        Auch kann kein elektronisches Medium (imho!) ein reales, handgezeichnetes Dokument ersetzen oder ungültig machen.

      • Das war also alles in dem spanischen Text verborgen, okay, gut, danke.
        Wenn es nur um den Fall-Fehler gehen sollte, glaube ich nicht, dass das relevant ist. Es ist ja keine Zweideutigkeit oder Unklarheit entstanden – wenn der Fehler da überhaupt steht (GWs Hinweis).

        Wenn einer nun mal sagt „plena libertate declaro…“ dann muss ich das glauben. Natürlich ist es möglich, dass man ihn gezwungen hat, „plena libertate“ zu sagen. Aber das können wir nicht einfach behaupten.
        Vielleicht könnten wir – da ja der Zweifel an F. wirklich nur allzu berechtigt ist – IHN darum bitten, schnell – „velociter“ – aufzudecken, dass es nicht „plena libertate“ war, falls es so war.
        Andererseits aber genügt F.s zunehmend zumindest tendenziell und materiell häretisch-blaphemisches Verhalten, um Distanz einzunehmen.

  3. Er verwirrt sie nicht nur, er unterstellt ihnen zum Teil Dinge, die ungerecht sind und die nicht zutreffen. Sie würden sich für Vollkommene halten oder sie wären Pelagianer, wenn sie sich an die 10 Gebote halten. Sie wären nicht barmherzig, wenn sie den Geschiedenen in Zweitehe die Eucharistie nicht gönnten u.a. Gute Einrichtungen wie den herkömmlichen Beichtstuhl wertet er ab, indem er ihn Folterkammer nennt. Den Altgläubigen unterstellte er, es ginge ihnen um museale Formenpracht. Mitarbeiter nennt er Lepra, auch wenn es nachher heißt, das Wort stamme nicht von ihm. Solche Begriffe bleiben aber hängen, nicht nur bei den Medien und Andersgläubigen, auch bei den Treuen, die dadurch beunruhigt werden.

    Es ist nicht nur verwirrend, es ist bestürzend, was da alles gesagt wird und was vor allem zwischen den Zeilen angedeutet wird. Und das von einem Papst, das gab es noch nie.

  4. Für wie naiv hält man uns denn seitens der Umkrempler ! Es werde ergebnisoffen diskutiert. Allein die Tatsache, dass Berdoglio diskutieren läßt (ganz nach dem Vorbild Zollitschs- mit in Wirklichkeit feststehendem Ergebnis)) zeigt doch, dass man die Wiederverheirateten zur Kommunion (oder soll man schon Abendmahl sagen) zulassen wird. Die Spindorektoren (frei nach der dänischen Serie „Borgen“) werden sich schon eine (fadenscheinige) Begründung einfallen lassen. Es geht um die Anpassung an die „Wirklichkeit“, so schlimm sei wohl auch sei. Das kann kaum noch als KATHOLISCH angesehen werden.Treue zur Kirche verlangt Einsatz. Dieser ist jetzt geboten.

  5. Nur ne Frage: was würde DAS LEHRAMT egtl. heute etwa einem hl. Thomas Morus sagen? „Ach Tom, wir können doch über alles reden, mach dich doch nicht wegen sowas zum Märtyrer. Auch wenn’s Käthchen von Aragon an ihrer Ehe mit‘m Heinz partout festhalten will (diese intransigent-störrische, dusselige K[..] aber auch …), wir segnen einfach die Zweit-, Dritt- & Viertehe nach griechischem Muster und dann paßt das schon …“ – Martyrium also „umsonst“, das ist doch die Konsequenz! Gilt auch für die britischen und irischen Glaubenszeugen, die sich heimlich und unter Lebensgefahr um die ‚mass rocks‘ versammelten und sich weigerten, an dem Cranmer’schen Götzendienst (dem NOM zum Verwechseln ähnlich …) teilzunehmen. „Heutzutage“ völlig obsolet, so eine unökumenische und intolerante Halsstarrigkeit; von den Märtyrern der vorkonstantinischen Antike ganz zu schweigen, alles nur wegen der paar Körnchen Weihrauch – die kannten ja auch noch nicht die größten Errungenschaften von VII, Ökumenismus und interreligiösen Dialog …
    … aber wo doch die Eucharistie jetzt eh nur noch Gemeinschaftsmahl ist, ist auch nicht recht einzusehen, wieso dann nicht jede und jeder zu dieser „Gemeinschaft“ dazugehören sollen (zumal ja die Eucharistie, „obwohl sie die Fülle des sakramentalen Lebens darstellt, nicht eine Belohnung für die Vollkommenen“ ist). Das wäre ja wirklich unbarmherzigste, intoleranteste, rassistischste, ich sage noch mehr: diskriminierende Ausgrenzung, wo wir uns doch seit VII, und nochmal forciert seit dem 13.o3.13, alle ganz doll liebhaben, was wir ja auch im Friedensgruß vor dem Abendmahl sehr schön zum Ausdruck bringen (Rubrik: ‚Hic omnes sese habeant ganz, ganz lieb – sed sine Heuchelei – et drücken von wegen der Glaubwürdigkeit in collectivo noch ein Tränchen ab‘), wo doch „die Kirche berufen ist, immer das offene Haus des Vaters zu sein. Eines der konkreten Zeichen dieser Öffnung ist es, überall Kirchen mit offenen Türen zu haben. So stößt einer, wenn er einer Eingebung des Geistes folgen will und näherkommt, weil er Gott sucht, nicht auf die Kälte einer verschlossenen Tür“, was aber in der heutigen Zeit, jedenfalls in Mitteleuropa (und in der Moskauer Erlöser-Kathedrale), nicht ganz unriskant ist, grmpf und [Anm. 1] …

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mass_Rock

    Hail Mary, full of grace, the Lord is with thee. Blessed art thou amongst women, and blessed is the fruit of thy womb, Jesus. Holy Mary, Mother of God, pray for us sinners, now and at the hour of our death. – Holy Mary, please pray for our Church, the Church of thy Son, our Lord Jesus Christ. Amen.

    _______
    [Anm. 1: Unsere Pfarrkirche, Erzbistum Paderborn, stand seit ihrer Weihe / Ende 19. Jhd. selbstverständlich und permanent offen; jetzt kann man Altar und Tabernakel, zumindest werktags, nur noch von Ferne sehen, durch ein massives Gitter hindurch, was auch sicherer ist: http://www.katholisches.info/2013/11/21/straftaten-aus-hass-gegen-das-christentum-osze-bericht-2012-vorgelegt/ ]

    • Danke dem hochwürdigsten Herrn Antifebronius! Klasse – und mutig! DAS sind leidenschaftliche, deutliche Worte eines Priesters der hl. Kirche (die sich nicht darin gefallen sollte, zu jedermanns – und natürlich, ganz gender-korrekt, auch zu jeder Frau [vor allem Alice Schwarzers oder der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages] – Plaisir „irgendwie n Stück weit und völlig unverbindlich [aber Hauptsache polit-korrekt] rumzusubsistieren“, sondern sich mal wieder darauf besinnen, daß sie DIE Kirche CHRISTI zu sein hat – weil sie es IST; wenn das Lehramt Ihm und Seinem so klaren und deutlichen Worte manifest-untreu werden, das „in der heutigen Zeit“ bis jetzt vielleicht noch überlebt habende Restchen an Glaubwürdigkeit nun vollends verspielen und gänzlich der Lächerlichkeit preisgeben sollte, indem es sich selber widerspricht – und ex contradictione sequitur quodlibet messerscharf, sogar, daß der Mond in Wirklichkeit ein Riesen-Camembert sei –, dann ist das eine Steilvorlage für unsere schärfsten Gegner, z.B. den Herrn R. Dawkins oder die Evangelikalen oder die mit den schicken Schürzen; und dann … seh ich mich in akutem Befehlsnotstand!).
      Und bei einem Satz wie

      „es ist eine Neuheit, die den neuen Dynamiken entspricht, die der Papst wollte und die sich irgendwie an jenen des Konzils inspiriert. Franziskus will eine dynamische und ständige Synode, nicht als strukturierten Organismus, aber als Aktion, als Osmose zwischen dem Zentrum und der Peripherie“
      schießt mir die Magensäure ein, daß ich Angst vor‘nem akuten Durchbruch in MEINEN „strukturierten Organismus“ kriege …

    • Ach ja, da oben habe ich mit (leicht ironischer^^) Absicht ‚Abendmahl‘ geschrieben. – Hier noch ein aktuelles Zitat aus unserem offiziösen Bistumsblatt; da wird (in einem scheint’s primär an jüngere Leser gerichteten Textchen) sogar die Lebensgeschichte des hl. Nikolaus von Myra verwendet, ja geradezu mißbraucht, wie ich finde, um schon die Kleinen ordentlich „im Zeitgeist“ zu indoktrinieren, Stichwort ‚mehr Demokratie wagen‘:
      „Vor seiner Ernennung zum Bischof bestand in der Diözese offenbar Uneinigkeit über die Nachfolge des verstorbenen Oberhirten. So wählte das Volk Nikolaus per Zuruf, durch demokratische Abstimmung, wie es in der Urkirche oft Brauch war. Die Legende berichtet auch, die Gemeinde habe beschlossen, den Priester zum Bischof zu ernennen, der als erster am folgenden Morgen die Kirche beträte. – Es war Nikolaus.“ – Ja, WiSiKi läßt grüßen …

  6. @Gregor
    Das Gleichnis vom verlorenen Sohn paßt ja nur bedingt auf die Geschiedenenproblematik, vor allem paßt es nicht wie Sie unterstellen, daß eine Form von Neid im Spiel ist bei denen, die Bedenken tragen. Fast jeder hat im Verwandten- oder Freundeskreis Betroffene, die das Problem mit der Kommunion haben. Ich selber bete täglich in diesem Anliegen. Aber es kann doch nicht die Lösung sein und darauf läuft es früher oder später hinaus – zu sagen, die Ehe ist ein weltlich Ding. Das hatten wir schon einmal. Und die Folgen kennen wir auch schon. Wegfall der Beichte, die Eucharistie wird zum Abendmahl. Die Sakramente sind weg. Oder warum sollte der Herrgott dieses üble Spiel, das Luther schon getrieben hat, den Katholiken durchgehen lassen? Nein, wir werden alles verlieren, genauso wie die Protestanten damals. Bis heute haben sie das Altarsakrament nicht wiedergefunden. Seit 500 Jahren sind sie ohne Hl. Kommunion. Wenn die Katholiken nun dengleichen Fehler machen, was dann?
    Es ist doch Theorie zu sagen, die Kirche hält an der Unauflöslichkeit der Ehe fest, nur das Ehepaar braucht sich nicht daran zu halten.

    • Es ist Theorie zu sagen, wer in einer zweiten Zivilehe lebt, sei quasi automatisch ein Dauertodsünder, der eine schwere Sünde nicht bereut und deswegen nicht mehr zur Beichte gehen darf. Es ist geradezu perfide zu sagen, selbst wenn er vor Gott doch kein Dauertodsünder sein sollte, darf er trotzdem nicht beichten, weil er dann ja auch zur Kommunion gehen dürfte und andere Katholiken daran Anstoß nehmen könnten. Es ist idiotisch zu sagen, er könnte ja durchaus bei seiner zweiten Partnerin bleiben, müsste dann aber versprechen, keinen Verkehr mit ihr zu üben und außerdem zum Kommunizieren nach der Messe in die Sakristei gehen.

      Allein die Begründung des Rates für die Gesetzesauslegung für den Ausschluss „öffentlicher Sünder“, dass nämlich an ihrem Kommunionempfang andere „Anstoß nehmen“ könnten, ist zutiefst unevangelisch. An der Vergebung der Sünden anderer Anstoß zu nehmen ist im Evangelium ausdrücklich und mehrfach (unter anderem im Bsp. vom älteren Sohn) als eine Haltung gekennzeichnet, die schnurstracks vom Reich Gottes wegführt.

      Augustin sagt: Die Ehe ist nicht Sakrament, weil sie unauflöslich ist, sondern sie ist unauflöslich, weil sie Sakrament ist. Sakrament heißt Heilszeichen (in diesem Falle Zeichen für den unauflöslichen Bund Gottes mit seinem Volk bzw. Christi mit der Kirche). Eine heillos kaputte Ehe ist aber faktisch kein Zeichen mehr dafür. Deshalb ist es aus sakramententheologischer Sicht sinnvoller, gescheiterten Eheleuten einen halbsakramentalen Neuanfang zu ermöglichen als unerfüllbare Forderungen zu stellen.

      • Also das habe ich noch nicht gehört und auch nicht gesagt, was Sie da sagen, von wegen automatisch Dauertodsünder und daß er nicht zur Beichte gehen darf. Jeder Katholik kann zur Beichte gehen, sich Rat holen und versuchen entsprechend zu leben. Ungut ist nur, wenn es jetzt darum gehen soll, die individuelle Weisung umzupolen in eine allgemeine Ordnung, wodurch das Ehesakrament allmählich ausgehöhlt wird bis es nicht mehr da ist.

      • @Gregor
        das Sich ausgeschlossen Fühlen hängt leider mit dem neuen Ritus zusammen, wo einfach alle zur Kommunion laufen, weil es eben auch um die Geminschaft geht und um das Mahl. Im alten Ritus dagegen gehen nie alle zur Kommunion. Da kann man sehr gut geistigerweise kommunizieren ohne daß man einen Mangel fühlt. Die alte Messe gibt so reichliche Gnaden, daß keiner, wirklich keiner, ungetröstet und ungestärkt nach hause geht, egal ob er zur Kommunion ging oder in der Bank betete.

        Leider wird der alte Ritus kaum gefördert. Der alte Ritus hat das Opfer Christi im Zentrum und alle, die einen Kummer haben, können sich darin geborgen fühlen und können ihr persönliches Opfer da hineingeben, woraus ihnen große Stärkung zuteil wird. Das sind keine leeren Worte. Das kann jeder erfahren, der aufrichtig an der Messe teilnimmt.

      • @ M.S es stimmt, dass wiederverheiratete Geschiedene nicht zur Beichte gehen können, solange sie ihre 2te Ehe vollziehen.
        Es müssen bei der Beichte alle schweren Sünden bekannt werden und dazu gehört der Geschlechtsverkehr in der 2ten Ehe, weil Ehebruch. Zur gültigen Beichte gehört der Wille (nicht das Vollbringen, aber der feste Wille) nicht mehr zu sündigen und das geht ja nicht.
        Ergo können wiederverheiratete Geschiedene nur dann zur Beichte, wenn beide halt so krank sind, dass nichts mehr „läuft“ oder wenn der feste Wille besteht die irreguläre Situation zu ändern.
        Im übrigen und das finde ich beim Kommentator Gregor so Symptomatik, das eine ist eine bestehende Ehe die total am Ende ist, beide machen sich nur noch fertig, es ist kein Weg mehr ins lebbare zu finden, die Trennung ist die beste Option…
        Nun das ist ja überhaupt nicht das Problem!
        Trennung von Tisch und Bett das kennt die Kirche aus tausend Gründen, das Problem taugt erst dann auf, wenn man seinen Tisch und sein Bett mit jemand anderem teilt!
        Und da ist zu sagen, gerade das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt, dass der Vater (=Gott) am Bund festhält auch wenn er das ganz alleine grad macht und alles zerbrochen ist.
        Gerade deshalb sind auch gerade die Geschiedenen Abbild der Treue Gottes und eine Wiederheirat, eben solange sie an dem Bund einseitig festhalten.
        Treue nennt man das.

      • Das ist merkwürdig – Jesus äußert sich dazu aber ganz anders, ebenso der Hl. Paulus. Der Hl. Thomas Morus ist wegen einer solch „heillos kaputten Ehe“ und ihrer Unauflöslichkeit zum Märtyrer geworden.

        Ihre Argumentation finde ich haarsträubend, verzeihen Sie mir:
        1. Mag ja sein, dass Sakrament Heilszeichen heißt. Aber gilt meine Taufe auch nicht mehr, wenn ich zwischendurch mal vom Glauben abfalle? Ist meine Firmung dahin, weil ich IHN vergaß? Sie müssen allein schon an diesen Fragen merken, wie unsinnig die Vorstellung ist, die Geltung eines Sakramentes hinge von unserem Verhalten ab. Es ist viel schlimmer: das Sakrament, das wir angenommen haben gilt! Es gilt und verklagt unser Verhalten, wenn es sich in uns nicht als Heilszeichen erweist! Und zwar ohne Reue und auf Dauer!
        2. Was soll denn ein „halbsakramentaler Anfang“ sein?!
        3. Aus sakramententheologischer Sicht ist nur eines sinnvoll, dass es nämlich nicht nur ein Heilszeichen, sondern auch ein Treuezeichen der Gegenwart Christi ist. Es wäre ferner sinnvoll, dies jedem, der ein Sakrament in Anspruch nehmen will, auch klarzumachen. Denn der Herr, der treu bleibt, wird schwerst beleidigt, wenn wir das Sakrament verlästern und verhöhnen und uns dessen as nicht würdig erweisen – und zwar aus bewusstem Entschluss.

        So hat es die Kirche übrigens auch immer verstanden. Und dieses Verständnis hat auch schon der Hl. Paulus geäußert, als er eingehend vor einem unwürdigen Kommunionempfang warnte.

      • @ein besorgter Christ
        Das ist richtig. Danke für den Hinweis. Mich störte die Formulierung, daß jemand in 2.Ehe „automatisch“ ein Dauertodsünder ist wie Gregor das formulierte. Es gibt Leute, die eine Josefsehe führen, und die daher zur Beichte und zur Kommunion gehen können. Man kann das von außen nicht beurteilen und damit ist das Wort „automatisch“ ein Unsinn.

      • Gestatten Sie bitte einige Anmerkungen zu Ihren Überlegungen:

        Eine Todsünde liegt bekanntlich dann vor, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:
        a) Der moralische Verstoß muß ein schwerwiegender sein;
        b) er muß als solcher (wenigstens „in confuso“) erkannt worden und
        c) als solcher gewollt sein.

        In der Anwendung:

        Vor einer kirchlichen Eheschließung müssen die Brautleute über die Unauflöslichkeit der Ehe unterrichtet werden. Daher ist bei kirchlich Verheirateten (bis zum Beweis des Gegenteils) vorauszusetzen, daß sie (a) um die streng verpflichende Treue dem Gatten/der Gattin gegenüber wissen. Da (wiederum bis zum Beweis des Gegenteils) davon auszugehen ist, daß eine tatsächlich der ehelichen Treue zuwiderlaufende „Verbindung“ mit einer anderen Person als solche (b) erkannt und (c) gewollt ist (zumal wenn die „Verbindung“ eine dauerhafte ist), ist die (in foro externo, und darum handelt es sich hier zunächst einmal!) zu treffende Präsumption eindeutig. „In dubio standum est pro valore actus“ und „Ex communiter contingentibus prudens fit praesumptio“, so zwei der principia reflexa der Moraltheologie. Ansonsten wäre überhaupt kein menschliches Zusammenleben möglich.

        Wenn man sich ständig darauf berufen könnte, man sei für sein Handeln nicht voll verantwortlich, gäbe es keinerlei im äußeren Bereich urgierbare freiwillig eingegangene Verbindlichkeiten – und auch jede Ehe wäre (von außen betrachtet) als unverbindlich anzusehen und so zu behandeln. Dann wäre es natürlich auch kein Problem, wenn jemand als „Wiederverheirateter“ zu den Sakramenten zugelassen werden wollte. Ebenso wäre es dann aber auch kein Problem, auf Rechtspflege überhaupt zu verzichten. Und dann träte -in jedem Gemeinwesen, so auch in der Kirche- ein Zustand ein, der mit Gerechtigkeit, geschweige Liebe, nichts mehr zu tun hätte. Der angebliche Gegensatz von Rechts- und Liebeskirche ist eben ein Hirngespinst. Ohne Rechtspflege keine Gerechtigkeit, und ohne Gerechtigkeit keine Liebe.

        Selbstverständlich kann es auch äußerlich korrekt vollzogene, jedoch tatsächlich ungültige Eheschließungen geben. Bsp.: Jemand war während des Brautunterrichtes vollkommen betrunken oder hat auch sonst noch nie von der Unauflöslichkeit der Ehe gehört. Oder (etwas realistischer): Man wurde zur Eheschließung gezwungen. Oder: Einer der Nupturienten ist aufgrund schwerer psychischer Defekte eheunfähig (z.B. Unfähigkeit zur Treue aufgrund von Erotomanie). Da aber die Vermutung für die Gültigkeit steht, wäre dies jeweils zu beweisen. Dies geschieht ggf. in einem Eheprozeß. Jedenfalls: Die äußere Verpflichtung bleibt bestehen, bis in foro externo das Gegenteil feststeht. Und wer dem zuwiderhandelt, gibt selbstverständlich Anstoß, indem damit der Eindruck erweckt wird, man könne das Eheband mißachten. Natürlich könnte niemand Anstoß daran nehmen, daß einem Menschen seine Sünden vergeben werden. Die Spendung der hl. Kommunion ist aber keine Sündenvergebung, setzt diese viemehr voraus.

  7. Eine Person hat mir diese Rohübersetzung geschickt, die ich nicht überprüft und korrigiert habe. Nötigenfalls kann ich -oder gewiss auch andere Personen hier- behilflich sein.

    Papst Benedikt XVI gab am Montag, den 11. Februar 2013 seinen Rücktritt bekannt. An diesem Tag verlas er eine Declaratio (= offizielle Erklärung), die am 28. Februar um 20:00 in Kraft treten sollte. Seine Entscheidung zurückzutreten, traf er aber bereits eineinhalb Monate zuvor. Vor Weihnachten 2012 und begründet durch eine Mitteilung vom 17. Dezember, kam er zu dem Schluss, selbst von seinem Amt zurückzutreten zum Wohle der Kirche. Zeugen dieser Entscheidung waren , nach Aussagen des Kardinals von Barcelona Lluis Martínez Sistach, sein Bruder Georg Ratzinger und andere Prälaten aus dem Umfeld des Papstes
    Die Erklärung, die ihn zum Rücktritt veranlasste, war von einer dreiköpfigen Kardinalskommission erstellt worden, die vom Papst einberufen worden war, um herauszufinden, wer für die Bekanntgabe vertraulicher Informationen (bekannt als „Vatileaks“) verantwortlich war.
    Aber es ist logisch, dass den Papst die veröffentlichten Dokumente aus dem Buch „Sua Santità“ von Gianluigi Nuzzi wenig beunruhigten, sondern ein an die Zeitung „Il Fatto Quotidiano“ durchgesickertes Dokument, das dem Papst persönlich von Kardinal Darío Castrillón überreicht worden war, ins Deutsche übersetzt und dessen Inhalt das Wissen des Kardinals von Palermo, Paolo Romeo, dass es einen Komplott gäbe, den Papst zu ermorden.
    Das Dokument über die Untersuchung des Komplotts, das Benedikt XVI von den Kardinälen Herranz, Tomko y De Giorgi überreicht worden war, brachte den Papst dazu, sich vorzustellen, welches Erdbeben sein Tod innerhalb der Kirche auslösen würde. Den höllischen Kampf/Schlacht um Einfluss und die undurchsichtigen Manöver/Winkelzüge innerhalb der Kardinalskurie, die seinen Nachfolger bestimmen sollte.
    Nicht aus Furcht vor dem Tod sondern um Schaden von der Kirche fernzuhalten, beschloss der Papst seinen Rücktritt, auch um die Drohungen gegenstandslos zu machen und eine friedliche Nachfolge einzuleiten.
    In einer Nachricht, die der jesuitische Priester Arnaldo Zenteno am 9. April 2013 auf grupobasesfys.blogspot.mx, veröffentlichte , heißt es unter Nummer 3: „Während des Mittagessens mit Benedikt XVI in Castel Gandolfo, hat er Papst Franziskus anvertraut, dass eine der Ursachen, die seinen Rücktritt beeinflusst haben, die Drohungen, die er erhalten hatte und aus Furcht vergiftete zu werden, da man ja schon beschlossen hatte, ihn zu töten, er (Benedikt XVI), es vorgezogen hatte, seinen Rücktritt zu erklären, und somit die Mordabsichten zunichte zu machen.
    So ist es auch verständlich, dass der Papst „aus freiem Willen“ seinen Rücktritt erklärte, da die Tatsache, dass er mehr oder weniger durch die Drohung gezwungen worden war, weshalb seine Freiheit laut Kanonischem Rechts „in radice“ (=grundsätzlich) bedingt war.

    Schluss folgt

    • Schluss
      ———-
      Auch wenn der Papst diese Entscheidung im Einklang mit den Befugnissen des Kanonischen Rechts traf, so traf er sie auch genötigt durch eine moralische Gewalt, die laut Nummer 125 des genannten Kanonischen Rechts, diese Entscheidung ungültig macht.
      Es ist, als würde jemand freiwillig eine Ehe eingehen, aber im Falle von verstecktem/ heimlichem Druck, Angst oder Betrug, diese Ehe als ungültig angesehen werden muss, auch wenn man vorher öffentlich von „freiwillig“ gesprochen hatte.

      Es muss anerkannt werden, dass die Kirche die Wahl eines Papstes ad vitam (=auf Lebenszeit) als heiliges Gesetz gilt. Trotzdem ist es gut, dass das Kanonische Recht die Möglichkeit in Betracht zieht, dass in extremen Fällen wie z.B. Exil, Verfolgung oder ähnlich gravierende Gründe, ein Rücktritt möglich ist. In dieser Hinsicht ist der Rücktritt im Kanon (=Gesetz) 332 als eine Hintertür gesehen werden kann. Und es ist gut, dass es sie gibt, denn so hat sie Benedikt XVI ermöglicht, der Bedrohung seiner Person und der gesamten Kirche zu entgehen. Auch wenn es ihm bewusst war, durch das heldenhafte Beispiel seines Vorgängers, dass die Papstwahl auf ad vitam (=auf Lebenszeit) und nicht verhandelbar ist, genauso wenig wie die Klauseln verhandelbar sind.
      Zusätzlich zu dem Argument der Drohungen, den Rücktritt des Papstes für ungültig zu erklären, kommt offensichtlich ein Fehler im Lateinischen in der Erklärung, die der Papst verlesen hatte.
      In der Declaratio (=Erklärung) des „Rücktritts“ von Papst Benedikt XVI , die so wie sie vom Vatikan verbreitet und im L‘Osservatore Romano veröffentlicht wurde, findet sich ein ganz offensichtlicher Solözismus (=grober sprachlicher Fehler in der Syntax), das heißt ein Fehler im Satzbau.
      Im Mittelteil der Rücktrittserklärung liest man:“declaro me ministerio Episcopi Romae Successoris Sancti Petri, mihi per manus Cardinalium die 19 aprilis MMV commissum renuntiare“ (auf Spanisch /bzw. Deutsch: “ich erkläre meinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Rom, Nachfolger von Petrus, das mir von Händen der Kardinäle am 19. April 2005 übertragen worden war.
      Dieser Satz ist völlig unverständlich, da er einen grammatikalischen Fehler enthält. Das Wort „commissum“ hängt von „ministerio“ ab, es ist die Ergänzung/ Attribut des Verbs renuntiare, und muss deshalb im Dativ stehen. Die Konkordanz (=Übereinstimmung) muss also commisso heißen.

      Im Kanonischen Recht ist jedes gesetzliche Dokument, das einen Fehler in Latein enthält, ungültig. Schon der heilige Papst Gregor VII (vgl. (cfr Registrum 1.33) erklärte für ungültig ein Privileg an ein Kloster, das sein Vorgänger Alexander II verfügt hatte. Begründung: verfälschtes /unkorrektes Latein.
      Ein weiteres Beispiel: In der Epistel mit Gesetzeskraft Ad audientiam vom Papst Luzius III, das zu den Gesetzestexten des Kanonischen Rechts gehört (vgl. Epístolas decretales de Gregorio IX, de Rescriptis, c. XI), wird festgelegt, „dass falsches Latein ein päpstliches Schreiben für ungültig erklärt.“
      Mit diesem Dekret verbot der Papst einem päpstlichen Dokument Glauben zu schenken, sollte es einen offensichtlichen (sprachlichen) Fehler enthalten. Die Erläuterung (im offiziellen Text im Auftrag von Papst Gregor XIII 1582 veröffentlicht) erklärt weshalb ein päpstliches Dekret „ keinen einzigen Fehler enthalten darf. Und sollte ein Fehler in Latein vorhanden sein, ist Ungültigkeit angesagt.“
      Zu behaupten, dass ein Dekret ungültig ist, heißt nicht unbedingt, dass es falsch sein muss. Sollte sich aber ein Fehler zeigen, der offensichtlich oder verborgen ist, könnte das bedeuten, dass Papst Benedikt XVI ungenau/ flüchtig das Dokument verfasst hat, oder aber eine verborgene Botschaft verdecken wollte, da sein Rücktritt unter Druck zustande gekommen war. Ersteres scheint eher unwahrscheinlich, da man davon ausgehen muss, dass ein so wichtiger Text vom Papst nicht nur einmal sondern mehrfach geprüft worden war.
      Als Schlussfolgerung scheint es, dass, nicht der Fehler in Latein eine Flüchtigkeit von Benedikt XVI gewesen war, sondern eine gezielte Absicht. Das würde nicht nur die absolute Ungültigkeit bedeuten, welches eine Tatsache ist, sondern auch die Bedrohung, der der Papst ausgesetzt war. Also die Hintertür, die der Papst offen lassen wollte.
      Tatsache ist, dass sich seit dem 13. März 2013 die Prophezeiungen bewahrheitet haben, die „von zwei Päpsten in Rom“ sprechen. Einen emeritierten und einen im Amt.
      Noch niemals in der Geschichte der Kirche hat es diese Situation gegeben, die von Heiligen und Mystikern vorhergesagt, und die sich kaum wieder zeigen wird.
      Das Schwerwiegende daran ist, dass laut den Prophezeiungen und den privaten Offenbarungen, sollten zwei Päpste in Rom (es könnte sich um die jetzigen sowie zukünftige handeln) eine Spaltung der Kirche bevorsteht. Eine Trennung, die durch die Häresie (=Ketzerei) des illegitimen Papstes und die Reaktion des wahren Vertreter von Christus, der seine Stimme gegen die Apostasie (=Abtrünnigkeit) erheben wird. In diesem Augenblick wird es eine schlagartige Invasion Russlands in Europa geben, übereinstimmend mit dem Krieg des Ezekiels (EZ 38), der aus einem Angriff Russlands und den arabischen Länder auf Israel besteht.
      Daraufhin wird der legitime Papst verfolgt werden und wird Rom verlassen müssen, um zu fliehen, während der Antipapst weiter die Kirche regieren und den falschen Frieden unterstützen wird, die frevelhafte Vereinigung der Religionen. Dieser falsche Friede wird die religiöse Stütze der Weltherrschaft des Antichrists sein. Der Antipapst wird den Glauben hintergehen und das Bündnis aller Glaubensrichtungen akzeptieren und gleichzeitig die eigene katholische Identität leugnen.
      Franz von Assisi sagt:“ Es wird einen nicht kanonisch gewählten Papst geben, der eine große Spaltung verursachen wird. Und die Selige Ana Catalina Emmerick, Augustinerin, führt aus: „Ich sah eine starke Gegnerschaft zwischen den beiden Päpsten, und ich sah wie entsetzlich die Folgen der falschen Kirche sein werden(…) Das wird die größte Spaltung werden, die die Welt je gesehen haben wird.“
      Die Heilige Jungfrau sagte wortwörtlich in Salette : “Rom wird den Glauben verlieren und wird zum Sitz des Antichristen.“
      Und es gibt noch viele andere private Offenbarungen und Ankündigungen der kirchlichen Würdenträger:
      • So sagt P. Paul Kramer: „Der Antipapst und seine abtrünnigen Jünger werden, wie Schwester Lucía sagte, Parteigänger des Teufels, die für das Böse arbeiten werden, ohne vor irgendetwas Angst zu haben.“
      • Der heilige Papst Pius X: „Ich hatte ein entsetzliche Vision: ich weiß nicht, ob ich es sein werde oder einer meiner Nachfolger, aber ich sah einen Papst, der aus Rom flüchtete, zwischen den Leichnamen seiner (Glauben-) Brüder. Er wird sich inkognito (=unerkannt)irgendwo verstecken, und nach einer gewissen Zeit, wird er einen schrecklichen Tod erleiden.“
      • Juan de Rocapartida: „Als sich das Ende der Zeitalter nähert, wird der Papst und seine Kardinäle unter schrecklichen Umständen aus Rom flüchten. An einen Ort, wo sie unerkannt bleiben werden und der Papst selber wird im Exil einen schrecklichen Tod erleiden.“
      • Nicolas de Fluh: „Der Papst und seine Kardinäle werden unter erbärmlichen Bedingungen aus Rom flüchten an einen Ort, wo sie unbekannt sind. Der Papst wird in seiner Verbannung auf entsetzliche Weise zu Tode kommen. Die Leiden der Kirche werden größer sein als jemals in ihrer Geschichte.”
      • Der ehrwürdige Bartolomé Holzhauser, Gründer laizistischer Orden im 18. Jahrhundert,: „Gott wird ein großes Übel gegenüber der Kirche zulassen. Sie werden plötzlich und unerwartet über Bischöfe und Geistliche herfallen, während diese schlafen. Sie werden in Italien eindringen und Rom verwüsten, Kirchen verbrennen und alles zerstören.“
      • Die Offenbarung, die die berühmte Stigmaträgerin und Beraterin von Papst Pius XII, Mutter Elena Aiello, empfing: „ Italien wird durch eine große Revolution erschüttert werden (…) Russland wird die Herrschaft über die Nationen an sich reißen, besonders in Italien und wird die rote Fahne über der Kuppel des Petersdom hissen.“
      • Die Worte von Juan de Vitiguero: „Wenn die Welt durcheinander ist, wird der Papst seinen Wohnsitz verlegen.“
      • Elena Leonardi spirituelle Begleiterin von Vater Pius: „Der Vatikan wird von kommunistischen Revolutionären gestürmt werden. Sie werden den Papst verraten. Italien wird einen großen Umsturz erleben und durch eine große Revolution gereinigt werden. Russland wird in Italien einmarschieren und den Papst in große Gefahr bringen.“
      • Enzo Alocci: „ Der Papst wird vorübergehend verschwinden, und das wird dann geschehen, wenn Italien eine Revolution durchgemacht hat.”
      • Die Selige Ana María Taigi: „Die Religion wird verfolgt werden und die Geistlichen ermordet. Der Heilige Vater wird sich genötigt sehen, Rom zu verlasse.“
      • Die Mystikerin María Steiner: „Die Heilige Kirche wird verfolgt werden, Rom wird keinen Hirten haben.”
      • Die Offenbarungen in Garabandal: „Der Papst wird nicht in Rom sein können, man wird ihn verfolgen und er wird sich verstecken müssen.”
      • Die Heilige Jungfrau vertraute P. Stefano Gobbi, Mystiker und Gründer des Marienordens,: „Die Freimaurer sind heimlich in die Kirche eingedrungen und sie haben ihr Hauptquartier dort eingerichtet, wo der‚ Vicario de mi Hijo Jesús’ (=gemeint ist hier der Papst) lebt und arbeitet. Es geschieht all das, was im dritten Teil meiner Botschaft steht, die noch nicht offenbart worden ist, die sich aber durch das aktuelle Geschehen verwirklicht.“
      • Papst Paulus VI: „Der Rauch/Qualm ist durch die Risse der Kirche eingedrungen.“ (Homilie (=Predigt) vom 29.Juni 1972
      • Laut dem Apostel Paulus wird der Antichrist erscheinen, nachdem der Papst beiseite geschafft wurde. „Wenn er erst einmal weg ist, wird der Gottlose erscheinen.“ (2 Tes 2, 6-8).
      • Es schrieb der Kanoniker Roca, exkommunizierter Mann der Aufklärung, der bei der Unterwanderung der Kirche beteiligt war, „In seiner jetzigen Form, wird das Papsttum verschwinden, die neue soziale Ordnung wird sich von Rom aus durchsetzen, aber am Rande von Rom, ohne Rom. Und diese neue Kirche, auch wen sie nichts mehr von der scholastischen Disziplin und den einfach Formen der alten Kirche beibehält, wird von Rom den Segen und das Kanonische Recht erhalten.“
      • Die neue Kirche wird die Vereinigung der Religionen und den falschen Frieden unterstützen, es wird sich das erfüllen, was Jesus Christus sagte: „Die Erwählten könnten hintergangen werden.“
      • Der Kardinal Karol Wojtyla war sehr eindeutig als er vor dem Eucharistischen Kongress 1977 in Pennsylvania erklärte: „Wir stehen vor der größten historischen Auseinandersetzung, die die Menschheit jemals erlebt hat. Wir befinden uns vor dem Endkampf zwischen der Kirche und der Antikirche, des Evangeliums und des Anti-Evangeliums. Diese Konfrontation sind in den Plänen der Göttlichen Vorsehung und es ist eine Herausforderung, die die Kirche annehmen muss.“
      Wenn der Rücktritt von Benedikt XVI ungültig ist, weil er nie existiert hat, so war das Konklave ungültig, da der Papststuhl nie leer war. Diese Tatsache wirft eine dringende Frage auf: Ist nicht Benedikt XVI weiterhin Oberster Hirte vor Gottes Augen? Wird es nicht Benedikt XVI sein, der aus Rom flüchten wird müssen inmitten der Verfolgung? Das sind Fragen, die die Zeit erst beantworten kann.
      1917 offenbarte sich die gleiche Aussage drei kleinen Hirten in Fátima in Portugal, die einige Jahre vorher der heilige Papst Pius X erfahren hatte, nur viel genauer: „Wir sahen einen weiß gekleideten Bischof und wir hatten die Vorahnung, dass es der Heilige Vater sei, geflohen aus einer Stadt in Ruinen und mit unsicherem Schritt.“
      Die Version von Fátima deutet noch mehr darauf hin, dass es sich um den Papst handelt könnte, der zurückgetreten ist, Benedikt XVI, und würde den Satz erklären „Wir sahen einen weiß gekleideten Bischof und wir hatten die Vorahnung, dass es der Heilige Vater sei.“ Wäre es offensichtlich gewesen, dass es sich damals um den amtierenden Papst gehandelt hätte, hätten sie es nicht in dieser Form ausgedrückt. Sie sahen einen „weiß gekleideten Bischof“. Sie hätten sich niemals einen Rücktritt vorstellen können, deshalb hatten sie nur eine “Vorahnung”.
      Der zweite Teil ist noch genauer und enthüllender: Sie sahen „dass es der Heilige Vater sei, geflohen aus einer Stadt in Ruinen und mit unsicherem Schritt“, was sich auf sein fortgeschrittenes Alter beziehen könnte.
      Und eine drittes Element ist ebenso enthüllend: von diesem aus Rom fliehenden Bischof, behaupten sie später, als er auf einem Hügel ermordet wird, dass es sich um den „Heiligen Vater“ handelte.
      Später, nach der Flucht des legitimes Papstes, würde der Anti-Papst in Rom bleiben und die „neue Kirche“ anführen, und die abtrünnigen Religionen vereinigen. Es ist die „trostlose Verabscheuung“, die schon vormals durch den Propheten Daniel angekündigt worden ist.
      Mit den Worten des Kardinals Luigi Ciappi, persönlicher Theologe des Papstes Johannes Paul II: „Das dritte Geheimnis bezieht sich auf den Verlust des Glaubens in der Kirche,“ das heißt, die Abtrünnigkeit würde aus der Spitze der Kirche entstehen.
      Nur zwei Sachen sind im Augenblick sicher: Zum ersten Mal in der Geschichte gibt es zwei Päpste in Rom, und dass Benedikt XVI präsenter ist als je zuvor. Es genügt an seine letzten Worte zu erinnern, als er noch im Vatikan war: „Ihr werdet an meiner Seite sein, auch wenn ich für die Welt im Verborgenem bleibe.“ Benedikt XVI, Ansprache an den Klerus am 14. Februar 2013.

      • Mit der „trostlosen Verabscheuung“ (automatische google-Übersetzung?) ist natürlich der „Greuel der Verwüstung“ (tò bdélygma tês ereméseos / abominatio desolationis), Mt 24,15; Mk 13,14; Dan 12,11 gemeint.

  8. Es gibt doch einen Satz, der da lautet: Roma locuta, causa finita.
    Hat Rom nicht gesprochen ?
    Ich dachte auch immer, Päpste dürften sich nicht widersprechen. Der Neue ist gerade aber dabei, alles In Frage zu stellen, was bisher gegolten hat. So funktioniert das Papstamt nicht.

  9. Die Debatte um die Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion ist aus meiner Sicht ein ewiges Jammer. Es gibt Katholiken, die dürfen nicht, gehen aber trotzdem(irgendwo findet sich immer ein Priester der es zulässt) und es gibt welche die dürften, aber nicht hingehen.

    Zu diesem Thema gibt es heute ein Interview auf orf.at zu lesen:
    http://religion.orf.at/stories/2618398/

    Es hat sich scheinbar wieder irgendein Theologe bereit erklärt, sich für die Progressiven vor den Karren spannen zu lassen. Sein Name war mir vorher nahezu unbekannt. Und es scheint, als würde sich die progressive Medienkampagne seit Neuestem gegen den Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller richten.
    Sätze wie „wer den Leib des Herrn unwürdig isst und trinkt, zieht sich das Gericht zu“ dürften in den Köpfen der Reformer keinerlei Rolle spielen. Was aber auch bedeutet, dass man NICHT mehr an die Bibel, an das Evangelium glaubt. Evangelii Gaudium eben…

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