Koptische Kritik: Westliche Medien bieten Islamisten zuviel Raum – "Es lebe das freie Ägypten"

Gewalt bewaffneter Islamisten in Ägypten(Kairo) Mehrere Amateurvideos belegen auf dramatische Weise die brutale Gewalt der Islamisten in Ägypten (siehe das Video über die Ermordung eines christlichen Taxi-Fahrers in Alexandria). Die islamistischen Muslimbrüder sind mit Pistolen, Gewehren und Panzerfäusten bewaffnet. Die Videos zeigen die willkürliche Ermordung von Christen, von Offizieren der Armee und der Polizei. Der Associated Press berichtete eine Franziskanerin aus Bani Suef, mit welcher Brutalität die Islamisten vorgingen, als sie die katholische Schule der Stadt überfielen. Am 14. August stürmten Muslimbrüder das Schulgebäude, das sie zerstörten. Sie vergewaltigten die Lehrerinnen und schleppten die drei für die Schule verantwortlichen Ordensfrauen wie Kriegstrophäen durch die Straßen an einer begeistert johlenden Menge vorbei.

Wie Schwester Manal, die Direktorin der Schule gegenüber der Presse erklärte, ließen die Muslimbrüder erst von ihnen ab, als sich eine Moslemin, eine ehemalige Lehrerin der Schule, und deren Mann für die katholischen Ordensfrauen einsetzten und nach langen Verhandlungen deren Freilassung erreichten. Schwester Manal beklagte die mangelnde Bereitschaft der Polizei, auch die Christen zu schützen. Trotz mehrfacher Hilferufe, wurden die Schule, die Schwestern und das Lehrpersonal von der Polizei den Islamisten überlassen.

Die Bilanz von 72 Stunden Gewalt ist für die Christen des Landes erschreckend: ermordete und gedemütigte Christen, zerstörte Kirchen. Die Amateurvideos dokumentieren die willkürlichen Gewaltexzesse der Islamisten. Zahlreiche Videos wurden von den Muslimbrüdern selbst aufgenommen und veröffentlicht. Die Christen zählen inzwischen 58 zerstörte Kirchen und 162 weitere zerstörte christliche Einrichtungen oder Wohn- und Geschäftsgebäude von Christen.

Unterdessen haben sowohl die koptisch-katholische als auch die koptisch-orthodoxe Kirche Ägyptens öffentliche Erklärungen zu den blutigen Christenverfolgungen abgegeben. Die koptischen Christen kritisieren das Verhalten der westlichen Medien und werfen diesen vor, durch eine einseitige Berichterstattung den Islamisten zu helfen. Die beiden Kirchen fordern die westlichen Medien auf, ein „wahrheitsgetreues“ Bild Ägyptens zu zeichnen.

Zerstörte koptische Kirche in ÄgyptenSowohl die orthodoxen als auch die koptischen Christen bekunden ihre „Unterstützung“ für die Ordnungskräfte und Einrichtungen des Staates. Sie verurteilen die verfälschenden Darstellungen der Ereignisse durch die westlichen Massenmedien, die „terroristischen und blutrünstigen Organisationen“, die für die antichristlichen Angriffe verantwortlich sind, zuviel Raum bieten. „Wir appellieren an die westlichen und internationalen Medien, sich darum zu bemühen, ein wahrtsgetreues Bild dessen zu verbreiten, was geschieht“, heißt es in der Erklärung von Patriarch Tawadros II. der koptisch-orthodoxen Kirche.

Noch deutlicher ist die Erklärung der koptisch-katholischen Kirche, die von Patriarch Ibrahim Isaac von Alexandrien unterzeichnet ist. Er beklagt, daß die westlichen „Medien Lügen verbreiten und die Wahrheit verfälschen mit dem Ziel, die Meinung der Weltöffentlichkeit irrezuführen“. Beide Kirchen danken in ihren getrennten Erklärungen „allen Menschen, vor allem auch den Moslems“, die in den vergangenen Tagen „unter Einsatz ihres Lebens“ Christen, Kirchen, Einrichtungen, Wohn- und Geschäftsgebäude von Christen vor den Islamisten beschützt haben. Beide Erklärungen enden mit dem Satz: „Es lebe das freie Ägypten.“

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

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1 Kommentar

  1. Mehr Diplomatie und weniger Machtpolitik täte den Kopten wahrscheinlich besser, sie werden auch in den nächsten Jahrhunderten unter den Moslems leben müssen, weil sie es nie geschafft haben die arabischen Eindringlinge zu missionieren.

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