Wer katholisch stimmt, wird ausgeschlossen – Irland nach Abtreibungsabstimmung


(Dub­lin) Enda Ken­ny, iri­scher Mini­ster­prä­si­dent und Par­tei­vor­sit­zen­der von Fine Gael schloß fünf Abge­ord­ne­te aus der Frak­ti­on aus, weil sie in der Nacht auf Frei­tag gegen die Regie­rungs­vor­la­ge zur Abtrei­bungs­i­be­ra­li­sie­rung gestimmt hat­ten. Die fünf Abge­ord­ne­ten der christ­de­mo­kra­ti­schen Par­tei berie­fen sich auf ihr Gewis­sen und ihren katho­li­schen Glau­ben, die eine Zustim­mung zum Gesetz unmög­lich mach­ten. Der regie­ren­de Tao­isigh der katho­li­schen Insel kann­te kein Par­don. Wer katho­lisch stimmt, wird wegen par­tei­schä­di­gen­den Ver­hal­tens aus­ge­schlos­sen (sie­he eige­nen Bericht).
Die Par­tei Fine Gael ist Mit­glied der Euro­päi­schen Volks­par­tei und sieht sich selbst als „pro­gres­si­ve Mit­te“. Ken­ny, seit 2002 Par­tei­vor­sit­zen­de wur­de nach den jüng­sten Par­la­ments­wah­len von 2011 zum Mini­ster­prä­si­dent gewählt. Bei den Wah­len war die bis dahin regie­ren­de Fian­na Fail wegen der Finanz­kri­se ein­ge­bro­chen und die Fine Gael mit 37 Pro­zent zur neu­en stärk­sten Par­tei aufgestiegen.