Papst Franziskus sagt Konzertteilnahme ab – kein Freund mondäner Ereignisse

(Vatikan) Der Stuhl für Papst Franziskus in der Aula Paolo VI. im Vatikan blieb gestern leer. Das Konzert war noch unter Papst Benedikt XVI. vorbereitet worden, doch Papst Franziskus hatte seine Teilnahme bestätigt. Kurienerzbischof Rino Fisichella, der Präsident des Päpstlichen Rats für die Neuevangelisierung und Organisator des Konzertes gab die Abwesenheit bekannt und entschuldigte den Heiligen Vater wegen „dringender und unaufschiebbarer Verpflichtungen“.
Nachdem die Absage des Papstes verlesen worden war, „hätte man die langen Gesichter unter den Würdenträgern, Politikern, Sponsoren und Kardinälen nicht zählen können“, so der Vatikanist Andrea Tornielli. Durch die Anwesenheit des Privatsekretärs und des Leibarztes des Papstes wurde etwaigen Spekulationen über den Gesundheitszustand vorgebeugt. Der Vatikan ließ umgehend verlauten, daß Papst Franziskus ein großer Liebhaber der Musik sei, die er „leidenschaftlich“ seit seiner Jugend gehört habe. Inoffiziell erklärte man sich noch in der Aula Paolo VI. die Abwesenheit damit, daß Papst Franziskus kein Freund mondäner Ereignisse ist.
Es spielte das RAI-Synphonieorchester unter der Leitung von Juraj Valčuha und es sang der Chor der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Ciro Visco. Auf dem Programm stand auch Beethovens 9. Symphonie. Am Ende des Konzerts sollte sich der Papst in einer kurzen Ansprache an die Anwesenden wenden.

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5 Kommentare

  1. … à propos ‚Würdenträger‘, hier mal die neueste Aloysius-Perle, grmpf …:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/idw_dlf/2152630/

    „Glück: Was auf Dauer mit Tradition begründet wird, hat keinen Bestand …
    … ZdK-Präsident warnt vor „Unwahrhaftigkeiten“ innerhalb der Kirche“,

    „Wie sehr dieser Papst auf die Menschen wirkt, was es für eine Botschaft ist und wie die Menschen darauf reagieren in so einer großen Zahl – auf die Zuwendung dieses Papstes zu den Menschen. Es sind vor allem seine Gesten, so wie sie sie erleben in diesem Amt – so menschennah, so wirklichkeitsnah. Und das gibt vielen Menschen Hoffnung. Er setzt Kräfte frei in unserer Kirche, die auch genau in diesem Sinne sich angesprochen fühlen und auch pastoral und Seelsorge und Glaube verstehen.“

    Und DAS am frühen Morgen, hält man ja im Kopp nich aus, [nochmal] grmpf [nur, um nicht noch mehr zu sagen^^] …

    • „Was auf Dauer mit Tradition begründet wird, hat keinen Bestand …“

      Weiss der Mann eigentlich, wie sehr er sich entblödet? Was hat denn überhaupt Bestand, wenn nicht die Tradition und das, was diese fortsetzt? Alle Versuche, Neues gegen die Tradition zu errichten, sind kläglich gescheitert. Erneuerung hatte und hat nur dann Bestand, wenn sie an die Traditionen anknüpft, sie wiederbelebt, anstatt blindlings mit ihnen zu brechen. „Vorwärts, Vorwärts, nimmer zurück!“, war stets die Parole aller gescheiterten Revolutionäre. Diese nahezu bacchantische Glorifizierung eines Mannes, der gerade einmal 100 Tage im Amt ist und – ausser mit Traditionen zu brechen und zum Ungehorsam gegen die eigenen Dikasterien aufzurufen – noch nichts wirklich Wesentliches hervorgebracht hat, dafür aber Tag für Tag den homiletischen Knüppel aus dem Sack lässt, ist zudem einfach unangebracht und peinlich.

      • Nur weil er der 2000jährigen Tradition der Kirche sein Amt verdankt, genießt dieser Mann, der offensichtlich unfähig scheint, außer spontan geplapperten Sätzen eine Rede zu halten, logisch aufgebaut und zu Ende geführt, seine Popularität.
        Er will diese Tradition zerstören, daran kann ich nicht mehr zweifeln. Ist es „unangebracht und peinlich“, was er täglich äußert, oder bösartig, diabolisch?

        • Zur Klärung: „unangebracht und peinlich“ bezog sich auf diese Art von Glorifizierung, nicht auf die täglichen homiletischen Perlen aus der Hotelkapelle.

    • Allois Glück zeigte schon desöfteren, dass er Katholizität lediglich als besseres Vermarktungsmittel parteipolitischer Interessen ansieht und entsprechend uminterpretiert.

      Die Absage Papst Franziskus ist in jedem Fall sehr bedauerlich, könnte man sie doch als Unhöflichkeit ansehen, in der sich auch Ignoranz gegenüber Leistungen anderer Menschen ausdrückt.

      Bescheidenheit darf nicht plakativ werden, sonst verliert sie ihre Authentizität und wird lediglich zum medialen Ereignis.

      Ich kann mich leider des Eindrucks immer weniger erwehren, dass Papst Franziskus diese Gefahr unterschätzt.

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