Papst Franziskus und das Drama der Sodomie in der Kirche

(Rom) Der bekannte Kirchenhistoriker und katholische Intellektuelle Roberto de Mattei befaßte sich in einem jüngsten Aufsatz mit der aufsehenerregenden Feststellung von Papst Franziskus, daß im Vatikan eine „Homo-Lobby“ existiere.

Von Roberto de Mattei

Die Feststellung von Papst Franziskus, daß es im Vatikan eine „Homo-Lobby“ gibt, ist nicht auf einen improvisierten Scherz zu reduzieren. Sie ist vielmehr zu bedenken und in ihrer tragischen Tragweite abzuschätzen. „In der Kurie gibt es heilige Personen, wirklich, aber es gibt auch eine korrupte Strömung. Man spricht von einer ‚Homo-Lobby‘ und so ist es, sie existiert. Wir müssen abwägen, was getan werden kann.“

Aussage über „Homo-Lobby“ authentisch – Lobby übt verborgenen Druck in Kirche aus

Der Heilige Vater hat diese Worte im Rahmen einer Audienz für die Führungsspitze der Konföderation der Ordensleute Lateinamerikas und der Karibik (CLAR) ausgesprochen, die am vergangenen 6. Juni in Rom stattfand. Es handelte sich um eine Privataudienz, aber der Papst ist immer Papst und der Gesprächspartner war ein maßgeblicher Verband, der eine schriftliche Zusammenfassung der päpstlichen Ansprache erstellte. Dieser Text war nicht für die Veröffentlichung bestimmt, aber er ist authentisch, wie der CLAR-Vorstand bestätigte und wie die Tatsache beweist, daß er rund um die Welt ging, ohne daß er vom Heiligen Stuhl dementiert wurde.

Der Papst bezog sich nicht auf die Kirche allgemein, sondern auf den Vatikan, was noch schwerwiegender ist, weil das der Ort ist, wo er lebt, umgeben von seinen engsten Mitarbeitern. Und genau innerhalb der Leoninischen Mauern hat er die Existenz einer „Lobby“ bestätigt, das heißt einer mächtigen und organisierten Gruppe, die imstande ist, all das zu tun, was eine Lobby ebenso macht: auf legale oder illegale Weise starken Druck auszuüben, um einige Entscheidungen zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen.

Das Interesse der „Homo-Lobby“ wäre, in diesem Fall, im Inneren der vatikanischen Institutionen Männer zu fördern, die Praxis und Ideologie der Homosexualität teilen, und zu verhindern, daß dieses Laster als solches im Bewußtsein der Kirche verurteilt wird.

Was wäre geschehen, wenn Benedikt XVI. von „Homo-Lobby“ gesprochen hätte?

Ernesto Galli della Loggia schrieb in einem Artikel, der am 23. Juni im Corriere della Sera veröffentlicht wurde:

„Ich frage mich, was geschehen wäre, wenn derselbe Ausdruck „Homo-Lobby“ statt von Papst Franziskus von Papst Benedikt gebraucht worden wäre, oder, viel bescheidener, von einem Vertreter des notorischen Machismo wie Silvio Berlusconi (…). Es braucht nicht viel, um es sich vorzustellen: Anschuldigungen von allen Seiten wegen einer offensichtlich homophoben Sprache, aufgeregtes Anprangern verleumderischer Absichten, die ein solcher Ausdruck impliziere, Proteste aller Homo-Verbände, (…) und so weiter.
Wie es tatsächlich pünktlich in der Vergangenheit jedes Mal geschehen ist, wenn jemand vergleichbare Worte verwendet hat und dieser jemand aus welchem Grund auch immer jener politische Seite unsympathisch war, sie dich ohne Wenn und Aber mit der Sache der Rechte für Homosexuelle identifiziert.
Aber dieser Mal wurde der Ausdruck ‚Homo-Lobby‘ von jemand wie Papst Franziskus, der sich den universalen Ruf erworben hat, „einfach“ und „gutherzig“ zu sein, gebraucht und zwar, um eine mächtige Gruppe von Prälaten zu treffen , die sich den nicht weniger universalen Ruf erworben haben, „böse“ zu sein, und dies, um uns richtig zu verstehen, durchaus zu recht. Brutal vereinfachend gesagt: weil dieses Mal die Worte nur einen Teil getroffen hat, der in der allgemeinen Wahrnehmung (angefangen bei der Homo-Bewegung und deren Vertretern selbst) per definitionem als korrupt und reaktionär gilt. Und deshalb könne man ruhig ‚Homo-Lobby‘ sagen.“

Heuchelnde Massenmeiden, „doch Pädophile und Homosexuelle scheinen dieselbe Lobby zu bilden“

Homo-Lobby im Vatikan Gedanken von Roberto de MatteiMan könnte auch fragen, warum dieselben Massenmedien, die von „moralischer Mitverantwortung“ sprechen, wenn ein Bischof zu schwach gegen einen tatsächlichen oder vermeintlichen pädophilen Priester vorgeht, bereit sind, ihn sofort als homophob anzugreifen, wenn er entschlossen gegen einen homosexuellen Priester vorgeht. Warum ist die Pädophilie ein Verbrechen und die Homosexualität ein Recht? Die Antwort ist einfach. Für die relativistische Pseudokultur ist das, was die Pädophilie zu einem Verbrechen macht, nicht die moralische Unordnung, sondern die Tatsache, daß die widernatürliche Handlung zum Schaden eines Kindes begangen wird. Die Ablehnung leitet sich nicht aus dem Moralgesetz her, sondern aus der uneingeschränkten Selbstbestimmung des Subjekts.

Die Pädophilie verletzt die Rechte der Minderjährigen, während die Homosexualität die Rechte der Erwachsenen bestätigt. Pädophile Priester und homosexuelle Priester scheinen aber in Wirklichkeit ein und dieselbe „Lobby“ zu bilden, weil sie sich aus derselben libertinen und pansexuellen Ideologie speisen, die in den vergangenen 50 Jahren auch in das Innere der Kirche eingedrungen ist.

„Homohäresie“ geht Hand in Hand mit Konkubinat: der Feind ist der kirchliche Zölibat

Die „Homohäresie“, das heißt die Theologie der Homosexualität, wie sie vom Krakauer Domherrn Dariusz Oko angeprangert wurde, geht im Gleichschritt mit der Theologie der verheirateten Priester. In beiden Fällen ist der kirchliche Zölibat der Feind, jene moralische Säule, auf die die Kirche seit ihren Anfängen ruht. Abgesehen davon: wenn der Papst sich so ausgedrückt hat, hat er es mit gutem Grund getan. Einige, wie der Vatikanist Ingrazio Ingrao, behaupten, die drei von Papst Benedikt XVI. mit Ermittlungen in der Kurie beauftragten Kardinäle Julian Herranz, Salvatore De Giorgi und Jozef Tomko in ihrer Relatio ein ganzes Kapitel dem „Homo-Netzwerk“ gewidmet hätten. Es gibt jene, die vermuten, daß gerade die Entdeckung, daß ein solches Netzwerk existiert, für Benedikt XVI., der bereits beabsichtigte, auf das Pontifikat zu verzichten, der letzte Anstoß war, der ihn zum Rücktritt veranlaßt habe. Es gibt auch manche, die denken, daß die Worte des Papstes im Zusammenhang mit Nachrichten über jüngste Vorfälle im Almo Collegio Capranica stünde, die von Corrispondenza Romana mit dem Artikel „Das Drama der Sodomie in der Diözese Rom“ angeprangert wurde, der nach einer Anzeige durch den Rektor des Kollegs auf Anordnung des Landgerichts Rom vom Netz genommen werden mußte.

Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen Homo-Ring in Rom

In den Nachrichten des privaten Fernsehsenders La7 vom 25. Juni wurde von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Rom gegen einen schwindelerregenden Ring von Klerikern berichtet die sexuelle Kontakte mit Minderjährigen hätten. Die Anzeige, die die Ermittlungen ins Rollen brachte, enthalte rund 20 Namen, darunter ein ehemaliger Zeremoniär des Papstes, ein Sekretär des Kardinalvikars von Rom, vier amtierende Pfarrer von Rom West und Nord und andere höhere Kirchenvertreter.1

„Nulltoleranz“ für Pädophile, aber „maximale Toleranz“ für Homosexuelle?

Die Haltung gewisser kirchlicher Autoritäten gegenüber solchen Skandalen ist erstaunlich. Wenn sie Kenntnis von der Existenz einer unmoralischen Situation in einer Pfarrei, in einem Kolleg oder einem Seminar erlangen, dann stellen sie nicht Erhebungen an, um die Wahrheit festzustellen, entfernen nicht die Schuldigen, tilgen nicht den Schmutz aus, sondern zeigen sich belästigt, wenn sie nicht sogar Mißbilligung äußern für jene, die das Übel gemeldet haben. Im besten Fall, wenn sie aktiv werden, beschränken sie sich auf das, was die zivile Gerichtsbarkeit interessieren könnte, aus Angst in eine Gerichtssache verwickelt zu werden. Sie schweigen aber zu dem, was von moralischer und kirchenrechtlicher Relevanz ist. Das Motto könnte lauten: „Nulltoleranz“ für die Pädophilen, „maximale Toleranz“ für die Homosexuellen. Letztere behalten problemlos ihre Posten als Pfarrer, Bischöfe, Rektoren von Kollegien und bilden jene „Homo-Mafia“, die Papst Franziskus nun als „Homo-Lobby“ bezeichnet hat.

Auf gleicher Ebene: Paul VI: „Rauch Satans in Kirche eingedrungen“ – Franziskus: „Homo-Lobby“

Die Bemerkung des Papstes geht über die schon schwere Klage über den „Schmutz in der Kirche“ hinaus, die Kardinal Ratzinger am Karfreitag 2005, am Vorabend zu seiner Wahl zum Papst führte. Auch damals bezog sich der künftige Papst Benedikt XVI. mit Sicherheit auf jene moralische Plage, die im Kleid der Pädophilie, der Ephebophilie oder einfacher gesagt, des Homosexualismus sich in der Kirche ausbreitet. Die Tragweite der Aussage von Franziskus ist weitergehend und kommt jener von Papst Paul VI. gleich, als dieser in seiner Predigt vom 29. Juni 1972 erklärte, daß „durch irgendeinen Spalt“ der „Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen ist“. Was geschieht, ist genau die Folge jenes Rauchs Satans, der die Kirche heute einhüllt und erstickt. Wird Papst Franziskus eingreifen? Das ist die Frage all jener, die für eine wirkliche moralische und doktrinelle Erneuerung des mystischen Leibes Christi beten und kämpfen.

Text: Roberto de Mattei/Corrispondenza Romana
Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Corrispondenza Romana

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Zuwendungsübersicht
  1. Die „Ermittlungen“ beziehen sich auf Aussagen des ehemaligen Priesters Patrizio Poggi. Poggi war 2007 wegen sexuellen Mißbrauchs von Minderjährigen laisiert worden. Von einem italienischen Gericht wurde erwegen pädophiler Straftaten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, die er inzwischen abgesessen hat. Der Kardinalvikar der Diözese Rom, Agostino Vallini erklärte, „volles Vertrauen in die Arbeit der Justiz“ zu haben und zeigte sich überzeugt, daß „der verleumderische Plan aufgedeckt“ werde, den er Poggi zuschreibt, der unbescholtene Priester verleumde. Italienische Medien hatten Auszüge aus einer Sachverhaltsdarstellung Poggis veröffentlicht. Inzwischen dementierte der leitende Staatsanwalt von Rom, Giuseppe Pignatone, daß es wegen Poggis Aussagen Ermittlungen gegen Priester der Diözese gebe. []
zeitschnur
Unter den gegebenen politischen Umständen, die zur Stunde den Anschein erwecken, „gewonnen“ zu haben, wird F. allergrößte Probleme haben, hier etwas zu ändern. Denn die innerkirchliche „Homolobby“ ist mit Sicherheit verbandelt mit der säkularen „Homolobby“. Und wie ein anderer Artikel hier zeigt, ist die Homolobby wiederum aufs engste mit dem globalen Kapitalismus verbunden, so, wie überhaupt die sexuelle Schrankenlosigkeit des Individuums mit ganz, ganz viel Geld verbunden ist, verbunden war und immer verbunden sein wird. „Sexuelle Selbstbestimmung“ hat keine definierte Grenze mehr, solange der andere alles mitmacht … und solange mein Geld mir dazu verhilft, den anderen zu allem zu… weiter lesen »
Jörg Guttenberger
Hier wird offenbar Zölibat und priesterliche Ehelosigkeit verwechselt! Der Zölibat geht tatsächlich auf die hl. Schrift zurück (1 Tim. 3): Hier heißt es, daß ein Weihekandidat nur einmal verheiratet sein darf. Das schließt für den Geweihten eine Wiederheirat nach Verwitweung aus. Daß auch ein ledig Geweihter nicht mehr heiraten darf, bedeutet eine Ausweitung der Zölibatsverpflichtung. So ist es noch heute in den Ostkirchen: Nach der Diakonenweihe darf nicht mehr geheiratet werden. Im Osten kommt für den Bischof und im Westen für den Priester eine bestehende Ehe als Weihehindernis hinzu. Auch für unsere verheirateten ständigen Diakone gilt der Zölibat: nach der… weiter lesen »
zeitschnur

Hier wird nichts verwechselt – mir ging es nicht um einen gelehrten Diskurs. Ich kann nicht erkennen, was Ihr Text mit meinem Posting zu tun hat…

Jörg Guttenberger

Hier wird swchon verwechselt, denn Zölibat und priesterliche Ehelosigkeit ist nun einmal nicht dasselbe, wie ich auch ausgeführt habe.

hicesthodie

Das ist Ihre ganz persönliche Interpretation, Herr Guttenberger. Nehmen Sie Kardinal Stickler: „Der Klerikerzölibat“ oder die neuesten Forschungen von Stefan Heid: „Der Zölibat in der frühen Kirche“ zur Kenntnis, und Sie werden erkennen, dass sich Ihre Unterscheidung nicht halten lässt. Von der theologisch äusserst fragwürdigen und kontraproduktiven Dispenspraxis der Konzilskirche einmal ganz abgesehen!

Jörg Guttenberger

Stickler ist auch nicht unfehlbar. In den Ostkirchennaht sich bekanntlich die urkirchliche Praxis der Unterscheidung von Ehelosigkeit und Zölibat erhalten.

KonradGeorg
Lieber Jörg Guttenberger, bitte nehmen Sie das Folgende als Ergänzung, keinesfalls als Kritik. Der Zölibat galt schon immer, das ist sicher. Die Ehelosigkeit theoretisch aber auch, weil es am Anfang einfach keine unverheirateten Männer gab. Der heilige Josef und der Apostel Johannes sind mir als Ausnahmen bekannt. Josef hat im hohen Alter von 33 Jahren Maria geheiratet. Ebenso wie die Ehe von Josef und Maria enthaltsam geführt wurde, so waren alle verheirateten Priester und Bischöfe gehalten,nach der Weihe enthaltsam zu leben. Weil das offenbar nicht immer eingehalten wurde, deshalb wurden dann eben keine Verheirateten mehr geweiht. Und für alle Nicht-Verheirateten… weiter lesen »
hicesthodie
Man muss sich auch einmal fragen, welche kirchliche Praxis denn nun rigider, widersprüchlicher und sexualfeindlicher ist: von Anfang an in der Zölibatsgnade das wesentliche Kriterium für eine Priesterberufung zu sehen, das heißt, das Priesterum von vornherein mit dem Zölibat zu verbinden, oder diese Gnade nicht vorauszusetzen, die Priester heiraten und in Ehe leben zu lassen, um ihnen im Falle der Verwitwerung das Zölibat nachträglich aufzuoktroyieren. Letzeres ist unmenschlich, unlogisch und in unserem hypersexualisierten Kulturkreis ohnehin nicht vermittel- und durchführbar. Dieses orthodoxe Zugeständnis kann also niemals als Vorbild für die lateinische Kirche dienen. Diese Priesterehe entspricht zudem nicht dem Vorbild und… weiter lesen »
Jörg Guttenberger

Sie müssen untercheiden zwischenn Priesterehe und Priesterheirat. Das Verbot dr Heirat eines Priesters geht auf die genennte Paulus-Stelle zurück, wohingegen die Priesterehe deutlich jünger ist.

Jörg Guttenberger
Bischöfe der alten Kirche hatten durchaus Nachwuchs! Wie kommen Sie überhaupt darauf, daß die Geweihten nach der Weihe enthaltsam gelebt haben? Hierzu sind weder unsere verheirateten Diakone, noch die verheirateten östlichen Priester- und Diakone verpflichtet. Der Zölibat geht auf den genannte Paulus-Stelle zurück. Auf welche Quelle beziehen Sie sich mit Ihrer Behauptung, der Verpflichtung zur Enthaltsamkeit verheirateter Kleriker? Mir scheint, Sie zitieren hier eine bekannte Spekulationsprxis, die wissenschaftlich völlig unhaltbar ist. Woher wollen Sie das Heiratsalter des hl. Josef wissen? In der Bibel sgeht davon nichts. In apokryphen Schriften wird zum Teil behauptet, der hl. Josef sei schon ein Greis… weiter lesen »
Tantumquantum

Aus Ihrem letzten Satz muss man folgern, dass “ reine und echte Liebe“ nur im Zölibat möglich ist. Meinen Sie das wirklich so?

zeitschnur

Ja, das meine ich so – nur da ist er oder sie wirklich frei, ohne Ansprüche an den andern zu lieben. In der Ehe wird man das wohl nie rein hinbekommen. Deshalb wird im NT immer wieder gesagt, der Verzicht um des Himmelreiches willen sei das „bessere“ – aber nur fassbar von denen, die es fassen können. (Das sage ich als Verheiratete!) Schon viele haben festgestellt, dass auch die eheliche Liebe am Ende nur dann wirklich echte Liebe ist, wenn sie verzichten kann.

Jörg Guttenberger

Natürlich ist auch eheliche Liebe frei! denn es wird bei der Trauung ausdrücklich gefragt, ob die Brautleute frei und ungezwungen gekommen sind, um das Ehesakrament zu empfangen. Freiheit ist also unabdingbare Voraussetzung zum Empfang des Sakramentes, genauso wie für die anderen Sakramente einschließlich Weihesakrament auch.

estersimplicia

Liebe Zeitschnur, wenn sie wüssten wie recht Sie haben!
Aber das kann man nur verstehen, wenn man von Gott weiß, weil erst dann versteht man was vom Menschen. man kriegt erst dann ein Gespür für die poetischen Schwingungen der Worte
Zur Lektüre empfehle ich, auch dem Herrn Guttenberger: von Romano Guardini:
Die Annahme seiner selbst – Den Menschen erkennt nur, wer von Gott weiß

Tantumquantum

Man sollte nicht den perfekt gelebten Zölibat (der wohl eher die Ausnahme ist) mit durchschnittlicher ehelicher Sexualität vergleichen, so als ob „wahre und reine Liebe“ nur bei den Zölibatären zu finden sei, während sie in der Ehe fast notwendig durch egoistische Gier beschmutzt würde. Das ist unredlich.

hicesthodie

Tantumquantum, Ihre oben geäußerte Unterstellung muss man auf das Schärfste zurück. Nicht der perfekt gelebte Zölibat ist die Ausnahme, sondern die, die ihn nicht perfekt leben, sprich: gegen ihr Zölibatsversprechen verstoßen. Aber auch in diesem Falle ist Reue und Umkehr möglich. Von interessierten Kreisen und durch die mühsam am Leben gehaltene Missbrauchsdebatte, sollen Einzelfälle dafür herhalten, das Zölibat und die Morallehre der Kirche insgesamt in Zweifel zu ziehen. Das ist unredlich!

Tantumquantum

Da Sie offenbar den besseren Durchblick haben, nehme ich die „Unterstellung“ gerne zurück. Zufrieden? Mir ging es in meinem Posting auch gar nicht um den Zölibat, sondern um die ungerechtfertigte pauschale Abwertung der Ehe als etwas Unreines, die ich aus Frau Zeitschnurs Posting zuerst herausgelesen hatte. Im Übrigen: Ob im Einzelfall der Zölibatär oder der Verheiratete/ die Verheiratete die größeren Opfer bringt, das sei mal dahingestellt.

zeitschnur
Tja, Tantumquantum, Frau Zeitschnur hat nicht gesagt, dass die Ehe etwas Unreines ist und ich werte sie auch nicht paschal ab. Auch vom Opferbringen habe ich nicht gesprochen. Da aber Jesus selbst gesagt hat, im Himmel werde nicht mehr geheiratet, sondern wir würden dann sein wir die Engel, hat die Kirche von Anfang an angenommen, dass in der zölibatären lebensweise diese reine „Ideal“ der Liebe „im Vorgriff“ verwirklicht wird. Das heißt nicht, dass das in der Ehe nicht auch gelingt (lesen Sie halt meine Postungs so wie ich sie geschrieben habe, meine Güte, ist das denn so schwer – nein,… weiter lesen »
zeitschnur

@ Jörg Gutteberger et alteres:
Sie verstehen einfach nicht, was ich gesagt habe. Unter Freiheit verstehe ich die Freiheit, ohne in persönliche Ansprüche verwickelt zu sein, zu lieben. Das ist in einer Ehe ausgesprochen schwer zu verwirklichen, schwerer als in einer zölibatären Lebensweise. Und wenn die Liebe zum Ehepartner frei und rein geworden ist, hat sie letztendlich eine zölibatäre Praxis entwickelt. Das heißt nicht, dass Sexualität in der Ehe schlecht oder ausgeschlossen sein muss, sondern dass es ein „Haben als hätte man nicht“ ist, wie St. Paulus sagte.

hicesthodie
„Der Zölibat aber ist unsere letzte Chance und unsere letzte Erinnerung an reine und echte Liebe.“ Dem ist wohl so. Und es ist in der Tat alles daran zu setzen, diese Liebe rein und echt zu erhalten. Was mich jedoch bei dieser ganzen (von außen aufgedrängten) Sex-, Pädo- und Homomanie, die in der Kirche plötzlich ausgebrochen ist, bedenklich stimmt, ist die Möglichkeit, dass diese von interessierten Kreisen dazu benützt werden könnte, den Zölibat selbst als Nährboden ungesunder Neigungen zu erklären und dadurch seine Abschaffung zu forcieren. Genauso kann die Rede von der angeblichen Homo-Lobby an der Kurie als Schwächung der… weiter lesen »
GW
Ja, so, wie man sich des Eindrucks nicht ganz erwehren kann, daß auch der (z.T.[?] sicherlich hausgemachte) Priestermangel instrumentalisiert und als willkommener Anlaß genommen wird, den Zölibat (als vermeintliche Ursache) noch mehr infrage zu stellen, die Weihe von Frauen zu fordern und überhaupt das Priesteramt selbst dadurch noch weiter an den Rand zu drängen, daß in den Diözesen massive ‚Umstrukturierungen‘ vorgenommen werden, Stichwort ‚Kooperative Pastoral‘ und diese ‚WoGoFen‘ – „garantiert priesterfrei“ … – diese „Umgestaltungen“ gegen die ausdrückliche Vorgabe Papst Benedikts XVI. (und des Kirchenrechts), weshalb man dann auch noch gegen diesen leidigen „dirigistischen römischen Zentralismus“ polemisiert. Tja, ‚tout se… weiter lesen »
M.S.
„Wird Papst Franziskus eingreifen?“ Was soll er denn machen? Seit dem Konzil versteht sich die Kirche als Gemeinschaft von Menschen, die in der Welt von heute sich irgendwie miteinander arrangieren müssen. Seither ist sie ein zahnloser Tiger. Sie hat vergessen, daß sie aus drei Teilen besteht: der streitenden Kirche, der leidenden Kirche, der triumphierenden Kirche. Sie ist heute nurmehr das „pilgernde Volk Gottes“. Der Bildersturm der Liturgiereform hat schwere Schäden angerichtet. Erst wurden die Bilder der Heiligen aus den Kirchen entfernt und nachher ist das Bewusstsein weg, daß es einen Beistand gibt, der von oben her helfen kann und wird,… weiter lesen »
Jörg Guttenberger

Das Wort von dem plgernden Volk Gottes gilt doch wohl ausscließlich für die streitende und die leidende, nicht jedoch für die triumphierende Kirche.

Auch wird das Wort von der pilgernden Kirche wohl zu eng verstanden: Christus ist eben der Weg, den wir gehen müssen. Insofern ist das Bild vom pilgernden Gottesvolk richitg. Christus ist aber eben nicht ausschließlich der Weg, sondern auch Wahrheit und Leben, d. h. er begleitet uns ständig als das Leben, das wir in uns tragen und die Wahrheit, die wir gemeinsam suchen und auch schon in uns tragen, deren wir uns bewußt werden müssen.

M.S.

Wie Sie richtig sagen, gilt das Wort vom pilgernden Volk Gottes nicht für alle drei Bereiche, es wird also ein wesentlicher Teil der Kirche ausgeklammert. (Die himmlischen Kräfte) Und genau das ist das Verhängnis.
Das wird mehr und mehr deutlich.

Die rein irdische Plattform reicht nicht.

Jörg Guttenberger
Da haben Sie völlig Recht: wir müssen immer das Ganze sehen, sonst ergibt sich ein verengtes Bewußtsein, und das führt in die Irre. Wenn wir nur die irdische Plattform sehen, erwarten wir unser ganzes Glück vom Irdischen, und das führt zwangsläufig zu Enttäuschungen. Denn wahre Freunde kommt letztlich von Innen, aber auch nur dann, wenn wir uns bewußt snd, daß Christus als ständig fließende nie versiegende Quelle jeglicher Freunde und allen Glückes in uns lebt und wir ihn gewähren lassen, uns also nicht in uns selbst verkrampfen, denn dann wenden wir uns vom Herrn ab und dem Satan zu. Bei… weiter lesen »
M.S.

das ist ein ganz anderes Thema, was Sie hier anschneiden und hat mit meinem Kommentar nicht viel zu tun.

zeitschnur
„(Jesus) begleitet uns ständig als das Leben, das wir in uns tragen und die Wahrheit, die wir gemeinsam suchen und auch schon in uns tragen, deren wir uns bewußt werden müssen.“ Das überzeugt mich nicht. Wir tragen gar nichts schon in uns – anderfalls wäre nicht verständlich, warum es zum Beispiel über den verlorenen Sohn heißt, er sei (als Verlorener) „tot“ gewesen und nun nach seiner Umkehr sei er „lebendig“. Schon im AT bescheinigt Gott den Menschen durch die Propheten, sie trügen ein Steinherz im leib, das ER durch ein Fleischherz ersetzen würde. Es geht nicht darum, dass wir etwas… weiter lesen »
Jörg Guttenberger

Natürlich tragen wir seit der Taufe götliches Leben in uns. Dieses göttliche Leben wirkt freilich nicht mechanisch, sondern wir müssen uns öffnen, damit wir kein Herz aus Stein haben, das das göttliche Leben verdrängt, aber eben nicht vollständig verdrängt. Das Göttliche bleibt wegen dres unauslösclichen Merkmals immer in nuns!

zeitschnur

Ich meinte: vor der Taufe (und Sie haben sich keineswegs klar ausgedrückt) tragen wir nichts schon in uns.

Jörg Guttenberger

Ich formuliere klarer: seit der Taufe tragen wir das göttliche Lebern als durch das Sakrament unauslöscbliche Merkmal unwiderruflich in uns. Das neimm uns nicht die Freiheit, uns von Gott abzuwenden.

zeitschnur
Mir ist bei dieser abstrakten Redeweise ehrlich gesagt nicht wohl – Jesus als „das Leben“, das „Göttliche“ „in uns“, das wir seit der Taufe unauslöschlich etc. Ich bin mir nicht sicher, ob das so überhaupt Lehre der Kirche ist. Jesus ist eine leibhaftige Person. Die Taufe wäscht unsere Sünden ein für allemal ab. Wir tragen aber die leibhaftige Person Jesu nicht als abstraktes „göttliches Leben“ in uns, sondern als Person, durch die Teilnahme an der Eucharistie, durch das Gebet und dadurch, dass ER zu uns in vielfältigster Weise kommt. Was Sie dagegen sagen, klingt sehr magisch, nach Automatismus, mir ist… weiter lesen »
Armin
Das wahre Drama in der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche Gottes unseres Herrn ist die Tatsache, das sich die neue Glaubensgemeinschaft Namens „Konzilskirche“ jahrzehntelang Blind, Taub und Stumm stellte, so das aus vielen ein wahres gräuliches, satanisches Drama entwickelte, siehe die Missbrauchsfälle, aktive Homosexualität , den Zölibats Bruch, der weiterhin obwohl vielen Bischöfen bekannt ,nicht geahndet wird. Dasselbe trifft auch auf die vielen häretisch-schismatischen Vereine zu, die ungeachtet des gültigen Kirchenrechts ihren Feldzug im Namen des „allerniedrigsten“ ungehindert fortführen können. Aus „Wehret den Anfängen“ wurde in der „Konzilskirche“ – „Nähret die Anfänge“ und so steht diese nun vor dem… weiter lesen »
Putzi

Wer den Zölibat für den Morast in der Kirche verantwortlich machen will, der sollte sich ernsthaft prüfen ob er nicht auch schon hierin versunken ist, zu mindesten geistiger Weise.– Es kann nur ein Wiederbeleben in der Katholischen Kirche geben, wenn dieses Übel ausgerottet wird und die Priesteranwärter den einfachen Weg eines wirklichen Hirtens gehen will und nicht dem Geltungsdrang mit abgesichertem Wohlstand wählen. Eine wirkliche Berufung als verantwortungsvoller Seelenführer ist gefragt .

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