Freimaurerischer Vatikan? Wahrheit und Legende

Das freimaurerische LichtDer Jurist und Soziologe Massimo Introvigne, 2011 OSZE-Repräsentant gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Christen, befaßt sich in einem Aufsatz für La Nuova Bussola Quotidiana, deren Mitherausgeber er ist, mit den Gerüchten einer wie auch immer gearteten Durchdringung der Kirche durch Logenmitgliedschaften von Kirchenvertretern.

von Massimo Introvigne

Vor einigen Jahren sagte ein wichtiger italienischer Kardinal, den ich auf einer Tagung traf, zu mir: „Wissen Sie es Professor? Ich habe soeben einen anonymen Umschlag mit einer Liste von freimaurerischen Katholiken erhalten, auch Ihr Name war dabei.“ Ich antwortete ihm völlig wahrheitsgetreu: „Was für ein seltsamer Zufall. Auch ich habe einen anonymen Umschlag erhalten, mit einer Liste von freimaurerischen Kardinälen. Sie waren auch dabei.“

Die Anekdote fiel mir wieder ein bei der Lektüre des soeben veröffentlichten Buchs „Freimaurerischer Vatikan. Logen, Geld und okkulte Mächte: Die geheime Seite der Kirche von Papst Franziskus“. Autoren sind Giacomo Galeazzi, Vatikanist der Tageszeitung La Stampa und guter Kenner vieler, vielleicht sogar zu vieler römischer Kreise, und Ferruccio Pinotti, ein Journalist, der vor allem wegen seiner militanten Feindschaft gegen das Opus Dei und Communione e Liberazione bekannt ist. Eine Feindschaft, die pünktlich auch im Buch wieder zum Vorschein kommt.

Ganz abgesehen von den Absichten der Autoren, ist das Buch in der Lage, wegen seiner Überdosis an Informationen, Schaden anzurichten und vor allem Verwirrung zu stiften. Die Auszüge aus Zeitungen, Dokumenten, Interviews sind so ineinandergefügt, daß der Leser nicht imstande ist, die Quellen auseinanderzuhalten und damit zu erkennen, welche seriös und gewichtig sind, welche weniger und welche einfach nur haltloses Geschwätz sind.

Großen Raum geben die Autoren führenden Vertretern der Freimauerei, aber auch übertriebenen Raum für den gesprächigen Chef des Demokratischen Großorients, einer relativ kleinen, „linken“ Oppositionsgruppe innerhalb der größten Freimaurerorganisation Italiens, der zu noch so heiklen Themen den Autoren mit einem Zitatenflickwerk aus notorisch kirchenunfreundlichen Zeitungen antwortet.

Sie nehmen sogar Leo Zagami, einen ob seiner unerschöpflichen Fähigkeit sich die phantastischsten Komplotte auszudenken, auch international bekannten Freimaurer ernst. Nicht nur das, sie nehmen sogar die alten, längst widerlegten Verleumdungen für bare Münze, daß Papst Franziskus angeblich in Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur verwickelt sei.

Auch unter den Katholiken kommen sicher qualifizierte Stimmen zu Wort, wenn auch einige etwas unvorsichtig mit den Journalisten umgehen, wie der Bischof von Mazara del Vallo, Msgr. Domenico Mogavero, der die Gelegenheit nützt, um Benedikt XVI. für die Freigabe der überlieferten Messe zu kritisieren. Allerdings auch problematische Gestalten, wie der ehemalige Franziskaner Scozzaro. Und was soll man erst zu den anonymen Quellen sagen?

Da gibt es zum Beispiel ein langes Interview mit „einem hohen Vertreter des Jesuitenordens“, einen gewissen Pater R.T., der zum Thema Freimaurerei „die Klassifizierung von Professor Introvigne, der als einer der führenden Experten zur Freimaurerei gilt“, vorträgt. Meine Thesen müssen ihm jedenfalls gefallen, weil er aus meinen Schriften wörtliche ganze Seiten kopiert hat. Dann aber zitiert er, wie viele andere, einen „luziferischen“ Satz, der dem führenden amerikanischen Freimaurer Albert Pike (1809-1891) zugeschrieben wird. Der Satz lautet: „Ja, Luzifer ist Gott und unglücklicherweise ist auch YHWH [der Gott der Christen) Gott“. Obwohl sich dieser anonyme Jesuit als ein Leser meiner Schriften ausweist, weiß er nicht, daß dieser Pikes eine Fälschung ist, die der katholische französische Journalist Abel Clarin de la Rive (1855-1914) lieferte und die erstmals vom großen Provokateur und Dokumentenfälscher Leo Taxil (1854-1907) veröffentlicht wurde.

Der mit dem Thema nicht genau vertraute Leser läuft Gefahr, alle Angaben ernst zu nehmen, ohne zwischen seriösen Zeugen und jenen, die einen Hang zu überzogenen, ungeprüften oder erfindungsreichen Geschichten haben, zu unterscheiden. Schafft man etwas Ordnung, könnte man sagen, das Buch erzählt zwei Geschichten, die allerdings ineinander vermengt werden.

Die erste betrifft die Rolle der Freimaurerei in Italien, über die es seit Jahren zwei widersprüchliche Darstellungen gibt. Die Autoren versuchen sie, was nicht leicht ist, zusammenzuhalten. Die erste Darstellung entstand in der alten Kommunistischen Partei Italiens (1921-1991), die im Umfeld von deren Nachfolgeparteien und von linken Journalisten, Staatsanwälten und Richtern bis heute vertreten wird. Sie erzählt, daß die USA nach 1945 drei Kräfte ausfindig machten und finanzierten, um eine kommunistische Machtübernahme in Italien zu verhindern: die katholische Kirche mit der christdemokratischen Partei Democrazia Cristiana, die Freimaurerei und die organisierte Kriminalität, sprich die Mafia, und damit die Zusammenarbeit auch zwischen diesen förderten.

Die zweite Darstellung, die vor allem unter Katholiken verbreitet ist, sieht in der Freimaurerei vor allem eine Institution, die den Relativismus und dessen Früchte, wie Scheidung und Abtreibung durchsetzen will und dafür vor allem mit den “fortschrittlichen” Kräften, einschließlich den Kommunisten zusammenarbeitet.

Diese zweite Darstellung ist ohne Zweifel zutreffend. Die erste, die meist mit Übertreibungen präsentiert wird, enthält einige Teilwahrheiten und das Buch rekonstruiert manchmal, aber nicht immer glaubwürdig Formen der Zusammenarbeit zwischen freimaurerischen Obedienzen, deren Verbindung zu den „großen“ Freimaurerbünden allerdings unklar ist, mit der Mafia und der ‚Ndrangheta, in die zum Teil mit Blick auf „gute Geschäfte“ auch vereinzelt katholische Politiker und sogar Priester verwickelt waren, die mit Sicherheit allerdings nicht „die Kirche“ vertreten. Das Buch reitet auf, zudem allgemein bekannten Angelegenheiten der IOR, der sogenannten „Vatikan-Bank“ herum, die in der Vergangenheit sicher mit waghalsigen und zum Teil undurchsichtigen Finanzvertretern zusammengearbeitet hat, von denen einige auch Freimaurer waren.

Der Heilige Stuhl ist sich der Notwendigkeit bewußt, Ordnung zu schaffen. In dem Schlußinterview, das sich durch seinen gesunden Menschenverstand auszeichnet, fordert Ettore Gotti Tedeschi, von 2009-2012  IOR-Präsident und damit direkt Betroffener, berechtigerweise dazu auf, zwischen Mißbrauch und der selbstverständlichen Notwendigkeit zu unterscheiden, daß die katholische Kirche mit ihren 1,2 Milliarden Gläubigen auf der ganzen Welt die Gelder, die für das Funktionieren der Diözesen, Missionen und Kirchen bestimmt sind, durch eine eigene Organisation verwaltet, die wiederum, wie es weltweit üblich ist, mit internationalen Finanzinstitutionen zusammenarbeitet, wo sie mit Sicherheit auch auf Freimaurer stößt.

Die zweite Geschichte, die das Buch erzählt, betrifft das Verhältnis zwischen der Freimaurerei und der katholischen Kirche. Es ist ein Verdienst des Buches, daß es im Gegensatz zu zweideutigen Aussagen vieler Freimaurer, aber auch einiger Kirchenvertreter, daran erinnert, daß laut geltendem Gesetz der Kirche, die in der Declaratio de associationibus massonicis (Erklärung zu den freimaurerischen Vereinigungen) der Glaubenskongregation von 1983, einen Tag vor Inkrafttreten des neuen Kirchenrechts, Katholiken die Mitgliedschaft in jedweder freimaurerischen Vereinigung verboten ist und weiter: „Die Gläubigen, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen.“

Angesichts dieser eindeutigen Bestimmungen beschreibt das Buch zwei „alternative“ Wege. Der erste ist der von Priestern, die auf eine Aufhebung dieser Bestimmungen hinarbeiteten, ohne sie zu erreichen: teil aus Naivität wie Kardinal Silvio Oddi (1910-2001), der bereits hochbetagt und im Ruhestand veranlaßt wurde, mit dem Großmeister des Großorients von Italien eine entsprechende Bitte an den Papst zu unterschreiben, die im Buch abgedruckt ist; teils aber auch aus ideologischer Übereinstimmung zumindest mit einigen freimaurerischen Ideen, wie im Fall des Priesters der Gesellschaft vom hl. Apostel Paulus, Pater Rosario Esposito (1921-2009).
Der zweite Weg ist der von Kirchenvertretern, die ohne öffentlich eine Änderung der kirchlichen Position zur Freimaurerei zu verlangen, unter Verletzung des Kirchenrechts, einfach geheim Logenmitglieder werden.

Darüber spricht man nicht erst seit Jahren, sondern seit Jahrhunderten und bringt diesen oder jenen Bischof und Kardinal ins Spiel.

Das Buch sammelt alle erreichbaren Hinweise auf Priester, die Freimaurer waren oder sein könnten. Das Spektrum reicht von den einigermaßen lächerlichen Hinweisen des ehemaligen Ordensbruders Scozzaro, laut dem vom aktuellen Kardinalskollegium „mehr als 80″ der 120 Kardinäle Freimaurer seien, bis zum Großmeister der Regulären Großloge Italiens, einer kleineren Obedienz, die allerdings als einzige in Italien von der englischen Großloge, der Mutterloge aller Logen anerkannt ist, laut dem die Behauptung, daß es unter den Freimaurern Kardinäle gebe, eine „Großstadtlegende“ sei.

Das alte Problem der Listen von Bischöfen und Kardinälen, die angeblich Freimaurer seien, und die immer wieder da und dort auftauchen, drohen, und das ist auch der zentrale Schwachpunkt des Buches, in dem zu viele wahre, wahrscheinliche oder falsche Anekdoten dargeboten werden, das wirklich entscheidende Problem nicht sichtbar werden zu lassen.

Heute gibt es Computerprogramme, mit denen ein talentierter Techniker problemlos Mitgliedsausweise und Listen mit echt erscheinendem Briefkopf herstellen kann, mit denen es leicht ist, theoretisch jeden zu beschuldigen, ein Freimaurer zu sein, egal ob Bischöfe, Kardinäle oder sogar Päpste, wenn es sein muß. Das beraubt solche Listen grundsätzlich der Glaubwürdigkeit.

Die eigentliche Frage ist eine andere. Der entscheidende Kern der Freimaurerideologie ist der Relativismus, mit allen damit zusammenhängenden politischen Folgen, die häufig freimaurerische Obedienzen dazu führen, Gesetze zur Legalisierung der Abtreibung, der Euthanasie und der Homo-Verbindungen zu fördern. Wenn man also über einen katholischen Kirchenvertreter oder Politiker sagen hört, er ist Freimaurer, müßte die Frage lauten: Vertritt er relativistische Ideen? Ist er ein Abtreibungsbefürworter, spricht er sich für die Euthanasie oder die gesetzliche Anerkennung von Homo-Partnerschaften aus?

Lautet die Antwort „Ja“, dann ist er – laut der im Buch vom derzeitigen Großmeister des Großorients von Italien gebrauchten Definition – ein „Freimaurer ohne Schurz“, ein Weggefährte der Freimaurerei und die Frage, ob er über einen offiziellen Mitgliedsausweis verfügt oder nicht, ist dann nur mehr nebensächlich.

Wenn die Antwort „Nein“ ist, und der Kirchenvertreter oder der katholische Politiker sich offen dem Relativismus und dessen Folgen widersetzt, dann kann man mit gutem Grund schlußfolgern, daß die Vorwürfe verleumderisch sind.

Das wirkliche Problem sind nicht die Listen und die Mitgliedsausweise. Das Problem ist, um einen Ausdruck Benedikts XVI. zu gebrauchen, den Papst Franziskus in seiner Rede an das Diplomatische Corps am 22. März prompt wiederholte, die „Diktatur des Relativismus“. Und die meint, Listen hin, Listen her, die Diktatur des freimaurerischen Denkens in unserer Zeit.

Übersetzung: Giuseppe Nardi

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36 Comments

  1. Nee, ist vollkommen klar, alles ganz, ganz, gaaaaaanz harmlos, die Freimaurerei ist nur ein schön gruseliges Märchen oder Legende. Nur wie sind bloß satanische Exzesse a la der Kirche für den Hl. Padre Pio zu erklären inkl. einem pechschwarzen, furchtenflößenden (Pseudo-)Tabernakel? Jeder der sich ein wenig gruseln mag, findet hier auf 70 Seiten die Lektüre seiner Träume, voller präziser Ausführungen und unwiderlegbaren Fakten:

    http://www.chiesaviva.com/satanischertempel%20padrepio.pdf

    Wer ist bloß in der katholischen Kirche für solche Ausfälle verantwortlich? Alles bloß Einbildung? Oder ist die katholische Kirche inzwischen durch glaubensferne Kräfte dermaßen unterwandert, daß einem schon schwindelig wird? Fragen über Fragen, die man sich selbst beantworten muß, denn von der offiziellen Seite wird es bestimmt keine Stellungsnahme geben.

    • Wer gibt öffentlich zu, zur Freimaurerei zu gehören?
      Liste hin oder Liste her, alleine schon durch die Zugehörigkeit toleriert man deren Weltanschauung!
      Fakt ist, der Beitritt ist nach wie vor von der katholischen Kirche verboten und zieht die Exkommunikation nach sich.
      Es reicht schon, wenn einige Bischöfe und Kardinäle, (sowie unser Papst Franziskus)
      verbotenerweise dem Rotary Club angehören.
      http://www.kathpedia.com/index.php?title=Dekret_vom_11._Januar_1951_zum_Rotary-Club

      • Freimaurerei hin oder her, es ist die Denke, die so besorgniserregend ist.
        Es ist doch völlig egal, aber die Ideen der Katholischen Kirche Deutschlands, sind denen der Freimaurer nicht unähnlich.
        Für ein objektives Urteil schaue man sich Aussagen unseres Klerus und die katholische Kirche, nach Vat.II und Liturgierevolution an und vergleiche sie, mit den heroisch verteidigten Werten, der Liturgie und den Grundüberzeugungen der FSSPX !
        Die Schere, die sich bei Lebfevres Gegenkurs auf die Liturgie beschränkte ist extrem weit geöffnet und erinnert unseren Klerus schmerzlich an das ganze inzwischen preisgegebene Terrain des Glaubens.
        Das ist eine Tatsache!
        Die Kirche ist ideologisch vergwaltigt worden, jeder hat daran mitgewirkt, Protestanten, Modernisten, Freimaurer, Sozialisten, Theologen oder sonstige Zerstörer.
        Die wahre Kirche lebt in der FSSPX weiter, weltweit mit gut einer dreiviertelmillion Anhänger.
        Wenn Christus zum jüngsten Gericht kommt, dann lautet seine Frage auch: “ Wird der Menschensohn noch Glauben finden wenn er wiederkommt?“
        Bei 0,0125% der Weltbevölkerung wahrlich eine berechtigte Frage!

      • Tja lesen ist nicht jedermans Sache und schon gar nicht gelesenes zu verstehen. Aber im
        Hineininterpretieren sind die Angehörigen der PKK sehr erfinderisch.

        Und diesen Satz von Michael kann ich nur voll zustimmen:

        Die wahre Kirche lebt in der FSSPX weiter, weltweit mit gut einer dreiviertelmillion Anhänger.

        Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

      • „Aber im Hineininterpretieren sind die Angehörigen der PKK sehr erfinderisch.“

        Wer ist denn die „PKK“?? Ich kenne nur die kurdische Terrororganisation gleichen Namens. Sind die auch schon freimaurerisch infiltriert??

      • Ach ja bevor ich es vergesse mit `PKK meine ich die
        P ROTESTANTISCHEN
        K ONZILS
        K IRCHLER
        also diejenigen die den Unheiligen Konzilsgeist dazu benützen um Protestantisches Gedankengut in der Kirche Gottes unseres Herrn zu verbreiten, siehe diejenigen die die aktive Homosexualität, Homoehe und Ehebruch nicht mehr als Sünde erkennen, die den Heiligen Zölibat abschaffen wollen und dafür das Frauenpriestertum einführen wollen, liturgischen Missbrauch nicht mehr erkennen oder gar umjubeln und Priester die solchen begehen die Stange halten usw. Oder eben auch nur einen der uns allen wohlbekannten antikatholischen Thesen Luthers (samt seiner verkündeten oder anderer Häresien). Und die kirchliche Obrigkeit bis fasst ganz hoch oben in der Hierarchie, stellt sich Blind, Taub und Stumm. Also Konzilkirche und diejenigen die dieser gehorchen = ein Angehöriger der PKK.

        Gottes und Mariens Segen auf allen Wegen.

      • @Armin: Für Ihren frommen Segensspruch am Schluss sind Sie ja ausgesprochen unverschämt und bissig – und ein bisschen schwer von Begriff noch dazu: wenn Jesus nur noch bei der FSSPX Glauben vorfinden wird, dann darf man messerscharf daraus schließen, dass hier unterstellt wird, bei der „PKK“ gäbe es nirgends mehr Glauben, richtig? Offenbar verlässt Sie die Logik und Nüchternheit, wenn Sie irgendwo noch Gläubige in der Konzilskirche wittern – das darf es wohl nicht mehr geben, was? Ja, es gibt uns, und wir lieben die Kirche immer noch. Auch wenn wir vieles kaum ertragen. Die Vorgänge in der FSSPX sind allerdings nicht einladend und solche Posts wie das Ihre auch nicht.
        @ homo obsuritatis: das mit der PKK (meint wohl PostKonziliareKirche)

      • So sehr ich auch mit der FSSPX sympathisiere, sollte man nicht vergessen, dass es nur die eine röm.kath. Kirche und deren Oberhaupt den Papst gibt. Der Heilige Geist (Gott) weht wo Er will und lässt sich vom Menschen nicht dirigieren(!!), auch wenn der Alte Ritus gottgefälliger sein sollte.

      • Dies gilt hierzulande auch für den bei vielen hier so beliebten ehem. Bischof Mixa, sowie für den damaligen Münchner Erzbischof Kardinal Ratzinger und auch für den traditionalistischen Schriftsteller Martin Mosebach. Letztere beiden waren bzw. sind sogar Ehrenpräsidenten der Rotary-Clubs in München bzw Frankfurt.
        Das Problem ist, daß es den meisten in Deutschland gar nicht bekannt ist, daß „Rotary“ (und auch „Lions“) Freimaurer-Brückenkopf-Organisationen sind. Und wer in diesen sich harmlos als „Service-Clubs“ tarnenden Organisationen Mitglied wird, wird auf strengstes Stillschweigen verpflichtet, den Freimaurern anzugehören. Nach außen zählt nur, daß diese „Clubs“ angeblich viel gesellschaftliches „Prestige“ bringen, weil sie nur Angehörende der „Elite“ aufnehmen. Dies ist für Kleriker, die anfällig für Eitelkeit sind, natürlich eine Versuchung.

  2. Was soll man als einfacher Gläubiger dazu sagen?
    Manchmal funktionieren schlimme Entwicklungen, als ob jemand an einer Schnur ziehen würde, es gibt dafür Initiatoren, aber für anderes gibt es auch Initiatoren und es funktioniert nicht…
    Infiltration, Verschwörung, Dunkelmänner, Geheimbünde – wer will bestreiten, dass hier einiges passiert, was wir nicht wissen? Aber natürlich übersteigert die Phantasie dann manches und es kommen Fakes und Witzbolde dazu, die das Feuer schüren. Wenn ich in meine kleine Welt sehe, sind es höchst aktive, unklare Personen, die Intrigen spinnen und sich durchsetzen, weil sie die Gutgläubigkeit und Verschlafenheit der nichtsahnenden Mehrheit ausbeuten.

    Ich sehe aber in der Kirche anderes: offenbar wollen viele „normale“ Katholiken es genau so wie es ist! Ohne Verschwörer dahinter! Der „kleine Gläubige“ arbeitet verbissen am Glaubensabfall, oft im Kampf gegen den Klerus. Warum?
    Verschiedenste Universalitätsphantasien schwingen in der Kulturgeschichte hin und her und viele verknüpfen sie gerne mit der katholischen Kirche, ohne deswegen den wahren Glauben zu meinen.

    @ sumsum: Ob ich nun in einem scheußlichen Kirchenbau unbedingt teuflische Spiralen und Zahlensymbole orten muss? Ich habe auch schon Spiralmotive verwendet und nicht eine Sekunde Berührung mit irgendwelchem „verschwörerischen“ Denken gehabt – honi soi qui mal y pense.

    Etwas oberflächlich finde ich die 4 letzten Abschnitte. Es ist komplizierter: auch wenn Kleriker nicht die genannten „relativistischen“ Prämissen äußern, können sie dennoch Relativisten sein. Ich kenne vor allem Priester und Laien-Kirchenpersonal, die die genannten Punkte verneinen, sich deswegen aber auch nicht reinhängen und manchmal sogar das Gegenteil anklingen lassen und dann wieder ausweichen etc. Aber offen befürworten tun sie’s nicht. Sie taktieren. Die Reizthemen sind nicht ausreichend, um zu sehen, wes Geistes Kind jemand ist.

    • „Offenbar wollen viele „normale“ Katholiken es genau so wie es ist! Ohne Verschwörer dahinter! “
      Da stimme ich Ihnen, mirabile dictu, für einmal völlig zu. Es sind weder die „Progressisten“, noch die „Liberalen“, noch die „häretischen Professoren von den Fakultäten“, noch „Genderwahnsinnige“ noch „Freimaurer“ und andere Minderheiten, die der „breiten Masse“ der Katholiken ihre häretische Agenda aufdrücken, sondern es sind die ganz normalen Katholiken, die „breite Masse“ eben, die es tatsächlich so wollen, wie es ist. Und die das ewige Krakeele aus den extremistischen Ecken, egal ob von „links“ oder „rechts“ nur noch nervt.
      Eins aber sehe ich anders als sie: die Laien sind hier keineswegs „im Kampf gegen den Klerus“, sondern das hier Gesagte gilt ebenso für die überwältigende Mehrheit des Klerus. Oder warum wohl findet sich kaum ein normaler Diözesamkleriker, der bereit ist, für verschwindende Minderheiten die „Messe aller Zeiten“ zu zelebrieren??

      • Moment mal – die Situationsbeschreibung lässt Ihre Schlüsse deswegen nicht zu, weil die Lehre der katholischen Kirche nicht Sache von Mehrheitsentscheiden ist.
        Mir ging es darum zu sagen, dass die „Verschwörung“ leider nicht harmlose, sondern ebenfalls wölfische Schafe überfällt und sich darum selbst aufhebt:
        es ist schlicht und einfach ein freiwilliger, gigantischer Glaubensabfall!

      • Dunkelkatholik@.“Oder warum wohl findet sich kaum ein normaler Diozesankleriker (nicht:Diösesamkleriker, wie Sie hier herumtapsen!),der bereit ist.für verschwindende Minderheiten die Messe aller Zeiten zu zelebrieren? So also reden Sie verächtlich über die Messe aller Zeiten.Daraus folgt offensichtlich,dass Leute wie Sie und Ihr Pedell-der Vincentius-,andere die nicht in euer obsoletes Welbild passen,ständig beleidigen und mit Unrat bewerfen. Es ist unfassbar.

      • @ Dunkelkatholik
        Es sind sehr wohl die Freimaurer, die Progressisten, die Relativisten und wie man sie alle nennen mag, die „der „breiten Masse“ der Katholiken ihre häretische Agenda aufdrücken.
        Nichts anderes wird vorgelebt, gelehrt und der breiten Masse aufgedrückt.
        Glaubensabfall oder lauer Glauben sind die Früchte dieses Weges, ob es gewollt ist oder nicht. Die „breite Masse“ wird nicht gefragt.

  3. Auch ein Papst ist ein Mensch und hat seine Fehler. Denken wir an den seligen Johannes Paul II., der In Assisi mit Heiden gebetet-wobei eine Budda-Statue angeblich auf dem Altar stand.
    In Damaskus hat er den Koran geküsst,sodass viele Moslems glaubten, dass er ein Moslem geworden ist.

    • Das können Sie aber nicht unter „Jeder hat seine Macken“ abhandeln! Das sind offen häretische Aktionen gewesen! Ein Fehler sind Neigungen der Person, um die sie weiß, die sie aber nicht leicht in den Griff bekommt, wenn jemand beispielsweise leicht in Zorn gerät oder in irgendeiner Weise nicht ganz Herr seiner Triebe ist (Essen, Alkohol, Verschwendung, Erotik etc.).
      Buddha auf dem Altar, Koran küssen – verzeihung – das sind geplante Handlungen, da hat sich niemand zu etwas hinreißen lassen. Es sind Beleidigungen des Herrn der Kirche! Warum? Weil im Koran die Gottessohnschaft Jesu bestritten wird. Weil der Altar Jesus darstellt, weil das Allerheiligste vielleicht dort war und weil Buddha ein Mensch war, ein einfacher, wenn auch ernsthafter und meinetwegen in seinem Rahmen auch erleuchteter Mensch, aber nicht er thront auf Jesus, sondern Jesus ist auch über ihn Herrscher, weil Jesus der Herrscher des Alls ist!
      Christen achten andere Religionen, aber sie setzen sie doch nicht über ihren Herrn!

      • Okay – das ist der präzise Begriff: „Sünden“. Denn der „Fehler“ ist ein weicher Begriff.
        Jedoch müssen Sünden stets auch als Sünde benannt werden. Die des Papstes – sofern sie entscheidend für die Kirche sind – nicht ausgenommen.

  4. Zunächst dachte ich, Introvigne wollte einfach nur abwiegeln und katholische Gemüter beruhigen. Freimaurerisches Gedankengut, einschließlich Logenmitgliedschaften von Kirchenvertretern hat es in der Geschichte immer gegeben und wird es wohl auch heute geben. Die Geheimhaltung macht die Sache sehr schwer. Sie ermöglich Verleumdung, aber sie schützt auch vor Enttarnung. Dann liefert Introvigne aber einen wirklich guten Maßstab. Den angelegt, kämen mir schon einige Ideen: ich denke z.B. an die jene Prälaten, die sich gleich nach dem Rücktritt Benedikts XVI. für die Homo-Lobby ins Zeug warfen.
    Weil es weiter oben heißt, 95 Prozent der Katholiken wollten es genau so, wie es ist. Da kann ich nur sagen, so undifferenziert hört man das nur von einer Seite, jener, die am Status quo ja nichts geändert haben will. Ob es der Realität entspricht, ist eine andere Sache. Wenn ich einem Menschen jahrzehntelang über die offiziellen und meinungsbildenden Kanäle eine bestimmte Meinung eintrichtere, dann darf ich mich nicht wundern, wenn er es am Ende tatsächlich glaubt. Nun erinnern wir uns an das Reinhard Mey Lied „Was in der Zeitung steht“ (auf die neuen Medien ausgeweitet), an das, was die offiziellen Kirchenzeitungen so meist von sich geben, was meist von den Kanzeln (verzeihung!) erzählt wird und schon haben wir keine perfekte, aber eine ausreichende Erklärung dafür, warum die Meinung heute so ist, wie sie ist.
    Wer anderes behauptet belügt sich selbst und andere.
    Nochmals anders: man gebe die meinungsbildenden Medien in die Hände derer, die sie heute nicht haben, und in 15 Jahren gäbes es etwas zum Staunen (anderen würden die Haare zu Berge stehen.

    • Ich bin mir da nicht sicher – gehe von dem aus, was ich konkret in der Pfarrgemeinde erlebe und von anderen höre: jeder Pfarrer, der dieser allgemeinen Meinung versucht entgegenzuwirken, hat größte Probleme – vor allem durch seine Pfarrgemeinde. Unterschriftensammlungen, Beschwerden wegen Lappalien, Mobbing etc.
      Reizthemen wie „Kommunionzulassung für wiederverheiratet Geschiedene“ etc. sind ja nicht theoretische Themen von ein paar Meinungsbildnern in den Medien, sondern betreffen die Lebenswirklichkeit sehr vieler Katholiken.
      Sie haben insofern recht, als niemand die Menschen noch in der wahren Lehre unterrichtet. Da aber immer wieder einzelne Gläubige sehr wohl versuchen, der Stimme Jesu zu folgen, müssen Sie die Absage der großen Masse schon ernstnehmen! Es ist eben auch undifferenziert, wenn Sie sagen, die Masse folge dem, was man ihr vorsetzt.
      Wahre Nachfolge ist immer gegen den Strom, immer gegen die Medien, und dennoch gab es in den letzten Jahrhunderten keinen vergleichbaren Abfall wie heute – nicht mal nach der französischen Revolution, nicht mal während der Nazizeit, und die Katholiken der DDR waren stolz auf ihre Identität.
      Nein – was vor unseren Augen passiert, kann man nicht irgendwelchen super-wirkmächtigen Drahtziehern alleine zuschreiben, sondern der Einwilligung der Menschen aller Stände, ohne dass bislang eine dazu Not bestanden hätte! In Freiheit, Wohlstand und Rechtssicherheit fallen sie massenweise ab – nicht unter politischem, wirtschaftlichem oder psychologischem Druck!

      • @zeitschnur „…und dennoch gab es in den letzten Jahrhunderten keinen vergleichbaren Abfall wie heute – nicht mal nach der französischen Revolution, nicht mal während der Nazizeit, und die Katholiken der DDR waren stolz auf ihre Identität.“

        Sie beschreiben zwar korrekt graduelle Unterschiede. Aber dennoch handelt es sich tatsächlich um eine Entwicklung, die nicht erst 1789 sondern bereits 1517 mit der glaubensspaltenden Reformation beginnt und sich seitdem bescheunigt und verschärft ( natürlich waren Freimaurerei/ Aufklärungsphilosophie und Französische Revolution eine neue massive Welle und Katalysatoren) bis zum heutigen desaströsen Glaubensabfall im ehemals Christlichen Abendland. Ich sehe es zudem wie @Jan Sobieski, dass diese Entwicklung eine von Eliten (egal ob Reformatoren, Aufklärungsphilosophen, Freimaurer oder 68er) angeführte ist, die auf die Zerstörung der katholischen Volksfrömmigkeit abzielt. Und was hat der einfache deutsche Michel ohne Internet schon den überweigend linksliberalen oder linksgrünen Medien oder seinen 68er Lehrern und „Konzilsgeist“losen Priestern, die Rückendeckung ihrer zeitgeistvermählenden Bischöfe in der Bundesrepubik genießen, wirklich entgegenzusetzen? Wie soll er seinen Glauben verstehen, leben uva behalten gegen diese omnipräsente „Diktatur des Relativismus“?

      • Sie haben völlig recht – ein derart massiver Glaubensabfall wie der heutige hat sich lange vorbereitet. Ich meinte, dass es mir scheint, als seien seit 50 Jahren wirklich alles Dämme, die vorher noch viele zurückhalten konnten, gebrochen.
        Und anders als in der Vergangenheit findet der Abfall heute tatsächlich aus freien Stücken statt. Anders als zur Reformationszeit und danach (cuius regio eius religio) oder in den Greueln und diktatorischen Zwängen in Frankreich während und nach der Revolution, und anders als in der kurzen, aber brutalen Nazizeit und anders als zur Zeit des Sozialismus, der systematisch Katholiken und auch Protestanten pathologisierte, sozial diskriminierte etc., gibt es hier und jetzt (noch) keinen lebensbedrohlichen Druck. Jahrzehntelang hätten sowohl die Päpste als auch die Gläubigen sich gut aufstellen können und haben die Zeit nur dazu genutzt, um immer massiver den eigenen Glauben zu zerstören.
        Und keiner kann sich darauf rausreden, dass man ihn halt so und so informiert hätte – wir dikutieren hier ja auch offen über die Dinge. Jeder, der es nur will, kennt in seiner Pfarrgemeinde ein paar der geschmähten „Tradis“ und hat somit Berührung mit „der anderen Seite“…
        Nein: es ist ein absolut freiwilliger Abfall der Massen, dem zwar „nachgeholfen wird“, aber dennoch bislang ja ohne Zwang. Es ist fürchterlich!

      • Und warum ist der Abfall so massentauglich? Weil dieser Weg einfach der bequemere und breitere ist. So war es schon bei Luther. Die Fürsten konnten sich an den Pfründen der Kirche bereichern und die einfachen Gläubigen kräftig sündigen und dabei doch noch in den Himmel kommen. Was will man mehr. So auch das Konzil, die Liturgiereform usw.: verheutigen, sprich vereinfachen, sprich, es den Leuten einfach machen, war und ist ein wunderbares Erfolgsrezept. Das dabei nur Mittelmaß und am Ende Zerfall herauskommt, weil die Wahrheit auf der Strecke bleibt, wen schert das schon. Deshalb ist Abbrucharbeit immer leicht und schnell getan, religöse und zivilisatorische Aufbauarbeit aber mühsam und langsam fortschreitend. Wie hiess es immer: Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!

      • Ja, der Grad, die Qualität des Glaubensabfalls der letzten 50 Jahre ist eine andere als zuvor. Der Wendepunkt für diese neue Qualtität und der Katalysator ist defintiv das Zweite Vaticanum, weil dort und damit der Erosionsprozess von Innen begann und die katholische Kirche nicht mehr wie in der Vergangenheit den antichristlichen Kräften als geschlossener Block („Turm“) wie z.B. im Kulturkampf entgegentreten konnte. Der Durchschnittsdeutsche und einfache Katholik ist in seinem Glauben völlig desorientiert, weil die zuständigen Autoritäten versagen. Glaubenstreue Priester werden von ihren protestantisierten, liberalkatholischen und progressiven Gemeindemitgliedern an den Pranger gestellt und erhalten von Bischöfen ala Schönborn, Lehmann, Zollitsch und Jaschke keine Rückendeckung. Ich habe selbst erlebt wie ein Priester in einer norddt. Gemeinde der Amtskirche (nicht körperich) angegriffen und denunziert wurde, weil er es gewagt hatte während des medial propagierten sog. „Mißbrauchskandals“ den Zölibat zu verteidigen. Es gab aus der Hierarchie keine Unterstützung. Womit wir bei Ihrem anderen Punkt wären: Es gibt heute sehr wohl gesellschaftlichen Druck und sogar (auch körperliche) Gewalt gegen kath. Gläubige und Priester. Geht körperliche Gewalt idR bisher nur vom importierten Islam aus, muss man von Seiten des liberalen Staates und der EUdSSR durchaus mit beruflichen Nachteilen (z.B. „Fall Buttiglione“ oder Morddrohung und Ausladung ggn. Martin Lohmann), mit Ausgrenzung und Verächtlichmachung durch die linke Presse (inkl. des durch diese beeinflussten Bekanntenkreisen) und Sachbeschädigungen durch linke Gruppen („Antifa“) rechnen. Dies bekommt auch der in seinem Glauben sowieso nicht mehr gefestigte einfache Katholik mit und dürfte diesen auch beeinflussen. Der Druck ist durchaus da und wird weiter zunehmen.

      • Der Druck nimmt allmählich erst von staatlicher Seite aus zu (Homogesetzgebung, das Beispiel Lohmann etc.). Das war bis vor ca. 10 Jahren ja noch nicht dermaßen dramatisch. Ein spektakulärer, wenn auch nicht katholischer Fall, bei dem sich sogar die Bundeskanzlerin dafür einsetzte, hier jemanden, der eine missliebige Meinung vertrat, aus seinen Ämtern zu entfernen, war Sarrazin und sein Buch (über das man natürlich diskutieren können muss und darf!). Und so geht es weiter mit allen dezidierteren katholischen Positionen (Stichwort Mixa) und wir müssen seither mit allem rechnen, was dem ähnelt.
        Dass radikale und terroristische Gruppen auch körperlich gewalttätigen Druck ausüben, ist ein „illegaler“ Druck, gegen den man immerhin noch rechtlich vorgehen kann/konnte.
        Die Legalität antichristlicher und insbesondere antikatholischer „Politik“ beginnt nun erst – und der Klerus mitsamt seinen „aufgeklärten“ und emanzipierten Laienkadern hat das kräftig mit herbeigeführt.

        Was mich momentan mit wahrer Trauer erfüllt, ist dass in unserem Pfarrbrief Gläubigen, die die sakramentale Gültigkeit ihrer Ehe überprüfen lassen wollen, großzügig Sprechstunden des Dekanats angeboten werden. Nirgends aber sehe ich konstruktive Angebote für Eheleute, Ehewillige oder schlicht und einfach Beichtangebote besonders für Betroffene. Sie haben schon recht: damit lenkt man die Gläubigen auch.
        Allerdings kann ich nur wiederholen: die allermeisten Laien um mich herum springen jedem mit dem nackten Hintern ins Gesicht, der Elemente des wahren Glaubens ins Feld führt – auch und gerade dann, wenn sie wissen, was Lehre der Kirche ist. Tut mir leid, das sagen zu müssen…

  5. Man kann nicht von etwas abfallen, was man nicht kennt. Die „Masse der Katholiken“ hat seit über 40 Jahren kaum noch die Möglichkeit, den katholischen Glauben kennenzulernen. An Universitäten, Fachhochschulen, Akademien, an allen Ausbildungsstätten für Priester, Religionslehrer, Pastoral- und Gemeindereferenten wird der katholische Glaube vollumfänglich nicht gelehrt. Ein ‚Glaubenspluralismus‘, ein Synkretismus, offene Häresien sind an die Stelle des katholischen Glaubens getreten. Mit vollem Wissen der Hierarchie bis hin zu den Päpsten. Schon Paul VI. hat unmittelbar den nach dem Konzil den „Selbstzerstörungsprozess“ innerhalb der katholischen Kirche beklagt. Irgendwelche Maßnahmen gegen diesen Selbstzerstörungsprozess hat er so gut wie nie ergriffen, er beließ es bei allgemeinen Klagen und Seufzern.
    Halt, mit einer Ausnahme: Der Erzbischof, der sich diesem Selbstzerstörungsprozess entgegenstemmte, der in seinen Priesterseminaren den unverkürzten katholischen Glauben lehrte, oder lehren ließ, geriet nicht nur in sein Visier, er wurde suspendiert, seine Seminare offiziell verboten, obwohl nie irgendwelche Missstände, Häresien festgestellt wurden. Der Fehler war, aus Sicht des Papstes, dass der vorkonziliare Glaube rein und unverfälscht gelehrt und gelebt wurde.
    Daran hat sich bis heute so gut wie nichts geändert. Der Name des Erzbischofs: Marcel Lefebvre.
    Ich habe damit nicht behauptet, die Priester und Gläubigen der FSSPX seien automatisch die „besten Katholiken“.
    Doch ich weigere mich, entweder supermächtige Drahtzieher oder den Wohlstand für den Glaubensabfall verantwortlich zu machen. Sie können ihren Beitrag leisten, das sei unbestritten. Doch die Hauptverantwortung tragen die für die Glaubensweitergabe zuständigen Theologen und die Hierarchie der konziliaren Kirche. Denn der Glaube wird nicht mehr unverfälscht weitergegeben. Die „Masse der Katholiken“ ist Opfer, nicht Täter.

    • Da stimme ich Ihnen vorbehaltlos zu!
      Aber die Gläubigen von FSSPX sind die am besten „versorgten“ in der Kirche und daher viel offener für Zeichen der Gnade.
      Ich bin einer Meinung, das die Gläubigen in der Opferrolle sind, denn wem permanent Katholische Wahrheit verschwiegen bzw. umgedeutet wird, kann nicht die volle Lehre der Kirche kennen.
      Daher sind die „Verdunkler“ in der Verantwortung.
      Papst Paul 6 ist entweder Zynik oder Dummheit vorzuwerfen, denn wie kann man die Liturgie derart völlig verändern, Kritiker und Mahner ausgrenzen und exkommunizieren und dann vom Rauch Satans klagen der in die Kirche eingezogen ist.
      Ein Papst MUSS diese Weitsicht haben, seine Aktionen vorherzuberechnen.
      Jeder Theologiestudent im 1.Semester hätte die revolutionären Folgen dieser Liturgiezerstörung locker voraussehen können !
      Daher denke ich auch das man von der absoluten Gehorsamspflicht entbunden ist wenn z.b. bei der hl. Messe wie im NOM agiert wird.
      Bischof Lebfevre hat aus Notwehr gehandelt, er hat KEIN EINZIGES Dogma der Kirche gebrochen oder nur daran gekratzt.
      Auch war und ist FSSPX immer 100% treu dem Stuhl Petri.
      Wenn von dort aber Irrlehren kommen ist es die Pflicht den Glauben zu schützen und auch die negativen Folgen zu tragen.
      Der Verfall der Kirche nach dem Konzil ist derart offenkundig, das im Nachhinein Bischof Lebfevre nicht genug zu danken ist.
      Ein großer Heiliger !

    • Im wesentlichen haben Sie sicher recht – aber die Masse ist heute nicht bloß ein „Opfer“. Jeder spottet über die Altrituellen und die „Piusbrüder“ (wie z.B. Heiner Geißler wo es nur geht) und der wahre katholische Glaube wird sehr wohl, wenn auch mit negativen Vorzeichen, benannt und zur Kenntnis gebracht.
      Wenn ich das hier mal bekennen darf: ich bin genauso „anti-katholisch“ erzogen worden, wie Sie es oben beschreiben, quasi als „Opfer“, habe aber doch schon früh zumindest geahnt, dass das so nicht stimmen kann und Fragen gestellt und gesucht und …. dann auch nach längeren Prozessen gefunden. Die Heimat meiner Familie (Niederbayern) stand voller Glaubenszeugnisse, voller stummer Zeugen, außerdem gab es auch fromme Verwandte mit „vorkonziliarer Prägung“. Es gab alte Bücher, Archive und … weil ich Musikerin war und bin … die geistliche Musik – alles reine und leuchtende Zeugen des wahren Glaubens!
      Niemand muss „Opfer“ sein. Die Bibliotheken stehen offen, alles darf verkauft und veröffentlicht werden, das Internet bietet enorme Möglichkeiten etc.
      Sie haben beide (@michael & @ cuppa) recht damit, dass die akademische Theologie und die Hierarchie natürlich mit ihrem miesen Vorbild und ihren lauen bis häretischen Lehren als „Verführer“ anzusehen sind. Ja: als Verführer. Aber man muss sich auch verführen lassen – und das ist der Punkt, an dem ich Ihnen nicht zustimme.

      • @zeitschnur
        „Aber man muss sich auch verführen lassen“
        Daccord, das kann ich nicht widerlegen, ich denke jeder wirklich suchende Katholik kommt um gewisse Wahrheiten des Evangeliums nicht herum.
        Allein die Evangelien um die Weihnachtszeit sind voll von Christi Wort über Umkehr, Gericht, Hölle natürlich auch mit Verheißung.
        Alles „Drohende“ inklusive dem Heilmittel Beichte z.b wird größtenteils totgeschwiegen, Todsünden bagatellisiert und Allerlösungsformeln ausgegeben,nach dem Motto: „Wir kommen alle in den Himmel“
        Früher war die Predigt Exegese, Mahnung und Warnung in Einem.
        Bei den Fürbitten hatt Gott als „Reparaturmeister“, von Natur, bis zu sozialen Fragen (Schleckerfrauen), sich um alles zu kümmern, was die Menschen hier falschmachen.
        Dem suchenden Katholiken ist das natürlich auf Dauer viel zuwenig und er kommt zwangsläufig zu der Frage : „Ist da nicht mehr, als reine Weltimmanenz? “
        Man muß nicht direkt zu FSSPX gelangen, aber nirgendwo ist der Gegensatz zum Positivismus des Vat.2 und seiner Vertreter, größer als dort.

  6. Zeitschnur, es geht jetzt nicht darum, jeden einzelnen Katholiken zum Opfer zu erklären. Auch ich habe mich von meiner nachkonziliaren Ausbildung, in der eine Bresche nach der anderen in meinen Glauben geschlagen wurde, befreit. Niemand behauptet, es seien keine Bekehrungen möglich.
    Doch die katholische Kirche ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass der Glaube unverfälscht und vollumfänglich verkündet wird. Eigentlich ist das eine Binsenwahrheit.
    Sie ist umso mehr dazu verpflichtet, als dass es kein tragendes Milieu mehr gibt. Im Gegenteil, der Glaube wird von allen Seiten verzerrt und bruchstückhaft dargestellt.
    Doch sie kommt dieser Verpflichtung nicht nach.
    Seit wann werden Schüler, Lernende zur Verantwortung gezogen, wenn die Lehrenden auf der ganzen Linie versagen?
    Anders als im Protestantismus hat die katholische Kirche ein Lehramt. Doch es reagiert nicht. Das Problem ist nicht der Abfall. Das Problem ist, dass Katholiken die einfachsten zentralen Glaubenswahrheiten gar nicht mehr KENNEN.
    Ich wiederhole mich: Man kann nicht von etwas abfallen, was man nicht kennt. Katholiken fallen von einer Pseudo-Religion ab. Wenn ich nichts anderes gehört hätte, sowohl im RU als auch in Osterpredigten, dass die Auferstehung Jesu nicht historisch geschehen ist, sondern nur im Bewusstsein der Apostel, was hätte mich in einem solchen Glauben gehalten?
    Das ist nur ein Beispiel für weit verbreitete Irrlehren.
    Ich schätze Ihre Kommentare in der Regel sehr, lese sie immer mit Interesse, nicht selten auch mit Vergnügen. Doch hier verstehe ich Sie nicht: Ich fühle mich erinnert an den Satz: Nicht der Mörder ist schuldig, sondern der Ermordete.
    Bevor jemand vom Glauben abfällt, muss er ihn kennen. Schon vor Jahrzehnten gaben die Kardinäle Höpfner und König katholischen Eltern den Rat, u. U. ihre Kinder vom katholischen Religionsunterricht abzumelden. Mehr fiel ihnen nicht ein. Inzwischen raffen sich Bischöfe noch nicht mal zu solchen Erklärungen auf.

    • Ich sagte es doch schon: im wesentlichen gebe ich Ihnen doch recht! ja, die Hirten versagen! jajaja. Darüber brauchen wir doch gar nicht zu diskutieren. Ich würde (fast) jedes Ihrer Worte unterschreiben.
      Als ich neulich wegen der beleidigenden Kommunionspraxis in unserer Pfarrgemeinde (Gläubige tauchen die Hostien selbst in den Kelch!) den Pfarrer bat, hier die Geltung der Norm durchzusetzen, bekam ich eine abschlägigie Antwort, sehr gewunden … er wolle die Ehrenamtlichen durch Heranziehung auch zur Krankenkommunion etc. „dazu bringen“, respektvoller mit dem Leib Christi umzugehen etc. Ich sagte: „Dazu bringen? Gelehrt wedren müssen die Menschen!“ Da wich er zurück und meinte, er vertraue da voll und ganz auf Gott, dass der den Menschen schon klarmachen würde, welchen Weg sie gehen dürften. Blabla.
      Sie können mir glauben, dass ich seither zu ihm kein Vertrauen mehr habe. Schweigen, zusehen und auf den lieben Gott vertrauen! Das ist eine Totalmisere – ich gebe Ihnen wirklich recht. Bloß ist die andere Seite die, dass ich natürlich auch mit anderen Gemeindegliedern darüber spreche und auf die Instruktion JP II. hinweise … und bis auf eine einzige Dame (!) alle die LmaA-Haltung artikulieren. Sie wollen sich eben nicht an die Normen halten, sondern machen, was sie selbst denken – selbst wenn hier ein Papst ja mal eine Instruktion verordnet hat. dann kommt das Gequatsche davon, dass Rom hier „hineinregieren“ wolle etc etc.
      Mir ist es einfach wichtig, dass wir erkennen, dass auch die Laien, v.a. die theologisch Gebildeten, genauso versagen.
      Bitte nicht protestantisch verstehen – kamen wichtigste Impulse für die Umkehr vieler oft nicht aus der Hierarchie, sondern von heiligen Ordensleuten (wie z.B. Katharina von Siena – „Mahnung an Klerus“) oder heiligen Laien (wie Thomas Morus). Jeder dazu Berufene trägt Verantwortung (eben auch Nicht-Kleriker!). Dass aber der Klerus das einmal wird verantworten müssen – da gebe ich Ihnen voll und ganz recht.

      • Michael hat das weiter oben angesprochen, und ich greife es auf: Der NOM dürfte die Ursache sowohl für die mangelnde Ehrfurcht als auch für den Glaubensverlust sein.
        Natürlich beantwortet das nicht die Frage, wie es zum NOM kommen konnte. Auch dass Bugnini, der Architekt der Messe Paul VI., im Verdacht steht, Freimaurer gewesen zu sein, beantwortet die Frage nicht.
        Aber sie muss auch nicht beantwortet werden. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass die Kirchen- und Glaubenskrise nicht beendet werden kann, wenn die Kirche nicht zum klassischen römischen Ritus zurückkehrt. Als dem zentralen Ritus. Sich zu ihm bekehrt. Ohne Bekehrung ist diese Krise nicht mehr zu überwinden. Das mag eine Außenseiter-Meinung sein, aber dazu bekenne ich mich.

      • Klar – wenn man die Kommunion kniend auf der Kommunionbank und in den Mund und vom Priester empfängt, erübrigt sich alles andere Problem.
        Zu dem Thema zerreißen sich die Konziliasten ja, nachzuweisen, dass die Austeilung der Kommunion ja schon gaaaanz früh auch Laien getätigt hätten (bei uns muss der Hl. Tarcisius als Beispiel herhalten – der in einer Extremsituation die Kommunion zu den Verborgenen brachte…) Genauso die Debatte, dass ganz früh auch schon die Handkommunion praktiziert worden sei…
        Wenn aber der heiligste Teil einer Messliturgie zum Kampfplatz für das Geltungsbedürfnis der Empfänger wird, kann dabei nichts anderes herauskommen als das, was wir jetzt haben.
        Es ist mir auch verschlossen, warum man nun die Hl. Messe mit Schlagzeuggedudel, „Anspielen“ und sonstigem Rambazamba anreichern muss, um „Gemeinschaft“ zu erzeugen.
        Alles an seinem Platz, oder: schmissige Lobpreislieder in einer Lobpreisandacht -ist doch alles wunderbar. Warum muss dieser Radau aber in die Hl. Messe hinein? Gebetsinitiativen, bei denen die Laien stundenlang Fürbitten und sonstige Gebete planen und ausführen dürfen – warum nicht in einer Extraveranstaltung? Wieso muss die Hl. Messe mit Gebeten zugemüllt werden, die den lieben Gott darum bitten, dass der böse Onkel Obama nicht mit dem Iran Krieg anfängt?
        Mir erscheint das alles so unlogisch und so dämlich und so primitiv übrigens…
        Ob der Novus ordo alleine schuld ist, weiß ich nicht, aber er hat offenbar suggeriert, dass jetzt alles möglich sei… Das Gepfriemel irgendwelche „Ausschüsse“, die dann wie in der Schule in „Gruppenarbeit“ die Weichteile der Hl. Messe in demokratischer Abstimmung vorbereiten – Hilfe! Es ist einfach ein großer, alberner und blasphemischer Kindergarten. Aber sag dem Narren die Wahrheit und er wird Dich hassen.

  7. Die Signale aus Rom bezüglich der Freimaurerei sind widersprüchlich. Einerseits scheint man der Sache keine große Bedeutung beizumessen, andererseits duldet die Glaubenskongregation unter Erzbischof Müller, wenn dann mal was herauskommt, die Zugehörigkeit eines katholischen Priesters zu einer Freimaurerloge nicht. So wurde der Pfarrer von Mégève (Diözese Annecy in Frankreich) von seinem Amt entbunden, also entlassen, weil er nachgewiesenes Mitglied des „Grand Orient“ ist und auf seiner Mitgliedschaft beharrte. Es versteht sich von selbst, dass dieser Pfarrer in allen einschlägigen Punkten, die Linie des Freimaurer vertrat, und nicht die Lehre des katholischen Kirche. Und selbstverständlich war er, wie die Zeitung „Le Dauphiné“ schreibt bei seiner Gemeinde „sehr beliebt“. Mich würde interessieren, wie viele solcher Pfarrer (Bischöfe, Kardinäle) weltweit aktiv sind.

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