Einige Worte an jene, die Papst Franziskus mißverstanden haben

Papst FranziskusDer Jubel für Papst Franziskus von kirchenfernen Kreisen und notorischen Kirchenkritikern wie Hans Küng oder öko-marxistischen Befreiungstheologen wie Leonardo Boff samt dem Gefolge bis in kirchliche Verbände hinein, irritierte. Zusammen mit einer Reihe von Gesten, die wie eine Distanzierung vom soeben zu Ende gegangenen Pontifikat Benedikts XVI. wirkten, stellten sich zahlreiche Fragen. Der bekannte katholische Publizist Vittorio Messori gehört zu jenen, für die die von traditionsverbundener Seite vorgebrachten Vorbehalte voreilig gewesen seien, die er vor allem auf den Zuspruch „von der falschen Seite“ zurückführt. Die Gesten, die wie ein Bruch zum Vorgängerpontifikat wirken, seien vor allem dem Jesuitentum Bergoglios zuzuschreiben, an das sich die Welt erst gewöhnen müsse. Jesuiten in den höchsten Ämtern der Kirche seien ein neues Phänomen, auf dem Papstthron etwas völlig Neues. Jeder Papst setze seine Akzente. Die Katholiken sollten daher unvoreingenommen und in kindlicher Treue nur auf das schauen, was der Papst tut, vor allem aber was er lehrt. Sie sollten ihn jedenfalls nicht an dem messen, was irgendeine Richtung von ihm sagt, die ihn zu vereinnahmen versucht.
Messori veröffentlichte soeben ein neues Buch über die Marienerscheinung von Lourdes. Seit mehr als 150 Jahren stehe vor allem das Mädchen, Bernadette Sobirous (1844-1879), in ihrer okzitanischen Muttersprache eigentlich Maria Bernada Sobirós, im Kreuzfeuer der Kritiker, die immer neu deren Glaubwürdigkeit zu erschüttern versuchten. Messori legte nun mit dem Buch Bernadette non ci ha ingannati (Bernadette hat uns nicht getäuscht, Mondadori 2013) eine ebenso leidenschaftliche, wie akribische Verteidigung der jungen Baskin vor.
Im Corriere della Sera, der wichtigsten Tageszeitung Italiens veröffentlichte Vittorio Messori gestern den nachfolgenden Kommentar.

Jene, die Papst Franziskus mißverstanden haben

von Vittorio Messori

Zwei Monate nach der Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum Papst erscheint ein leicht ironisches Lächeln immer mehr gerechtfertigt. Das Lächeln jener, die die Kirchengeschichte kennen und in den vergangenen Wochen die zuvorkommende Freundlichkeit jener Kreise beobachteten, die normalerweise der katholischen Kirche feindlich oder zumindest mißtrauisch gegenüberstehen. Bekannte Antiklerikale erklärten, gerührt zu sein vom einfachen „Buonasera“ beim ersten Erscheinen des Papstes nach dem Konklave, vom „Guten Appetit“ beim Angelus am Sonntag, von den schwarzen Schuhen eines Bergpfarrers, vom Silberkreuz statt eines goldenen, von der besonderen Aufmerksamkeit  für die Armen, für die Entscheidung in seinem Hotelzimmer zu bleiben. Aus diesen Gründen – und auch wegen dem, was man über seine Vergangenheit als Erzbischof von Buenos Aires, mit einer Bevorzugung der Villas miserias am Rande der Stadt, hörte – für das alles und anderes mehr, stimmte man ein Hoch an auf einen Papst, der endlich einer „von links“ ist.

Außergewöhnlicher Einsatz zugunsten jedes menschlichen Elends zeichnet gerade die Anhänger der eindeutigsten Orthodoxie aus

Wer aber über so viel Begeisterung lächelte, weil er schon eine schnelle Desillusionierung vorhersah, wußte, was uns die Geschichte lehrt: die „soziale Katholizität“ gibt es schon lange und jene, die ihre besondere Entfaltung im 19. Jahrhundert und in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts fand, geschah ausgerechnet durch das Wirken von Priestern und Laien, die unter „Progressiven“ als „Ultramontane“, als „Papisten“ und „Reaktionäre“ verschrien sind. Der außergewöhnliche Einsatz zugunsten jedes menschlichen Elends, der die Kirche seit dem Pontifikat von Pius IX. bis herauf zu Pius XII. bewegt, zeichnet gerade die Anhänger der eindeutigsten Orthodoxie aus, die Gläubigen, die sich am klarsten zum Gehorsam gegenüber der Kirche und vor allem gegenüber dem Papsttum bekennen.

Turin in Piemont, aus dem die Vorfahren von Papst Franziskus stammen, um uns auf ein beeindruckendes Beispiel zu beschränken, erlebt zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert geradezu eine explosionsartige Ausbreitung der Heiligkeit. Um nur die bekanntesten Namen zu nennen, die inzwischen heilig- oder seliggesprochen sind: Don Cottolengo, der den gesellschaftlichen „Müll“ aufsammelt, jene, die von allen ausgestoßen sind; Don Bosco, der alles für seine Kinder der „Proletarier“ gibt; Don Murialdo, der diesem gleich, bildungsferne, ausbildungslose, hungrige Kinder und Jugendliche zu guten Handwerkern und Bürger erzieht; der Adelige und Mathematiker Francesco Faà di Bruno, der als Spätberufener zum Priester geweiht wurde, setzte sich für den Schutz der Letzten unter den Letzten ein, für die ausgebeuteten, kranken und im Alter ohne jede Absicherung auf die Straße gesetzten Dienstmägde, Hausmädchen und Köchinnen; Don Cafasso, schenkt alles, um das Schicksal der Vergessensten unter den Vergessenen, den Gefangenen zu lindern; Don Alamanno kümmert sich um die Elendsten außerhalb Europas und schickt seine Missionare der Getrösteten zu ihnen; Don Orione setzt der Hilfe für die Notleidenden keine Grenze, kein Opfer ist zu viel.

Das sind nur einige Namen und, wie gesagt, nur eingeschränkt auf Piemont. Aber aus allen Gegenden Italiens, Europas und der ganzen katholischen Welt stand eine große Schar auf, die zu Akteuren der tätigen Sozialhilfe wurde, die ohne jenen Vorbehalt und ohne Einschränkung gewährt wurde, zum Teil auch auf Kosten des eigenen Lebens. Diese katholischen Akteure waren von ihrer Herkunft, ihrer Lebensgeschichte und ihren Charismen ganz verschieden. Aber sie waren durch ihren unerschütterlichen Gehorsam gegenüber dem Glauben und der Moral verbunden, wie sie von der Kirche gelehrt wurden. Während die liberalen, häufig von der Freimaurerei beeinflußten Regierungen ihrer Zeit sich kaum um die Armen kümmern, diesen vielmehr sogar noch das Brot besteuern und ihnen die Söhne für jahrelangen Militärdienst zwangsentziehen, und während der entstehende Sozialismus Schlachtrufe, Flugblätter und Propagandabroschüren verteilt und sich mehr um die Ideologie kümmert als um das konkrete Elend der Menschen, genau zu dieser Zeit sind die „Papisten“, die verachteten „klerikalen Reaktionäre“ zur Stelle, um regelrecht auf die Straße zu gehen, und den hungrigen, kranken, ungebildeten, verlassenen, ausgestoßenen, vergessenen Menschen zu helfen. Sie taten das ganz konkret durch ihr Beispiel an vorderster Linie. Sie taten es aber auch, indem sie ihre Stimme erhoben gegen so viel Leid, von dem die Reichen nichts sehen und nichts hören wollten.

Papst Franziskus steht heute in der Erbfolge dieser langen und bewundernswerten sozialen katholischen Tradition. Wegen einer ganzen Reihe von Mißverständnissen und vor allem geschickter propagandistischer Verzerrungen, hat sich ein Klischee durchgesetzt, das noch immer bestimmend ist, laut dem der Einsatz für die Letzten, für die Armen und für die Ärmsten der Armen automatisch eine „progressive“ Einstellung voraussetzt. Im katholischen Fall also eine heterodoxe, polemische, die Dogmen und die kirchliche Autorität, vor allem jene des Papstes und der Bischöfe ablehnende, jedenfalls distanzierte Einstellung. Die Kirchengeschichte aber lehrt uns das genaue Gegenteil.

Beispielhaft dafür ist der polemische Vergleich zwischen Pater Bergoglio und seinen jesuitischen Mitbrüdern, die von den marxistisch-leninistisch geprägten Ideologien der Befreiungstheologie angezogen wurden. Sein Einsatz unter den argentinischen Ausgegrenzten war, wie bei allen Heiligen, von evangelischer Liebe geleitet und nicht von einer Ideologie. Er mußte dafür nicht der Kirche und den Päpsten widersprechen, keine neuen Theologien propagieren und neuen Morallehren in Umlauf setzen, um dem Auftrag Jesu zu folgen und sich arm unter den Armen zu machen.

Weiteres „katholisches Markenzeichen“ der Priester und Laien im sozialen Einsatz: Marienverehrung

Es gibt noch ein weiteres „katholisches Markenzeichen“, das die Priester und Laien im sozialen Einsatz, von denen schon die Rede war, kennzeichnet: die Marienverehrung. In den Perspektiven der „mündigen“ und „offenen“ Christen wird die traditionelle Marienfrömmigkeit abgelehnt. Maria ist für sie nichts Erstrebenswertes, ihr Gehorsam, ihre Treue, ihre Selbstentsagung, ihre Jungfräulichkeit, ihre Sündenlosigkeit, ihre leibliche Aufnahme in den Himmel, das traditionell-heile Bild der Heiligen Familie. Ebenso wenig Marienheiligtümer, Wallfahrten, Rosenkränze. Wenn man sich an sie erinnert, dann versucht man sie umzubiegen zu einer Kämpferin und Stichwortgeberin für den Klassenkampf, und das ausgerechnet mit ihrem Magnifikat, dem eine politische Lesart verpaßt wird.

Auch darin zeigt Papst Franziskus seine Kontinuität mit den Glaubensbrüdern, die zur Heiligkeit emporgestiegen sind, indem sie sich bis ins Letzte ihre Hände in den Elendsvierteln der Gesellschaft schmutzig machten. Alle, ausnahmslos, waren glühende Verehrer jener, die sie immer Muttergottes nannten. Bei seiner ersten Ausfahrt nach der Wahl hatte er die Basilika Santa Maria Maggiore zum Ziel, wo er im Gebet vor dem vom römischen Volk seit Menschengedenken verehrten Gnadenbild verharrte. Am Nachmittag desselben Tages zog es ihn zur Lourdesgrotte, die im realen Maßstab in den Vatikanischen Gärten nachgebaut wurde, um dort den Rosenkranz zu beten. Seine vorgetragenen oder spontan gehaltenen Predigten enthalten immer eine Anrufung der Jungfrau. Erst vor wenigen Tagen kündigte er an, sobald als möglich, nach Sardinien zu fliegen, um den Wallfahrtsort der Gottesmutter von Bonaria aufzusuchen, die seinem Buenos Aires den Namen gab.

Und was seine ungewöhnliche Namenswahl betrifft, vergißt man meist und gerne, daß die Einzigartigkeit dieses Franz von Assisi – die selbst von den mittelalterlichen Predigern oder anderer Zeiten nicht viele hatten – sein unbedingter Gehorsam gegenüber der kirchlichen Autorität ist, seine Verehrung für das Papsttum und sein Verabscheuen von jeder Häresie. Der Mann von Assisi war ein gehorsamer Katholik. Er war kein Rebell, kein Revolutionär und nicht einmal ein Kritiker der Institution Kirche.

Es wird ausreichend Zeit sein, die Gesten und die Worte von dem zu verfolgen, „der vom anderen Ende der Welt nach Rom gerufen wurde“. Man wird sich aber vor allem daran erinnern müssen, wer Jorge Mario Bergoglio wirklich ist, bevor man eine Analyse wagt und bereits im Ansatz Fehlurteile fällt, indem man den neuen Papst in Dinge zu hüllen versucht, die nicht die seinen sind.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Nuova Bussola Quotidiana

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34 Comments

  1. Vielen Dank an Vittorio Messori!
    Und natürlich auch an Giuseppe Nardi!

    Dieser Beitrag ist mir eine große Hilfe.

  2. Ein sehr schöner Kommentar, der in vielem zutrifft. Es wäre wünschenswert, daß die dauerfranziskusverhöhnende Truppe hier mal eine ruhige Stunde über der Lektüre einlegt…

    • … und ebenso die – nach diesem Artikel womöglich aus den „falschen Gründen“ – dauerfranziskusverwöhnende Truppe, bei DEN Vorschußlorbeeren …! Als einer der eher skeptischen Mitbeobachter kann ich immerhin noch positiv überrascht werden; für viele der ‚Hosianna-Rufer‘ aber mag es ein eher unschönes, sehr ernüchterndes Erwachen geben, geplatzte Träume … wer weiß …?!

      • Ich habe leider immer noch sehr, sehr große Problem, Franziskus zu folgen. Er bekommt immer noch zu viel Beifall von der falschen Seite. Es wäre Zeit, wenn die Hans Küngs und all die anderen Kirchenfeinde endlich zur Raison gerufen werden.
        Auch der Sperrholzaltar irritiert mich immer noch, die fehlende Kniebeuge ist für mich immer noch ein Skandal. Ebenso misstraue ich immer noch der Darstellung, was am Gründonnerstag im Gefängnis passiert ist. Mohammedanern wäscht man keine Füße! Die sollen erst einmal öffentlich und ehrlich und für alle Zeit dem Götzen Allah und dem Falschen Propheten Mohammed abschwören und dann das Sakrament der Taufe empfangen.

        Es sind die Feinde der Kirche, die Franziskus immer noch Beifall klatschen! Mit ihnen darf es keinen Dialog und kein Gespräch geben. Ebensowenig darf es irgendwelche „Ökumene-Gespräche“ mit Häretikern geben. Es hat mich traurig und wütend gemacht, daß Päpste Evangelen zur Audienz empfangen.

      • „Es sind die Feinde der Kirche, die Franziskus immer noch Beifall klatschen! Mit ihnen darf es keinen Dialog und kein Gespräch geben. Ebensowenig darf es irgendwelche „Ökumene-Gespräche“ mit Häretikern geben.“
        Huch, mit wem soll der Papst denn dann überhaupt noch Gespräche führen? Hier wird ja alles und jeder zu den „Feinden der Kirche“ gezählt, bis hin (bei einigen speziellen Hardcore-Tradis) zum Papst selber…
        Soll der arme Papst nur noch mit Bischof Williamson reden?? 🙂

      • Der Papst kann gerne mit anderen sprechen. Aber nur mit dem Ziel der Mission, dem Ziel, die Irrenden in den häretischen Glaubensgemeinschaften und den Heiden in anderen Religionen klar zu machen, daß es nur eine Kirche geben kann: unsere hl. Mutter Kirche, unsere hl. katholische Kirche.
        Der „interkonfessionelle“ oder gar ein irgendwie gearteter „interreligiöser“ Dialog „auf Augenhöhe“ kann und darf es nicht mehr geben. Wir müssen uns da ganz klar abgrenzen. Mit Häretikern und Heiden spricht man nicht. Man missioniert sie.

      • „Mit Häretikern und Heiden spricht man nicht. Man missioniert sie.“

        Wie soll denn Mission geschehen wenn (neben eigenem vorbildlichen katholischen Leben) nicht auch durch Gespräche, durch Überzeugungsversuche?

      • Ich schließe mich an.
        Auch ich habe nur den normalen Informationszugang zu den Papstreden.
        Ich finde sie eher nicht wirklich tiefgehend sondern sie sind doch recht oberflächlich.
        Die Zelebration der hl. Messe ohne Kniebeuge mag einwandfrei sein, ich spreche ihm auch seine Frömmigkeit in keinster Weise ab, aber auf mich wirkt es trotzdem befremdlich.
        Nein der Fehler liegt voll und ganz bei mir und ich gebe mir und ihm Zeit aber bisher werde ich mit Papst Franziskus überhaupt nicht warm !
        Schade !

      • Sie müssen ja mit dem Papst nicht warm werden (befremdliche, an die Homoszene erinnernde Redensart), Sie müssen ihm gehorchen!

      • Worin genau muß man ihm denn gehorchen – was hat er denn bisher konkret zu tun oder zu glauben befohlen? Sie meinen wohl eher „man muß ihn für das größte Gottesgeschenk seit ??? Jahren halten und darf keine seiner Handlungen kritisieren“…

      • WEM soll ich gehorchen? Einem „Papst“, der da weitermacht, wo die Konzilspäpste aufgehört haben? Das Konzil war eine ganz große Katastrophe für unsere Hl. Mutter Kirche. Sie wurde dem Modernismus, den unser lieber Papst Pius X. eindringlich verdammte, geopfert.
        Wollen wir die Reine Lehre erhalten, dann müssen wir uns auf die vorkonziliare Kirche und die noch von unserem lieben Papst Pius XII. verkündeten Wahrheiten konzentrieren. Der interreligiöse „Dialog“ hat genauso aufzuhören, wie der „interkonfessionelle“ Dialog. Gespräche mit Andersgläubigen ja. Aber nur mit dem Ziel der Mission und dem Ziel, sie in den Schoß der EINEN katholische Kirche zu holen. Außerhalb unserer hl. Mutter Kirche gibt es kein Heil.
        Ich schaue mir das Treiben in Rom noch eine Weile an. Sollte sich mein Eindruck manifestieren, daß Bergoglio ein Modernist und Konzilspapst ist, dann muss ich schmerzhaft erkenne, daß Rom nicht mehr romtreu ist.

  3. Wahre Nächstenliebe wurde immer schon vor allem da geübt, wo auch der wahre Glaube hochgehalten wird, weil nur so wahre Jesusliebe möglich ist. Nur in dieser Verbindung zeigt sich wahre Heiligkeit.
    Der Irrlehrer braucht den Lärm um seine „Werke“, um seine falschen Ideen zu bemänteln.

    Beten wir, dass sich der wahre Geist der Heiligkeit wieder durchsetzt und ein unkirchlicher, heidnischer und freimauerischer Geist, der in den letzten Jahrzehnten in der Kirche so viel vernichtet hat, endlich mit Gottes Hilfe überwunden werden kann. Hoffentlich erkennt auch Bergoglio diese Gefahren und widersteht ihnen besser als mancher vor ihm.

  4. „[D]ie Einzigartigkeit dieses Franz von Assisi – die selbst von den mittelalterlichen Predigern oder anderer Zeiten nicht viele hatten – [war] sein unbedingter Gehorsam gegenüber der kirchlichen Autorität ist, seine Verehrung für das Papsttum und sein Verabscheuen von jeder Häresie. Der Mann von Assisi war ein gehorsamer Katholik.“
    Ich freue mich zu lesen, dass unbedingter Gehorsam gegen kirchliche Autoritäten, v.a. den Papst, der durch den Artikel als völlig in der kirchlichen Tradition stehend gezeichnet wird, in dem obigen Artikel gelobt wird!

  5. Meine Güte ist das hier ein „Gefasel“…wir sollten uns langsam auch im Glauben mal wieder auf
    das WESENTLICHE konzentrieren…der Glaube/die Beziehung zu Gott ist nämlich weitaus einfacher/
    simpler als das, was wir daraus machen! Und: Jeder Papst soll so (natürlich) sein, wie er ist und das
    sagen (dürfen), was er denkt. Erwartungen hin, Erwartungen her – auch ein Papst ist letzten Endes nur ein Mensch….man kann wirklich auch ALLES verkomplizieren!!!

    • Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Die dauernde Verkomplizierung ist ein problematisches Erbe der abendländisch-“alteuropäischen“ intellektualistischen Theologie. Eben deshalb fasziniert Franziskus ja die ganze Welt: weil er einfach, schörkellos, ohne Firlefanz und für jeden verständlich redet, vom Universitätsprofessor bis zur Klofrau versteht ihn jeder.

  6. Es gibt in diesem Forum keine „dauerfranziskusverhöhnende Truppe“ – wie Dunkelmann weiter oben behauptet. Das kann man ja objektiv nachprüfen… Aber diese Polemik ist symptomatisch für das Wahrheitsverständnis derer, die F. so anhimmeln, als ob er nun die Rettung aus aller Not sei.
    Bei F. sind manchmal stimmige Gedankengänge da. Und dann plötzlich wird alles gebrochen durch einen bestürzenden Widerspruch.
    Seine Gesten verweigern teilweise Jesus die Ehre (Stichwort: fehlende Wandlungskniebeuge) und sie verweigern auch die Annahme des demütigen Dienstes des Papstamtes (das ist alles sattsam beschrieben worden). Dass das denen, die längst vom wahren Glauben abgefallen sind, gefällt, sollte niemanden wundern. Verwunderlich ist nur, dass die neo-konservative Mainstream-Schickeria jubelt, als hätte sie Drogen eingeworfen…
    Wie auch immer – mir erscheint es immer noch so, als fehle F. das „Herz“ des tiefen Glaubens. Es ist seine Aufgabe, endlich zu klären, wo er eigentlich steht – nicht die irgendwelcher Journalisten und Forumsdiskutanten.

    • Ja ja, wer nicht in Ihre inquisitorische Sichtweise eines Papstes, „der sein Papstamt nicht annimmt“ einstimmt, ist „längst vom wahren Glauben abgefallen“. So einfach ist das. Oder: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt, widdewiddewidd…“

      Und wenn Sie hier herrisch vom Papst einfordern, er habe gefälligst „endlich zu klären, wo er eigentlich steht“ – da kann Ihnen geholfen werden. Er „steht“ selbstverständlich unter und an Stelle seines Herrn Jesus Christus und steht bzw. sitzt auf dem Stuhl Petri als Bischof von Rom. Gott hat ihn kraft seines Geistes durch die wählende Kardinäle dorthin gestellt. Logischerweise müßten Sie Ihr Lamento an den Herrn selber richten, daß er Ihnen bitte Rechenschaft geben möge, wo er eigentlich steht, wenn er „so einen“ auf die Cathedra Petri berufen hat.

      • So ein verknöcherter Blödsinn! Nicht alle, die ein Amt anvertraut bekommen, haushalten damit treu – das war schon im AT so, das war bei Judas so und das war bei ungezählten häretischen und machtgeilen Klerikern aller Ränge schon so. Jetzt reißen Sie sich doch zusammen – man könnte ja denken, Sie sind wie Kaspar Hauser wirklich als „Dunkelkind“ irgendwo abseits der Menschheit aufgewachsen…

        Ich mach mir keine Welt, sondern stelle Fragen, denen Sie permanent dadurch ausweichen, dass Sie persönlich werden. Argumente ad rem? (Sie wissen, was das ist?)

  7. Hat nichts mit Religion, Katholizismus etc. zu tun, der Artikel als solcher ist schon OK, aber trotzdem eine kleine Berichtigung: Bernadette hatte – wie richtig gesagt – als Muttersprache das Okzitanische, eine romanische Sprache. Sie war also definitiv keine Baskin, wie oben gesagt, sondern Okzitanierin. Basken sprechen Baskisch, und das ist keine romanische Sprache, ja nicht einmal eine indoeuropäische.

  8. Im übrigen, den Franziskus-Kritikastern mal ins Stammbuch geschrieben: bei seinen ganz normalen Mittwochskatechesen kommt mittlerweile die schier unfassbare Zahl von 250.000 bis 300.000 Menschen zusammen. Und hört ihm andächtig und tief ernsthaft zu. Das ist eine höhere Zahl als die meisten bisherigen Päpste bei den Hochfesten erreicht haben.

  9. Die Sache ist doch einfach!
    Ein Past ist dazu da, Lehrverurteilungen auszusprechen.
    Nur wenn die Irrenden schweigen, darf auch der Papst schweigen.
    Nun, die Irrenden sind eifrig im Verbreiten ihrer Irrtümer. Der Papst veruteilt jedoch keine ihrer Irrtümer.
    Insofern muss man Franz Versagen vorwerfen!

    • Sie haben recht. Nur muss man konsequent die Linie zurückziehen bis zu Johannes XXIII. Er hat zur Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils erklärt, die Kirche wolle nicht mehr verurteilen, sie wolle die“ Arznei der Barmherzigkeit“ verabreichen, ihre Lehre verkünden und die Häresien nicht mehr verurteilen.
      Papst Franziskus bleibt auf der Linie seiner Vorgänger.

    • Naja, die Glaubenswahrheit ist schon ein bisschen mehr. Der Papst ist doch nicht dazu da, Lehrverurteilungen auszusprechen. Das konnte und kann auch ein Provinzialkonzil. Das kann auch ein einzelner Bischof. Er soll die Kirche als Hirten weiden. Das ist ein bisschen mehr. Das Auslassen wesentlicher Glaubensaussagen nennt man übrigens haeresis per defectum.
      Selbst Pius IX. hat nicht permanent Häresien verurteilt. Unser Heiliger Vater ist kaum drei Monate im Amt – da kann man ihm schlecht schon Versagen vorwerfen.

      • Das Lehramt, letztlich manifestiert im Papst, hat zwei Aufgaben: Lehrmeisterin und Hüterin der Wahrheit zu sein. Hüterin heißt, den geoffenbarten Glauben gegen Häresien zu schützen. Mit allen Konsequenzen, die dies für Häretiker hat.
        Die Entscheidung von Johannes XXIII., dieses Wächteramt aufzugeben, hat er in seiner Eröffnungsrede zum II. Vat. Konzil erklärt. In dieser blumigen Softsprache: Die Kirche wird nur noch die „Arznei der Barmherzigkeit“ verabreichen. Ob er dies durfte, werden spätere Generationen entscheiden. Obwohl der katholische Glaube unter Häresien geradezu erstickt, ist keiner der Nachfolger von diesem verhängnisvollen, zerstörerischen Kurs abgewichen.
        Papst Franziskus hat bisher mit keiner Silbe angedeutet, dass er – endlich – die erforderlichen Maßnahmen mindestens ins Auge fasst.
        Doch hat er überhaupt bisher eine Silbe an die Weltkirche gerichtet? Als Papst, nicht als Prediger.
        Sie Vincentius, als verkörperter Gehorsamsapostel, müssten an Ihrem heißgeliebten Pontifex schier verzweifeln. Sie predigen, sie fordern von uns allen immer wieder den Papstgehorsam. Doch er spricht gar nicht mit uns, folglich ist weder Gehorsam noch Ungehorsam möglich. Es ist so, als sei noch immer Sedisvakanz. Die Römer haben zwar ihren Bischof, doch wir scheinen kurioserweise keinen Papst zu haben. Es gibt den Medienpapst, und den Papst, dem man auf dem Petersplatz zuhören kann. Doch die Gesamtkirche hat bis jetzt noch keinen Papst, der sich mit päpstlicher Vollmacht an sie wendet. Nach über zwei Monaten könnte er langsam in die Gänge kommen.
        Es sei denn, er gibt auch das „Amt der Kirche als Lehrmeisterin“ auf und wandelt es um ins Predigeramt. Dann hätten die Kardinäle allerdings einen
        Chef-Evangelikalen auf den Stuhl Petri gehievt. Wir werden sehen…

      • Ist sein tägliches Predigen etwa keine „Vollmacht, mit der er sich an uns wendet“?? Joseph Ratzinger schreibt in seiner „Einführung in das Christentum“: „Eine größere sacra potestas als die praedicatio verbi divini gibt es nicht.“

        Ich kenne sehr viele Menschen, die die (bei kath.net dankenswerter Weise täglich agedruckten) Predigten des Papstes lesen und tiefen geistlichen Gewinn für ihr Glaubensleben daraus ziehen. „Päpstlicher“ geht’s nicht!

  10. Liebe cuppa,
    ich lese deine Kommentare mit großem Interesse und denke darüber nach.

    Gern hätte ich gewusst, wie du den Begriff „Chef-Evangelikaler“ gemeint hast. Ich selbst habe immer noch große Vorbehalte gegen den Papst, kann aber kaum ausdrücken warum. Es ist genau diese Richtung, die mir Unbehagen bereitet: Ich empfinde seine Morgenpredigten und viele Andeutungen in seinen Handlungen als ebendies: evangelikal. Ich habe da jahrelange eigene Erfahrungen. Natürlich ist er auch sehr marianisch, was doch ein Widerspruch sein müsste. Ich bin so verwirrt und kann dies „evangelikale“ bei ihm nicht mit konkreten Argumenten belegen, es ist eher nur ein Gefühl.

    PS: Ich verwende in Foren immer das „Internet-Du“, falls nicht gewünscht, bitte Bescheid geben.

    • Was spräche den dagegen, wenn dieser Papst eine „evangelikale“ Seite hat? Er kommt nun mal aus Lateinamerika, wo die Evangelikalen inzwischen eine enorme Rolle spielen und missionarische Erfolge haben, von denen die „Altkirchen“ leider nur noch träumen können. Für die Ökumene im Sinn von „Unitatis redintegratio“ ist diese Haltung des Papstes ein großer Gewinn. Aber ich weiß, dies Dokument gilt hier eher als Teufelszeug.

      • Lieber Dunkelkatholik,
        ich verstehe deine Frage nicht. „Was spräche dagegen, wenn der Papst eine evangelikale Seite hat?“ – Alles spräche dagegen, wenn etwas am Papst nicht katholisch wäre. Seine „evangelikale Seite“ ist dann eben evangelikal, protestantisch, und nicht katholisch. Wie könnte das gut sein, wenn der Papst nicht ganz und gar katholisch ist?

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