Schüsse beunruhigen Christen in der Türkei

Schüsse vor armenischer Kirche in Istanbul(Istanbul) Vor einer armenischen Kirche in Istanbul feuerte ein nicht identifizierter Mann am vergangenen Sonntag sieben Schüsse aus seinem Gewehr ab. Unter den Gläubigen, die in der Kirche zum Osterfest versammelt waren, brach Panik aus.

Die türkische Presse berichtete, daß die christlichen Gemeinschaften von Istanbul nach der gestern erfolgten Einschüchterungsaktion gegen die armenische Kirche von Surp Hovhannes sehr besorgt sind. Wie der armenische Erzbischof Aram Atesyan erklärte, drohte der Schütze den Christen in der Kirche: „Ihr seid zuviele!“ Wie der Erzbischof sagte, wurde am Sonntag ein junger armenischer Christ vor einer anderen Kirche im nahen Stadtteil Samatya verprügelt. Auch andere christliche Gemeinschaften von Istanbul wurden in den vergangenen Tagen Opfer von Angriffen und Intoleranz.

In Atesehir griff eine Gruppe von 40 Personen am 27. April die evangelische Kirche der Neuen Hoffnung an. Sie bewarfen die Kirche mit Steinen und zertrümmerten die Kirchenfenster. Am Tag darauf plünderte eine Gruppe die griechisch-orthodoxe Kirche von Burgas Ada. Alle Vorfälle ereigneten sich in Istanbul.

Für Erzbischof Atesyan „wollen diese Angriffe die Ängste unter den Angehörigen unserer Gemeinschaften schüren“, die in den vergangenen Jahren in der Türkei mehrfach Opfer von Gewalt und Diskriminierung wurden. 2006 wurde in Trapezunt der katholische Priester Andrea Santoro ermordet, 2007 in Malataya drei Protestanten und 2010 in Antiochien der katholische Bischof Luigi Padovese.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Christen im Osten

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