Evangelisierung und Leitungsauftrag – Predigten von Benedikt XVI. und Franziskus zur Amtseinführung als Bischof von Rom im Vergleich

Nachdem bereits die beiden Predigten von Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus zur Amtseinführung als Papst parallel veröffentlicht wurden, folgen nun die jeweiligen Predigten zur Inbesitznahme der Kathedra als Bischof von Rom in der Lateranbasiliks.

Die vergleichende Lektüre soll es ermöglichen Kontinuitäten oder eventuelle Diskontinuitäten, das Amtsverständnis des Petrus, die Definition des Papsttums, das Kirchenverständnis und den selbstgesetzten Auftrag in Leitung und Evangelisierung und ein erstes Regierungsprogramm für das Pontifikat zu erkennen.

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9 Kommentare

  1. Oooooh diese Mitra…… bei unserem Bischof von Rom, ……. war es WIRKLICH wieder diesselbe ?? ?? WIRKLICH ???
    Ich weiss, das ist vollkommen nebensächlich, aber ICH KANN SIE NICHT MEHR SEHEN !

    Selbst unser Pfarrer zieht ab und zu mal was anderes an.
    Und auch wir Otto Normalverbracuher laufen nicht ständig mit den selben Klamotten rum!! Armut und Bescheidenheit hin oder her !!!

  2. Vielleicht bin ich ja überempfindlich, oder es handelt sich um einen Übersetzungsfehler aus dem Italienischen oder gar um einen kulturellen Unterschied, aber mir hat der letzte Abschnitt von Papst Franziskus Predigt etwas auf den Magen geschlagen: die Art und Weise wie er die Liebe Gottes beschreibt, bekommt eine verstörende, beinahe schon sexuelle Komponente. Dieses wird besonders deutlich wenn man die Art und Weise vergleicht, wie Papst Benedikt XVI ebendiese Liebe beschreibt. Aber vielleicht verstehe ich einfach nur die argentinische Mentalität nicht, die es ebenso erlaubt, vor jungen Frauen herumzukriechen und ihnen die Füße zu küssen.

    • Ja sie benehmen sich wie die Evangelikalen und können nicht genug Gläubige an diese loswerden. Das war schon unter Paul VI. so.

  3. Der Vergleich hinkt, weil die Päpste Paul VI. , Johannes Paul II. und Benedikt anders handelten als sie predigten, sie ernannten durchwegs Bischöfe die ihre Worte nicht mittragen wollten, da ging es darum die Lehren des II. Vaticanums stückchenweise umzusetzen um einen größeren Widerstand zu verhindern. Das was Sie an Papst Franziskus stört ist nur die logische Fortsetzung des Kurses derer. Womöglich ist auch der Rücktritt von Papst Benedikt eine gezielte Aktion gewesen um das Papstamt zu entwerten, und die Kollegialität der Bischöfe voranzubringen und womöglich machte er auch jemandem gezielt Platz der den traditionsbewussten Gläubigen nicht so im Wort ist. Schon Johannes Paul wirde mit den Worten zitiert, dass er den Primat so gestalten wolle, der er der Ökumene nicht mehr im Wege steht. So düster sieht es aus, Benedikt war nicht viel anders , er besuchte das Lutherhaus in Erfurt.

    • Das ist nun wohl eine ziemliche Verdrehung des Pontifikats Benedikts! Warum genau er zurückgetreten ist, wissen wir nicht. Dass er das Lutherhaus in Erfurt besucht hat, darf ihm auch nicht zum Vorwurf gereichen, er hat den Protestanten klar gesagt, dass er ihnen keine Geschenke macht. Und natürlich sind wir über viele Bischofsernennungen unglücklich, aber da gilt es auch immer die Lage vor Ort zu berücksichtigen. Wenn der Papst gegen den heftigen Widerstand der Ortskirchen Kandidaten durchdrückt, die dann nach ein paar Jahren systematisch demontiert werden und keine Autorität mehr haben, nützt auch der rechtgläubigste Bischof nichts. Joseph Ratzingers „Schwachpunkt“ war seine Milde. Was wir in dieser Situation bräuchten, wäre einen rechtgläubigen Autokraten wie Pius V. Aber Pius V. konnte sich auf die Beschlüsse des Trieter Konzils berufen, Benedikt hatte es da mit dem Vaticanum II viel schwerer. Er konnte nur versuchen, dieses Konzil im Sinne der Tradition zu deuten. Und dass er eine Mann wie Bergoglio den Weg ebnen wollte, glaube ich auch nicht. Das Problem ist, dass die Nordamerikaner, Dolan, Quellet und Burke, beim Konklave versagt haben. Sie haben sich von Sodano und Kasper manipulieren lassen, anstatt Scola zu unterstützen.

  4. Wenn Benedikt XVI. einen „Schwachpunkt“ hatte, dann den, dass er als ein sehr konservativer Neomodernist anzusehen ist. Zwischen seiner Theologie und der Theologie eines Giuseppe Siri besteht ein Bruch.Beide standen sich während des II. Vatikanum als Antipoden gegenüber.Kardinal Siri, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz, vertrat die klassische römische Theologie, wie Kardinal Ottaviani, wie Erzbischof Lefebvre. Leider kam es während des Konzils nicht zu einem Zusammenschluss zwischen ihnen. Damit war die Niederlage der Tradition besiegelt. Paul VI. trägt wahrscheinlich die Hauptverantwortung, weil er die Modernisten förderte, nur die schlimmsten Auswüchse beschnitt. Und die Konservativen mochten sich nicht gegen den Papst stelllen. Sie haben sich selbst gelähmt. Diese Lähmung dauert zum großen Teil bis heute.
    Prof. Ratzinger gehörte als Peritus zur „Rheinischen Allianz.“ Als Peritus von Kardinal Frings.Mit seinem Feingefühl, seinem Sinn für Tradition, stellte er sich bald gegen die beginnenden theologischen und liturgischen Missbräuche. Ohne sie je auf die Konzilstexte zurückzuführen. Und das ist sein Schwachpunkt. Dom Helder Camara, ein Protagonist der Neomodernisten, hat es deutlich ausgesprochen: „Das Konzil darf nicht alles sagen.Das werden wir später tun.“ Und so ist es gekommen. Der „pastorale Charakter“, die vielen kleinen Andeutungen, die offenen Leerstellen in den Konzilstexten, laden zur Interpretation ein. Damit ist die die klare, dogmatisch nicht mehr interpretierbare Sprache der Kirche grundsätzlich aufgegeben.
    Papst Benedikt hat sich auf seine großen Vorgänger, die Päpste des XVIII. Jahrhunderts bis Pius XII. kaum berufen. Von seinen unmittelbaren Vorgängern abgesehen, ging er auch an Thomas von Aquin vorbei direkt vor allem zum hl. Augustinus. Als hätte es die Tradition der Kirche dazwischen nicht gegeben. Das war der Bruch. Dass er alle Konzilspäpste – nach meiner Meinung – deutlich überragt, ändert nichts am grundsätzlichen Bruch.

    • Ach Cuppa, Ratzinger war damals ein junger Mann. Er hat spätestens in Tübingen gemerkt, dass das Konzil eine falsche Richtung vorgegeben hat. Ich denke, er war sich – im Gegensatz zu vielen anderen Theologen und Bischöfen – seiner Mitverantwortung durchaus bewusst und es hat ihn belastet, gerade hinsichtlich des Schicksals der FSSPX. Ich meine, Benedikt ist 2005 nur deshalb nochmals in den Ring gestiegen und hat das Papstamt übernommen, um die Versöhnung mit der Tradition unter den zeitlichen Gegebenheiten zu erreichen und zumindest die Strukturen vorzugeben, dass ein Wettkampf zwischen Tradition und Progession zukünftig wie der Kampf zwischen David und Goliath hätte enden können, weil die Wahrheit mit der Tradition ist und sich Wahrheit am Ende immer durchsetzt. Es ist eine furchtbare Tragödie für die Kirche insgesamt, dass man den Sieg der Wahrheit vor dem Kampfe wollte und diese Versöhnung nicht er/be-griffen wurde. Wenn ich die Nachrichten der neuesten Ausgabe von Una Voce lese, dreht sich mir das Herz um. Welche Früchte begannen da zu reifen, wie die Seminare sich langsam füllten und immer mehr Bischöfe sich gegenüber der Tradition zu öffnen begannen – und jetzt, dieser Eiseshauch eines zurückkehrenden Konzilswinters, der die junge Saat zu vernichten droht. Ich hoffe nur, dass so mancher in der FSSPX begreift, dass es keine Insel der Seligen gibt, auf der sich dauerhaft überwintern ließe und man sich einer Zusammenarbeit innerhalb der Tradition nicht verweigert.

  5. Der wohl wichtigste Unterschied zwischen beiden Predigten: Papst Franziskus sagt in der Predigt zu seiner Amtseinführung nichts, aber auch gar nichts zur Rolle des Bischofs von Rom. Dogmatische Fragen scheinen ihm komplett unwichtig zu sein. Das ist ein sehr merkwürdiges Verhältnis zu seinem Dienstamt, das, wie Papst Benedikt hervorhob, doch vor allem ein Dienstamt des Lehrens sein soll. Ein Papst, der sich nicht bewußt in die Tradition des Lehramtes stellt, ist gerade das, was er laut Papst Benedikt nicht sein soll: Ein absoluter Herrscher, der nur seinen Willen und seine eigenen Ideen durchsetzt.

  6. Ist es jemandem schon aufgefallen? Papst Franziskus sagt in seiner Predigt nichts, aber auch gar nichts zu seiner Rolle als Bischof von Rom!

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