Bei Papstmessen Back to Handkommunion – Priesteroptional?

Papstmessen Handkommunion zurück. Priesteroptional?(Rom) Nach mehreren von Papst Franziskus zelebrierten feierlichen Hochämtern ist offensichtlich, daß die kirchenrechtliche „Ausnahmeform“ der Handkommunion auch bei Papstmessen wieder in großem Stil praktiziert wird. Und das nach dem persönlichen Ermessen eines jeden Priesters.

Papst Benedikt XVI. hatte bald nach dem Beginn seines Pontifikats die Heilige Kommunion nur mehr als Mundkommunion und knienden Gläubigen gespendet (ausgenommen einige Trotzfälle wie die Königin von Spanien). Durch die Wiederentdeckung der überlieferten Praxis sollte die Ehrfurcht vor der Eucharistie gestärkt werden, um Deformierungen durch das irrige Verständnis eines bloßen Mahlcharakters mit gemeinsamem Brotverzehr im Bewußtsein der Gläubigen entgegenzuwirken.

Der 2007 neu berufene Päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini sagte im Juni 2008 dem Osservatore Romano in einem Interview, bei zukünftigen Papstmessen werde sich die Mundkommunion in kniender Körperhaltung durchsetzen. Dem scheint inzwischen nicht mehr so zu sein.

Kirchenrechtlich galt immer die kniend empfangene Mundkommunion als eigentliche Form des Kommunionempfangs. Mit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde den Bischofskonferenzen das Recht gewährt, zusätzlich und begründete Ausnahmeformen für ihren Zuständigkeitsbereich zu erlauben. Aus der Ausnahme wurde jedoch umgehend eine Regel, die die eigentliche Regel zur Ausnahme machte. Erstkommunionkindern wird im deutschen Sprachraum seit den 70er Jahren fast flächendeckend ausschließlich die Handkommunion beigebracht. Von Mundkommunion oder gar dem knienden Kommunionempfang ist in diesem großangelegten Umerziehungsprogramm faktisch keine Rede mehr.

Die zu Dutzenden bei Papstmessen zur Kommunionspendung eingeteilten Priester wurden unter Papst Benedikt XVI. ab 2008 angehalten, die konsekrierte Hostie nur als Mundkommunion zu spenden. Bis auf wenige Ausnahme setzte sich die überlieferte Praxis schnell wieder durch.

Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus ist jede Einheitlichkeit verlorengegangen. Der Papst spendet den Diakonen die Kommunion, die kniend die Mundkommunion empfangen. Da das Kirchenoberhaupt jedoch den Gläubigen keine Kommunion spendet, ist die päpstliche Vorbildwirkung Benedikts XVI. minimiert. Von den eingeteilten Priestern spenden zahlreiche nur die Mundkommunion. Ebenso zahlreiche Priester spenden jedoch wieder nach dem vorbenediktinischen Ausnahmeusus die Handkommunion, sobald ein Gläubiger ihnen die Hände entgegenstreckt. Eine allgemeine Praxis, die sie aus den meisten Pfarreien kennen und zu der sie erst von Priestern erzogen wurden. Anweisungen für die Priester wie unter Benedikt XVI. gibt es offensichtlich keine mehr. Die Form der Kommunionspendung scheint ein Optional des Priesters.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Screenshot CTV 28.04.2013

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Thomas Kovacs

dazu sollten wir festhalten daß das den liturgischen Gesetzen der Diözese Rom entspricht, es existiert kein Erlaß von Papst Benedikt XVI daß die Handkommunion bei Papstmessen nicht gegeben wird

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