Nach Ostern neuer Kardinalstaatssekretär – aus der Riege Sodano?

Staatssekretariat des Vatikans vor Neubesetzung, wird Kardinalstaatsekretär Bertone nach Ostern abgelöst? Kommt sein Nachfolger wieder aus dem Diplmatischen Dienst um Kardinal Sodano?(Rom) Papst Franziskus hat pro tempore alle Leiter und stellvertretenden Leiter der Dikasterien an der Römischen Kurie auf Abruf bestätigt. Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone wurde nicht ausdrücklich erwähnt, wie aber Pater Lombardi sofort bestätigte, gilt die Regelung auch für ihn. Vatican Insider zitiert „sehr glaubwürdige vatikanische Quellen“, die sagen, daß Papst Franziskus mit einer gewissen Eile bereits nach Ostern seinen einflußreichsten Mitarbeiter im Amt des Staatssekretärs bestimmen will. Papst Franziskus wird im Dezember 77, Kardinal Bertone 79. Sein Ausscheiden scheint auch aus Altersgründen naheliegend. Der noch amtierende Staatssekretär war während des Pontifikats Benedikts XVI. zu einer Art Dauer-Buhmann geworden. Die Gründe waren vielfältig und führten zu einer breiten Allianz seiner Gegner. Gegen sich hatte er von Anfang an seinen Vorgänger, den Staatsseketär Johannes Pauls II., Angelo Kardinal Sodano. Staatssekretäre kamen traditionell aus dem Diplomatischen Dienst des Vatikans. Mit der Berufung des Salesianers Bertone wollte Benedikt XVI. dieses Schema durchbrechen. Eine Entscheidung, die keineswegs von allen positiv aufgenommen wurde. Bertone stand, wenn auch meist verdeckt, unter Dauerbeschuß der alten Riege. Kardinal Sodano ist auch der große Papstmacher von Papst Franziskus.

Kardinal Bertone steht unter Dauerbeschuß der „alten Riege“

Laut den Quellen, auf die sich Vatican Insider beruft, soll ein Italiener und wieder Angehöriger des Diplomatischen Dienstes zum Kardinalstaatssekretär und damit zur rechten Hand des Papstes bei der Regierung der Kirche ernannt werden. Ganz oben auf der Liste stehen der Substitut am Staatssekretariat, Kurienerzbischof Giovanni Angelo Becciu, als auch der Präfekt der Propaganda Fide, Francesco Kardinal Filoni, beide kommen aus dem Diplomatischen Dienst des Vatikans, waren allerdings in die kurieninternen Konflikte rund um Kardinalstaatssekretär Bertone involviert.

Papst Franziskus könnte einen Kandidaten vorziehen, der besser den Eindruck eines Neubeginns vermittelt. An Kandidaten mangelt es nicht. Genannt werden Erzbischof Piero Parolin, derzeit Apostolischer Nuntius in Venezuela, sowie Erzbischof Celestino Migliore, Apostolischer Nuntius in Polen. Msgr. Migliore war bereits Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen. Beide stehen dem Kardinaldekan Angelo Sodano sehr nahe.

Nächster Kardinalstaatssekretär wieder aus dem Diplomatischen Dienst?

Es gibt noch weitere mögliche Kandidaten, darunter den Erzbischof Luigi Ventura, seit 2009 Apostolischer Nuntius in Frankreich, der aus der Schule von Kardinal Agostino Casaroli, dem Architekten der „Neuen Ostpolitik“ stammt. Er war bereits Nuntius an der Elfenbeinküste, in Chile und Kanada. Ebenso Erzbischof Guido Ottonello, seit 2005 Apostolischer Nuntius in Ekuador, wo ihm die schwierige Aufgabe obliegt, zwischen Rom, der Ortskirche und einer offen kirchenfeindlichen Regierung zu vermitteln. Da er zuvor bereits Nuntius in Panama war, kennt er Lateinamerika, den Herkunftskontinent des neuen Papstes sehr gut.

Und schließlich, aber keineswegs als letzter, wird Kurienerzbischof Lorenzo Baldisseri genannt, den Papst Benedikt XVI. 2012 zum Sekretär der Bischofskongregation ernannte und zum Sekretär des Kardinalskollegiums machte. Damit war Msgr. Balidesseri auch Sekretär des Konklaves. Da ihm der neue Papst nach der Wahl sein Scheitelkäppchen, den Kardinalpileolus aufsetzte, wird er als künftiger Kardinal gehandelt. Beim nächsten Konsistorium wird sich zeigen, ob es sich nur um eine scherzhafte Spontangeste des neuen Papstes handelte. Konklavesekretäre werden tatsächlich traditionell zu Kardinälen erhoben.

Kardinalstaatssekretär ist rechte Hand des Papstes in der Regierung

Laut Vatican Insider sollen Kurienerzbischof Angelo Becciu als Substitut und Kurienerzbischof Dominique Mamberti als „Außenminister“ des Papstes in ihren Ämtern bleiben.

Von den ersten wirklichen Personalentscheidungen des neuen Papstes erwarten sich Beobachter einigen Aufschluß über das Konklave und die Ausrichtung des Pontifikats, sollte etwa Kardinalstaatssekretär Bertone entlassen und durch einen Diplomaten aus dem Kreis von Kardinal Sodano ersetzt werden.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Papa Amici Benedetto XVI.

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2 Kommentare

  1. Interessant wird wer Präfekt in der Glaubenskongregation und in der Liturgie und Bischofskongregation wird, und wer Präsident des vollkommen überflüssigen Rates zur Förderung der Einheit der Christen inclusive Moslems wird, die ja auch zum selben Gott beten- angeblich.

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