Rimsha Masih gegen Kaution frei – Schicksal Hunderter vertriebener christlicher Familien noch ungeklärt

(Islamabad) Das zuständige Gericht von Islamabad hat die Enthaftung der elfjährigen Christin Rimsha Masih gegen Kaution angeordnet. Das geistig behinderte Mädchen war Mitte August aufgrund falscher Anschuldigungen verhaftet worden, einen Koran verbrannt zu haben. Laut pakistanischem Anti-Blasphemiegesetz droht ihr lebenslange Haft. Der Katholik Paul Bhatti, Regierungsberater im Ministerrang für die religiösen Minderheiten und Bruder des 2011 ermordeten Ministers für die religiösen Minderheiten Shahbaz Bhatti, zeigte sich „froh und erleichtert“. Er dankte den Rechtsanwälten von Rimsha, den Ulemas und den Sicherheitskräften für den Beitrag zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung.
Die Richter legte fest, daß eine Kaution von 500.000 Rupien (etwa 4000 Euro) für das Kind zu entrichten ist und das Mädchen dann Minister Bhatti und den Rechtsanwälten der All Pakistan Minorities Alliance übergeben wird, die sich für die Verteidigung der jungen Christin zur Verfügung stellten.

Zu lösen bleibt noch immer die Situation von mehreren Hundert christlichen Familien, die nach der Verhaftung von Rimsha durch fanatische Moslems aus ihren Häusern vertrieben wurden. „Einige sind in ihre Häuser zurückgekehrt“, berichtet Paul Bhatti. „Wir arbeiten daran, der ganzen Gemeinschaft die Rückkehr zu ermöglichen oder für sie einen Ort für eine Neuansiedlung zu finden.“ Die Erzdiözese Lahore erklärte sich bereits bereit, einen Grund für die Ansiedlung der Familien zur Verfügung zu stellen, falls eine Rückkehr wegen radikaler moslemischer Gruppen unmöglich sein sollte.

Die Wende im Fall zeichnete sich durch die Verhaftung von Khalid Jadoon Chishti an, des Imams, der das christliche Mädchen wegen Blasphemie angezeigt hatte. Ihm wird eine Manipulation der Beweise vorgeworfen. Der Rat der Ulemas prüft zudem, ob er sich selbst der Blasphemie schuldig gemacht hat. Wegen dieses Vorwurfs wurde er von der Polizei verhaftet. Asianews berichtet, daß der Blasphemievorwurf gegen die junge Christin inszeniert worden sein könnte, um einen Anlaß zur Vertreibung der Christen der Gegend zu haben und sich deren Land und Häuser anzueignen.

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews

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