„Kein Kreuz, wir sind Engländer“ – Der Kampf britischer Regierungen gegen das Christentum

Auf der Internetseite CNSnews.com kommentierte Patrick Goodenough am 12. März 2012 die antichristliche Schlagseite der Regierung des „rechten“ Pemierministers David Cameron in Großbritannien. Die Einführung der sogenannten Homo-„Ehe“ ist dabei nur ein Stichwort. Ein anderes ist der Kampf der britischen Regierung bei den vergangenen Kommunalwahlen, in dem öffentlichen Bediensteten verboten wurde, am Arbeitsplatz ein Kreuz zu tragen.

Der Fall wird nun vom Europäischen Gerichtshof geprüft, den mehrere britische Staatsbürger angerufen haben. Eine von ihnen ist Nadia Eweida, eine koptische Christin, Angestellte von British Airways am Flughafen von Heathrow. 2006 wurde sie von der Fluggesellschaft, ihrem Arbeitgeber, aufgefordert, ihr kleines Kreuz, das sie an einer Halskette trug, abzulegen. Die Frau weigerte sich und wurde entlassen. Vergebens machte sie darauf aufmerksam, daß ihre moslemischen, buddhistischen und Sikh-Arbeitskollegen aus religiösen Gründen ihren Turban, das Kopftuch und religiöse Armbänder und Ketten tragen.

Später wurde sie wieder eingestellt. Eweida forderte von British Airways die Zahlung der entgangenen Monatsgehälter für die Zeit ihrer unrechtmäßigen Entlassung. Da ihr Arbeitgeber nicht zahlen wollte, endete die Sache vor Gericht. Dieses wandte sich an den Obersten Gerichtshof. Da ihrer Forderung nicht entsprochen wurde, wandte sich die Christin an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Dasselbe machte Shirley Chaplin, eine Krankenschwester, und auch sie Christin. Sie trug seit ihrer Kindheit ein kleines Kreuz an einer Halskette, seit 30 Jahren auch am Arbeitsplatz. Plötzlich wurde sie vom staatlichen britischen Gesundheitsdienst, ihrem Arbeitgeber, entlassen mit der Begründung, daß das Tragen eines Kreuzes keine Vorschrift des christlichen Glaubens sei wie hingegen das Tragen eines Turbans bei den Sikhs. Der europäische Menschenrechtsgerichtshof muß sich auch mit zwei anderen Fällen britischer Bürger befassen, bei denen es um die Gewissensfreiheit geht. Eine Beamtin hatte sich 2007 geweigert, die britische Variante einer „eingetragenen Partnerschaft“ zwischen zwei Homosexuellen zu registrieren. Der Angestellte einer Beratungsstelle hatte sich geweigert, einem homosexuellen Paar eine Sexualtherapie zu verschreiben.

In allen Fällen ist die britische Regierung Verfahrenspartei, die derzeit vom konservativen David Cameron geführt wird. Die Regierung ist entschlossen, in England und Wales 2015 nach einer Volksbefragung die sogenannte Homo-„Ehe“ einzuführen. Im Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention steht: „Jede Person hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfaßt die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder gemeinsam mit anderen öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Unterricht oder Praktizieren von Bräuchen und Riten zu bekennen.“ Die britische Regierung beabsichtigt jedoch, sich auch vor den Straßburger Richtern mit der Behauptung zu verteidigen, daß das Tragen eines Kreuzes keine Verpflichtung des christlichen Glaubens sei.

Verschiedene englische Bischöfe betonten in Interviews, daß es Pflicht eines jeden Christen sei, den eigenen Glauben nicht in der Öffentlichkeit zu verstecken. Betrachtet man die Frage strikt unter juristischen Gesichtspunkten, und nicht anders kann der Menschenrechtsgerichtshof vorgehen, läßt sich keineswegs zwingend schließen, daß das moslemische Kopftuch für Frauen vom Islam vorgeschrieben ist oder das Gebetsarmband für Buddhisten. In der Debatte sticht vor allem ein Argument des anglikanischen Erzbischofs von York, John Sentamu, heraus, der in der Hierarchie der Kirche von England an zweiter Stelle steht. Zahlreiche christliche, aber auch nichtchristliche Kommentatoren sehen darin das entscheidende Argument. Der BBC sagte Erzbischof Sentamu, daß die britische Regierung beginne, „sich in Bereiche einzumischen, die ihr nicht zustehen“. Das ist der springende Punkt. Die Analyse des Bischofs wäre zu vertiefen. Die Analyse über ein englisches Establishment, offensichtlich gleichgültig ob politisch links- oder rechtsstehend, das sich hinter der Fassade versteckt, irgendwelche „Minderheiten“ schützen zu müssen, in Wirklichkeit mit hartnäckigem Nachdruck auf allen Ebenen die Demolierung des Christentums und seiner Kultur betreibt. Es scheint geradezu, als sei eine ausgeprägte Form von Christenhaß zu einem unverzichtbaren Kriterium für den Aufstieg in die britische Führungsschicht geworden. Es wäre zu fragen, woher diese Tendenz rührt, wo sie ihre Anfänge hat und nicht zuletzt, wer sie vorantreibt, welche Personen, Personengruppen und geistigen oder (last but not least) religiösen Strömungen.

Katholische Kommentatoren in England meinten, es werde „amüsant“ werden, sobald erst irgendeinem „politisch Korrekten“ einfallen werde, gegen den Union Jack, die britische Fahne nach Straßburg zu ziehen, der an Kreuzen nicht nur eines, sondern gleich drei enthält (das rote Georgskreuz Englands, das weiße Andreaskreuz Schottlands und das rote Andreaskreuz der Provinz Ulster in Irland).

Text: BQ/Giuseppe Nardi
Bild: Arden Forester

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