Hl. Katharina von Genua – Nicht mehr Mondänität und nicht mehr Sünde

Liebe Brüder und Schwestern!

Im Rahmen meiner Katechesen über große Frauengestalten der Kirchengeschichte möchte ich nach Katharina von Siena und Katharina von Bologna heute eine dritte Mystikerin dieses Namens vorstellen: die hl. Katharina von Genua. Sie wurde 1447 als jüngstes von fünf Kindern einer Adelsfamilie geboren und bereits im Alter von 16 Jahren mit einem von ihren Eltern ausgesuchten Adligen verheiratet, einem unbeherrschten und leichtlebigen Mann, der ihr das Eheleben nicht einfach machte. Nach etwa zehn Jahren, in denen sie versuchte, sich auf den vornehmen, oberflächlichen Lebensstil ihres Mannes einzulassen, hatte sie bei einer Beichte ein tiefes Bekehrungserlebnis. Wie eine brennende Flamme spürte sie plötzlich in sich das Ungenügen dieses Lebens, die Güte Gottes und ihre Nachlässigkeit, ihre Armseligkeit, die Leere ihres Herzens demgegenüber. So ist ein Strahl der Liebe Gottes in ihre Seele eingedrungen. Im Moment konnte sie gar nicht beichten, sie ging wieder nach Hause und weinte. Nach ein paar Tagen kam sie dann und war dazu fähig, sozusagen einen Strich durch ihr Leben zu ziehen; sie hat sich selbst die Parole gegeben: Nicht mehr Mondänität und nicht mehr Sünde. Katharina führte dann ein Leben der Buße und des Gebetes. Sie widmete sich den Kranken und wurde Chefin des größten Krankenhauses von Genua, Pammatone. Schließlich hat auch ihr Ehemann sich bekehrt, sie hat ihn nach sich gezogen, und er hat als Franziskanertertiar in diesem Krankenhaus bei der Krankenpflege mitgeholfen. Katharina starb schließlich im Jahre 1510 in ihrer Heimatstadt. So gibt uns diese Heilige ein weiteres Beispiel für den tiefen Zusammenhang zwischen einem großen, lebhaften Gebetsleben und der Liebe zum Nächsten; dafür, daß inwendiges Einssein mit Gott nicht Absonderung bedeutet, sondern uns erst zum Nächsten führt und die wirkliche Gemeinschaft mit dem Nächsten eröffnet, uns vor allen Dingen für den offen macht, um den sich andere nicht kümmern und der uns braucht. Eine weitere Folge der mystischen Gemeinschaft mit Gott ist die tiefe Teilhabe an den geistlichen Wirklichkeiten. So hat Katharina eine tiefe Einsicht über das erlangt, was Fegfeuer ist. Sie meinte nicht, daß das ein bestimmter Ort sei, und meinte nicht, daß man dort mit ausgesuchten Qualen gequält wird, sondern sie hatte erkannt, Fegfeuer ist eben diese Flamme des inneren Ungenügens und einer neuen Liebe, die uns inwendig trifft und uns umwandelt und erneuert. Es ist die inwendige Berührtheit von der Liebe Gottes, der wir nicht genügen, die zur Flamme wird und uns selbst umformt, oder – wie sie auch sagt – zu einer goldenen Schnur, mit der Gott uns zu sich hinaufzieht. Gottesliebe und Nächstenliebe gehören immer zueinander. Katharina von Genua ist uns Beispiel dafür, wie das Näherkommen an Gott zugleich das Eintauchen in die Liebe zum Nächsten ist.

Von Herzen grüße ich alle Pilger deutscher Sprache. Die Heiligen sind immer zuerst große Beter. Sie leben uns diese Weggemeinschaft mit Christus vor und helfen uns, daß wir immer neu beten lernen im Mitbeten mit der Kirche und vom Beten her dann richtig leben lernen. Gottes Geist geleite euch auf allen euren Wegen.

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