110 700 Abtreibungsopfer 2009 – Das Märchen von den sinkenden Zahlen

von Markus Fischer

110 700 unschuldige Todesopfer kann sich die Bundesrepublik Deutschland allein für das Jahr 2009 auf die Fahnen schreiben – mehr als neunzig Prozent davon vollfinanziert durch die staatlichen Krankenkassen. Die Dunkelziffer dürfte dabei weit höher liegen. Doch kein Grund zur Reue für die Bundesrepublik und ihr politisches Establishment, im Gegenteil: Die immensen Opferzahlen, die selbst für eine staatsterroristische Diktatur eine beträchtliche Jahresbilanz darstellen würden, werden als Erfolg gefeiert – immerhin seien sie im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die etablierten Medien spielen das Spiel munter mit.

Das statistische Bundesamt meldet für das vergangene Jahr 2009 einen Rückgang der Abtreibungen um 3,3% auf 110 700. Seit der de-facto-Legalisierung der Abtreibung im Jahre 1996 sinke die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland nahezu kontinuierlich. Allerdings sei analog dazu auch ein drastischer Geburten-Rückgang in der Bundesrepublik zu verzeichnen. So seien 2009 rund 38 000 Kinder weniger geboren worden als noch im Vorjahr, ein Rückgang von knapp vier Prozent. Die Statistiker schätzen die Zahl der Geburten auf 645 000 bis 660 000 – das wären so wenig wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Somit wurden 2009 weniger als halb soviel Kinder geboren wie im geburtenstärksten Jahr der Bundesrepublik, 1964.

Der drastische Einbruch bei den Geburtenzahlen offenbart die Heuchelei, die hinter der Behauptung steckt, die Abtreibungszahlen seien abermals gesunken. Das stimmt zwar in Zahlen betrachtet durchaus. Doch wenn die Geburtenzahlen gleichzeitig mit noch höherem Prozentsatz einbrechen, verdeutlicht dies, daß die Abtreibungsproblematik sich nicht entspannt, sondern viel mehr verschlimmert hat. Etwa jedes siebte Kind wurde 2009 im Mutterleib zerstückelt, bevor es das Licht der Welt erblickte – das ist eine noch höhere Abtreibungsrate als im Vorjahr – ganz abgesehen von der sicher nicht unerheblich hohen Dunkelziffer.

Knapp drei Viertel der Frauen, die 2009 ihr Kind abtrieben, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt, fünfzehn Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. Weitere acht Prozent der abtreibenden Frauen waren älter als 40, vier Prozent minderjährig. Laut Statistischem Bundesamt hatten 40 Prozent der Frauen vor der Abtreibung noch keine Lebendgeburt. In weniger als drei Prozent der Fälle lagen kriminologische oder medizinische Ursachen für die Abtreibung zu Grunde – etwa eine Vergewaltigung oder eine Gefahr für das Leben der Mutter. Die Abtreibungszahlen 2009 entpuppen also auch erneut die Behauptung als Augenwischerei, ein Abtreibungsverbot träfe gerade vergewaltigte oder sich in Lebensgefahr befindende Frauen.

Der Umgang mit den eigentlich mehr als erschreckenden Opferzahlen des Abtreibungsmassenmords ist nicht nur ein Armutszeugnis für das politische Establishment: Jene, die das Thema stillschweigend ignorieren – obgleich sie durch die staatliche Vollfinanzierung eines Großteils der Abtreibungen direkt involviert und somit in hohem Maße schuldig sind. Auch die Medien stehen in einem erbärmlichen Licht da, folgen sie der Propaganda von der scheinbar schwindenden Abtreibungsproblematik. Ein Deutschland, daß sich in Zukunft wieder Menschenwürde und Lebensrecht zuwenden sollte, wird einiges aufzuarbeiten haben.

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