Noch kein Termin für Papstreise nach Israel

(Vatikan) Benedikt XVI. hofft weiterhin darauf, eines Tages ins Heilige Land zu reisen. Das bekräftigte Papst-Sprecher Federico Lombardi am Samstag Abend in einer Erklärung. Für eine solche Reise gebe es allerdings noch keinen Termin. Der Jesuit Lombardi kritisierte erneut einen Text über Papst Pius XII. in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bei Jerusalem; in dem Text wird Pius sein Schweigen zum Holocaust am jüdischen Volk vorgeworfen. Die Verantwortlichen der Gedenkstätte sollten diesen Text „einer neuen, objektiven und tiefgehenden Prüfung unterziehen“, forderte Pater Lombardi, der den vatikanischen Pressesaal und Radio Vatikan leitet. Allerdings sei die vatikanische Verstimmung über diesen Text völlig unabhängig von den Plänen des Papstes zu einer Israel-Reise.

Lombardi äußerte sich auch zu einer möglichen Seligsprechung von Pius XII., über die in diesen Tagen seines fünfzigsten Todestages immer wieder debattiert wird. Benedikt XVI. habe bis heute noch nicht das Dekret über die heroischen Tugenden von Papst Pius unterzeichnet, so Lombardi. Diese Unterschrift sei „nötig für den Fortgang des Verfahrens“. Benedikt XVI. denke über dieses Thema in aller Ruhe nach, und es sei „nicht opportun, in der einen oder anderen Richtung deswegen Druck auf ihn auszuüben“.

Postulator im Seligsprechungsverfahren für Pius XII. ist der deutsche Jesuit Peter Gumpel. Dieser hatte in den letzten Tagen im Gespräch mit der italienischen Nachrichtenagentur Ansa von einer „Verleumdungskampagne“ gegen den Pacelli-Papst gesprochen. Gumpel hatte auch spekuliert, solange der derzeitige Text über Pius XII. in Yad Vashem dort verbleibe, halte er einen Besuch Benedikts XVI. in Israel nicht für möglich.

Der Pius-Text von Yad Vashem hatte vor einem Jahr bereits für einen kleinen Eklat gesorgt. Im April 2007 weigerte sich der Päpstliche Nuntius in Tel Aviv, Antonio Franco, an einer Gedenkfeier in Yad Vashem teilzunehmen, wenn der Text über Pius XII. nicht geändert werde.

(RV)

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