Hanke kritisiert Huber

(Eichstätt) Vor einer „Abwärtsspirale“ beim Lebensschutz hat der Bischof von Eichstätt Gregor Maria Hanke in seiner Silvesterpredigt gewarnt. Bei der Jahresschlußandacht im Eichstätter Dom kritisierte der Bischof, daß in der Diskussion um die Änderung des Stammzellgesetzes auch christliche Politiker bereit seien, den Lebensschutz weiter auszuhöhlen. Mit „juristischen Klimmzügen“ versuchten politische Verantwortungsträger, die Tötung menschlichen Lebens als Grundlage der Stammzellforschung zu rechtfertigen. Für die katholische Kirche sei es nicht hinnehmbar, wenn künstlich erzeugte menschliche Embryonen als Rohmaterial für die Forschung dienen sollen. „Das Recht auf Leben und die Würde der Person sind für uns Christen nicht verhandelbar.“ Weil es sich dabei zudem um „Grundkoordinaten menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenlebens“ handle, sollten Christen noch viel stärker konfessionsübergreifend in der Öffentlichkeit dafür eintreten und so ein Zeugnis praktizierter Ökumene geben.


Bischof Hanke bedauerte in diesem Zusammenhang, daß der von der katholischen Kirche erhobene Widerspruch gegen eine weitere Liberalisierung beim Embryonenschutz von Wolfgang Huber, dem Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, als konfessionelle Sichtweise des Konflikts abgetan worden sei. Das Gebot, Leben zu schützen, sei jedoch konfessionsübergreifend christlich gültig, betonte Hanke. Beim Problem der embryonalen Stammzellforschung bestehe nur die Alternative, konsequent das Leben schützen zu wollen oder es eben nicht zu schützen. Die Frage, ob Lebensschutz oder nicht, lasse sich hier auch nicht durch einen Weg des kleineren Übels entschärfen.

(pde/JF)

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