Karfreitag und Osternacht: Höhepunkt für Satanisten

Konsekrierte Hostien für Schwarze Messen geraubt?

Satanisten
Raub konsekrieter Hostien: Ein schmiedeeisernes Kruzifix wurde als Brecheisen mißbraucht, um den Tabernakel aufzubrechen.

(Rom) Am späten Abend des 22. März wurden in einer Kirche im Erzbistum Ancona-Osimo konsekrierte Hostien aus dem Tabernakel gestohlen. Der Verdacht fällt auf Satanisten. Der zuständige Erzbischof gab gleich am nächsten Tag folgende Erklärung ab:

„Mit tiefem Schmerz gebe ich die Nachricht bekannt, daß am Abend des 22. März 2018 in der Pfarrkirche San Francesco alle Scale unbekannte Hände den Tabernakel aufgebrochen und zwei Ziborien mit der Allerheiligsten Eucharistie geraubt haben. Das ist eine schreckliche Tat, die Gott auf das Schwerste beleidigt und das Herz unserer Ortskirche tief verletzt, weil es nichts Kostbareres in der Kirche Gottes gibt als die Heilige Eucharistie.
Es handelt sich um eine unerhörte Tat, die willentlich begangen wurde, um die heilige Spezies zu entwenden und Sie für wer weiß welche sakrilegische Zwecke zu mißbrauchen. Wer diese Tat begangen hat, hat sich die Exkommunikation zugezogen, von der aufgrund der besonderen Schwere der Tat (Exkommunikation latae sententiae) gemäß Canon 1367 CIC nur der Heilige Stuhl lossprechen kann.
Unsere Herzen verbinden sich im Sühnegebet und in der Anbetung, um für die Bekehrung jener zu beten, die unseren in der Allerheiligsten Eucharistie gegenwärtigen Herrn Jesus Christus beleidigt haben. Ich rufe alle Priester auf, in dieser Woche eine Heilige Messe zur Vergebung der Sünden zu zelebrieren und mit der jeweiligen Gemeinschaft einen Moment der Anbetung zu halten, nach Möglichkeit am Gründonnerstag, 29. März. Ich selbst werde am 23. März um 18 Uhr in der geschändeten Pfarrkirche mit der dortigen Pfarrgemeinde die heilige Eucharistie zelebrieren und vor dem Allerheiligsten Sakrament des Altares Anbetung halten, um den Herrn anzubeten und um Barmherzigkeit zu bitten. Möge die Unbefleckte Jungfrau und die heiligen Kirchenpatrone Fürbitter sein.

+ Angelo Spina, Erzbischof von Ancona-Osimo.“

„Die Sache ist eindeutig“

Der Erzbischof deutete in seiner Erklärung an, was einige Medien deutlicher formulierten: An der Spitze des Erzbistum besteht die große Sorge, daß der offensichtlich gezielt begangene Raub des Altarsakraments – sonst wurde nichts gestohlen –, satanistischen Zwecken dienen könnte. Der Corriere Adriatico titelte am 24. März:

„Einbruch in der Kirche: Schwarze Messen mit den konsekrierten Hostien“

Dieselbe Einschätzung teilt auch der Exorzist, Don Paolo Sconocchini, in einem Artikel der Tageszeitung Il Resto del Carlino vom 25. März Der Exorzist hat keinen Zweifel: „Der sakrilegische Raub“ ziele auf „Schwarze Messen zu Ostern“. Die Satanisten würden die „heilige Messe nachäffen, aber andersrum zelebrieren“. Der Karfreitag und die Osternacht seien für Satanisten die wichtigsten Momente im Jahreslauf.

Don Sconocchini ist Pfarrer an der Kirche zum heiligen Karl von Osimo.

„Die Sache ist eindeutig. Da die konsekrierten Hostien für einen Dieb als Diebesbeute keinen Wert haben, haben die Täter ein anderes Ziel. Die Satanisten haben eine Lehre, die unseren Glauben auf den Kopf stellt. Die Todesstunde des Herrn am Karfreitag ist für die Satanisten ein Freudenmoment.“

Kruzifix als Brecheisen

Dafür spreche auch, so der Priester, daß ein schmiedeeisernes Kruzifix als Brecheisen verwendet wurde, um den Tabernakel aufzubrechen. Dabei wurde das Kruzifix schwer beschädigt (siehe Bild). Räuber hätten ihr Einbruchswerkzeug dabei, wenn sie auf Diebeszug gehen. Im konkreten Fall seien Kirchenfeinde am Werk, die ihre Tat bis ins Detail sakrilegisch geplant und durchgezogen haben.

In den vergangenen Jahren habe es in der Gegend keine vergleichbaren Vorfälle gegeben.

„Es ist aber ein offenes Geheimnis, daß diese Gruppen, die dem Okkulten verpflichtet sind, sich in den Heiligen Tagen versammeln, um ihre Riten zu zelebrieren.“

Der Satanismus untergliedere sich in unterschiedliche Richtungen. Auch die Rolle, die Satan in den unterschiedlichen Richtungen spiele, sei verschieden. Gemeinsam sei ihnen aber die Ablehnung des Christentums und die Offenheit gegenüber Satan. Das komme in ihrer Symbolik zum Ausdruck. Für sie ist die Zahl des Tieres wichtig und positiv besetzt, das dreimal wiederholte „f“ (der sechste Buchstabe des Alphabets, aber auch das sogenannte Nerokreuz, auch als Todesrune bekannt, wie sie die Anti-Atom- und Friedensbewegung verwendet.

Der Pfarrer und Exorzist spricht von „dunklen Mächten, die in unserer Zeit ihr Unwesen treiben“. Jede Generation habe Sünden begangen, doch gebe es einen Unterschied „zur Generation unserer Großeltern“: „Frühere Generationen hatten noch eine klare Vorstellung von Gut und Böse. Diese Unterscheidung gerate immer mehr ins Wanken und verschwimmt.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Youtube/Ancona Today (Screenshot)



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