Diözese Mostar widerspricht Erzbischof Hoser

Wallfahrten nach Medjugorje weiterhin untersagt

Medjugorje: Ist dort die Gottesmutter erschienen und erscheint sie noch immer?
Medjugorje: Ist dort die Gottesmutter erschienen und erscheint sie noch immer?

(Sarajewo) Die zuständige Diözese Mostar in Bosnien-Herzegowina bekräftigte, daß kirchliche Institutionen weiterhin keine Wallfahrten zu den kirchlich nicht anerkannten Marienerscheinungen in den herzegowinischen Ort Medjugorje machen dürfen. Damit widersprach sie jüngsten Medienberichten zu Aussagen des polnischen Erzbischofs Henryk Hoser, der sich im Auftrag von Papst Franziskus einige Monate mit Medjugorje befaßt hatte.

Am 8. Dezember wurde Msgr. Hoser von Papst Franziskus als Bischof von Warschau emeritiert. Von Februar bis Ende des Sommers war er als Apostolischer Delegat in Sachen Medjugorje tätig. Der ehemalige Kurienerzbischof war von Papst Franziskus beauftragt worden, die pastorale Situation vor Ort zu studieren und Vorschläge zur Organisation der Seelsorge und zur pastoralen Betreuung der Gläubigen, die nach Medjugorje kommen, zu unterbreiten. Im Auftrag war ausdrücklich festgehalten worden, daß Hoser nicht zur Frage der Echtheit des Phänomens Medjugorje Stellung zu nehmen habe, da er mit  dieser Frage nicht betraut wurde.

Die Schlagzeile zu den Aussagen des Erzbischofs lautete:

„Medjugorje: Der offizielle Kult wurde erlaubt!“

Nun könnten offiziell Wallfahrten nach Madjugorje organisiert werden.

Damit vermittelte Hoser den Eindruck, als sei das Wallfahrtsverbot für kirchliche Institutionen aufgehoben worden. Liest man das Interview genau, sagte der Erzbischof aber lediglich, daß jeder Gläubige überall auf der Welt die Gottesmutter Maria verehren dürfe, natürlich auch in Medjugorje. Zu den angeblichen Marienerscheinungen nahm er hingegen nicht Stellung.

Da etliche katholische Medien die Nachricht aber mißverständlich verbreiteten, als habe sich an der geltenden Situation etwas geändert, nahm nun das zuständige Ortsbistum Mostar Stellung. Vom herzegowinischen Episkopat wurde das Erscheinungsphänomen Medjugorje immer abgelehnt. Bischof Ratko Peric bekräftigte erst im Frühjahr, übrigens im Zusammenhang mit der Ernennung Hosers zum Apostolischen Delegaten:

„Maria ist in Medjugorje nicht erschienen“.

Nun ließ der Bischof in einer Presseerklärung daran erinnern, daß das Wallfahrtsverbot für kirchliche Institutionen (Diözesen, Pfarreien) unverändert in Geltung ist. Die Stellungnahme erfolgte, weil, so Catholic World News, Medjugorje-Pilger dem Bischof mitgeteilt hatten, daß „der Vatikan“ habe Wallfahrten „erlaubt“. Dem ist nicht so, replizierte nun der Bischof. Der Diözese liege kein vatikanisches Dokument vor, das die behauptete Auslegung der Worte von Erzbischof Hoser stützen würde.

Hoser hatte zu einem früheren Zeitpunkt angedeutet, daß Rom die ersten sieben Erscheinungen in den frühen 80er Jahren anerkennen könnte, und zwar noch in diesem Jahr. Die unzähligen seither behaupteten Erscheinungen seien von den ersten sieben zu trennen. Letztere, so die Andeutung,, hätten aus heutiger Sicht keine Aussicht auf Anerkennung. Zu den ersteren brauche es eine Vertiefung, aber die Aussichten seien günstig.

In seinem jüngsten Interview sagte der Erzbischof nichts mehr darüber. In 12 Tagen endet das Jahr und es gibt keine Anzeichen, daß Rom in Sachen Medjugorje eine Entscheidung treffen könnte.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: MiL



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