Wiederverheiratete Geschiedene dürfen nicht zur Kommunion

Sambias Bischöfe bekräftigen Ehelehre trotz Amoris laetitia

Für den Vorsitzenden der Sambischen Bischofskonferenz ist klar, Amoris laetitia hin oder her, wiederverheiratete Geschiedene sind nicht zur Heiligen Kommunion zugelassen.
Für den Vorsitzenden der Sambischen Bischofskonferenz ist klar, Amoris laetitia hin oder her, wiederverheiratete Geschiedene sind nicht zur Heiligen Kommunion zugelassen.

(Lusaka) Seit kurzem, wenn auch nur auf krummen Wegen, weiß die katholische Welt, daß es für das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia „keine andere Interpretation“ als die der Bischöfe der Kirchenprovinz Buenos Aires gibt. Dessenungeachtet bekräftigte der Vorsitzende der Sambischen Bischofskonferenz, Erzbischof Telesphore George Mpundu von Lusaka, daß es wiederverheirateten Geschiedenen nicht erlaubt ist, die Sakramente zu empfangen.

Papst Franziskus hatte es den Bischöfen seiner Heimatprovinz Anfang September 2016 geschrieben: Ihre Richtlinien, laut denen wiederverheiratete Geschiedene zur Heiligen Kommunion und zum Bußsakrament zugelassen sind, seien die einzig richtigen. So wolle er die Umsetzung von Amoris laetitia.

Dabei handelte es sich nur um einen Privatbrief, um den es zudem lange Zeit ein seltsames Versteckspiel gab, wie sie fester Bestandteil des derzeitigen Pontifikats zu sein scheinen. Rückblickend erscheint die ganze Frage der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten als ein einziges, großes Versteckspiel von Franziskus.

Da der päpstliche Privatbrief vom Vorjahr im vergangenen Juni – auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes, wie Kardinalstaatssekretär Parolin präzisierte – in den Acta Apostolicae Sedis veröffentlicht wurde, ist er Teil des päpstlichen Lehramtes geworden. Der Wille des Papstes, nach dem von vielen Seiten anderthalb Jahre lang insistierend gefragt wurde, der Papst sich aber ausschwieg, ist damit bekannt. Offiziell bekanntgegeben wurde er zwar nie, was aber an der Sache nichts ändert. Dem Schreiben kommt keine Unfehlbarkeit zu, vor allem kann es nicht die überlieferte Lehre der Kirche aufheben, klärt aber die Position des Papstes.

Der Erzbischof von Lusaka reagierte davon ungerührt.

Im Gespräch mit dem afrikanischen Dienst von Radio Vatikan erklärte er die Absichten der Sambischen Bischofskonferenz. Der Schwerpunkt soll auf einer verstärkten und verbesserten Ehevorbereitung liegen. Damit wollen die Bischöfe im ehemaligen Nordrhodesien „die Ehe und das Familienleben stärken“.

Der Erzbischof äußerte sein Unbehagen über die zunehmende Zahl von Ehescheidungen, die von sambischen Zivilgerichten ausgesprochen werden.

Am Ersten Adventssonntag besuchte er eine Pfarrei in Mumbwa, rund 160 Kilometer von Lusaka entfernt. Der Erzbischof spendete die Firmung und stellte sich den Fragen der Priester und des Pfarrgemeinderates. Dort betonte er die Bedeutung pastoraler Anstrengungen zur Vorbereitung auf die Ehe und die Familiengründung und die Begleitung der Eheleute und der Familien.

Wenn in der Ehe und in der Familie Probleme auftauchen, würden sich die Gläubigen nicht an die Priester um Rat und Hilfe wenden. Dann sei der Weg zum staatlichen Gericht oft nicht weit. Es sei daher von Bedeutung, daß die Verbindung zwischen den Eheleuten und den Familien auf der einen Seite und den Priestern auf der anderen Seite lebendig bleiben.

Den Gläubigen sei auch klarzumachen, daß sie nach einer Scheidung vor einem Zivilgericht und einer Wiederverheiratung keinen Anspruch auf Zulassung zu den Sakramenten hätten.

„Eine sakramental gültig geschlossene Ehe kann nicht aufgelöst werden. Sie ist unauflösbar“, so der Erzbischof.

Eine Zulassung zum Empfang der Heiligen Kommunion und zum Bußsakrament ist ihnen verwehrt.

Die Ehevorbereitung sei der erste und wichtigste Ansatz. Derzeit gebe es zu viele junge Menschen, die ohne ausreichende Vorbereitung eine Ehe eingehen. Die traditionelle Kultur bereite zwar die jungen Frauen vor, aber kaum die jungen Männer. In diesem Bereich müsse die pastorale Anstrengung ansetzen. Die Familien seien im traditionellen Netz der Gemeinschaft gut eingebunden und auch in Krisenmomenten aufgehoben. Diese Bedingungen seien aber nicht mehr in den Städten gegeben, da sich Sambia rapide urbanisiere. Den Pfarreien komme hier besondere Bedeutung zu, so der Erzbischof.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Radio Vatican (Screenshot)



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