„Eine Familie, die zusammen betet, bleibt zusammen“

Kardinal Wyszynski ein Diener Gottes

Kardinal Stefan Wyszynski zum Diener Gottes erhoben.
Kardinal Stefan Wyszynski zum Diener Gottes erhoben.

(Warschau) Die Seligsprechung von Kardinal Wyszynski (1901 – 1981) rückt näher. Gestern erfolgte die Zuerkennung des heroischen Tugendgrades durch Papst Franziskus.

Stefan Wyszynski, 1924 zum Priester geweiht, war von 1948 bis zu seinem Tod Erzbischof von Gnesen und zugleich Erzbischof von Warschau, Primas von Polen und Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz. Gleich nach dem Krieg war von Papst Pius XII. zum Bischof von Lublin ernannt worden. Dieser Papst machte ihn 1953 zum Kardinal. Weil er von den Kommunisten einige Monate später verhaftet wurde, konnte er die Würde erst 1957 nach der Entlassung aus dreijähriger Gefangenschaft annehmen.

Der Kardinal wurde in Polen zur führenden Gestalt der antikommunistischen Freiheitskräfte. Er nahm am Zweiten Vatikanischen Konzil und an vier Konklaven teil bei denen die Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul I. und Johannes Paul II. gewählt wurden. Vor allem die Wahl seines Landsmannes Karol Wojtyla markierte für ihn einen Wendepunkt in der Geschichte Polens, obwohl er das Ende der kommunistischen Diktatur nicht mehr selbst erleben konnte.

In den letzten Lebensmonaten trat er als Vermittler zwischen den kommunistischen Machthabern und der oppositionellen Solidarnosc auf. Zudem bemühte er sich besonders um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Polen verehren ihn als einer Vater des Vaterlandes, der die christliche Identität des Landes bewahrt hat. Bereits 1989 wurde das Seligsprechungsverfahren eingeleitet. Seit gestern kann Wyszynski als Diener Gottes angerufen werden.

Kardinal Wyszynski sagte am 16. Oktober 1978, am Tag der Wahl von Johannes Paul II. zu diesem:

„Die Aufgabe des neuen Papstes wird es sein, die Kirche ins Dritte Jahrtausend zu führen“.

Patrick Peytons Familien-Rosenkranz-Kreuzzug

P. Patrick Peyton
P. Patrick Peyton

Neben dem polnischen Kardinal wurde sieben weiteren Katholiken der heroische Tugendgrad verliehen, darunter dem US-amerikanischen Ordenspriester Patrick Peyton (1909-1992). Der gebürtige Ire gehörte der Kongregation vom Heiligen Kreuz an. Er gründete 1947 den Familien-Rosenkranz-Kreuzzug, ein internationales Apostolat, das heute in zahlreichen Ländern aktiv ist.

Von ihm stammt der ebenso glückliche wie bekannte Satz:

„Eine Familie, die zusammen betet, bleibt zusammen“.

Papst Franziskus erkannte zudem in drei Seligsprechungsverfahren das dafür notwendige Wunder an und das Martyrium eines Priesters und von fünfzehn seiner  Gefährten, die im Spanischen Bürgerkrieg 1936/1937 von der Rotfront aus Haß gegen den Glauben ermordet wurden.  

Text: Giuseppe Nardi
Bild: I komu to przeszkadzal/



Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht



Print Friendly, PDF & Email

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*