Schlechte Bischöfe verantwortlich für den Glaubensabfall

Zukunft der Kirche entscheidet sich nicht im Amazonas

(Rom) Papst Franziskus errichtete in Brasilien ein neues Bistum. Brasilien ist seit seiner Gründung ein katholisches Land, weshalb die Errichtung eines neuen Bistums nichts außergewöhnliches sein sollte. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich jedoch Besorgniserregendes.

Die neue Kathedrale von Cruz das Almas
Die neue Kathedrale von Cruz das Almas

Das gestern errichtete Bistum heißt Cruz das Almas und liegt im Bundesstaat Bahia. Zum ersten Diözesanbischof ernannte Franziskus Msgr. Antonio Tourinho Neto, Priester des Bistums Jequié und bisher Weihbischof des Erzbistums Olinda e Recife. Als solcher war er 2014 von Franziskus ernannt worden.

Es geht jedoch vor allem um die Zahlen des neuen Bistums: Cruz das Almas zählt 324.000 Einwohner, von denen mitten im katholischen Brasilien nur 191.228 oder 59 Prozent Katholiken sind.

Noch schlimmer sieht es im Erzbistum San Salvador de Bahia aus, aus dem das neue Bistum herausgelöst wurde. Von den 3.214.224 Einwohnern des Erzbistums sind nur 1.503.089 oder 46,8 Prozent Katholiken.

„Mit solchen Resultaten wären alle Bischöfe zu ersetzen. Das ist eine Schande. Mit oder ohne Franziskus“,

so der katholische, spanische Kolumnist Francisco Fernandez de la Cigueña.

Die Katholizität des Landes lag vor 60 Jahren noch bei fast 100 Prozent. Seither mußte sie schwere Einbußen erleben. Der Katholikenanteil liegt nur mehr knapp über 60 Prozent. Zurückgeführt wird die Entwicklung von Fernandez de la Cigueña vor allem auf eine „schlechte Bischöfe“, von denen zu viele befreiungstheologisch angekränkelt waren und sind. Nicht nur er, sondern auch andere Beobachter machen die Mittelmäßigkeit des Episkopats und den marxistischen Einschlag für die Negativentwicklung verantwortlich. In den 50er Jahren wurde von einem innerkirchlich zunehmend stärker werdenden Teil begonnen, soziale statt religiöse Fragen in den Mittelpunkt zu stellen. Eine Einseitigkeit, die nach Jahrzehnten nicht folgenlos bleiben könne.

Die Folgen sieht man am Boom evangelikaler und pflingstlerischer Denominationen aus den USA. Spätestens seit den 70er und 80er Jahren gibt es eigene Ablege im Land, Aus ihnen sind inzwischen neue, brasilianische Denominationen derselben Richtung hervorgegangen.

Amazonas nur als Vorwand

Es bestehe also kein Grund, so Fernandez de la Cigueña in Anspielung auf die Amazonassynode 2019, „sich ausgerechnet bei diesen Bischöfen Ratschläge zu holen“.

Bereits der Blickwinkel dieser von Franziskus angekündigten Synode sei wenig angemessen.

„Das Problem Brasiliens ist nicht eine unbedeutende Amazonas-Minderheit, die viri probati et sponsati als Priester brauche. Das ist nur eine Falle, um im lateinischen Ritus den Priesterzölibat abzuschaffen. Die Probleme Brasiliens sind ganz andere und zwar große. Die Frage der brasilianischen Katholizität entscheidet sich nicht im Amazonas. Das ist nur ein krasser Vorwand für andere Übel. Insgesamt geht es um die Inkompetenz eines mit geringen Ausnahmen weniger als mediokren Episkopats, der sich Millionen von Gläubigen entwinden läßt.“

Die Amazonas-Indianer, die im Mittelpunkt der Amazonas-Synode stehen sollen, machen weniger als 0,15 Prozent der brasilianischen Bevölkerung aus. Sie gelten nur als Vorwand der kirchlichen Alt-68er, um doch noch eines ihr Hauptziele zu erreichen, den Priesterzölibat zu beseitigen. Mit den Problemen Brasiliens hat die Frage nichts zu tun. Der Amazonas dient vor allem europäischen, modernistischen Kreisen lediglich als Alibi.

„Die Kirche Brasiliens geht ihrem Verschwinden entgegen. Die Zahlen stammen aus dem Vatikan. Das Problem sind nicht die Sekten und auch nicht die Brasilianer. Das Problem sind die Bischöfe. Die es geradezu darauf angelegt zu haben scheinen, die Katholizität einer der katholischsten Nationen auszulöschen“, so Fernandez de la Cigueña in seiner gewohnt klaren Sprache.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Youtube/Gaudium Press (Screenshots)



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