Italiens Medien analysieren Parlamentswahlen in Österreich

Bischofskonferenz: „Weniger Geld für Kirchen, mehr Geld für Einwanderer“

An Land gebrachte Bootsmigranten
An Land gebrachte Bootsmigranten

(Rom) Die italienischen Tageszeitungen widmeten in ihren Montagsausgaben dem Ausgang der österreichischen Parlamentswahlen viel Raum. Neben Frankreich ist Österreich das direkt angrenzende EU-Nachbarland, das für die Migrationsflüsse von Bedeutung ist.

Es ist ein offenes Geheimnis, daß man Italien nichts dagegen hat, wenn illegale Einwanderer, die über die Mittelleerroute in Italien „EU-Boden“ betreten, den es rechtlich nicht gibt, dann weiterwandern. Genau das tun nicht wenige, was andere EU-Staaten vor Probleme stellt und die dortige Bevölkerung immer weniger begeistert.

In Rom rechnet man mit einem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und einer Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen Partei (FPÖ). Der Brenner und Tarvis sind die beiden Grenzübergänge nach Österreich, die laut italienischer Regierung offen bleiben sollen. Sollte eine ÖVP-FPÖ-Bundesregierung den Brenner für Migranten dichtmachen wollen, sei Rom zu einer „Kraftprobe“ bereit, wie die Medien berichten.

Diese analysieren aufmerksam das Wiener Wahlergebnis. Bei deutlich unterschiedlichem Blickwinkel sind nicht rechts und links darin einig, daß die Einwanderungsfrage wahlentscheidend gewesen sei und Österreich nun der Visegrad-Gruppe mit Ungarn, Tschechien, Polen und der Slowakei zuneigen könnte, die „Brüssel erschüttert“.

Zahlreiche Kommentatoren schielen bei ihren Analysen bereits auf die kommenden Parlamentswahlen in Italien. Die einen, indem sie begreifen wollen, welche Elemente der beiden Wahlsieger von Wien man übernehmen könnte, um „die Rechten“ im eigenen Land „zu stoppen“, die anderen, indem sie begreifen wollen, welche Elemente der Wahlsieger man für einen solchen Wahlsieg auch in Italien nützen könnte.

Antizyklisch wirkt dazu eine Schlagzeile, für die Italiens Bischöfe verantwortlich sind. Die Schlagzeile steht in keinem direkten Zusammenhang mit den Wahlen in Österreich. Ihr Zusammenfallen wirkt dennoch oder vielleicht gerade deshalb besonders anachronistisch:

„Die Bischofskonferenz ändert Kurs: Weniger Geld für die Kirchen, mehr Geld für die Einwanderer.“

So und ähnlich lauten die Schlagzeilen.

Die Italienische Bischofskonferenz faßte Beschlüsse für die Geldverteilung, die als Indikator gilt, was ihr wichtig ist und was weniger.

Im Heiligen Jahr 2000 wurden italienweit Dutzende neue Kirchen gebaut. Das werde es nicht mehr geben. Nun sei die „soziale Fürsorge“ wichtiger, so der päpstliche Hausvatikanist Andrea Tornielli in der Tageszeitung La Stampa. Das sei „eine strategische Entscheidung“, was wohl heißen soll, daß sie grundsätzlicher Natur ist.

Das veränderte soziale Engagement der Kirche begeistert aber nicht alle. Die Hafenstadt Genua (regiert von der Lega Nord mit einem Mitte-rechts-Bündnis) stellt keinen Wohnraum für illegale Einwanderer zur Verfügung. Man wolle weder die Einwanderung fördern noch die Eingewanderten nach Genua ziehen, heißt es dazu im Rathaus. Deshalb beklagt Stefano Grassini, Stadtrat für öffentliche Sicherheit (Lega Nord), kirchliche „Interferenzen“:

„Wir als Stadt stellen keine Wohnflächen für Migranten, dann kommt die erzbischöfliche Kurie und stellt solche zur Verfügung.“

Zur Verfügung gestellt werden sie der linksgeführten Zentralregierung in Rom, die sie zur Aufteilung von illegalen Einwanderern nützt, bis deren Asylantrag behandelt ist. In den vergangenen Jahren hatten weniger als fünf Prozent der Ankommenden nach geltendem internationalem Recht Anspruch auf Asyl. Der Staat vergütet die Zurverfügungstellung einer Immobilie.

Die Kirche leiste in vielen Bereichen „großartige“ Sozialarbeit, wie es Genua heißt. Zum Beispiel in der Obdachlosen-Betreuung: In den italienischen Städten mit mehr als 80.000 Einwohnern gibt es rund 55.000 „Chlochard“, wie man in Italien sagt, weil es feiner klingt. Da es für deren Behandlung kein einheitliches Gesetz gibt, fällt die Hauptlast der Betreuung der Kirche zu.

In der Einwanderungsfrage gehe es aber primär um eine politische Frage, weshalb sich die Kirche „zurückhalten“ sollte, wie man es sich im Rathaus von Genau wünschen würde. Die in Rom regierende Mitte-links-Koalition sieht das natürlich anders. Die neue Führung der Italienischen Bischofskonferenz sucht in der Migrantenfrage den Schulterschluß mit regierenden Linksdemokraten und folgt damit ganz der Linie von Papst Franziskus.

In Genua stellte die Kurie eine Immobilie zur Unterbringung von Migranten zur Verfügung, für die der Staat monatlich eine „Miete“ von 60.000 Euro zahlt. Die ersten 50 Migranten sollten vor wenigen Tagen eintreffen. Dagegen formierte sich unter den Anwohnern ein Bürgerprotest, die von der Kurie eine Rücknahme der Entscheidung fordern. Sie fühlen sich mißachtet, überrumpelt, ignoriert.

Welche Empfehlung wird Papst Franziskus der Kirche in Österreich geben, angesichts des dort sich abzeichnenden Regierungswechsels? Immerhin besteht die Gefahr, daß sich die Kirche kirchenfernen politischen Kreisen annähert, sich aber kirchenahen Volksteilen entfremdet.

Text: Andreas Becker
Bild: Il Populista (Screenshot)

Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

Unterstützen Sie Katholisches auch, indem Sie ihre Bücher über FalkMedien beziehen. FalkMedien hilft uns regelmäßig bei technischen Aufgaben und beteiligt sich bei der Finanzierung von Servertechnik und Administration.

Der WebShop von FalkMedien umfaßt neue und antiquarische Bücher. Bei jedem Kauf, der über Katholisches.info zustande kommt, werden 10 Prozent Provision an Katholisches ausgeschüttet.

FalkMedien liefert jeden erhältlichen Titel: Die Recherche in einem umfassenden Katalog, der auf dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) basiert, ermöglicht es, nahezu alle verfügbaren deutschsprachigen Titel zu beziehen.  -  vlb.falkmedien.de


FalkMedien liefert jedes neue Buch versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert.

13 Kommentare

  1. Es gibt zwei Gesichtspunkte, die beide gleichermaßen zählen:
    1) Ein Christ kann gar nicht anders als jedem Menschen zu helfen, der sich in einer misslichen Lage befindet, ganz gleich, woher er kommt. Die ganze Menschheit gehört einer einzigen großen Familie an. Alles andere wäre Verrat am Evangelium.
    2) Es ist eine politische Frage, die ungesteuerte, in vielerlei Hinsicht zerstörerische Migration nach Europa in den Griff zu bekommen. Und da gibt es mehrere Ansatzpunkte, z.B. fairer Handel mit Afrika und Stopp von Waffenlieferungen in Krisenregionen. Nötig sind auch klare Ansagen in einer Zeit, wo Smartphones auch im letzten Winkel der Welt verfügbar sind.

    • Ich weiß nicht, Notar, wie sie ihren Kommentar genau meinen. Aber wenn es in der Weltpolitik möglich ist, soviele hunderttausende Fremde nach Europa zu holen, was ja enorm viel Geld kostet, dann muss es auch möglich sein denen vor Ort zu helfen und sie nicht nach Europa kommen zu lassen.

      Die ganze Flüchtlingssache stinkt zum Himmel, ist verlogen bis aufs Letzte. Allerorts merken inländische Zivilisten, dass die Integration Kulturfremder nicht funktioniert, „Flüchtlinge“ untereinander sogar religiös aufgeteilt werden (sich sonst gegenseitig bedrohen) und Parallelgesellschaften bilden, kriminelle Handlungen begehen, sei es aus Gewohnheit oder aus Aussichtslosigkeit und wie für diese Menschen weder am Arbeitsmarkt, noch am Wohnungsmarkt gesorgt werden kann, ohne Inländer massiv zu benachteiligen.

      Das was wir Europäer denen geben haben wir gar nicht, das ist der Punkt. Für die 80% „Flüchtlinge“ in Deutschland die keine Ausbildung haben gibt es auch keine Arbeit. Daher ist der Daseinszweck dieser „Flüchtlinge“ nicht, den Deutschen Staat zu unterstützen und ihm etwas zurückzugeben. Sondern es geht in der ganzen Flüchtlingssache nur um demografische Umwälzungen auf lange Sicht.

      Wenn 20-30 jährige junge Männer kollektiv ihre Familie, Frau und Kinder zurücklassen, haben sie entweder keine Familie oder flüchten von ihr aus Skrupellosigkeit.
      So verschlossen kann kein Mensch sein um zu ignorieren, dass in Syrien bereits der Wiederaufbau beginnt und die Rückeroberung des Iraks zügig fortschreitet. Das sind somit sichere Länder und jeder der bspw angibt Syrer zu sein (häufigster Asylgrund), kann dorthin zurückgeschickt werden. Das muss rechtlich zwingend umgesetzt werden, alles andere würde die Absicht demografischer Steuerung offenlegen.

      Bzgl Syriens Wiederaufbau soll jeder sein Gewissen prüfen, ob es klüger wäre für ebendiesen zu spenden oder für Wirtschaftsmigranten (die den Großteil der „Flüchtlinge“ darstellen), die aus Feigheit von dort geflohen sind.

      • Was nicht heißen soll, dass man wahren, echten kriegsvertriebenen syrischen Flüchtlingen nicht helfen soll. Sondern die Wirtschaftsmigranten, die nicht wegen Krieg und Vertreibung(nicht in ganz Syrien war Krieg, sondern nur in bestimmten Teilen) geflüchtet sind. Wieso ist es seitens der Politik nicht möglich, die Herkunft der Falschen festzustellen? Etwa in dem die angeblichen Syrer nach ihrem früheren syrischen Wohnort gefragt werden, wieviele Einwohner dieser hat usw? Es muss bei Widersprüchen möglich sein diese Falschen aufzudecken und auszuweisen.

      • dhmg,so wie ich Sie verstehe, ist Ihnen weniger mein erster Punkt (Evangelium) unklar als der zweite (Politik). Ich habe hierzu immerhin einige Gründe für die Migrationswelle genannt.

        Was Syrien angeht, weiß ich nicht, ob das Wort „Feigheit“ passend ist, wenn sich jemand dagegen entscheidet, für eine Bürgerkriegspartei verheizt zu werden.
        Haben Sie bei den 20-30jährigen jungen Männern im Blick, dass deren Familien oft große Hoffnungen in sie setzen und deshalb ihr ganzes Vermögen für die Schlepper einsetzen?
        Haben Sie auch im Blick, dass z.B. die afrikanischen Migranten aus ganz bestimmten Ländern kommen und eben nicht vom ganzen Kontinent? Es gibt also konkrete wirtschaftliche und politische Gründe, die die Menschen zur Auswanderung bewegen und diese leider allzu oft mit falschen Vorstellungen verbinden.

        Skrupellos würde ich viel eher diejenigen bezeichnen, die den Migrationsdruck als willkommenes Mittel für ihre eigenen Ziele einsetzen. Sie selbst erwähnen gewollte „demographische Umwälzungen“. Wer hat daran ein wirtschaftliches Interesse? Wer profitiert vom zunehmenden Druck auf dem Arbeitsmarkt? Wer hat ein Interesse an der Destabiliserung der Nationalstaaten?

        Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu, dass es abzulehnen ist, von syrischen Fachkräften in Deutschland zu träumen, die für den anstehenden Aufbau in Syrien dringend gebraucht werden, wenn der dortige Bürgerkrieg beendet ist.

        • Notar, es gibt bzw gab im Flüchtlingsstrom Syrer, die diesen zur Flucht vor wirtschaftlichen Problemen genutzt haben, ohne dass sie im unmittelbaren Kriegsgebiet waren. Und es gibt Syrer, die Urlaub dort machen von wo sie geflüchtet sind, das ist mittlerweile bekannt geworden.
          Und es gibt „Syrer“, die sich einen syrischen Reisepass erschlichen haben und Wirtschaftsmigranten sind, das ist ein großer Teil der in Deutschland Angekommenen.

          Ich weiß nicht in welcher Realität sie leben. Glauben sie wirklich der Mär, dass diese 20-30 jährigen jungen Männer ihren Familien vorausgingen um sie nachzuholen? Wenn jemand Kinder und eine Frau hat, haut er nicht einfach ab.

          Sebastian Kurz hat es während seiner Zeit als Außenminister im Fernsehen gesagt. Er war in Nordafrika, hat sich umgesehen wie es dort wirklich ist und mit Leuten gesprochen. Er sagte, alle würden darauf hinsparen, dass sie sich die Flucht nach Europa leisten können (wegen Merkels Einladung!), aus rein wirtschaftlichen Gründen. Das sind keine Notleidenden, sondern Wirtschaftsmigranten.

          Wieso sollen Österreich, Deutschland und andere EU-Länder ihr System belasten mit Menschen, die am Arbeitsmarkt nicht eingesetzt werden können und die nie einen Cent eingezahlt haben? Noch dazu wenn sie keine Flüchtlinge sind?
          Wenn doch ständig am Arbeitsmarkt auf Weiterbildung, höhere und noch höhere Qualifikationen gesetzt wird, wie wollen das welche mit niedrigstem Schulniveau erlernen? Noch dazu wenn sie Parallelgesellschaften bilden, sich abschotten, religiösen Hass auf Christen, Juden usw verbreiten und sich nicht an die Sitten des Gastlandes anpassen wollen.

          Nein, es kommen keine Nobelpreisträger und Fachärzte nach Deutschland, sondern etwa 80% der Ankömmlinge sind ohne Ausbildung und daher nicht am Arbeitsmarkt vermittelbar. Das sind Fakten, die Helmut Markwort vom Focus-Magazin in einer Fernsehsendung genannt hat.

  2. Ein Verhalten, das auf den ersten Blick barmherzig scheint, ist bei genauer Betrachtung kontraproduktiv. Weglaufen ist keine Lösung. Die Leute müssen sich in ihrer Heimat versöhnen , die Hand reichen, die Ärmel aufkrempeln und das gemeinsam zerstörte Land wieder aufbauen. Einzig und allein dabei ist fremde Hilfe sinnvoll.

    • Josephus, was Sie sagen, ist absolut wünschenswert. Leider bietet die Wirklichkeit nicht immer diese Möglichkeit. Und dann ist individuelle Hilfe, an welchem Ort auch immer, Christenpflicht. Es wäre allzu leicht zu sagen: „Nimm du mal dein Kreuz auf dich, damit wir keine Probleme bekommen“.

      Ich nenne ein konkretes Beispiel: Da ist die Iranerin, die von ihrer Familie als getaufte Christin verfolgt wird und es unter Lebensgefahr geschafft hat, außer Landes zu fliehen. Sie kann sich nur deshalb bei uns sicher fühlen, weil sie staatlicherseits einen neuen Vor- und Nachnamen erhalten hat.

      „Weglaufen“ ist manchmal wirklich eine Lösung, wenn die ausgestreckte Hand abgewiesen wird. Wer dafür einen biblischen Beleg fordert, findet ihn zu allererst bei der heiligen Familie und ihrer Flucht nach Ägypten, wo sie vor den Nachstellungen des Herodes sicher war.

      • Da nennen Sie ein Einzelbeispiel von religiöser Verfolgung, doch das ist eine Ausnahme. Wieviele verfolgte Christen kommen schon nach Europa? Die werden wenn sie es wagen, von Moslems aus Schlepperbooten gestoßen. Wenn sie doch rüberkommen werden sie von Moslems in Asylheimen bedrängt und mit dem Tode bedroht.
        Und bemühen sie nicht auch noch die Heilige Familie mit ihrer Flucht nach Ägypten. Diesen Schmäh haben bereits die Bischöfe des deutschen Sprachraums gebracht, er widerspricht der heutigen Wirklichkeit in der Flüchtlingskrise.
        Der typische Flüchtling der nach Europa kommt ist nicht religiös verfolgter Christ, im Gegenteil.
        Der typische Flüchtling ist muslimischen Glaubens, stammt aus Nordafrika, ist zwischen 20-30 Jahren alt, trägt kurioserweise immer neuwertige Kleidung und ein neuwertiges Smartphone, er hat keine Ausbildung, gibt an vor dem Syrien-Krieg geflohen zu sein, hat einen illegal ausgestellten syrischen Paß und keine lauteren Absichten.
        Erst müssen sie die Realität kennen, dann können sie überlegen ob ihre Bibelstelle zutrifft. Ich sage es ihnen vorweg, sie trifft nicht zu.

      • Die heilige Familie!
        Sie flüchtete als heilige Familie.
        Der heilige Josef ließ seine Familie nicht im Stich!

        70 Prozent aller geflüchteten sind junge muslimische Männer!
        „Ihre Familien setzen große Hoffnungen in sie und geben dafür ihr ganzes Vermögen für die Schlepper aus“.
        Jetzt folgt von meiner Seite nur noch Polemik (wer es denn so nennen mag) – ich kann nicht mehr anders – nutzen sie es ruhig aus, bitteschön!
        Ja natürlich sind es verfolgte junge Männer, die sonst im Bürgerkrieg verheizt werden. Ja was glauben Sie, wird dann mit den Familien passieren, wenn genau diese jungen Männer (für wen auch immer) nicht mehr greifbar sind. Es ist ein Skandal ohnegleichen, dass 70 % aller Flüchtlinge junge moslemische Männer sind die ihre Familien im Stich lassen – die allerwenigsten sind Christen.
        Wenn aber nicht die Verfolgung der Hauptgrund sind, dann frage ich mich, warum gerade wir diese Wirtschaftsflüchtlinge (in den meisten Fällen) durchfüttern sollen?
        Was verstehe ich jetzt unter durchfüttern? – Nachdenken bitte.
        Alle diese Flüchtlinge sind hochmotiviert, verstehen unsere europäischen Sprachen, sind bestens ausgebildet und haben genügend Geld um sich in den 2 Wochen bis sie einen gut bezahlten Job finden eine Wohnung zu leisten.
        Die allerwenigsten sind faul und kriminell ist gar keiner.
        Werden die europäischen Bürger wirklich gefragt?

        Im Frühjahr 2016 durfte eine Frau von der Caritas bei uns im Sonntagsgottesdienst „predigen“, natürlich im Sinne der Flüchtlinge.
        „Da ist zum Beispiel der schwerkranke syrische Vater, der unter Lebensgefahren mit seinem Sohn über ein halbes Jahr lang nach Europa geflüchtet ist (diese Flucht hat ihn umgerechnet 60.000,– Euro gekostet – meine Anmerk.: also ein ganz armer) un der seine Frau und seine Tochter in der Heimat zurücklassen musste“.
        Also ein vorbildlicher Vater und Ehemann.
        Sie glauben gar nicht, wie ich kleingläubiger Christ mich gefühlt habe.
        Eine Frage stelle ich Ihnen:
        Was halten Sie von einer Liste, in die sich alle Befürworter dieser europäischen Einwanderungspolitik eintragen müssen! Alle, die diese Politik für gut befinden! Man sollte zu seinem Wort stehen!
        Anschließend darf die Politik bestimmen, wie hoch die Sonderumlage für diese Asylbefürworter ausfallen wird.
        Falls Sie es nicht gut finden – ich denke, spätestens jetzt verstehen Sie mich.
        Nicht dass wir uns missverstehen.
        Ich hab Verständnis für all diese Leute. Auch ich würde in ein Land „flüchten“ wo es mir besser geht und ich willkommen geheißen werde – von den dortigen Regierungen. Werden aber die Bürger gefragt, welche das alles zahlen müssen ??
        Ich habe aber auch Verständnis für Leute wie Viktor Orban, der sagt, dass nur verfolgte Christen nach Ungarn dürfen – „Muslime sind kaum integrierbar“. Der damit ganz im Interesse seiner Bürger handelt.
        Genau so würde auch ich als Regierungschef handeln (sofern ich denn dürfte) und zuallererst mal alle verfolgten Christen ins Land lassen.

        • Mir ist vollkommen klar, dass ich beim Thema „Migration“ in ein politisches Wespennest steche.

          Ich bitte Sie zu berücksichtigen, dass ich bei jedem meiner Kommentare deutlich unterschieden habe zwischen der politischen Verantwortung für die derzeitige Migrationskrise und der persönlichen Verpflichtung gegenüber konkreten Flüchtlingen im Geist der Nächstenliebe.

          Und die gilt für mich ungeteilt jedem Menschen, völlig unabhängig von Herkunft, Religion und selbst wirtschaftlichen Motiven in einer Welt, wo international agierende Konzerne prima Gewinne in Afrika erzielen. Europäische Dosentomaten zum Dumpingpreis ruinieren z.B. in Westafrika die Lebensgrundlage der dortigen Bauern. Versetzen Sie sich einmal in die Lage eines jungen Afrikaners, der diese Entwicklung hautnah miterlebt. Es lohnt ein scharfer Blick auf die Verursacher der Migrationskrise, wenn immer von der „Bekämpfung der Fluchtursachen“ die Rede ist.

          Und was biblische Quellen als Orientierungshilfe in dieser Frage angeht, gibt es wirklich einen reichhaltigen Fundus an jüdisch-christlichen Flucht- und Vertreibungserfahrungen – alle mit Nennung der jeweiligen Ursachen, aber auch alle mit dem Hinweis auf die Begleitung Gottes.

          Wenn Sie erlauben, möchte ich jetzt auch einmal etwas polemisch argumentieren:
          Haben Sie einmal einen Moment darüber nachgedacht, ob der muslimische 25jährige Flüchtling, dem Sie begegnen, vielleicht von Gott geschickt worden ist? Oder glauben Sie nicht daran, dass Christus Ihnen in Ihren Mitmenschen begegnet?
          Abschließend möchte ich eingestehen, dass ich in der Migrationsfrage als „homo politicus“ durchaus zwiespältige Gefühle habe. Gleichwohl sehe ich meinen Verantwortungsbereich primär in meinem persönlichen Umfeld.

  3. Wie soll ein muslimischer Flüchtling von Gott geschickt werden, wenn er sich doch zum Gewaltgott Allah bekennt? Nein, mir ist kein solcher „Flüchtling“ über den Weg gelaufen. Ich habe Geld und Gewand gespendet und war dann sehr enttäuscht als sich der großangelegte Asylbetrug herausstellte, der in Horden und Aberhorden von Wirtschaftsmigranten bestand und besteht.
    Die christliche Nächstenliebe ist keine Fernstenliebe, man kann und soll nicht alle Probleme der Welt lösen. Dieser Ansatz wäre ein völlig falscher und unchristlicher.
    Wir Europäer als Einzelpersonen haben keinen Einfluss auf Dosentomaten, Dumpingpreise oder westafrikanische Bauern – das ist einfach so.
    Juden und Christen und die Begleitung Gottes – das wollen sie ernsthaft mit Moslems in Verbindung bringen? Die Juden wurden von Gott aus Ägypten heraus und durch die Wüste geführt, Christen als Apostel wurden durch den Heiligen Geist missionarisch geleitet, soweit ist es biblisch belegt.
    Doch Moslems, die Allah und nicht Gott anbeten, dasselbe zu unterstellen ist schlichtweg falsch. Sie beten als Volk nicht Gott, sondern Allah an. Der Geist der Heiligen Schrift ist nicht derselbe wie der, der den Koran verfasst hat. Der Islam ist eine Gewaltreligion, gemäß seinen Schriften. Der Unterschied zwischen gemäßigten Moslems und Islamisten besteht lediglich in der Anwendung der Gewaltverse des Korans.

    • dhmg, schade, dass wir nur auf diesem Wege kommunizieren können, so dass manche Unklarheit aufkommt.

      Ich antworte von hinten nach vorne:

      1) Ich habe mich in keiner Weise zum Islam als Religion geäußert. Die koranische Forderung der bedingungslosen Unterwerfung des Menschen als Knecht Allahs unterscheidet sich sonnenklar vom christlichen Evangelium, das die Menschen als Kinder Gottes anspricht, die Gott als ihren Vater anbeten.

      2) Die Bibel nennt eine Fülle von Menschen, die von Gott begleitet werden, selbst wenn sie sich auf Irrwegen befinden. Wenn Sie wollen, können Sie sogar den Apostel Paulus nehmen, der seinen Weg als Saulus begonnen und dann zum richtigen Zeitpunkt Gottes Offenbarung erlebt hat.

      3) Sie haben recht, dass wir als Einzelpersonen keinen Einfluss auf Dumpingpreise in Afrika haben, aber dafür gibt es die Möglichkeit, sich im politischen Bereich zusammenzutun. Wie erfolgreich dies ist, bleibt letztlich Gott überlassen, der seinen Segen auch zurückziehen kann. Ich erinnere an die mehrfache Zerstörung des Jerusalemer Tempels und an die jüdische Diaspora.
      Hierzu nun eine Frage: Zieht Gott vielleicht uns Europäern derzeit seinen Segen zurück? Und wenn ja, warum wohl? …

      4) Ja, Nächstenliebe ist Nächstenliebe. Wohnt aber der geflüchtete muslimische Afrikaner in Ihrer Nachbarschaft, ist aus dem Fernsten bereits Ihr Nächster geworden. Und in Ihnen begegnet er – vielleicht erstmals in seinem Leben – persönlich einem Christen.
      Haben Sie dann als Christ Angst vor einem Moslem? Die frühen Christen lebten in einem Meer ihnen feindlich gesonnener Menschen und blieben überzeugend.
      Der Weg dahin muss freilich nicht schön sein (Stichwort Kreuz).
      Also nehmen Sie die Begenung mit muslimischen Menschen als Ihnen von Gott gestellte Aufgabe.

      5) Fazit: Mich interessiert nicht der Islam, sondern der Moslem, der – wie Paulus – die Chance hat, zum richtigen Zeitpunkt Christ zu werden, und zwar vielleicht gerade dann, wenn er aus seinem bisherigen Lebensumfeld herausgelöst worden ist.

  4. Ich unterscheide hier zwischen der Nächstenliebe einzelner Personen und ggf. ethischen Verpflichtungen des deutschen Staates.
    Zur Nächstenliebe ist jeder Christ verpflichtet, diese ist sehr eng räumlich begrenzt und betrifft nur den Nächsten (nicht den Fernsten und sei er noch so arm und noch so verfolgt). Auch der barmherzige Samariter hat den Überfallenen nicht mit nach Hause genommen, er hat ihm vor Ort geholfen und er war sein räumlich Nächster.
    Die Aufgabe eines Staates ist es, für das Wohl seiner Bürger zu sorgen. In einer verflochtenen Welt kann es sein, dass ein Staat zum Wohle seiner Bürger verpflichtet ist auch Bürgern anderer Staaten zu helfen (wenn es z.B. wirtschaftliche Verträge gibt, die auch dem deutschen Staat zum Wohle der deutschen Bürger nützen). Die Aufgabe eines Staates ist weder Nächsten- noch Fernstenliebe.
    Über diese Verpflichtungen hinaus ist alle Hilfe freiwillig. Jeder kann freiwillig helfen. Ein Staat kann nur dann freiwillig helfen, wenn seine Bürger dies und den Umfang der Hilfe festgelegt haben in einem demokratischen Verfahren.
    Wenn Einzelne (z.B. Bürgen) Fernste hereinholen und die Kosten anderen aufzwingen oder die Regierung Fernste hereinholt und den Bürgern die Kosten aufzwingt, berauben beide diejenigen, denen sie die Kosten aufzwingen.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*