Zurechtweisung von Papst Franziskus: Die sieben häretischen Thesen im deutschen Wortlaut

"Correctio filialis" die sieben häreischen Thesen, die in der Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien aufgelistet werden, in deutschem Wortlaut.
"Correctio filialis" die sieben häreischen Thesen, die in der Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien aufgelistet werden, in deutschem Wortlaut.

(Rom) Die Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien schlägt in der katholischen Kirche hohe Wellen, samt Internetzensur im Vatikan. Wegen ihrer Bedeutung und weil die eigentliche Correctio filialis de haeresibus propagatis auf Latein vorgelegt wurde, hier gesondert der deutsche Wortlaut der sieben häretischen Thesen, die Papst Franziskus vorgeworfen werden.

Die Zurechtweisung von Papst Franziskus durch die Correctio filialis de haeresibus propagatis, die von namhaften katholischen Persönlichkeiten ausgesprochen wurde, folgt der kirchlichen Praxis. Im Kern der Schrift werden jene Thesen im nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia genannt, die von den Unterzeichnern als häretisch identifiziert wurden. Diese Irrlehren, es sind sieben an der Zahl, werden aufgelistet. Daß es sich dabei um Irrlehren handelt, daran besteht kein Zweifel.

Die Frage ist, ob sie in Amoris laetitia enthalten sind und gefördert werden. Für die Unterzeichner steht fest, daß Papst Franziskus sie in Amoris laetitia „andeutet oder ermutigt“ und durch weitere „Aussagen, Handlungen und Unterlassungen“ „ohne jeden begründeten Zweifel“ gefördert habe.

Die Unterzeichner fordern Papst Franziskus auf, diese Thesen, da Irrlehren, zu verurteilen. Die Abwehr und Verurteilung von Häresien gehört zu den Aufgaben eines Papstes. Ob in Amoris laetitia explizit oder implizit enthalten oder nicht, sind sie als Thesen – und als solche stehen sie spätestens durch die Correctio im Raum –  grundsätzlich zu verurteilen. Verurteilt sie Papst Franziskus nicht, wäre im Umkehrschluß der letzte Nachweis erbracht, daß diese häretischen Thesen nicht nur in Amoris laetitia enthalten sind, sondern vom Papst auch als solche gewollt sind.

Damit wurden die Dubia der Kardinäle aufgegriffen und in ihrer Anfrage an den Papst verdeutlicht. Die vier Kardinäle Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner hatten fünf Lehrsätze der Kirche zu Ehe, Moral und Sakramenten dem Papst vorgelegt mit der Bitte, zu sagen, ob diese Lehren noch Gültigkeit haben oder nicht. Die Fragen waren somit mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten. Die Frage könnte natürlich nur mit einem Ja beantwortet werden, da ein Nein den Papst zum selbsterklärten Häretiker machen würde.

Papst Franziskus weigert sich aber seit einem Jahr, auf diese Fragen zu antworten, was in den Augen gläubiger Katholiken eine schwerwiegende Ahnung verstärkt: die Ahnung, daß diese katholischen Lehrsätze für den regierenden Papst tatsächlich keine oder nur mehr eingeschränkte Gültigkeit haben könnten – mit allen damit verbundenen Konsequenzen.

Die Correctio filialis geht daher einen Schritt weiter und formuliert im Umkehrschluß eindeutig häretische Thesen, Thesen, die in offenem Widerspruch zur kirchlichen Lehre stehen, und fordert von Papst Franziskus der Klarheit wegen deren Verurteilung.

Hier die deutsche Übersetzung der sieben Irrlehren:

Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien

„Durch diese Worte, Taten und Unterlassungen und durch die oben genannten Stellen im Dokument Amoris laetitia hat Eure Heiligkeit auf direkte oder indirekte Weise (mit welchem und wieviel Bewusstsein wissen wir nicht noch wollen wir das beurteilen) folgende falschen und häretischen Thesen unterstützt, die in der Kirche sowohl mit dem offiziellen Amt als auch durch private Handlungen propagiert werden:

1.) Eine gerechtfertigte Person hat nicht die Kraft mit der Gnade Gottes die objektiven Gebote des Göttlichen Gesetzes zu halten, so als wären einige der Gebote unmöglich zu halten für jene, die gerechtfertigt sind; oder als würde die Gnade Gottes, indem sie ein Individuum rechtfertigt, nicht unveränderlich und durch ihre Natur die Bekehrung von jeder schweren Sünde bewirken; oder daß sie nicht ausreichend wäre für die Bekehrung von jeder schweren Sünde.

2.) Die Christen, die zivilrechtlich die Scheidung vom Ehegatten erhalten haben, mit dem sie gültig verheiratet sind, und standesamtlich eine neue Ehe mit einer anderen Person eingegangen sind (während ihr Ehegatte noch lebt), die also more uxorio mit ihrem standesamtlichen Partner zusammenleben und entschieden haben, in vollem Bewusstsein der Natur ihrer Handlung und mit voller Zustimmung des Willens in diesem Status zu verbleiben, befinden sich nicht unbedingt im Stand der Todsünde, können die heiligmachende Gnade empfangen und in der Liebe wachsen.

3.) Ein Christ kann die volle Kenntnis eines Göttlichen Gesetzes haben und willentlich entscheiden, es in einer schwerwiegenden Sache zu verletzten, und dennoch nicht als Folge dieser Handlung im Stand der Todsünde sein.

4.) Während sie dem Göttlichen Gesetz gehorcht, kann eine Person kraft desselben Gehorsams gegen Gott sündigen.

5.) Das Gewissen kann wirklich und richtig beurteilen, dass sexuelle Handlungen zwischen Personen, die eine standesamtliche Ehe eingegangen sind, obwohl eine oder beide sakramental mit einer anderen Person verheiratet sind, manchmal moralisch gut, erforderlich oder von Gott geboten sind.

6.) Die moralischen Grundsätze und Wahrheiten, die in der Göttlichen Offenbarung und im Naturrecht enthalten sind, enthalten keine negativen Verbote, die bestimmte Arten von Handlungen, die aufgrund ihres Objekts immer auf schwere Weise unzulässig sind, absolut verbieten.

7.) Unser Herr Jesus Christus will, dass die Kirche ihre immerwährende Disziplin aufgibt, den wiederverheirateten Geschiedenen die Eucharistie zu verweigern und den wiederverheirateten Geschiedenen, die keine Reue wegen ihres Lebensstandes zeigen und keinen festen Vorsatz sich zu ändern, die Absolution zu verweigern.

Alle diese Thesen widersprechen von Gott offenbarten Wahrheiten, die Katholiken durch Zustimmung zum Göttlichen Glauben zu glauben haben. Sie wurden bereits in der Petition zu Amoris laetitia als Häresien identifiziert, die von 45 katholischen Gelehrten den Kardinälen und den Patriarchen der Ostkirchen übermittelt wurde. Für das Wohl der Seelen ist es nötig, dass sie erneut von der kirchlichen Autorität verurteilt werden. Mit der Auflistung dieser sieben Thesen wollen wir keine vollständige Liste aller Häresien und Irrtümer vorlegen, die der Leser bei einer objektiven Lektüre von Amoris laetitia, gemäß seinem natürlichen und offensichtlichen Sinn, feststellen würde, da sie durch das Dokument behauptet, nahegelegt oder begünstigt werden. Vielmehr beziehen wir uns auf jene sieben Thesen, die Eure Heiligkeit durch Worte, Taten und Unterlassungen – wie bereits dargelegt – effektiv unterstützt und verbreitet, und dadurch einen große und unmittelbare Gefahr für die Seelen verursacht hat.

Deshalb wenden wir uns in dieser kritischen Stunde an die cathedra veritatis, die Römische Kirche, die durch das Göttliche Gesetz Vorrang vor allen Kirchen hat und deren loyale Söhne wir sind und immer sein wollen. Respektvoll beharren wir darauf, dass Eure Heiligkeit öffentlich diese Thesen zurückweist und so den Auftrag erfüllt, den Unser Herr Jesus Christus dem Petrus und durch ihn allen seinen Nachfolgern übertragen hat bis zum Ende der Welt: ‚Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder‘ (Lk 22,32).

Respektvoll bitten wir um Euren Apostolischen Segen und versichern Sie unserer kindlichen Ergebenheit in Unserem Herrn und unseres Gebets für das Wohl der Kirche.“

Nähere Informationen: www.correctiofilialis.org
Deutsch: www.katholisch-bleiben.de

Einleitung: Giuseppe Nardi
Bild: Katholisch-bleiben.de (Screenshot)

Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

ANZEIGE

FalkMedien liefert jedes Buch! - Recherche mit dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher.


FalkMedien liefert jedes neue Buch versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert.

Kostenfreie Hotline: 0800-2824325 / Mo. - Fr.: 8-16:30 Uhr

HIER KÖNNEN SIE WERBEN »
Print Friendly, PDF & Email

2 Kommentare

  1. Wenn man diese sieben Punkte noch einmal aufmerksam liest und katholisch gläubig ist, merkt man wieder welch ungeheuerliche Häresien das in Wirklichkeit sind. Ich frage mich, kann Papst Franziskus es schaffen, weiterhin dazu zu schweigen? Er befindet sich auf diese Weise in einer Parallelwelt zu den 10 Geboten Gottes und der Lehre Jesu Christi.

  2. Die Zurechtweisung ist richtig und war fällig.

    Nur frage ich mich, wieso erfolgte keine Zurechtweisung

    – Wegen einer nichtkatholischen Auslegung des Begriffs Sünde: Franziskus: „Sie [Scalfari] fragen, welche Haltung die Kirche gegenüber den nicht an Jesus Glaubenden hat, und ob der Gott der Christen denen, die nicht glauben und sich auch nicht um den Glauben bemühen, verzeiht…

    Bei der Frage der Nichtglaubenden geht es um das Hören auf das eigene Gewissen. Sünde ist auch beim Nichtglaubenden, wenn er gegen sein Gewissen handelt. Auf es zu hören und ihm zu gehorchen bedeutet, sich angesichts des für gut oder für böse Erkannten zu entscheiden. Und an dieser Entscheidung hängt Güte oder Schlechtigkeit unseres Handelns.“
    Quelle: https://www.domradio.de/themen/papst-franziskus/2013-09-11/papst-franziskus-schreibt-brief-nichtglaubende

    – Wegen der Absage an der Bekehrung
    Auf der Seite von zenit.org war eine deutsche Übersetzung davon, sie wurde wurde gelöscht. Hier ist eine englische Übersetzung:
    Franziskus: „Proselytism is a solemn foolishness, it makes no sense.“ http://chiesa.espresso.repubblica.it/articolo/1350617bdc4.html?eng=y&refresh_ce
    Bibel: „Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Mk 16,15)

    – Wegen der Behauptung, der Alte Bund würde heute noch bestehen, bzw. wegen der Absage an der Judenmission, wegen der Leugnung der Heilsuniversalität von Jesus Christus und der Katholischen Kirche;
    Franziskus: Der Papst bekräftigte, dass aus Sicht der katholischen Kirche, „obwohl sie das Heil durch den Glauben an Christus bekennt, die Unwiderruflichkeit des Alten Bundes und die bleibende und treue Liebe Gottes zu Israel“ bestehe. Diese Absage an die Judenmission wurde in der Synagoge mit Beifall aufgenommen. Quelle: http://blog.zdf.de/papstgefluester/2016/01/18/papst-bund-gottes-mit-israel-ist-unwiderruflich/

    Biebel: „Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist dem Untergang nahe.“ (Hebr. 8,13)
    „Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ (Mk 16,15-16)

    „Ihr aber, Brüder, seid Kinder der Verheißung wie Isaak. Doch wie damals der Sohn, der auf natürliche Weise gezeugt war, den verfolgte, der kraft des Geistes gezeugt war, so geschieht es auch jetzt. In der Schrift aber heißt es: Verstoß die Sklavin und ihren Sohn! Denn nicht der Sohn der Sklavin soll Erbe sein, sondern der Sohn der Freien.
    Daraus folgt also, meine Brüder, dass wir nicht Kinder der Sklavin sind, sondern Kinder der Freien.“ (Gal 4,28-30)

    – Wegen der Leugnung der Hölle
    Scalfari: „Was geschieht mit dieser erloschenen Seele? Wird sie bestraft? Und wie?“

    Die Antwort von Franziskus ist eindeutig und klar: „Es gibt keine Strafe, sondern die Auslöschung dieser Seele. Alle anderen haben Anteil an der Glückseligkeit in der Gegenwart des Vaters zu leben. Die ausgelöschten Seelen haben keinen Anteil an diesem Festmahl, mit dem Tod im Körper ist ihr Weg zu Ende und das ist die Motivation der missionarischen Kirche: die Verlorenen zu retten.“
    Quelle: https://www.katholisches.info/2015/03/bergoliata-oder-scalfariade-scalfaris-neuer-leitartikel-mit-franziskus-perlen/
    Quelle des italienischen Originalschreibens: http://www.repubblica.it/politica/2015/03/15/news/quel_che_francesco_puo_dire_all_europa_dei_non_credenti-109542750/

    Bibel: „Wenn dich deine Hand oder dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Es ist besser für dich, verstümmelt oder lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen und zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden. Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben zu gelangen, als mit zwei Augen in das Feuer der Hölle geworfen zu werden.“ (Mt 18,8-9)

    „Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.“ (Mk 9.47-48)

    „Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Verdammnis.“ (Joh 5,28-29)

    „Denn es entspricht der Gerechtigkeit Gottes, denen mit Bedrängnis zu vergelten, die euch bedrängen, euch aber, den Bedrängten, zusammen mit uns Ruhe zu schenken, wenn Jesus, der Herr, sich vom Himmel her offenbart mit seinen mächtigen Engeln in loderndem Feuer. Dann übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium Jesu, unseres Herrn, nicht gehorchen. Fern vom Angesicht des Herrn und von seiner Macht und Herrlichkeit müssen sie sein, mit ewigem Verderben werden sie bestraft.“ (2Thess 1, 6-9)

    Das sind nur die krassesten Beispiele dafür, daß Bergoglio eher kein Papst, sondern eher ein Häretiker ist. Darüber hinaus gibt es viele zweideutige Aussagen von ihm, wo er bewusst eine nichtkatholische Interpretation zulässt. Solche zweideutige Aussagen von ihm existieren zu den Fragen der
    – Homosexualität
    – Geburtenregelung
    – Umgang mit der Migration.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*