Parlament von Oklahoma erklärt Abtreibung offiziell zum Mord

Chuck Strohm, der Einbringer der Resolution 1004, mit der das Parlament von Oklahoma die Abtreibung ungeborener Kinder zum Mord erklärte.
Chuck Strohm, der Einbringer der Resolution 1004, mit der das Parlament von Oklahoma die Abtreibung ungeborener Kinder zum Mord erklärte.

(Oklahoma) Das Parlament des Staates Oklahoma erklärte Abtreibung offiziell zum Mord. Das Repräsentantenhaus des Parlaments von Oklahoma verabschiedete am vergangenen Montag die Resolution 1004. Darin wird die Abtreibung von ungeborenen Kindern als Mord bezeichnet. Zugleich erklärten die Abgeordneten, daß der Oberste Gerichtshof der USA mit seinem Urteil Roe gegen Wade, mit dem er 1973 ohne gesetzliche Grundlage die Abtreibung legalisierte, seine Zuständigkeit überschritten hat.

Mit Bezug auf das Urteil Roe gegen Wade und andere Abtreibungsbestimmungen sagte der Einbringer der Resolution, der Republikaner Chuck Strohm: „Der Oberste Gerichtshof steht im Widerspruch zu den wahren Dokumente“, die die Höchstrichter „geschworen haben, zu wahren, zu verteidigen und zu schützen“.

Medien sprechen vom Parlamentsbeschluß als bloß „symbolischen“ Akt. Ganz anderer Meinung ist John Michener von der Lebensrechtsorganisation Oklahomans United for Life. Church Militant sagte er, daß es sich um eine offizielle „Erklärung der Volksvertreter“ handelt, die Abtreibung als Verstoß gegen das Gesetz und damit für gesetzeswidrig erklärt. „Abtreibung verletzt die höchsten Gesetzes des Landes, welche aus dem Naturrecht heraus in der Unabhängigkeitserklärung und der US-Verfassung kodifiziert sind.“ In der Resolution heißt es: „Jedes Menschenleben ist durch Gottes Gesetz geschützt“.

Das Parlament von Oklahoma fordert eine Rückkehr zur Situation vor dem Urteil im Fall Roe. Die Zuständigkeit soll nicht mehr beim Bund, sondern wieder bei den Staaten liegen. Die Resolution bekräftigt zudem das Recht des Staates, und Berufung auf den 10. Zusatzartikel der US-Verfassung, in seinem Strafrecht die Tötung ungeborener Kinder unter Strafe zu stellen und damit das Lebensrecht des ungeborenen Kindes, wie das Leben eines jeden anderen Menschen in diesem Staat, zu schützen.

Ziel des Parlamentsbeschlusses ist es, von „jedem Beamten in Oklahoma zu verlangen … den Mord an unschuldigen, ungeborenen Kindern durch Abtreibung zu stoppen“ und von den Richtern, daß sie sich nicht in die Gesetzgebung zur Strafbewehrung der Abtreibung einmischen.

In seiner kurzen Wortmeldung nach der Annahme der Resolution stellte Strohm die Frage: „Und was, wenn ein Gericht, nicht ein Gericht, sondern das höchste Gericht des Landes das wichtigste Grundgesetz verletzt, das die Menschheit kennt, das Recht auf Leben?“ Unter Berufung auf den 14. Zusatzartikel der US-Verfassung gab er zur Antwort:

“Nicht einer, nicht ein Arzt, nicht ein Vater oder eine Mutter, hat ein Recht, das es ihm erlaubt, ein ungeborenes Kind zu ermorden.“

Strohm kritisierte zudem die mangelnde Handlungsbereitschaft der Christen in der Vergangenheit.

„1973, als der Mord an den Ungeborenen dem Land aufgezwungen wurde, hätten die Kirchen im ganzen Land aufstehen und ‚Nein‘ sagen müssen. Unsere Kirchen hätten geschlossen auf Washington D.C. marschieren müssen.“

Er äußerte die Hoffnung, daß die Kirchen und die Gesetzgeber durch diesen Beschluß angeregt werden, sich aktiv gegen die Abtreibung, die Mord ist, zu wehren.

Konkret richtet sich der Beschluß an die Regierung des Staates Oklahoma, die Anstrengungen zu verstärken, die Abtreibung abzuschaffen. „Sollte die jetzige Regierung dazu nicht bereit sein“, so Michener, „hegen wir die Hoffnung, daß der Beschluß frische Kräfte ermutigt, für die Regierungspositionen zu kandidieren“. 2018 finden in Oklahoma Wahlen statt. Gewählt werden neben den Abgeordneten der Gouverneur, die Sheriffs, die leitenden Staatsanwälte und der Generalstaatsanwalt.

Würde das Urteil Roe gegen Wade aufgehoben, würden bereits heute in 18 US-Staaten automatisch Gesetze in Kraft treten, die Abtreibung verbieten.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Oklahoma House/Youtube (Screenshot)

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9 Kommentare

  1. Es gibt ganz einfache Wahrheiten:
    1) Mord ist, wenn der Tod eines Menschen geplant wird.
    2) Niemand kann eigenmächtig festlegen, ab welchem Zeitpunkt nach der Zeugung ein Mensch ein Mensch ist.
    Daraus folgt eindeutig: Abtreibung ist Mord.
    Erst wenn dies klar ist, kann es legitim sein, konkrete Konfliktsituationen, wie es sie in unserer gefallenen Schöpfung nun einmal gibt, differenziert zu beurteilen.

    • Zu Ihrem Punkt 2):

      Der Mensch ist von Anbeginn der Zeugung an ein Mensch. Die leiblichen Voraussetzungen sind mit der Befruchtung gegeben und im gleichen Augenblick tritt die von Gott geschaffene Seele hinzu, da der menschliche Leib nicht ohne die Seele existieren kann. Die Seele ist der Formgrund des Leibes.

      Zudem hat der verstorbene Professor und Humanbiologe Erich Blechschmidt das biogenetische Grundgesetz Ernst Häckels, wonach im menschlichen Mutterleib der Embryo alle Stadien der Ontogenese und Phylogenese durchläuft, widerlegt. Dennoch wird Häckels biogenetisches Grundgesetz weiterhin an Schulen gelehrt, als wäre es zu 100% bewiesen.

      Also: Der Mensch ist ab dem Zeitpunkt seiner Zeugung/dem ersten Augenblick seines Daseins Mensch!

  2. In Oklahoma ist man dabei eindeutig auf der Seite des Katechismus der römisch katholischen Kirche. Eine Abtreibung ist ein sehr schweres, abscheuliches Verbrechen.

    Die Konsequenz, die im Katechismus der katholischen Kirche daraus folgt, ist unter Umständen die Hinrichtung der Personen, die an einer Abtreibung beteiligt sind, weil in Paragraf 2266 die Todesstrafe für die schwerwiegendsten Fälle nicht ausgeschlossen wird.

    Wörtlich steht im Katechismus:

    2266 Der Schutz des Gemeinwohls der Gesellschaft erfordert, daß der Angreifer außerstande gesetzt wird zu schaden. Aus diesem Grund hat die überlieferte Lehre der Kirche die Rechtmäßigkeit des Rechtes und der Pflicht der gesetzmäßigen öffentlichen Gewalt anerkannt, der Schwere des Verbrechens angemessene Strafen zu verhängen, ohne in schwerwiegendsten Fällen die Todesstrafe auszuschließen. … (Katechismus der katholischen Kirche, Oldenbourg, 1993)

    Wird sich das die Legislativen in Oklahoma auch trauen? Todesstrafe für Personen die an einer Abtreibung beteiligt sind, bzw. andere dazu drängen. Die logische Konsequenz wäre es.

    • Ergänzend 2270 des genannten Katechismuses

      Das menschliche Leben ist vom Augenblick der Empfängnis an absolut zu achten und zu schützen. Schon im ersten Augenblick seine Daseins sind dem menschlichen Wesen die Rechte der Person zuzuerkennen, darunter das unverletzliche Recht jedes unschuldigen Wesens auf das Leben.

      Unbegreiflich, daß sich sogenannte Menschrechtsorganisationen wie Amnesty International so massiv für Abtreibung einsetzen. Eine Abtreibung bedeutet doch immer eine „Todesstrafe“ für den jenigen der abgetrieben wird. Ein wesentlicher Unterschied zur eventuellen Todesstrafe für Abtreiber: Es wird eine unschultiger Mensch ermordet.

      • Für mich ist es unbegreiflich dass eine Vereinigung, die für sich „absoluten Lebensschutz von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“ postuliert, ein blutiges Hintertürchen für den Henker offen lässt. Normale Menschen rubrizieren das unter Heuchelei. Es sei denn msn glaubt, dass der Tod durch Henkershand ein „natürlicher Tod“ ist.

        • Das liegt daran, daß keine Kenntnis von unschuldig und schuldig vorhanden ist. Ein Mörder hat sein Lebensrecht verwirkt und kann (muß nicht) hingerichtet werden. Ein ungeborener Mensch ist immer unschuldig.

          Warum heute nur unschuldige Menschen durch Abtreibung hingerichtet werden, hingegen schuldige Menschen nicht, ist unlogisch und pervers.

        • Genau diese Denkweise beherrscht die moderne Justiz, der Täter soll therapiert, „begleitet“ und in ein „normales“ Leben zurückgeführt werden, das Opfer nicht.

  3. Im englischen meine Mord noch immer jede vorsätzliche Tötung eines Menschen.
    In Deutschland ist die Sprachgebrauch zwar auch meist so, doch juristisch muss man zwischen Totschlag (vorsätzliche Tötung allgemein) und Mord (vorsätzliche Tötung aus niedrigen Beweggründen) unterscheiden. Dann aber ist passt ‚Mord‘ nicht immer, beispielsweise wenn man an erzwungene Abtreibungen (Vater, Familie, Zuhälter, ..) und Abtreibungen aufgrund eines dringenden ärztlichen Rates denkt.

    Jedenfalls ist es immer vorgeburtliche Gewalt!

  4. Wer gibt uns überhaupt das Recht über Leben und Tod zu entscheiden? Dies liegt in der Hand einer höherer Macht? (Gott!)
    Und wenn wir schon solche Entscheidungen treffen, dann mit allen Konsequenzen die es mit sich zieht.

    Haben wir uns auch mal Gedanken gemacht, warum Kinder mit Krankheiten und Behinderungen gewisse Familien sich aussuchen? Ja, ich sagte aussuchen!
    Ich/wir hatten das grosse Glück, dass wir 2 gesunde Kinder geschenkt (Leihgabe von Gott!) bekommen haben. Dafür sind wir Gott auch jeden Tag dankbar.
    Abtreibung kann nie die Lösung sein.
    Danke!

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