Kardinal Müller: „Definitive Schlußfolgerung zu Medjugorje ist abzuwarten. Die zieht der Papst“

Kardinal Müller über Medjugorje: "Definitive Schlußfolgerung ist abzuwarten, die zieht der Papst".
Kardinal Müller über Medjugorje: "Definitive Schlußfolgerung ist abzuwarten, die zieht der Papst".

(Rom) Der Präfekt der römischen Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Müller, deutete in einem am vergangenen Freitag veröffentlichten Interview mit Aleteia an, daß eine „definitive Schlußfolgerung“ zum Phänomen abzuwarten sei, denn diese ziehe der Papst. Die Kongregation gebe „nur eine Empfehlung“.

In dem ausführlichen Interview bekräftigte der Kardinalpräfekt, daß Papst Franziskus mit Amoris laetitia die überlieferte Ehe- und Morallehre nicht geändert habe, weil er diese Lehre gar nicht ändern könne.

Christen „nicht verpflichtet an solche Phänomene zu glauben oder sie anzuerkennen“

Zu Medjugorje befragt, betonte der Kardinal „pastorale Initiativen“, weil es „richtig und angemessen“ sei, daß die Menschen, „überall, wo sie hinkommen, die Sakramente der Buße und der Versöhnung und die heilige Kommunion empfangen können“.

Das „sage aber nichts über die angeblichen Erscheinungen und Botschaften aus“. Die Kirche habe das Recht, jederzeit darüber zu entscheiden, gelegen oder ungelegen, ob sie die Erscheinungen als übernatürlich anerkenne oder nicht, oder zu entscheiden, „ob sie das Produkt menschlicher Einbildung oder subjektiver Visionen, subjektiver religiöser Erfahrungen sind“.

Selbst wenn die Kirche „diese Phänomene als übernatürlich anerkennen sollte, ist ein Christ als Individuum nicht gezwungen, daran zu glauben“. Die Christen seien „nicht verpflichtet, sie anzuerkennen“, so der Kardinal. „Der einzelne Christ bleibt frei. Für uns ist Jesus Christus das Fundament der Offenbarung, das ist der Maßstab für unseren Glauben.“

„Die angeblichen Erscheinungen in Medjugorje sind Privatoffenbarungen. Sie sind nicht prinzipiell auszuschließen, haben aber weder den Status noch die Bedeutung der wirklichen Offenbarung Gottes als Wahrheit und Rettung haben.“

„Wahrheit der Offenbarung hängt nicht von den jüngsten Visionen ab“

Der Kardinal hob hervor, daß „Jesus Christus zu uns im Leben der Kirche kommt, in den Sakramenten gegenwärtig ist“, und die Gläubigen daher möglichen Äußerungen der Kirche über Privatoffenbarungen nicht zu große Bedeutung beimessen.

„Denn Wahrheit der Offenbarung kann nicht von den jüngsten Phänomen und Visionen abhängen.“

Bezüglich der seit 25 Jahren erwarteten Entscheidung Roms über die Echtheit des Phänomens Medjugorje sagte Kardinal Müller:

„Wir als Glaubenskongregation zeigen auf, ob das ein übernatürliches Phänomen war oder ob die Übernatürlichkeit nicht sicher ist. Es ist eine Empfehlung, die die Glaubenskongregation dem Papst anbietet.“

„Wir empfehlen, die Entscheidung trifft der Papst“

Die Entscheidung „über die Glaubwürdigkeit dieser Phänomene“ treffe dann aber der Papst „als oberster Hirte“.

„Es ist nicht so, daß eine Sonderkommission oder die Glaubenskongregation den übernatürlichen Charakter des Phänomens bestätigen oder zurückweisen können. Wir geben nur eine Empfehlung ab.“

Es sei daher „nicht richtig, wie ich meine den Eindruck zu vermitteln“, daß die Kommission oder die Kongregation zu einem „definitiven Schluß“ gekommen sei. „Die gilt es, abzuwarten.“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: medjugorje-info (Screenshot)

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