„Das bestgehütete Geheimnis von Fatima: Die Apostasie der Kirche“ – Ein neues Buch, ein graphologisches Gutachten und viele Fragen

Drittes Geheimnis von Fatima: Ein graphologisches Gutachten kommt zu einem verblüffenden Schluß.
Drittes Geheimnis von Fatima: Ein graphologisches Gutachten kommt zu einem verblüffenden Schluß.

(Madrid) In Spanien ist seit heute das Buch „El secreto mejor guardado de Fatima“ (Das bestgehütete Geheimnis von Fatima) des Autors José Maria Zavala im Buchhandel erhältlich. Der Vatikanist Marco Tosatti konnte vorab einen Blick in das Buch werfen.

Auf 330 Seiten werden anläßlich des 100. Jahrestages die Ereignisse der Marienerscheinungen im portugiesischen Ort Fatima detailliert und chronologisch nachgezeichnet. Das Hauptaugenmerk dabei liegt auf dem sogenannten Dritten Geheimnis.

Grabriele Amorth, Pater Pio und das „Dritte Geheimnis von Fatima“

Zavalas neues Buch
Zavalas neues Buch

José Maria Zavala ist ein in Spanien sehr bekannter Journalist und Buchautor, der zum katholischen Glauben konvertierte. Seine Bekehrung steht im Zusammenhang mit dem heiligen Pater Pio, den Zavala besonders verehrt. Unter seinen mehr als 30 Büchern, die er verfaßte, finden sich zahlreiche zu historischen und religiösen Themen. Das neue Buch enthält auch ein Gespräch mit dem vor kurzem verstorbenen jahrelangen Hauptexorzisten der Diözese Rom, Pater Gabriele Amorth, der wie Zavala eine große Verehrung für den heiligen Pater Pio von Pietrelcina empfand. In dem Gespräch geht auch darum, was Pater Pio über das Dritte Geheimnis von Fatima wußte.

Tosatti lenkt den Blick vor allem auf den spannendsten Teil des Buches. „Sollte er sich als echt erweisen, wäre das aufsehenerregend“, so der Vatikanist.

Dieser Kern des Buches betrifft das Dritte Geheimnis (besser gesagt, den dritten Teil des Geheimnisses von Fatima) und ist gar nicht so neu, wie Zavala es darstellt. Die traditionsverbundene, katholische US-Seite Tradition in Action berichtete bereits im April 2010 darüber und veröffentlichte das Dokument in verschiedenen Größen. Das Dokument ist umstritten. Tradition in Action beschränkte sich daher, Fragen zu formulieren, ohne die Hauptfrage nach der Echtheit zu beantworten.

Stammt der Text von Sr. Lucia oder handelt es sich um eine Fälschung?

Die Frage lautet: Ist der Text von Sr. Lucia dos Santos geschrieben worden und handelt es sich dabei um den möglicherweise fehlenden Teil des Dritten Geheimnisses, der im Jahr 2000 nicht vom Heiligen Stuhl veröffentlicht wurde? Letzteres wurde von verschiedener Seite, darunter von Prof. Ingo Dollinger und Bischof Kurt Krenn, unter Berufung auf den damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, behauptet. Als Dollinger im vergangenen Jahr diese Aussage, im Gespräch mit der deutsch-amerikanischen Katholikin Maike Hickson wiederholte, veröffentlichte das vatikanische Presseamt eine Entgegnung von Benedikt XVI., der sagte, „nie“ mit Dollinger über Fatima gesprochen zu haben. Dazu gab es jüngst erst eine Bestätigung für Dollingers Darstellung.

Zavala wurde das Dokument, wie er schildert, anonym im Anhang einer E-Mail und ohne jeden erklärenden Text übermittelt. Die Schilderung klingt fast etwas zu geheimnisvoll, zumal das Dokument bereits seit Jahren im Internet veröffentlicht war. Zavala kannte das Dokument jedenfalls nicht.

Das graphologische Gutachten

Es handelt sich um das Abbild eines handbeschriebenen Blattes im Umfang von 24 Zeilen. Zavala ließ den Text aus dem Portugiesischen ins Spanische übersetzen und ein graphologisches Gutachten durchführen. Dazu wandte er sich an respektable Experten, nämlich Bagona Slocker de Arce, Mitglied der Graphologischen Gesellschaft Spaniens und Gerichtsgutachterin, sowie Professor Francisco Alvarez, Jurist und Kriminologe, ehemaliger Leiter der Kriminalabteilung der Guardia Civil. Er bildet heute Graphologen aus, damit sie als beeidete Sachverständige Gerichtsgutachten erstellen können.

20 Seiten des Zavala-Buches nimmt das graphologische Gutachten über das Sr. Lucia zugeschriebene Dokument ein. Es muß vorausgeschickt werden, daß den Gutachtern nicht das Originaldokument vorlag, sondern nur ein digitalisiertes Abbild. Weitergehende Untersuchungen zu Papier, Vergilbung oder Tinte konnten nicht durchgeführt werden. Die Gutachter konnten ausschließlich das Schriftbild mit dem vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Dokument von Sr. Lucia dos Santos vergleichen. Das Gutachten gelangt zum – allerdings bemerkenswerten – Schluß, daß dieses Dokument von derselben Hand geschrieben wurde, wie das vom Heiligen Stuhl veröffentlichte Dokument, das unbestrittenerweise Sr. Lucia dos Santos zugeschrieben wird. Demnach wäre das 24-Zeilen-Dokument Teil der dritten „Erinnerung“ von Sr. Lucia vom 31. August 1941.

Der Text

Der Inhalt der 24 Zeilen lautet in deutscher Übersetzung:

„Nun komme ich zur Enthüllung des dritten Fragments des Geheimnisses; dieser Teil ist die Apostasie der Kirche. Unsere Frau zeigte uns eine Vision eines Individuums, das ich als der ‚Heilige Vater‘ beschreibe, vor einer großen Menge, die ihm zujubelte.

Es gab jedoch einen Unterschied zu einem wirklichen Heiligen Vater, der Blick des Teufels, dieser hatte die Augen des Bösen.

Dann, einige Augenblicke später, sahen wir denselben Papst in eine Kirche gehen, diese Kirche aber war die Kirche der Hölle, es ist nicht möglich, die Häßlichkeit dieses Ortes zu beschreiben, er schien wie eine aus grauem Zement gemachte Festung mit gebrochenen Ecken und Fenstern wie Augen, er hatte eine Spitze auf dem Dach des Gebäudes.

Sofort erhoben wir unseren Blick zu Unserer Frau, die uns sagte, ihr habt die Apostasie der Kirche gesehen, dieser Brief kann vom Heiligen Vater geöffnet werden, er muß aber nach Pius XII. und vor 1960 verkündet werden.

Während der Regierung von Johannes Paul II. hat der Eckstein des Petrusgrabes herausgenommen und nach Fatima gebracht zu werden.

Da das Dogma des Glaubens in Rom nicht bewahrt wird, wird seine Autorität herausgenommen und Fatima übergeben.

Die Kathedrale von Rom muß zerstört und eine neue in Fatima errichtet werden.

Wenn 69 Wochen nach Verkündung dieses Befehls Rom seine Verleugnung fortsetzt, wird die Stadt zerstört.???????

Unsere Frau sagte uns, das steht geschrieben, Daniel 9, 24-25 und Matthäus 21, 42-44.“

Perfekte Fälschung?

Soweit der von Zavala wiedergegebene Text. Tosatti kontaktierte den Autor und bat ihn um Klärung einiger Fragen. Dabei geht es vor allem darum, wie Zavala in den Besitz des Dokumentes gelangte. Dieser antwortete, daß er es vorziehen würde, mit Tosatti persönlich zu sprechen. Eine Begegnung wird in einigen Wochen stattfinden. Dazu Tosatti:

„Wenn das Dokument echt wäre, würde es sicherlich viele Fragen klären, die in der Vergangenheit über die Vollständigkeit der Enthüllung aufgetreten sind, auch bezüglich der Widersprüche, die im Laufe der Jahre im Zusammenhang mit Aussagen jener aufgetreten sind, die Möglichkeit hatten, die Aufzeichnungen von Sr. Lucia zu lesen und die Originaldokumente zu sehen.“

Und weiter:

„Sollte es sich um eine Fälschung halten, dann müßte man anerkennen, daß es sich um eine Fälschung von größter Qualität handelt. Dann würde sich natürlich die Frage stellen, wer sie angefertigt hätte und warum, und warum sie einem in Spanien so bekannten Journalisten und Buchautor übermittelt wurde.“

Nun werde es, so Tosatti, „natürlich sehr interessant sein, zu sehen, ob und wie eventuell die Antwort des Heiligen Stuhls“ auf diese neue Enthüllung ausfallen werde. Tatsache sei es jedenfalls, „daß sich bestätigt, was Benedikt XVI. in einem privaten Gespräch geäußert haben soll: ‚Fatima ist nicht zu Ende‘.“

Die Bedeutung von Fatima

Diese Aussage wurde von Benedikt XVI. nicht nur in einem Privatgespräch geäußert, wie Tosatti schreibt, sondern auch öffentlich in seiner Predigt am 13. Mai 2010 in Fatima gesagt:

„Wer glaubt, daß die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“

Ob diese Aussage auf die in die Zeit hineinwirkende Bedeutung Fatimas bezogen war, oder – wie mehrfach spekuliert wurde – eine Andeutung darstellte, daß 2000 das „Dritte Geheimnis“ eben nicht vollständig veröffentlicht worden sei, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Tatsache ist, daß man gut daran tut, die Frage der Authentizität des 24-Zeilen-Dokuments mit der nötigen Vorsicht und Zurückhaltung zu sehen. Herkunft und Chronologie seines Auftauchens sind zweifelhaft und nicht wirklich durchschaubar. Die inhaltlichen Aussagen geben Anlaß zur Annahme, daß es sich um eine Konstruktion aus jüngster Zeit handeln könnnte. Tatsache bleibt, wie Zavalas Buch zeigt, daß die Fälschung, wenn es denn eine ist, sehr gut gemacht wäre.

Und noch einmal Tosatti:

„Es besteht kein Zweifel, sollte das Dokument sich als echt erweisen, daß es ein beeindruckender Bezug auf Johannes Paul II. wäre, von dessen Existenz 1941 noch niemand etwas wissen konnte. Wir können zudem nicht umhin, im Text eine mangelnde ‚Grenze‘ zwischen den Worten von Sr. Lucia und der Gottesmutter festzustellen. Das würde in gewisser Hinsicht dem recht geben, was uns Kardinal Dziwisz, damals persönlicher Sekretär von Papst Wojtyla, sagte: daß es nämlich nicht immer klar sei, wann die Gottesmutter und wann Lucia spreche.“

„Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren“

Zavalas „Enthüllung“ besteht also nicht darin, ein bereits bekanntes Dokument veröffentlicht zu haben. Der neue Aspekt liegt in dem graphologischen Gutachten zweier Fachleute. Die „Saga des Dritten Geheimnisses“, wie Tosatti schreibt, wird damit um eine weitere Facette reicher. Wer Antworten in Zavalas Buch sucht, wird sie wahrscheinlich nicht finden, dafür aber eine Reihe von neuen Fragen, die sich daraus ergeben.

Grundsätzlich gilt zu Fatima, was der Historiker Roberto de Mattei jüngst formulierte:

„Die Diskussionen, die in den vergangenen Jahren über dieses ‚Dritte Geheimnis‘ entstanden sind, drohen die prophetische Kraft des zentralen Teils der Botschaft zu verdunkeln, der in zwei entscheidenden Sätzen zusammengefaßt ist:

‚Rußland wird seine Irrlehren über die Welt verbreiten.‘ 1)Wider den atheistischen Kommunismus.

Und:

‚Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren!'“

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Stilum Curiae

Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

ANZEIGE

FalkMedien liefert jedes Buch! - Recherche mit dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher.


FalkMedien liefert jedes neue Buch versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert.

Kostenfreie Hotline: 0800-2824325 / Mo. - Fr.: 8-16:30 Uhr

HIER KÖNNEN SIE WERBEN »
Print Friendly, PDF & Email

Referenzen   [ + ]

1. Wider den atheistischen Kommunismus.

17 Kommentare

  1. Lange vor Fatima beschrieb Anna Katharina Emmerick schon in ihren Visionen zur Kirchengeschichte zwei Päpste und die Gegenkirche.
    Sie wusste auch in welcher Zeit dies sein würde, durfte es aber nicht sagen (logisch), um den Dingen freien Lauf zu lassen.
    So neu wäre dies alles somit nicht, nicht zu vergessen La Salette.

      • Das ist m.E. aber unschwer zu erkennen. Zumal, wenn man die z.Zt. herrschenden Zustände in Rom und in der Kirche allerorts betrachtet.
        (Kann es noch einen „dunkleren“ Papst als F. geben? Noch dazu, in unserer Zeit? Will heißem: Da wir am Ende der Endzeit sind? Wohl kaum. M.E. erfüllt sich die geheime Offenbarung des Johannes vor unseren Augen!!
        Jetzt zur Schauung der A.K. Emmerick:
        „……Ixh habe diese Nacht das Bild von zwei Kirchen und zwei Päpsten gehabt.“ Sie sah den Papst und sah, wie unter ihm eine andere dunkle Kirche in Rom entstand. Sie sah ein Gebäude ohne Altar und ohne Allerheiligstes…..etc, etc.
        Es fällt nichts auf, wenn man z.Zt. nach Rom und zu unseren „Hirten“ schaut (Marx, Woelki, Schick, Schönborn u.v.m.)? Nein? Wirklich nichts?

        • @Sina:
          Noch deutlichere Ansagen als die der Emmerick kann auch ein „drittes Geheimnis“ unmöglich machen, man fällt ja schon förmlich mit der Nase drauf.
          Sicher fällt es vielen noch schwer, die jetzige Zeit als tatsächliche Endzeit anzunehmen.

        • Vielleicht ist das so eine „Vogel-Strauß-Taktik“ vieler Gläubiger. Weil sie nicht wahr haben wollen, dass sich die endzeitlichen Aussagen in der Bibel jetzt vor unseren Augen abspielen.
          Mir ging es anfangs auch so. Aber schließlich fügt sich 1 und 1 zusammen.
          Durch Herzensgebet zum Herrn wird man geführt und „sieht“ plötzlich mit dem Herzen, was Anderen evtl. (noch) verborgen ist.
          Mir ist es auch – weltlich gesprochen – nicht ganz wohl bei dem Gedanken, was auf uns noch zukommt!! Und doch muss ich mit ganzem Herzen dem Herrn vertrauen und an Seine Führung glauben.
          Er wird Seine treue Herde führen. Da bin ich ganz, ganz sicher. Er lässt uns nicht im Regen stehen!! Niemals. Aber wir müssen sehen (wollen), was sich gerade vor unseren Augen tut. Nicht umsonst hat der Herr bemängelt, dass viele in der Hl. Schrift zwar belesen sind; die Zeichen der Zeit aber nicht deuten können…Es geschieht jetzt! Nicht erst in 100 Jahren – oder wann auch immer.
          Es gibt so viele Anhaltspunkte. Aber der wichtigste ist, sich ganz in den Willen des Herrn zu fügen und ihm alles zu übergeben. Den freien Willen quasi an ihn wieder zurückgeben! Ich glaube, dann werden unsere Augen anders in der Wahrnehmung.

      • Dann kommt der Antichrist, der die Stadt Rom und die Peterskirche komplett zerstören wird. Der Antichrist wird dann den Petrusstuhl für 7 Jahre einnehmen (La Salette, Daniel 9,26f, Apokalypse 12,1 ff) und eine Art Konzil oder Synode abhalten. Auf dieser Synode (bzw. Konzil) wird er „einen Bund mit vielen“ schließen (Daniel 9,27). Dieser Bund wird vermutlich eine neuer Ritus sein, den alle Konfessionen annehmen werden (ob die Moslems mit einbezogen sind, weiß ich nicht). Das besondere an diesem Ritus wird sein, dass er eine bloße Erinnerungsfeier an das letzte Abendmahl Jesu sein wird. Es wird dann dreieinhalb Jahre kein Hl. Messopfer mehr geben, aber die „Frau“, d.h. die Kirche, bekommt „einen Zufluchtsort, wo sie genährt“ wird, d.h. wo das Dogma des Glaubens erhalten bleibt und die Sakramente gültig gespendet werden (Daniel 9,27, Apokalypse 12,12-14), d.h. beim neuen Ritus wird das Kreuzesopfer Jesu nicht mehr vergegenwärtigt. Eigentlich ist es keine „schlechte Messe“, wie Dollinger sagte, sondern gar keine Hl. Messe mehr.

        Das Besondere an diesem Manuskript ist, dass es die „Heilige Stadt“ auf Rom und nicht Jerusalem (wie es im Buch Daniel 9,24 ff heißt) gedeutet wird, so wie es die meisten Theologen und Freikirchler deuten. Mit dieser Deutung steht das Manuskript also ganz allein. Es ist wahr, dass die Offenbarung abgeschlossen ist, aber um die Offenbarung richtig zu deuten, brauchen wir Hilfe von oben, und genau deshalb gibt es heute noch Prophezeiungen. Sie wollen keine neue Offenbarung bringen, sondern die gegebene Offenbarung richtig auslegen.
        Bedenken wir, dass am 17. Dezember 2016 sich das Blut des Hl. Januarius nicht verflüssigt hat. Das Schwert des Gerichtes hängt also zur Zeit mehr über Rom als über Jerusalem.

    • Dieses Schreiben, das von der Seherin Lucia stammen soll, steht in völliger Übereinstimmung zu Katharina Emmerick und La Salette. Was mich aber am meisten stutzig machte, ist der Auftrag, den Eckstein des Petrusgrabes nach Fatima zu bringen. Es ist ja bekannt, dass Papst Johannes Paul II. sich direkt nach dem Attentat vom 13. Mai (Fatimatag) das dritte Geheimnis ins Krankenhaus kommen ließ, um es zu lesen. Was aber kaum bekannt ist, ist die Tatsache, dass am 6.6.2004, dem Dreifaltigkeitssonntag, in Fatima der Grundstein für die neue Dreifaltigkeitskirche (viertgrößte Kirche der Welt!) gelegt wurde. In diesen Grundstein ist ein Stück vom Marmor des Petrusgrabes aus Rom integriert. Dieses Grabsteinfragment ließ Papst Johannes Paul II. extra nach Fatima schicken und hat es selber zuvor gesegnet. Das kann man alles hier auf portugiesisch nachlesen:
      http://www.santuario-fatima.pt/pt/news/igreja-santissima-trindade-ja-tem-primeira-pedra
      Darüber wurde übrigens mehrmals berichtet, allerdings habe ich auf deutschen Webseiten nur eine einzige Information dazu gefunden. Warum wird so ein wichtiges Ereignis in den deutschen Medien verschwiegen???
      Ich bin mir sicher, dass Papst Johannes Paul II. den Eckstein aus dem Petrusgrab nicht einfach von sich aus nach Fatima geschickt hatte, sondern weil er genau dieses Manuskript gelesen hatte und von der Echtheit überzeugt war.
      Auch der Hinweis von Dollinger über ein kommendes schlechtes Konzil und einer schlechten Messe ist sehr wohl in diesem Manuskript enthalten, nämlich in dem Hinweis auf Daniel 9,24-25. Man darf nämlich nicht nur diesen kleinen Ausschnitt betrachten, sondern man muss lediglich den Kontext dieser Verse mit einbeziehen. Diese Textstelle ist ein Wink mit dem Zaunpfahl.
      Wenn man diese Bibelstelle auf Rom deutet, so wie es dieses Manuskript vorgibt, bedeutet das, dass in absehbarer Zeit als Warnung die Petrus-Basilika in Rom beschädigt wird. Vielleicht durch ein Erdbeben oder Attentat, das kann man nicht herauslesen. Ab diesem Zeitpunkt hat die Kirche in Rom 69 Wochen Zeit, sich noch zu bekehren, ansonsten wird Rom komplett zerstört. Im Buch Daniel steht aber noch mehr. Man wird die Kirche wieder versuchen aufzubauen bzw. zu reparieren. 7 Wochen nach der Zerstörung bzw. Beschädigung des Petersdomes wird es einen neuen Papst geben. Dieser Papst wird ohne Richterspruch nach 62 Wochen ermordet (Der Hl. Don Bosco sagte einmal, dass der alte Greis seine Gewänder wieder anziehen wird. Das würde dann bedeuten, dass Papst Benedikt XVI. wieder zum Papst ernannt werden würde, nur wann? Nach den 7 Wochen oder erst nach den 62 Wochen? Alois Irlmeier sagte voraus, dass der Papst, der die Lederhose (Bayer) anhat, einmal aus Rom fliehen muss. Auch der Hl. Don Bosco und andere Heilige haben die Flucht eines Papstes vorausgesagt).

  2. Es gibt so viele Ungereimtheiten, Widersprüche, Deutungen, die nur mit Mühe hingebogen worden sind, dass ein mit nur etwas Vernunft Begabter meiner Meinung nach nur zum Schluss kommen kann, dass die Erscheinungen in Fatima unecht sind. Es ist immer schon ein Bedürfnis vieler Menschen gewesen, „Geheimnisvollem“, Weissagungen und Erkenntnissen über die Zukunft nachzulaufen. Das ist auch in Fatima sichtbar. Da gesellen sich die Weissageungen von Malachias und andere Unsinnigkeiten dazu. Was hat man nicht für Gedankenkunststücke vollbracht, um die einzelnen Weissagungen auf die jeweiligen Päpste hinzubiegen.
    Ein guter Christ sollte sich an die Bibel und an die Traditionen der Kirche halten und nicht solchen Wahnvorstellungen nacheifern!

    • Sind Sie der Ansicht, Fatima sei „von Anfang an“ überhaupt nicht echt oder ab irgendeinem Stadium seiner Interpretation, um es behutsam zu formulieren?

  3. Herrn Nardi ist völlig zuzustimmen, daß man hier vorsichtig sein soll. So richtig nach den Worten der Madonna von Fatima klingt das m. E. nicht. Ich habe diesen oder einen ähnlichen Text auch auf einer sedisvakantistischen Seite schon gelesen. (Diese Seite ist so verrückt, daß ich sie hier nicht zitieren möchte.) Der „Eckstein“, der nach Fatima transferiert werden soll, macht mich stutzig.

    Vor allem fehlt in diesem Text der berühmte Satz: „In Portugal wird das Dogma des Glaubens immer bewahrt bleiben.“ M. E. sollte der auch dabei stehen.

    Richtig: Wie kommt das in die Hände von Herrn Zavala – und zuvor von Tradition in Action (eine Seite, die mir grundsätzlich zuverlässig und guten Willens aber etwas zu rußlandfeindlich erscheint)?

    Andererseits: Wenn die Graphologen sagen, das stimme mit dem bekannten Teil des Dritten Geheimnisses überein, dann stellt sich die Frage: Perfekte Fälschung – oder echt – allenfalls unter Zwang niedergeschreiben?

    Papst em. Benedikt XVI. könnte mit einem Schlag Klarheit schaffen. Er ist dringend aufgerufen, das jetzt endlich zu tun. Er hat das Dritte Geheimnis gelesen. Er allein kann – und soll im Interesse aller, auch seiner selbst – zu dieser neuesten Wendung im Fall Fatima Stellung nehmen.

    • Ich gebe Ihnen recht, dass diesem Text gegenüber Skepsis geboten ist, insbesondere als Brother Michel de la Sainte Trinité of the Little Brothers of the Sacred Heart in seinem Buch THE WHOLE TRUTH ABOUT FATIMA VOLUME III THE THIRD SECRET (1942-1960) nachweist, dass der dritte Teil des Geheimnis zwischen dem 2.1. (eine Erscheinung der Gottesmutter beendete die Zeit ihrer Prüfung, in der sie sich nach der Weisung des Bischofs, das dritte Geheimnis niederzuschreiben, befand und dem Befehl nicht nachkommen konnte) und dem 9.1.1944 (an diesem Tag schrieb sie Bischof da Silva, sie habe ihren Auftrag erledigt) niedergeschrieben worden ist.

      Im folgenden beziehe ich mich auf die verlinkte Seite Tadition in Action bzgl. der Datierung:
      Am 17.6.1944 war das Geheimnis von Sr. Lucia über Erzbischof Manuel Maria Ferreira da Silva an den Bischof von Leiria weitergegeben worden. Als Datum käme also nur der 1.4.1944 in Frage (und nicht der 1.9.). Vielleicht war sich der (englische) Fälscher auch nur nicht bewußt, dass in Portugal die Datumsangabe Tag/Monat/Jahr und nicht wie im Englischen Monat/Tag/Jahr erfolgt.

      Die Formulierung „dieser Brief kann vom Heiligen Vater geöffnet werden …“ in der obigen deutschen Übersetzung ist völlig unglaubwürdig, da die Seherkinder immer wieder äußerten, dass das Geheimnis nicht verraten werden dürfte.

      Auch folgendes Zitat aus der 4. Erinnerung Sr. Lucias unterstreicht dies:
      „Dr. Galamba sagte also:
      – Herr Bischof! Tragen Sie ihr auf, alles, alles zu sagen. Sie soll nichts verheimlichen, gar nichts!
      Eure Exzellenz war sicher vom Heiligen Geist geleitet, als sie erklärten:
      – Das befehle ich ihr nicht! In Geheimnisse mische ich mich nicht ein.
      Gott-sei-Dank! Jeder andere Befehl wäre für mich zu einer Quelle der Verlegenheit und Skrupel geworden. Wäre mir das Gegenteil aufgetragen worden, dann hätte ich mich tausendmal fragen müssen:
      – Wem soll ich gehorchen? Gott oder Seinem Vertreter?“

      Sr. Lucia war also bis zu dieser Begegnung im Sommer 1943 davon überzeugt, dass der dritte Teil des Geheimnis ausschließlich für sie bestimmt war.

  4. Wenn dieser Brief wahr ist, wuerde er meiner Meinung nach bedeuten, da die Wahrheit (Dogma) des Glaubens in Rom zerstoert wird, wird der Herr die Autoritaet der Kirche seiner Mutter uebergeben, die Kirche wird in Fatima ihre Erneuerung erfahren und die dunkle Kirche in Rom wird beseitigt.Der Hl. Benedikt hat die Kirche durch sein Moenchtum wieder aufgebaut. Letztes Jahr wurde Norcia und Basilika St. Benedikt total vernichtet. DIe Benediktiner in Norcia leben in Huetten und Holzhausern wollen Kloster und Kirche wieder aufbauen. Ein Zufall, ein Symbol der Kirche??

  5. http://www.chiesaviva.com/462%20mensile.pdf (eine englische Übersetzung gibt es davon)
    In der Nr. 462 von chiesaviva findet sich eine Veröffentlichung des dritten Geheimnisses.
    Danach würde es Satan wirklich gelingen die Spitze der Kirche zu infiltrieren.
    in Kürze: Die deutsche Zeitschrift Neues Europa Stuttgart, veröffentlichte am 15. Oktober 1963 den Artikel von L. Emrich über die Offenbarungen der Gottesmutter in La Salette und Fatima, inklusive des dritten Geheimnisses.
    Kardinal Ottaviani, der das 3. Geheimnis gelesen hatte, antwortete auf die Frage, ob dieser Artikel denn weiterveröffentlicht werden könnte, mit großem Nachdruck: “Veröffentlicht 10,000, 20,000, 30,000 Kopien!”
    Der Osservatore Romano druckte am 15. Oktober 1978 genau diesen Artikel nochmals ab, dessen Inhalt vom Vatikan nie korrigiert worden war.
    Allerdings war der Text viel zu lang.
    Bischof João Pereira Venancio, der bevor er das Original des Briefes von Lucia bei der portugiesischen Nuntiatur abgab, das exakte Format des Briefes und des Textes festhielt.11.25 cm x 17.25 cm.
    Kard. Alfredo Ottaviani war der Autor der “diplomatischen Version” des “Dritten Geheimnisses” von Fatima, die letztlich 1963 von “Neues Europa,” mit dessen Erlaubnis veröffentlich wurde.
    M. Luigi Villa kannte die vom Kardinal in den langen Text eingearbeiteten Textstellen die von Luzia geschrieben worden waren und diese hat er wiederum Franco Adessa exakt ausgewiesen.

    Un grande castigo cadrà sull’intero genere umano, non
    oggi, né domani, ma nella seconda metà del Secolo XX.
    In nessuna parte del mondo vi è ordine, e Satana regnerà
    sui più alti posti, determinando l’andamento delle
    cose. Egli effettivamente riuscirà ad introdursi fino alla
    sommità della Chiesa.
    Anche per la Chiesa, verrà il tempo delle Sue più grandi
    prove. Cardinali si opporranno a Cardinali; Vescovi a
    Vescovi. Satana marcerà in mezzo alle loro file e a Roma
    vi saranno cambiamenti. Ciò che è putrido cadrà, e ciò
    che cadrà più non si alzerà. La Chiesa sarà offuscata, e il
    mondo sconvolto dal terrore.
    Una grande guerra si scatenerà nella seconda metà del
    XX secolo. Fuoco e fumo cadranno dal Cielo, le acque
    degli oceani diverranno vapori, e la schiuma s’innalzerà
    sconvolgendo e tutto, affondando. Milioni e milioni di
    uomini periranno di ora in ora, coloro che resteranno in
    vita invidieranno i morti.
    Vi sarà morte ovunque a causa degli errori commessi
    dagli insensati e dai partigiani di Satana il quale allora, e
    solamente allora, regnerà sul mondo. In ultimo, allorquando
    quelli che sopravviveranno ad ogni evento, saranno
    ancora in vita, proclameranno nuovamente Iddio
    e la Sua Gloria, e Lo serviranno come un tempo, quando
    il mondo non era così pervertito.

  6. Drei Fakten weisen auf eine Fälschung hin:
    1. Das authentische Dritte Geheimnis wurde am 3.1.44 niedergeschrieben, nicht, wie dieser Text, am 4.1. Das geht auch aus Sr. Lucias geistlichem Tagebuch hervor, von dem die Karmeliterinnen von Coimbra jetzt Ausszüge veröffentlichten.
    Am 3. Januar 1944 betete sie vor dem Tabernakel. „Ich bat Jesus, mich wissen zu lassen, welches Sein Wille war.“ „Ich verspürte dann, dass eine freundliche, liebevolle und mütterliche Hand mich an der Schulter berührte. Ich erhebe den Blick und sehe die geliebte himmlische Mutter“. Die Muttergottes gab ihr die Weisung, das Geheimnis, „aber nicht, was Dir in Bezug auf seine Bedeutung zu verstehen gegeben wurde“, niederzuschreiben, in einen versiegelten Umschlag zu stecken und auf den Umschlag zu schreiben, „dass er erst 1960 geöffnet werden darf“. Sofort, fährt Lucía fort, „spürte ich meinen Geist eingetaucht in ein Mysterium aus Licht, das Gott ist und in Ihm sah und hörte ich: die Lanzenspitze berührt wie eine auflodernde Flamme die Achse der Erde. Diese erzittert: Berge, Städte, Ortschaften und Dörfer mit ihren Einwohnern werden begraben. Das Meer, die Flüsse und die Wolken treten über ihre Grenzen, wobei sie über die Ufer treten, Häuser und Menschen in einer Zahl, die man nicht zählen kann, in einem Strudel überschwemmen und fortreißen, es ist die Reinigung der Welt, wegen der Sünde, in die sie eingetaucht ist. Der Hass, das maßlose Streben rufen den zerstörerischen Krieg hervor“. „Danach verspürte ich im beschleunigten Herzschlag und in meinem Geist das Echo einer sanften Stimme, die sagte: ´In der Zeit, ein einziger Glaube, eine einzige Taufe, eine einzige Kirche, Heilig, Katholisch, Apostolisch – in der Ewigkeit, der Himmel!„Dieses WortHimmel´ erfüllte mein Herz mit Frieden und Glück, derart, dass ich, fast ohne es zu merken, für lange Zeit wiederholte: `der Himmel, der Himmel … Kaum verging die größte Kraft des Übernatürlichen, ging ich hin, es aufzuschreiben, und ich tat es ohne Schwierigkeiten, am 3. Januar 1944, knieend auf das Bett gestützt, das mir als Tisch diente. Ave Maria“.
    2. Das Datumsformat ist falsch. Eine Portugiesin würde nie 1/4/1944 schreiben, sondern 4.1.1944 oder 4-1-1944. Das deutet auf einen Fälscher aus dem englischen Sprachraum hin.
    3. Nie war die Rede davon, dass das Dritte Geheimnis nach dem Pontifikat von Pius XII. und vor dem Jahre 1960 veröffentlicht werden sollte, sondern immer davon, dass dies im Jahre 1960 oder später geschehen solle.
    4. Es ist idiotisch, vor einem „Papst mit bösen Augen“ zu warnen, den Papst aber das Geheimnis öffnen zu lassen. Kein Papst kann seinen Nachfolger verhindern.

    • Danke für diese kenntnisreiche Ergänzung.
      Offenbar handelt es sich also um eine Fälschung. Der Fälscher muß aber solcher Qualitäten besitzen, daß er die professionellen Graphologen narrt.
      Die wichtigste Frage scheint mir daher: Cui bono? Wem soll dieser Text nützen?

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*