Papst Benedikt XVI. und Fatima – und einige Ungereimtheiten (2. Teil)

Fatima und der Vatikan: ambivalentes Verhalten gegenüber den Engels- und Marienerscheinungen von 1916/1917
Fatima und der Vatikan: ambivalentes Verhalten gegenüber den Marienerscheinungen von 1917

Im Anschluß an meinen Beitrag vom 3. Jänner Papst Benedikt XVI. und Fatima – und einige Ungereimtheiten (1. Teil) kommen wir nun zum Hauptteil der dreiteiligen Ausführungen, nämlich zu den ungereimten Äußerungen von Papst Benedikt selbst. Es ist schlimm, daß dieser (mit Datum vom 22. Februar 2007) ein Geleitwort für Kardinal Bertones Schwindelbuch Die Seherin von Fatima verfaßte. Am Schluß dieses Buches ist sein Theologischer Kommentar vom 26. Juni 2000 abgedruckt.

Benedikt XVI. in modernistischer Diktion

Dieses Geleitwort (das wir hier nicht näher betrachten), läßt die Fragen aufkommen:

Klingt das wirklich nach den dramatischen Erlebnissen der Seherkinder und der Augenzeugen von 1917? Ist hier ein Gefühl für die Dringlichkeit und Dramatik spürbar? Und weil der Papst davon sprach, daß manche (nicht-vatikanoffizielle Fatima-) Interpretationen „mehr für Unruhe sorgten, statt zu Gebet und Buße aufzufordern“: Ist es nicht gerade die „Unruhe“, die zu Gebet und Buße animiert? Haben nicht die Propheten des Alten Bundes Unruhe gestiftet? Und wer bitte hat denn in den letzten Jahrzehnten aus der vatikanischen Bürokratie oder gar vom Stuhl Petri herunter wirklich zu ernsthaftem Gebet und spürbarer Buße im Geist Fatimas aufgerufen?

Niemand.

Denn die „Unglückspropheten“ waren schon von Papst Johannes XXIII. bei der Eröffnung des II. Vaticanums kritisiert und weitgehend kaltgestellt worden.

Tragisch ist, daß Papst Benedikt das Buch von Kardinal Bertone und seinem Interviewer Giuseppe De Carli überhaupt eingeleitet hat. Er unterstützt damit die Lügen und Täuschungen der beiden Autoren.

Leider hatte er schon 2000 genau in diese Richtung gearbeitet.

Daher müssen wir einen Blick auf den „Theologischen Kommentar des damaligen Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Joseph Ratzinger“ werfen.

Der Theologische Kommentar von Kardinal Ratzinger vom Juni 2000 – ein Weginterpretation der Fatima-Botschaft

Was genauso wie bei den Beiträgen von Kardinal Bertone und De Carli auffällt, ist die Tendenz zum Weginterpretieren der Botschaft (der Text des Kommentars findet sich online auf der Internetseite des Heiligen Stuhls; die Seitenzahlen im folgenden Text beziehen sich auf das im letzten Beitrag vorgestellte Buch von Kardinal Bertone).

Neo-modernistische Umdeutungen von Botschaften Gottes durch den Glaubenspräfekten

Das Sonnenwunder sahen 70.000 Menschen.
Das Sonnenwunder sahen 70.000 Menschen.

– Der Kardinal stellte es gleich am Beginn in den Raum, daß die Botschaft Mariens „vielleicht gar nur Spiegelungen der Innenwelt von Kindern, die in einem Milieu tiefer Frömmigkeit aufgewachsen, zugleich aber auch von den drohenden Gefahren ihrer Zeit aufgewühlt waren“ (205), gewesen sein könnten. Damit sät der nachmalige Papst Zweifel an der Verläßlichkeit des Zeugnisses von Sr. Lucia und natürlich auch an Faktum und Inhalt der Erscheinungen selbst.

– Kardinal Ratzinger erwähnte den flämischen Theologen Eduard Dhanis SJ als „herausragende[n] Kenner dieser Materie“ (209). Leider zeigt dieses „name-dropping“, daß die Prägung des jungen Theologen Joseph Ratzinger durch modernistische Theologen sehr tief gegangen war. Dhanis positiv zu erwähnen, ist völlig abwegig, da dieser die Gültigkeit der Botschaften (besonders Pontevedra und Tuy) bestritt, aber sich weigerte, mit Sr. Lucia auch nur zu sprechen. Er war theologisch ein Modernist und wissenschaftlich ein Kleingeist, der es nicht für nötig hielt, auf Entgegnungen einzugehen. Damals widersprachen ihm noch öffentlich Mitbrüder aus dem Jesuitenorden und andere Experten – ohne Erfolg.

Dhanis war auch einer der Mitautoren des berüchtigten Holländischen Katechismus. Dieser unterminierte den Glauben. Der Katechismus wurde damals mit einer sechzigseitigen Ergänzung gedruckt, um die Wirkung dieses Machwerks abzumildern. Dhanis machte aber nach dem Tod von Pius XII. steile Karriere.

Es bleibt unerfindlich, warum Kardinal Ratzinger diesen Mann ins Spiel brachte. Der offizielle Fatima-Experte der Kirche war nämlich bekanntlich P. Joaquin Alonso aus dem Claretinerorden. Dieser starb 1981, ohne von Bischof Alberto Cosme do Amaral von Leiria-Fatima die Erlaubnis zur Publikation seines 24-bändigen Buches über Fatima (fertiggestellt 1975) zu erhalten (offenbar auf Befehl des Vatikans).

Im Lauf der Zeit hatte sich P. Alonso unter dem Druck der Fakten der Auffassung angenähert, das Dritte Geheimnis spreche über einen Glaubensabfall in der Hierarchie. Das wollte man damals in ebendieser Hierarchie natürlich nicht hören. Das hätte auch das Konzil delegitimiert – wenngleich dessen giftige Früchte auch damals schon sichtbar waren.

– Atemberaubend ist folgender Satz:

„Wir können hinzufügen, dass Privatoffenbarungen häufig primär aus der Volksfrömmigkeit kommen und auf sie zurückwirken, ihr neue Impulse geben und neue Formen eröffnen“ (210).

Berichterstattung über das Sonnenwunder zwei Tage später.
Berichterstattung über das Sonnenwunder zwei Tage später.

Wie kam der von manchen als „Mozart der Theologie“ titulierte spätere Papst auf eine solche Absurdität? Privatoffenbarungen kommen von Gott oder es sind keine Privatoffenbarungen! Sie kommen daher nicht „aus der Volksfrömmigkeit“. Jedes Kind versteht das! Das würde ja heißen, daß manche frommen Leute im Volk „Privatoffenbarungen“ erfinden würden.

Es drängt sich die Frage auf: Glaubte der damalige Kardinal Ratzinger, daß Gott tatsächlich, im wörtlichen Sinn und ohne Ausflüchte, auch in nachapostolischer Zeit eine bestimmte Botschaft der Kirche mitteilt,  oder nicht?

Fromme Allgemeinplätze gegen konkrete Anweisungen Gottes

– Eine weitere Verharmlosung der „Privatoffenbarungen“, die ja meist dramatische Beklagungen des kirchlichen und weltlichen Zustandes und dringende Mahnungen zur radikalen Umkehr waren, liegt in folgender Aussage (im Zusammenhang mit dem II. Vaticanum und Lk 12, 56):

„Die Zeichen der Zeit im Licht des Glaubens deuten heißt die Anwesenheit Christi in der jeweiligen Zeit erkennen“ (211f).

Also das macht wirklich keinen Sinn. Es geht im Gegenteil darum, die Abwesenheit Christi in der jeweiligen Zeit zu erkennen, und zwar die von den Menschen, ggf. auch von der Kirchenhierarchie verschuldete Abwesenheit. Und sie zu revidieren! Sonst wären diese Offenbarungen sinnlos.

– Kardinal Ratzinger schrieb dann autobiographisch:

„In einem Gespräch mit mir hat Schwester Lucia mir gesagt, ihr werde immer mehr deutlich, dass das Ziel der ganzen Erscheinungen gewesen sei, mehr in Glaube, Hoffnung und Liebe einzuüben – alles andere sei nur Hinführung dazu“ (217).

Das ist angesichts der hochspezifischen Inhalte der Erscheinungen (Hölle, Sühne, Unbeflecktes Herz, Weihe Rußlands) im besten Fall eine fromme Plattitüde. Im schlimmsten Fall ist es eine bewußte Unwahrheit. Hat Sr. Lucia das wirklich so gesagt oder ist es eine sehr freie Paraphrase durch den damaligen Kardinal?

Eine Vision ohne Erklärung der Seligen Jungfrau?

– Der Gipfel der Unglaubhaftigkeit ist aber folgende Passage:

„Schwester Lucia hat dazu zunächst bemerkt, dass ihr das Gesicht [also die Vision des Dritten Geheimnisses, Anm.], aber nicht seine Auslegung geschenkt wurde. Die Auslegung komme nicht dem Seher, sondern der Kirche zu“ (216).

José II. Alves Correia da Silva (1920–1957) mit Umschlag, in dem sich das Dritte Geheimnis befindet.
José da Silva (1920–1957) mit dem Dritten Geheimnis (Umschlag), 1944.

Daß die Kirche das Recht und die Pflicht hat, „Privatoffenbarungen“ zu prüfen, ist unbestritten. Man beachte aber hier die offenkundige Unwahrheit vom Fehlen der Auslegung: Die Seherkinder erhielten immer eine Schauung, der dann eine Erklärung Unserer Lieben Frau folgte. Aber bei dieser Vision mit dem ermordeten „in Weiß gekleideten Bischof“ soll es nicht so gewesen sein?

Der jetzige authentische Interpret des Dritten Geheimnisses sei aber nach den Worten Kardinal Ratzingers in diesem Zusammenhang der damalige Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano, dem Sr. Lucia zugestimmt hätte.

Das ist vollkommen unglaubhaft und Symptom eines Komplotts.

Schon Papst Johannes XXIII. sprach von den „Worten“, die die Seherkinder von der Seligen Jungfrau erhalten hätten, als er sich auf das Dritte Geheimnis bezog (eine kurzgefaßte Erklärung dazu). 1)In der berüchtigten anonymen Presseerklärung des Vatikans vom 8. Februar 1960 heißt es gemäß Fatima Crusader folgendermaßen:
„Although the Church recognizes the Fatima apparitions She does not desire to take the responsibility of guaranteeing the veracity of the words that the three shepherd children said that the Virgin Mary had addressed to them.“
Diese Formulierung ist klarerweise kein Bekenntnis zur Authentizität der Botschaft. Es wird ja nahegelegt, daß die „drei Hirtenkinder“ sich auch getäuscht haben oder die Unwahrheit gesagt haben könnten.

Wo sind die jetzt?

Kardinal Ratzinger sagte in dem berühmten Interview mit dem Magazin Jesus der Paulinerschwestern am 11. November 1984, daß das Dritte Geheimnis von „Gefahren“ spricht, „die den Glauben und das Leben der Kirche, damit der Welt bedrohen“. Es beziehe sich auch auf die „Wichtigkeit der novissimi [Letzte Zeit bzw. Letzte Dinge]“.

Davon ist in der Erklärung von 2000 nicht mehr die Rede.

Jetzt ist nach den Worten der Kardinäle Ratzinger, Sodano und Bertone mit der Vision des Dritten Geheimnisses das Attentat auf Johannes Paul II. gemeint und Sr. Lucia habe dem zugestimmt.

Lächerlich.

Der Vatikan als Treibhaus von Mentalreservationen, Schwindel und Lügen – apokalyptische Zustände

Was blieb von der Erklärung des damaligen Kardinals Ratzinger übrig? Was blieb im Bewußtsein der kirchlichen Öffentlichkeit hängen? Offenbar die Beschwichtigung, daß mit dem Attentat auf Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 das Dritte Geheimnis erfüllt worden ist, daß der damalige Papst durch die Bußbereitschaft in der kirchlichen Hierarchie wundersam überlebt hat und daß die Bedeutung von Fatima jetzt in der Vergangenheit liegt. Und ansonsten sollen wir endlich keine lästigen Fragen mehr stellen.

2010 sagte Papst Benedikt in Fatima aber, daß die „prophetische Mission Fatimas“ nicht beendet sei. 2)Vgl. im vorletzten Absatz der Predigt.Dieser Satz, vielleicht als Signalsatz intendiert, wird durch die folgenden, eher vagen Aussagen sehr neutralisiert.

Man fühlt sich zum Narren gehalten. Überhaupt sind alle oberhirtlichen Aussagen zu Fatima, die aus den letzten Jahrzehnten in Erinnerung sind, nicht dazu angetan, den Glauben zu fördern und Buße und Umkehr zu bewirken.

Die Fragen lauten also:

Hat hier Kardinal Ratzinger eine extreme Mentalreservation gemacht? Oder gelogen? Auf Druck von Johannes Paul II.? Sind diese Fragen ungehörig?

Man kann erkennen, daß die Spekulationen angesichts der kirchlichen Bocksprünge geradezu zwangsläufig ins Kraut schießen müssen.

Und in der Zwischenzeit versinkt die Welt in Chaos und Blutbad.

Wird Gott noch lange zuschauen?

Mark Fellows sprach in dem Enthüllungsbuch Fatima in Twilight (2003) von „our sense of impending doom“, „unserem Gespür für den drohenden Untergang“.

Wenn man etwa die Filmproduktion betrachtet, die massenhaft apokalyptische Phantasien ins Bild setzt,  wird einem ein weitverbreitetes kollektives Ahnen drohender katastrophischer Ereignisse nicht verborgen bleiben können.

Schließlich sind sie im Neuen Testament vorhergesagt.

Resümee: Die Apostasie in der Kirche forderte auch von Papst Benedikt ihren Tribut

Da hier eine Botschaft des Himmels – eine „Privatoffenbarung“ mit Öffentlichkeitscharakter (70.000 Augenzeugen des Sonnenwunders) und an Kirche, Papst und Welt adressiert – verworfen und lügenhaft verzerrt dargestellt wurde, ist es kein Wunder, daß in der Kirche Verwirrung und Apostasie wüten.

Da Papst Benedikt XVI. hier mitgemacht hat und auf keine Weise seine geistliche Vollmacht als Oberhirte der Kirche genutzt hat, den Status quo zu revidieren, ist es kein Wunder, daß sein Pontifikat, trotz guter Ansätze, so kläglich gescheitert ist.

Solange es nicht zweifelsfrei erwiesen ist, daß es sich bei Papst Franziskus um einen Gegenpapst handelt, muß dieser Caligula auf dem Papstthron eben als Papst betrachtet werden – und als Strafe für eine Kirche, die die Warnungen des Himmels nicht hören wollte, sich am Konzil verheerenden Irrlehren auslieferte und die Märtyrerkirche des Sowjetblocks verriet. Die Strafe Gottes liegt somit in den selbstverschuldeten Folgen falscher Entscheidungen von Entscheidungsträgern, die es besser wissen müßten.

Da die Kirche Licht der Völker sein soll, zieht die Verfinsterung der Kirche auch die gottlose Welt in Mitleidenschaft und Desorientierung – wie es in diesem Katastrophenpontifikat ja deutlich sichtbar ist. Ein Papst selbst rüttelt an der Lehre Gottes und unterminiert die Sakramente – ein noch vor drei Jahren nicht möglich gehaltener Alptraum. Die Bösen werden sich freuen.

Gott überließ die Entscheidungsträger also ihren Verblendungen – und weite Teile des gläubigen Volkes ihrer Lauheit.

Benedikt XVI. hätte es besser wissen müssen. Er ließ bei seinem Amtsantritt durchblicken, daß er um den moralischen Morast unter den Kardinälen und in der Kurie wußte. Er wußte auch um die „Wölfe“, um apostasierte Kirchenmänner, die ihm das Leben schwermachen würden. Der als Roman verhüllte Handlungsaufruf Malachi Martins an Papst Johannes Paul II. Windswept House (dt. Der letzte Papst) wird ihm bekannt gewesen sein. Dort ist von satanischen Ritualen im Vatikan, unter Beteiligung geweihter Männer, ausdrücklich die Rede.

Papst Benedikt kam daher vielleicht zur Schlußfolgerung, daß nur ein Eingreifen Gottes die Kirche wiederherstellen kann. Da die Fatimabotschaft auch in den bekannten Teilen damit zu tun hat, wird sich dem Papst wohl im Gewissen die Aufforderung gestellt haben, diese Botschaft lehramtlich und disziplinär zu implementieren: Verbreitung des Bewußtseins von der Möglichkeit der Hölle, Aufruf zur radikalen Umkehr der Lebensführung, Verbreitung der Sühnesamstage und der Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens und Durchführung der Weihe Rußlands an ebendieses Unbefleckte Herz – wie vorgegeben.

Und dennoch hat er es nicht gemacht.

Die Motive bleiben wie schon bei Pius XI. im Dunkeln. Aber natürlich wird die theologische Prägung Joseph Ratzingers, wie schon dargelegt, einen „Rückfall“ in „anti-ökumenisches“, „vorkonziliares“ und „mittelalterliches Denken“ verhindert haben. Die Erklärung vom Juni 2000 legt für diese Mentalität Zeugnis ab.

Es sieht so aus, als wollte der Prophet, obgleich grundsätzlich guten Willens, partout nicht nach Ninive gehen.

Daher setzte sich eine konspirative Clique durch und räumte ihn zugunsten eines revolutionären Programms aus den Weg.

Und zudem sind wir seit dem 28. Februar 2013 in einer Situation, in der ein „in Weiß gekleideter Bischof“ („Wir hatten die Ahnung, daß es der Heilige Vater war.“) nicht automatisch der regierende Papst ist. Somit ist also die Bühne für gegebenenfalls dramatische, ja apokalyptische Ereignisse bereitet. Wird man das Martyrium dieses Bischofs und seiner Gefolgschaft als Sühneakt verstehen können? Diese Interpretation kann man in der Literatur lesen. 3)Der Engel zeigt auf diese schaurige Szenerie und ruft: „Buße, Buße, Buße“. Daraus schließen manche, daß hier ein Akt der Entsühnung des kompromittierten Petrusamtes gesetzt werden soll. Ich stelle das nur in den Raum, ohne hier eine definitive Meinung zu haben.

Papst em. Benedikt ist zugunsten seines eigenen Seelenfriedens und Seelenheils und zugunsten des Wohles und Heiles der Kirche aufgerufen, im hohen Alter sich klar und deutlich auszusprechen. Das betrifft die volle Wahrheit zu Fatima und zum Dritten Geheimnis und das betrifft alle Ungereimtheiten um Sr. Lucia. Es betrifft auch das Wüten des derzeitigen Papstes. Er ist aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten, damit die Weihe Rußlands endlich durchgeführt und der Welt eine Zeit des Friedens geschenkt werden kann. Wenn das nicht geschieht – das mag man sich gar nicht ausdenken.

*MMag. Wolfram Schrems, Wien, katholischer Theologe, Philosoph, Katechist

Bild. OnePeterFive/Fatima Center (Screenshots)

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1. In der berüchtigten anonymen Presseerklärung des Vatikans vom 8. Februar 1960 heißt es gemäß Fatima Crusader folgendermaßen:
„Although the Church recognizes the Fatima apparitions She does not desire to take the responsibility of guaranteeing the veracity of the words that the three shepherd children said that the Virgin Mary had addressed to them.“
Diese Formulierung ist klarerweise kein Bekenntnis zur Authentizität der Botschaft. Es wird ja nahegelegt, daß die „drei Hirtenkinder“ sich auch getäuscht haben oder die Unwahrheit gesagt haben könnten.
2. Vgl. im vorletzten Absatz der Predigt.Dieser Satz, vielleicht als Signalsatz intendiert, wird durch die folgenden, eher vagen Aussagen sehr neutralisiert.
3. Der Engel zeigt auf diese schaurige Szenerie und ruft: „Buße, Buße, Buße“. Daraus schließen manche, daß hier ein Akt der Entsühnung des kompromittierten Petrusamtes gesetzt werden soll. Ich stelle das nur in den Raum, ohne hier eine definitive Meinung zu haben.

16 Kommentare

  1. „Kardinal Ratzinger sagte in dem berühmten Interview mit dem Magazin Jesus der Paulinerschwestern am 11. November 1984, daß das Dritte Geheimnis von „Gefahren“ spricht, „die den Glauben und das Leben der Kirche, damit der Welt bedrohen“. Es beziehe sich auch auf die „Wichtigkeit der novissimi [Letzte Zeit bzw. Letzte Dinge]“.“
    Es ist schon immer meine feste Überzeugung das an der Fürbitte der Kirche zur „Bewahrung der Schöpfung“ irgendetwas faul ist. Himmel und Erde werden vergehen und die Fürbitten der Konzilskirche mit Sicherheit auch. Jedenfalls haben sie es perfekt geschafft ein derartiges Durcheinander über die Botschaften von Fatima zu schaffen das nun wirklich keiner mehr weiß wo oben und unten ist. Ich denke mir das diese Botschaften der Mutter Gottes so schwerwiegend sind das bei wahrer Übermittlung von diesen der Konzilsgeist mitsamt seinen Anhängern auf die Akazien klettern würde. Aber nun müssen wir abwarten was passiert und hoffen das der Herr bei uns ist wenn es soweit ist. Jedenfalls wird das Jahr 2017 kein normales Jahr werden und das weiß ich jetzt schon.
    Per Mariam ad Christum.

  2. Man sollte Eines stets nie außer Acht lassen, man kann durch Widersprüche auch auf etwas hinweisen entweder unbewusst oder wenn man etwas nicht klar sagen kann. Was man sagen müsste kann niemand vom Klerus sagen, man hat die Piraten der Punier doch schon lange an Bord. Alle wurden besiegt und besetzt, die Befreiung kommt von „woanders“ sonst wäre es auch nicht mehr katholisch. Der Widerstand des Klerus‘ wird erst mit der Krone Frankreichs vollends auferstehen, wegen der Bundeslade, der Papst ist weder im Besitz des Aaronszepters noch des Steins aus der Lade, deswegen kann der Feind auch Rom niemals überwinden egal was man beschließt. Und mit dem Stein und dem Zepter aus dem Kistlein Gottes lässt sich übrigens alles rückgängig machen wegen der Autorität Gottes die so weder Franziskus noch Benedikt XVI. jemals hatten, denn sie haben die Bundeslade nicht. Theoretisch könnte man die Kirche auch auf ihren Ursprung zurückstellen, muss man aber nicht, aber man könnte definitiv, Gottes Befugnis ist genug – Erfolg braucht keine Argumente, nicht wenn er von Gott persönlich abgesegnet ist oder? Aber es kommt ja noch einmal Garabandal, das letzte Wort hat also Maria bevor dann der Sohnemann zuschlägt zum Ruhme Frankreichs und der Katholischen Kirche 😉 Dieser September/Oktober wird eine schöne Zeit für die Katholische Kirche.

    • Offensichtliche Widersprüche benutzt man auch in gewissen katholischen Kreisen als subtiles Stilmittel, ich hätte es etwas genauer schreiben sollen, pardon.

  3. Und wenn es so wäre, dass das Geheimnis den Papst emeritus persönlich beträfe? Das würde vieles erklären! Angenommen ein Angriff auf den Vatikan steht unmittelbar bevor; er zielt auf den Papst. Die Präsenz des einen könnte die Flucht des andern ermöglichen. Das ist natürlich nur eine Theorie. Das merkwürdige Verhalten von F. wird dabei nicht klar.

  4. Widersprueche ueber das 3. Geheimnis von Fatima und die Geheimniskraemerei in Rom haben zu vielen Spekulationen gefuehrt. Hat nicht St. Johannes Paul II die Russlandweihe vorgenommen?1984? Man hat berichtet, dass Lucia von Fatima bestaetigte, dass diese Weihe (laut Lucia direkt von der Muttergottes bestaetigt) angenommen wurde, obwohl es sehr spaet geschehen ist. Tatsaechlich waechst die Katholische Kirche in Russland bestaendig. Papst Benedict XVI der soviele Predigten, Schriften und inspirierende Buecher geschrieben hat, huellt sich in Schweigen. Auch ich bin voller Erwartung, dass das Jahr 2017 sehr ereignisreich sein wird.

  5. Die Botschaft von La Salette ist doch wohl deutlich genug und somit schwer zu toppen.
    Wenn ich es richtig verstehe ging es in Fatima hauptsächlich um Rußland und dessen Weihe.
    Scheint mir auch logisch denn eine sofort vollzogene Weihe hätte sicherlich die Revolution verhindert und somit die Ausbreitung der kommunistischen Ideologie in alle Welt.
    Alles andere um die Geschehnisse in Fatima scheint mir suspekt,es könnte sein,das Gegenkräfte sich der Sache bemächtigten um Verwirrung zu stiften.
    Wieso konnte der Himmel denn nicht die Verschleppung der Kinder im August verhindern,so das es zu der Erscheinung am 13. nicht kam sondern erst am 20.!?
    Auch das Sonnenwunder sehe ich mit Zwiespalt,denn sagte Jesus Christus nicht ausdrücklich das keine Zeichen mehr gegeben werden außer dem „Zeichen des Jona“!?
    Hier könnte man zwar spekulieren,ob damit eine dreitägige Finsternis gemeint ist oder die drei Tage Jesu im Grabe,aber man wird sehen.

  6. „Jetzt ist nach den Worten der Kardinäle Ratzinger, Sodano und Bertone mit der Vision des Dritten Geheimnisses das Attentat auf Johannes Paul II. gemeint und Sr. Lucia habe dem zugestimmt.

    Lächerlich.“

    „Ein Soldat (nach dem Sold, den er bezieht) ist ein bewaffneter Angehöriger einer Armee oder der Streitkräfte eines Landes, vom General bis zu den Mannschaften …“ heißt es bei Wikipedia. „Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, …“ lautet es im 3. Geheimnis. Soldaten verkörpern auch eine Staatsmacht, was auf den Attentäter sicher nicht zutraf, selbst wenn der Auftrag und eine mögliche Bezahlung von einer Staatsmacht kamen, sicher auch kein Sold im eigentlichen Sinn.

    Und dann die Unterschlagung der Bemerkung „in Portugal wird das Glaubensdogma immer bewahrt bleiben, etc.“, die doch wohl eher Unserer Lieben Frau zuzuschreiben ist als Sr. Lucia. „Der große Abfall“, diese Apostasie apokalyptischen Ausmaßes ist ohne diesen Zusatz nur stark verborgen aus dem Geheimnis zu lesen bzw. vage angedeutet: „Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war …“

    • Als seit 1966 in Portugal ansässige Deutsche, die ihre Bekehrung sicherlich dem Unbefleckten Herzen Mariens zu verdanken hat, habe ich doch große Schwierigkeiten mit dem Satz, dass in Portugal das Dogma des Glaubens ‚immer‘ bewahrt wird. Ich sehe das vor Ort wirklich nicht. Die portugiesische Bischofskonferenz und der Klerus sind bis auf die Knochen modernistisch. Es gibt bisher keine einzige Messe nach „Summorum Pontificum“ und der NOM wird eher im „brasilianischen“ Stil gefeiert, um den protestantischen Sekten ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das Chaos im Volk ist groß: Aberglaube, Irrglaube, Unglaube und Verachtung wie auch Hass auf die Kirche sind verbreiteter als z.B. in Spanien und Italien. – Die Frage ist, wie man das mit der Echtheit der Erscheinungen von Fatima auf die Reihe bekommt. Im portugiesischen Original steht „sempre“ für ‚immer‘. Das kann aber in einer etwas altmodischeres Diktion auch eine auf etwas anderes bezogene begrenzte Dauer bedeuten, die im Deutschen ungefähr „solange“ bedeutet. Das absolute ‚(für) immer‘ würde man eher mit „para sempre“ ausdrücken. – Nun hatte sich in Portugal durch die Diktatur und die Zeit vor der EU, das „Dogma“ auch innerhalb des NOM länger gehalten, als anderswo. Erst als der Kardinal Ribeiro Ende 1996(?) starb und Dom José Policarpo Patriarch von Lissabon wurde, wurde bei uns z.B. mit aller Macht die Handkommunion beworben. Die Bischofskonferenz hat begeistert nachgezogen. Da die Scheidungsrate im Land und auch unter den Getauften enorm ist, ist man auch offen für die Möglichkeiten von Amoris Laetitia…

      • Nun, da Sie auf meinen Post antworteten, will auch ich versuchen, auf Ihre Bedenken zu entgegnen. Meine persönliche Meinung ist die, dass die überlieferte Messe nicht die allein gültige ist, auch wenn ihre Früchte wesentlich segensreicher sind als die der im NOM gehaltenen. Das Dogma des Glaubens bezieht sich mM nicht auf den Glauben des Volkes, sondern wie die Lehre von den Oberhirten verkündet wird, also dass diese offiziell auch tatsächlich alle(!) Dogmen der Kirche vertreten. Aktuelles Negativbeispiel: Malta. Und hier geht es wie Weihbischof Schneider darlegt sogar um ein Göttliches Gebot.
        Bzgl. des „immer bewahrt bleiben“ geht es mM um die Zeit des 3. Geheimnisses, also den Zeitraum ab 1960, dem Zeitpunkt der vorgesehenen Veröffentlichung bis zum Triumph des unbefleckten Herzens Mariens.
        Auch die Handkommunion würde ich noch nicht als Nichtbewahrung des Glaubens ansehen, wenngleich ich selbst schon lange nicht mehr auf diese Weise kommuniziere (Ich war 1966 noch nicht auf der Welt). Aber es handelt sich um einen wirksamen Indult, ob es uns gefällt oder nicht.

  7. Kardinal Ratzinger hatte zu keinem Zeitpunkt den „weiß gekleideten Bischof“ mit bzw. ausschließlich mit Papst Johannes Paul II. identifiziert. Vielmehr sagte er, daß man, unter diesem Bischof, alle Päpste des 20 Jahrhunderts angefangen mit Papst Pius X. identifizieren könne. Wenn man seine Interpretation genau liest, erkennt man mit welch großer Klugheit und Vorsicht Kardinal Ratzinger seinerzeit das 3. Geheimnis auslegte.
    Es geht doch nicht um Sensationshascherei für Weltuntergangspropheten bei den Geheimnissen von Fatima und anderen Marienbotschaften anderenorts, sondern um Umkehr, Buße, Bekehrung hin zu Jesus Christus (und den Heilsgeboten)- und so etwas vollzieht sich in der Regel in der Stille. Das hat Kardinal Ratzinger klar herausgestellt. Es geht bei echten Botschaften (wie Fatima) darum, daß angekündigte Ereignisse eben nicht eintreffen, sondern durch Gebet und Buße abgewendet oder ganz verschoben werden und nicht eintreten.

    Das Sonnenwunder war ein überaus großes Wunder und vor allem Ungläubige, Freimaurer, Atheisten haben dieses Wunder bestätigt @Stella. Aber wie gesagt: der Himmel will nicht die Wundersucht befriedigen, sondern wie Jesus es getan hat (Er brauchte keine Wunder), mittels des Wunders, des Unfaßlichen, die Menschen zu ihrem ewigen Seelenheil sichtlich/begreiflich zum Übernatürlichen, zu Gott, zu Ihm, hinzuführen, sie aus der Finsternis von Unglauben und Sünde zu befreien.

  8. Herr Schrems. Lesen Sie doch um Himmels Willen mal die Schriften von Don Luigi Villa! Er hat das 3. Geheimnis von Fatima gelesen und es auch veröffentlicht! Das schlimmste was dort drinsteht ist, dass es Satan gelingen wird bis in die Spitze der Kirche einzudringen. Ratzinger war an der Spitze der Kirche. Studieren Sie doch bitte endlich mal diese Schriften, die alle fein säuberlich gratis im Internet zu Verfügung stehen. „Chiesa viva“ ist der Name der Zeitschrift und auch der Internetseite.

  9. Russlands Irrlehren – der Marxismus – haben sich über die ganze Welt verbreitet. Also kann die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens ja unmöglich, wie verlangt, stattgefunden haben.
    Die Abtreibung, Sterbehilfe, der Materialismus, die Abkehr vom Sonntags-Gottesdienst, der Genderwahn und alle Unterarten davon gründen auf der Theorie, dass es Gott nicht gäbe und dass nach dem Tod alles aus sei. Alles öffnet der Beliebigkeit und dem Relativismus Tür und Tor. Das ist es im Grunde, was seit spätestens 1968 die Erde heimsucht.
    Je schlimmer das alles wird, desto mehr denkt man als gläubiger Katholik an die Geheimnisse von Fatima. Man ist versucht, den Fatima-Geheimnissen nahestehende Personen Schuld zuzuweisen. Doch ich denke, das bringt uns nicht weiter. Zudem ist unter Papst Franziskus ein Ernstnehmen von Fatima in weite Ferne gerückt. Für ihn ist 500 Jahre Luther wichtiger. Traurig aber wahr. Ich würde mir auch wünschen, dass Papst Benedikt sich noch einmal zu Wort meldet. Wenn man seine theologische Grundhaltung kennt, weiß man doch, dass er mit dem was Papst Franziskus gerade macht, nicht einverstanden sein kann.

    @Franz: Danke für den Hinweis, da will ich jetzt auch nachschauen.

    • @ dhmg:
      Da kann ich Ihnen nur voll zustimmen!
      Vielleicht passend dazu ein Zitat der sel.A.K.Emmerick:
      “ wie ich hörte,wird Satan 50 oder 60 Jahre vor dem Jahr 2000 auf eine Zeit losgelassen“-
      Das erinnert mich an Offenbarung 20,7-10.
      Wozu also noch diese Fatima-Botschaften!?
      Es war und ist alles gesagt.

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