Papst Franziskus: „Judas Iskariot erhängte sich und hatte bereut“ – ich weiß nicht, kann sein, aber dieses Wort läßt uns zweifeln“

Judaskuß: Wirken der Liebe Gottes bis zum Ende oder Allerlösungslehre?
Judaskuß: Wirken der Liebe Gottes bis zum Ende oder Allerlösungslehre?

(Rom) Laut Papst Franziskus habe Judas Iskariot, der Apostel, der Jesus verraten hat, seine Tat „bereut“. Bereits in der Vergangenheit hatte Franziskus den Eindruck vermittelt, daß auch Judas gerettet sein könnte. Den päpstlichen Überlegungen scheinen Thesen des von der Kirche abgefallenen Theologen Eugen Drewermann zugrunde zu liegen. Theologen warnen davor, den Menschen am Beispiel Judas‘ eine Allerlösungslehre zu suggerieren.

Judas Iskariot: Dieb, Pauperist, Verräter

Judas Iskariot war einer der zwölf Apostel und zugleich das Schwarze Schaf der Gemeinschaft. Er verwaltete die Kassa der Jünger und wurde zum Dieb. Er kritisierte die Salbung Jesu mit teurem Nardenöl und wurde damit zum Prototypen einer heuchlerischen „Armutskritik“ an der Kirche. Im Johannesevangelium heißt es dazu:

„Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.
Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte:
Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. Jesus erwiderte: Laß sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue.
Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch“ (Joh 12,4-6).

Die Predigt von Papst Franziskus

Der Osservatore Romano gibt in seiner heutigen Ausgabe die Stelle der gestrigen morgendlichen Papst-Predigt in Santa Marta wie folgt wieder:

Es gibt noch eine weitere, tiefere Ebene, in die der Papst in seinen Überlegungen vorgedrungen ist. Er wies darauf hin, daß „der Herr gut ist, auch für diese Schafe“. Er betonte ein Wort, das wir in der Bibel finden, „ein Wort, das sagt, daß Judas sich erhängt hat, erhängt und ‚bereut'“ Und er [der Papst] kommentierte: „Ich glaube, daß der Herr dieses Wort nehmen und mit sich tragen wird, ich weiß nicht, kann sein, aber dieses Wort läßt uns zweifeln.“ Vor allem unterstrich er: „Aber was bedeutet dieses Wort? Daß bis zum Schluß die Liebe Gottes in dieser Seele arbeitete, bis zum Moment der Verzweiflung.“ Und es ist genau das, sagt er, um den Kreis seiner Überlegungen zu schließen, „die Haltung des Guten Hirten mit den verirrten Schafen.“

Das Wort, von dem der Papst hier spricht, ist „pentito“. Judas Iskariot sei „pentito“ gewesen, als er sich erhängte. „Pentito“ von „pentirsi“ (bereuen) ist im Deutschen als Partizip Perfekt „bereut“ wiederzugeben, als vollzogener Zustand. „Dieses Wort läßt uns zweifeln“, sagte Franziskus, womit im Kontext nur gemeint sein kann, daß bezweifelt werden müsse, daß Judas Iskariot verdammt ist.

„Doch weh dem Menschen“

Kapitell von Vezelay: links der erhängte Judas, rechts, laut Papst Franziskus, der Eugen Drewermann zitiert, Jesus als der Gute Hirte, der Judas im letzten Moment gerettet hat. Unsinn sagen die Kunsthistoriker, das ist ein Dämon, der Judas verschleppt hingegen ein Dämon.
Kapitell von Vezelay: links der erhängte Judas, rechts – laut Papst Franziskus, der hier Eugen Drewermann folgt – Jesus als der Gute Hirte, der Judas im letzten Moment gerettet hat. Unsinn sagen die Kunsthistoriker: Die dargestellte Figur sei ein Dämon, der Judas verschleppt.

Im Matthäusevangelium heißt es zu Judas Iskariot:

„Als nun Judas, der ihn verraten hatte, sah, dass Jesus zum Tod verurteilt war, reute ihn seine Tat. Er brachte den Hohenpriestern und den Ältesten die dreißig Silberstücke zurück und sagte: Ich habe gesündigt, ich habe euch einen unschuldigen Menschen ausgeliefert. Sie antworteten: Was geht das uns an? Das ist deine Sache. Da warf er die Silberstücke in den Tempel; dann ging er weg und erhängte sich“ (Mt 27,3-5).

Der Evangelist Markus schreibt, ohne Judas Iskariot namentlich zu nennen:

„Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre“ (Mk 14,21).

Die Kirchenväter sahen den Selbstmord des Judas als Beispiel für das Ende jener, die sich von Christus abwenden. Der Verrat des Petrus wird dem Verrat des Judas gegenübergestellt. Petrus bereute aufrichtig, kehrte um und fand die Gnade Christi, der ihn zum Oberhaupt seiner Kirche machte. Judas hingegen endete auf dem Blutacker. Sein Tod wird in der Apostelgeschichte dramatisch geschildert:

„Sein Leib barst auseinander und alle Eingeweide fielen heraus“ (Apg 1,18).

Allerlösungslehre im Gefolge Drewermanns?

Wollte Papst Franziskus sagen, daß es „bis zum Moment der Verzweiflung“ die Chance zur Umkehr gibt, weil Gottes Liebe am Werk ist? Oder wollte er  darüber hinausgehen im Sinne einer Allerlösungslehre?

Bereits in der Vergangenheit, zuletzt am 2. Oktober auf dem Rückflug von Aserbaidschan, hatte Papst Franziskus kryptische Aussagen zum Schicksal des Judas Iskariot getätigt. Er sprach über ein Kapitell in der Basilika im burgundischen Vezelay und einem „komplizenhafte Lächeln“ Jesu (siehe Das Kapitell von Vezelay: Papst Franziskus in der Schule von Eugen Drewermann?. Siehe auch Unfall 5 in Papst Franziskus macht Fehler und wiederholt sie – Eine Dokumentation)

Grundlage der päpstlichen Meinung über das Ende des Judas Iskariot scheint ein Buch des häretischen Theologen Eugen Drewermann, der 2005 aus der katholischen Kirche ausgetreten ist. Papst Franziskus scheint im Gefolge Drewermanns eine Dämonendarstellung auf dem genannten Kapitell mit Christus zu verwechseln. Eine „bedrückende Vorstellung“, so damals die traditionsverbundene Seite Messa in Latino, die umso zweifelhafter ist, wenn sie tatsächlich erfolgt, um die „unendliche Barmherzigkeit“ Gottes darzustellen.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Vezelay/ACV (Screenshots)

 

 

 

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36 Kommentare

  1. Es reute ihn der Verrat. Aber aus Verzweifung darüber nahm er sich das Leben. Dass er diesen Selbstmord ebenfalls im letzten Moment noch bereute, sagt die Hl. Schrift nicht. Wir wissen es nicht, aber auch nicht das Gegenteil mit letzter Sicherheit.

  2. 1. Wir wissen definitiv nicht, was mit Judas nach seinem Tod ist. Auch Aussagen von Dämonen in Exorzismen liefern nicht letzte Gewissheit.
    2. Die Predigten von St. Martha werden uns in Zusammenfassungen und Zitaten geliefert; ich traue dieser Art von „Überlieferung“ nicht.
    3. Mit dem Hinweis auf Drewermann wird hier suggeriert. Gibt es aber nicht auch Beispiele dafür, dass der Papst an der Existenz der Hölle festhält?
    4. Erlaubt uns Mk 14, 21 zu sagen: Judas IST in der Hölle? Wir möchten sagen: ja; aber nur Gott weiss es mit Gewissheit.

    • Nur Gott „weiß“ es mit absoluter „Gewissheit“, aber es ist eine als Argument sehr schwerwiegende Tradition, Mk 14,21 so auszulegen, dass Judas in der Hölle ist. Das ist ja jetzt auch kein einzelner Lapsus im Diskurs dieses Mannes.
      Wir haben es bei Franziskus mit einem Mann zu tun, der eine fast krankhafte Freude daran zu haben scheint, die kirchliche Tradition zu verbiegen, zu verändern und zu zerstören. Vielleicht ist das gut so, weil sich dann endlich jeder Katholik entscheiden muss, ob er den ungeschminkten Zustand der Hierarchie zur Kenntnis nehmen oder lieber weiter verleugnen will. Irgendwann muss sich eben jeder einmal entscheiden, ob er lieber dem Herrn der Kirche oder dem, was sich durch unsere Bequemlichkeit an „Anti“-Christlichen in die Kirche eingeschlichen hat, zu folgen. Und die meisten werden leider dem Verführer erliegen.

  3. Kann man nicht einfach das Christuswort fuer sich stehen lassen? Es dient auch als Abschreckung denn es Gibt auch eine drohbotschaft bei ihm!
    Er ist der Herr und nicht ein Kumpel der Theologie!

  4. Doch wir wissen es und es gibt keinen Zweifel!

    Neben der bereits zitierten Stelle im Markus-Evangelium (Mk 14,21) gibt es dazu noch eine weitere Aussage JESU, nämlich Seine ganz eindeutigen Worte bei Seinem Abschiedsgebet. „Vater, die Stunde ist gekommen … Solange ich in ihrer Mitte gewesen bin, habe ich sie, die Du mir gegeben hast, in Deinem Namen erhalten und habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verlorengegangen außer dem Sohne des Verderbens.“

    • Mit Ihrem Hinweis über das schlimme Schicksal (Verlorengehen) des Judas Iskariot in der Abschiedsrede Jesu aus dem Johannesevangelium haben Sie recht.

      Man muss solche schwerwiegenden Aussagen des Herrn ernst nehmen und beherzigen statt sie zu unterschlagen, das Evangelium umzudeuten, zu relativieren und dadurch zu verfälschen.

      Mir kommt es einmal mehr so vor, als habe dieser Papst nicht richtig und genau genug über das nachgedacht, was er hier der Christenheit verkündet.

  5. Über die eigensinnigen theologischen Gehversuche dieses alten ewigmodernen Mannes breitet man wohl besser den barmherzigen Mantel des Schweigens aus …
    Wobei ich dem Impetus, selbst dem ärgsten Sünder noch das Himmelreich zu suchen, wenn auch naiv, so doch etwas abgewinnen kann. Es hat etwas von dem Entsetzen und Zurückschrecken, ja von dem Nichtwahrhabenwollen der Kinder, wenn diese erfahren, daß jemand in die Hölle kommen kann.

    • Geehrter @ MisterX,
      Über die total verrückte Predigten von Bergoglio im domus Sta. Marta sollte nicht der Mantel des barmherzigen Schweigens gelegt werden;
      im Gegenteil, all dieser Unsinn und Häresie sollte sorgfältigst archiviert und publiziert werden, damit spätere Generationen wissen, was die Modernisten und ihre Tolerierer der Hl. Kirche angetan haben.

      Judas Iskarioth ist tot seit 1986 Jahren; er steht/stand vor dem Herrn, dem Ewigen Richter- der höchsten Instanz.
      Keiner von uns will in seinen Schuhen stehen.

      Aber am Rande bemerkt: mir ist es lieber, daß Bergoglio über Judas Unsinnigkeiten predigt (aus psychiatrischer Sicht schon typisch die falsche Chronologie: erst beging Judas Verrat, dann erhängt er sich und dann zeigte er Reue…- alsob Judas sich nach seinem Tod noch mit Aussagen gemeldet hätte) (ein Schelm, wer hier jetzt an die Wortmeldung des komatösen Apostolischen Kommissars für die Franziskaner der Immaculata P. Fidenzio Volpi ofmCap denkt, der nach schwerer Hirnblutung mit tiefem Koma und apallischer Symptomatik („ein kleines Malheur, aber schon gut auf dem Wege der Besserung…“) plötzlich via Pater Bruno verlauten ließ, daß es ihm jetzt schon viel besser ginge, daß er guter Hoffnung war, schnell wieder gesund zu werden und seine (henkerische) Arbeit wiederaufzunehmen, und daß er betete für alle seine Gegner und Feinde…“.
      Zwei Wochen später war Volpi tot.)

      Viel schlimmer waren die Worte und Gedanken, die Bergoglio für fast genau drei Jahren in Dezember 2013 der Gottesmutter Maria in den Mund resp. in dem Geist legte.
      Es wird durch ein Irre ein Amoklauf in der Hl. Kirche und wohl gegen den Glauben vorgenommen und so Viele schweigen wissend.
      Miserabel.

      • Nun, werter Adrien Antoine,
        das eine schließt das andere nicht aus.
        Nach wie vor halte ich es für unklug und ungeeignet, Franziskus zu zitieren. Dokumentation vermag den einen oder anderen Irrtum – um der Abschreckung willen – zu bewahren. Vielleicht ist dies wichtig. Wahrscheinlich sogar.
        Für meinen Teil nun, notiere ich rechte Worte – und suche solche.
        Allein vermag es die aktuelle Herrschaft auf dem Papstthron nicht recht zu richten.
        Weshalb ich nun weiter Abstinenz übe.
        Dies muß ja nicht so bleiben. Des Herrn Plan ist ebenso uneinsehbar wie die Willkür Seiner geschichtswirksamen Gnade.
        Und am Ende ist Er es allein, der gerecht zu richten vermag.
        Darauf vertraue ich.
        Also bleibe ich ohne Sorge.
        Und bete doch für die Seelen, die Ihm fern sind.
        Und sei es meine eigene.

  6. Eine bedingungslose All-Erlösung aller Menschen durch Jesus Christus?

    Das ist leider biblisch FALSCH -gerade auch im Falle des Verräters Judas:

    Der Herr selbst sagt in Lk22,22 warnend über ihn: “..weh dem Menschen, durch den er [der Menschensohn] verraten wird“ und in Mk14,21 nahezu drohend: „Für ihn [den Verräter] wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.“

    Das mögen viele gerade auch in der heutigen Zeit nicht mehr hören und wahrhaben, aber so sind uns die Worte des Herrn oder z.B. in Apg 1,16-20 die des Hl. Petrus von den Evangelisten bezeugt und zwar uns zur Warnung und Mahnung:
    Es kommt immer gerade auch auf unseren eigenen Willen zur Umkehr zu Gott an, nicht nur allein auf Gottes Barmherzigkeit.

    Ich gebe einem Studenten der Theologie durchaus darin recht, der schrieb:

    „In Jedem Scheitern des Menschen bleibt Gott gegenwärtig. Er geht nicht, er wendet sich nicht ab. Er bleibt.“

    Das ist genau der im Gleichnis des Herrn vom verlorenen abwesenden Sohn (Lk 15,11-32) nach diesem stets sehnsuchtsvoll Ausschau haltende Vater, der voller Mitleid und Erbarmen ist und ihm sogar entgegengeht, als der Sohn reumütig zum Vater zurückkehrt.

    Aber ohne diese eigene Umkehr und Reue des einzelnen Menschen ist eben die Barmherzigkeit Gottes nicht zu haben.

    Wer etwas anderes propagiert, weicht von der biblischen Botschaft ab und irrt.

    Ob somit im Fall des Judas Iskariot dessen Suizid wirklich als ein Akt der Reue und Sühne über seinen Verrat am Herrn zu werten ist oder nicht vielmehr als reine Verzweiflung ohne ein Vertrauen in die vergebende Barmherzigkeit Gottes?

    Jesu Worte über seinen Verräter sehe ich nicht als unbarmherziges Urteil sondern als quasi prophetische Aussage über Judas Schicksal – uns zur Warnung!

    Wie ganz anders dagegen die Heilszusage des Herrn an den schuldig verurteilten aber reuig seine Strafe abnehmenden mitgekreuzigten Verbrecher, der Christus dort öffentlich(!) als unschuldig verurteilt und als König des überirdischen Reiches Gottes bekennt (Lk 14,40) und ihn um sein Erbarmen für sein eigenes Schicksal bittet:

    „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein!“

    • Aber ohne diese eigene Umkehr und Reue des einzelnen Menschen ist eben die Barmherzigkeit Gottes nicht zu haben.
      Am Montag wurde das Evagelium Lukas 5,17-26 in der Messe gelesen. Über die Stelle; Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin.
      Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine Sünden sind dir vergeben.
      Unser Pfarrer sagte dann, dass diese Stelle zeige, dass Jesus sehr wohl ohne Reue und Sündenbekenntnis Sünden vergebe.

      • Ich weise auf Lk 5,20 hin:
        Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: „Deine Sünden sind dir vergeben…“
        Schon in dem vertrauensvollen Hinwenden des gelähmten Mannes und seiner Helfer zu Christus liegt doch ein Akt des Glaubens und der Reue, nicht wahr?
        Auch ohne dass es hier explizit von dem Gelähmten ausgesagt ist, scheint er mir keinesfalls gegenüber Christus etwa indifferent zu sein, sondern möchte voller Vertrauen auf (körperliche) Heilung vor ihn gebracht werden: Ein eindeutiger Glaubensakt.
        Ob er auch die Vergebung seiner Sünden von Christus erhoffte, ist nicht extra in dem Evangelium ausgesagt.
        Christus vergibt ihm und bekräftigt und beweist seine Macht zu dieser Vergebungstat für die zweifelnd umstehenden Pharisäer etc. durch das körperliche Heilungswunder.
        Ein Machtbeweis und eine Lektion für die damaligen aber auch uns heutige Menschen, das er, Christus, Sünden vergeben kann, was viel wichtiger für das ewige Heil der Menschen ist als die gelegentliche Heilung von körperlichen Gebrechen.
        Wie Ihr Pfarrer daraus absolut sicher meint schließen zu können, Christus vergebe auch ohne Reue, ist mir unverständlich.

      • Ihr Pfarrer, sehr geehrte @Suzanne, hat studiert und ist berufen, Gottes Schafe zu weiden. Er wird es besser wissen als ich, der ich nur ein Laie bin…

        Und doch: Zeigt sich in dem grenzenlosen Vertrauen, dass die Freunde des Gelähmten dazu veranlasst, sogar das Gebäude zu beschädigen, nur um ihn zu Jesus zu bringen, nicht der Wunsch nach Erlösung – von körperlichem wie von geistigem Leid? Und setzt dieser Wunsch nach Erlösung nicht die Erkenntnis des Scheiterns und die Reue über die Sünden voraus? Dieser Gelähmte und seine Freunde setzen alles in Bewegung, auch Dinge die unmöglich scheinen, nur um diese Erlösung zu finden. Sie dringen zu Jesus vor – ohne Rücksicht auf Verluste – weil sie wissen, dass er helfen kann und helfen wird!
        Das ist in meinen Augen schon etwas ganz anderes, als anzunehmen, alle würden sowieso in den Himmel kommen – unabhängig von Schuld, Reue und Sühne.

        Wenn in nun über Judas nachdenke, kann ich keinen ähnlich gearteten Versuch erkennen, zu Jesus vorzudringen. Ja, die Tat reute ihn – so steht es ausdrücklich in der Schrift – aber die Bereitschaft, dazu zu stehen und sich Gottes Urteil auszuliefern – @hicethodie beschreibt es weiter unten sehr gut – fehlt. Judas sucht Erlösung im Tod. Ich persönlich hoffe für ihn, dass er sie gefunden hat, aber ich glaube, er hat eher schlechte Karten…

        Wie gesagt, der Pfarrer wird es besser wissen. Er hat studiert und ist berufen, Gottes Schafe zu weiden. Ich bin nur ein Laie.

  7. „Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre“ (Mk 14,21).

    Das ist eindeutig, denke ich.
    Dieses auseinandernehmende Betrachten bzgl dem Schicksal Judas Iskariots, angestoßen von Papst Franziskus, bringt meiner Meinung nach nichts, schon gar nichts Neues hervor.
    Ich weiß die Quelle nicht mehr, glaube mich aber erinnern zu können, dass es eine kirchlich anerkannte Privatoffenbarung war, wo es hieß, Judas Iskariot sei am tiefsten Punkt der Hölle.
    Überlegt doch einmal, er hat den Herrn Jesus Christus verraten und dem Tod ausgeliefert. Dabei muss man das Heilsgeschichtliche ausblenden, denn die Sünde an sich(Gott dem Tod auszuliefern) könnte doch größer nicht sein. Petrus hat „lediglich“ abgestritten, Jesus zu kennen, nachdem er sah wie mit seinen Anhängern verfahren wurde. Das war nicht so folgenschwer, wie der Verrat von Judas.

    Danke an Katholisches, dass auch erwähnt wurde, dass Judas sozusagen der erste war, der den Humanismus über die Verehrung Gottes stellte.
    Das verdient m.M.n. mehr Betrachtung, als die für mich unbegreifliche Frage, ob Judas nun in der Hölle sei.

    • Privaroffenbarung
      Es war eine Vision der Hl. Maria von Agreda, die ausführlich über die Verdammung und Höllenpein des Verräters Judas berichtet.

      Aber auch beim Exorzismus von Anneliese Michel soll sich Judas aus der Hölle gemeldet haben: „Ich bin verdammt in Ewigkeit, in Ewigkeit, in Ewigkeit!“ Freilich ist der Fall Anneliese Michel nicht kirchlich anerkannt und deshalb mit Vorsicht zu betrachten.

    • So denke ich auch,
      vor Allem glaube ich nicht, das Judas wirklich reute, er war ganz modern der Ueberzeugung Jesus in die Enge zu treiben, zwingt diesen sich zu offenbaren und als den zu zeigen, der er Judas Verstaendnis nach sein sollte.
      Das ist eine ungeheuerliche Anmassung !
      Und sein Satz: „Ich habe unschuldiges Blut verraten“ kann auch so interpretiert werden, das Judas diesen Jesus nun „nur“ noch als Menschen wahrnimmt,der eben in seinen Augen gar kein Gott sein kann, weil er die Angreifer nicht vernichtet, sondern nur ein Mensch wie er Judas selbst, da er sich fuer unschuldig haelt, „darf“ Jesus das auch sein.
      Der Suizid und die angebliche Reue sind meiner Ansicht die Reaktion auf sein eigenes Scheitern, er steht da, seine Weltanschauung ist in 1000 Teile zerbrochen.
      Ein Charakterzug der „heutigen“ Theologen ist, uns die wahrhaft Heiligen zu verdunkeln und die Unheiligen (Judas, Luther, etc.) zu erhoehen.
      Schrecklich !

      • Danke für die Antworten.
        Ich war sehr irritiert über die Worte des Pfarrers, den ich schon wegen anderer Äußerungen, als sehr modernistisch einstufe.Selber war ich bisher überzeugt, dass zur Sündenvergebung die bekannten fünf „B“ gehören.
        Nur als Laie wüßte ich meinen Kinder, hätten sie es gehört, nicht überzeugend darzulegen, warum die Kirche sich zwecks Sündenvergebung nicht auf diese Stelle beruft, wo diesem Mann die Sündenvergebung ohne von außen sichtbare Reue und Bekenntnis quasi nachgeworfen wird.

      • Da haben Sie Recht. Beachtung finden fast nur mehr Personen wie Judas, Luther oder auch Bonhoeffer, der ja evangelisch war. Als gäbe es keine interessanten katholischen Heiligen, von denen man lernen könnte.

  8. Ganz unabhängig von Papst Franziskus, zu dem ich sowieso jegliches Vertrauen verloren habe, habe ich dennoch die Hoffnung, dass auch Judas noch Gnade vor dem Herrn gefunden hat, wenn vielleicht auch erst im letzten Moment seines Lebens.
    Nicht weil ich Jesu Wort anzweifle: „Für ihn wäre es beser, wenn er nie geboren wäre.“, sondern weil ich hoffe, Er könnte die Verzweiflung Judas über seine Tat, die in einen Selbstmord mündete, als Hilfeschrei aufgefasst haben.

  9. @marienkind
    Sie haben völlig Recht.
    Dieses stete „Zweifeln“ an einer von unserem Herrn und Gott Jesus Christus geoffenbarten Wahrheit wird zu einer wahren Seuche.
    Neben der von Ihnen zitierten Worte Christi über das Verlorengehen (!) des Sohnes des Verderbens ist auch folgende Stelle aus dem hl. Evangelium nach Johannes eindeutig:

    Joh 6,70
    Jesus erwiderte:
    Habe ich nicht euch, die Zwölf, erwählt?
    Und doch ist einer von euch ein Teufel.
    Joh 6,71
    Er sprach von Judas, dem Sohn des Simon Iskariot;
    denn dieser sollte ihn verraten: einer der Zwölf.

    • und dennoch hat die Kirche NIE jemanden – endgültig! – verdammt, wohl aber eine riesengroße Zahl heilig gesprochen, die damit – endgültig! – in der Gemeinschaft mit Gott wohnen.

      • Das muss und kann sie auch nicht, die Kirche – jemanden endgültig verdammen. Das macht der liebe Gott schon selbst, der ja als einziger in die Herzen der Menschen sieht.
        Jemanden heilig sprechen, kann die Kirche dagegen schon. Nach menschlichem Ermessen sind manche Menschen – vorausgesetzt alle Untersuchungen werden sorgfältig, gewissenhaft, gründlich, unvoreingenommen und vor allem ohne ein politisches Exempel statuieren zu wollen durchgeführt – heilig, das heißt in der Anschauung Gottes. Diese Heiligen dienen uns als Vorbild und Fürbitter.
        Aauch hier vertrete ich persönlich im Übrigen die Auffassung, dass der liebe Gott auch dieses Urteil selbst fällen wird – unabhängig vom „Vorurteil“ der Menschen. Denn auch hier gilt: Er sieht in die Herzen der Menschen…

  10. Danke, Kassandro, für Ihre tiefen Gedanken. Aber Sie sagen es ja selbst: der mitgekreuzigte Verbrecher nahm reuig seine Strafe an und war sich seiner Unwürdigkeit zutiefst bewusst.

    Niemals aber kann ein Suzid Ausdruck von Reue sein, er ist vielmehr ein erneuter Ausdruck egoistischen Stolzes: ich habe einen unentschuldbaren Fehler getan, also beende ich mein wertloses Leben, weil ich mich nicht mehr ertragen kann. Suizid ist – nicht generell – aber gerade und besonders im Falle des Judas – eine Selbstermächtigung, eine Form von Selbsterlösung, die eben nicht das Heil von Gott erwartet und Gott als Richter anerkennt. Daher ist seine Reue nicht vollkommen, sondern sie bleibt im gottfernen Egoismus stecken. Judas starb nicht als ein Erlöster, der sich im Bewusstsein seiner schweren Schuld Gott ganz übereignet und sein Urteil annahm und die Konsequenzen seines Handelns ertrug. Hätte er dies vermocht, er hätte zweifelsohne wie der Schächer am Kreuz Erlösung finden können.

  11. Es ist Tatsache,die Loge feiert u.a. am Gründonnerstag Judas!!
    Judas hatte nur eine irdische Reue, denn er glaubte nicht an den Erlöser von Schuld und Sünde. Jesus war für ihn nicht der Sohn Gottes. Petrus hingegen war ja vom Vater erleuchtet worden und konnte bekennen: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Seine Reue kam aus seiner liebenden Seele und so konnte er Verzeihung erlangen.

  12. Ich lese das Schicksal des Judas Iskariot, der übrigens „nur“ ein von Jesus Christus berufener Jünger aber KEIN APOSTEL (=Zeuge der Auferstehung!) war, vornehmlich als warnendes Lehrbeispiel für uns alle – angefangen vom Papst bis hin zum geringsten Glaubensgeschwister:
    Sein Verrat des Herrn wiegt wiegt umso schwerer, da er doch die ganze Zeit Christus selbst, sein Beispiel, seine Lehren und Gleichnisse und seine Wundertaten, die Christus als Gottes Sohn selbst heute noch eindrucksvoll bezeugen, quasi im innersten Jüngerkreis und direkt vom Herrn vor Augen gestellt bekam! Einen authentischeren und glaubhafteren Lehrer als den Herrn selbst gibt es nicht! Aber es gibt eben auch den freien Willen des Menschen, den Gott und eben auch Christus achtet und respektiert – selbst wenn er dazu dient, an Gott zu zweifeln und sich von ihm abzuwenden. Das hat Judas Iskariot getan und letztendlich Jesus Christus, den Sohn Gottes, verraten und dessen Feinden ausgeliefert.
    Sein Verrat des Herrn ist für mich dabei nur der Gipfelpunkt einer wahrscheinlich schon lange vorher bei ihm eingesetzt habenden negativen Entwicklung, in deren Verlauf er zumindest manche Lehrworte und Taten Christi angezweifelt und sogar verachtet haben dürfte.
    Ich halte kriminal-psychologisch einen Verrat des Judas am Herrn quasi plötzlich und spontan ohne einen vorausgegangenen langen inneren Entfremdungs- und Abwendungsprozess für äußerst unwahrscheinlich. Auch scheint Judas Iskariot zumindest die anderen Jüngern die ganze Zeit über seine wahren Ansichten getäuscht und sich getarnt zu haben ähnlich wie ein Agent oder Spion.
    Der Herr hat ihn längst durchschaut und warnt ihn mit seinen Lehren und Gleichnissen immer wieder; eine wiederholte Einladung zur Umkehr, die aber offensichtlich nicht ergriffen sondern ausgeschlagen wird.

    DAS ist die Schuld des Judas Iskariot, nicht etwa nur eine einzige kurzschlussartige Fehlhandlung des Verrats am Ende dieser verbrecherischen Laufbahn.

    Ja, Judas wird offenbar nach dem Matthäusevangelium noch gnadenhaft die Erkenntnis in die Falschheit seines Handelns geschenkt; ihn reut sein Verrat (Mt27,3-10).
    Anders als Christus es ihn aber gelehrt hat (z.B. im Gleichnis vom verlorenen Sohn, der zum hintergangenen und betrogenen Vater umkehrt), sucht der Verräter Judas eben nicht bei Gott oder beim Herrn selbst oder bei seinen Mitjüngern Vergebung und Entschuldigung sondern eben bei den Hohenpriestern und den Ältesten – den Gegnern Christi.
    Vielleicht möchte er sie sogar zur Korrektur ihres Tun bringen – aber natürlich erfolglos: „Was geht das uns an? Sieh du zu, wie du klarkommst.“ kriegt er von ihnen zur Antwort.
    Jetzt verzweifelt er, wirft seinen Verräter Lohn in den Tempel quasi als ein Opfer. Aber ein sinnloses Opfer, das von den Hohenpriestern nicht für Gott angenommen wird sondern für den Kauf eines Fremdenfriedhofs in Jerusalem verwendet wird.
    Judas geht aber nach dieser Abfuhr durch die Hohenpriester in seiner Verzweiflung wieder nicht vor Gott oder unter die Augen Jesu oder zu den Mitjüngern sondern er nimmt sich das Leben.
    Eben nicht wie es im Gleichnis vom verlorenen Sohn ihm als Weg vom Herrn aufgezeigt wurde:
    Der verlorenecSohn begeht eben keinen Suizid, als er sein verpflichtet Leben erkennt und er getaucht nicht den Leuten Descartes Landes, um für sich Gnaden zu erbitten. Nein, er macht sich auf zu seinem Vater, bereit, die logisch gerechte Konsequenz dort auf sich zu nehmen und dort als Tagelöhner zu arbeiten. Stattdessen wird er als Sohn erkannt und angenommen und für ihn ein Fest gefeiert.
    Aber Judas Iskariot glaubt offensichtlich nicht an solch eine unverdiente Barmherzigkeit und bringt sich um…

    • Korrektur.
      Der folgende Satz enthält falsche Schreibweisen:

      „Der verlorenecSohn begeht eben keinen Suizid, als er sein verpflichtet Leben erkennt und er getaucht nicht den Leuten Descartes Landes, um für sich Gnaden zu erbitten.“

      Korrekt sollte es heißen:
      „Der verlorene Sohn begeht eben keinen Suizid, als er sein verpfuschtes Leben erkennt und er geht auch nicht den Leuten des fremden Landes, um für sich Gnaden zu erbitten.“

      Ich bitte um Entschuldigung für meine fehlerhafte ursprüngliche Übermittlung.

      • Na, lieber Glaubensbruder, warum denn so spitz?
        Nach dem Bibellexikon von Stubhan bedeutet „Apostel“ Bote, Gesandter, Vertreter [Jesu Christi].
        Das trifft doch i.e.S. nur auf die Jünger Jesu zu, die eben auch Zeugen Seiner Auferstehung und Himmelfahrt waren und vor letzterer Seinen Aussendungsbefehl zur Verkündigung des Evangeliums erhielten. Sie waren dann auch an Pfingsten gemeinsam versammelt, als der Hl. Geist auf sie niederkam. Zu Ihnen tritt etwas später noch Paulus, der ebenfalls diesen Titel erhält und auf ihn persönlich großen Wert legt.
        Judas Iskariot gehörte zwar zum engsten Jüngerkreis der Zwölf, verwirkt aber durch seinen Abfall und Verrat und Selbstmord die Berufung zum Apostelamt – für ihn wird ja dann Matthias durch Los erwählt.
        Die heilige katholische und APOSTOLISCHE Kirche leitet sich von Jesus Christus und von den von Ihm persönlich zur Verkündigung und Mission ausgesandten APOSTELN [einschl. Paulus] ab.
        Judas Iskariot gehört NICHT zu diesen.
        Oder würden Sie wirklich sagen, dass sich die Kirche auch von ihm herleitet?

      • Kassandro. Aber Judas war unter den 12 Jüngern, die ausgesandt wurden um Kranke zu heilen, Tote aufzuwecken, Aussätzige rein zu machen und Dämonen auszutreiben. Und um die Botschaft zu verkünden: Das Himmelreich ist nahe.

        Das steht in Matthäus 10,5-15.

        Somit wurde auch Judas ausgesandt.

    • Judas ist wirkllich eine tragische Figur, an der sich in erschreckender Weise das ganze Geheimnis der Bosheit auftut: Ein von Jesus Auserwählter und in den engsten Jüngerkreis Berufener, wird zum Verräter. An seinem Beispiel wird deutlich, dass Auserwählung und Verrat sich nicht gegenseitig ausschlie0en, sondern eng zusammengehen können – durch die gesamte Geschichte hindurch – bis in unsere Zeit. Judasse gab es und wird es immer geben!

      • @dhmg
        Stimmt, in Mt10 werden sie ALLE einschl. Judas Iskariot als Apostel bezeichnet.
        Insofern haben Sie und @Petrus recht.
        Danke für Ihren Hinweis, @dhmg.
        Allerdings hat Judas Iskariot durch seine in seinem Verrat gipfelnde Falschheit offenbar seine Berufung zum Apostel verwirkt.
        Auf ihn gründet sich die heilige katholische und apostolische Kirche nicht.

  13. @Suzanne
    Ich hab nochmal über die Äußerungen Ihres Pfarrers nachgedacht:
    Vielleicht wollte er mit seiner Polemik gegen die Ohrenbeichte vorgehen, die ja z.B. bei unseren evangelischen Glaubensgeschwistern nicht üblich ist. M.W. wendet sich der sündige evangelische Christ bzgl. Vergebung direkt an Gott – Jesus Christus. Und erfährt m.E. von Ihm Vergebung.
    Dem ist allerdings entgegen zu halten, dass der Herr nach seiner Auferstehung den Aposteln und damit auch den von ihnen abgeleiteten Nachfolgern, den geweihten Priestern, die Vollmacht zur Sündenvergebung bzw. eben auch der Nichtvergebung übertragen hat.
    Aber die Hinwendung zu Gott, der Glaube an Seine (des Herrn) Sündenvergebung und m.E. auch die Reue braucht es schon…

    • @ Kassandro
      Oder besagter Priester rechtfertigt mit dieser Aussage seine Angewohnheit, nach Abhaltung einer Bußandacht die Generalabsolution zu erteilen; er stünde dasmit nicht allein.

    • Deshalb füllen auch die evangelischen Brüder, frei nach C.G.Jung, die Sprechzimmer der Psychotherapeuten. Jung hat praktizierende Katholiken zur Beichte geschickt und die Behandlung abgelehnt.

      • Die heilige persönliche Beichte ist aber keine psychotherapeutische Heilmethode sondern das Sakrament (=Gnadengeschenk) der Sündenvergebung.
        Mittlerweile ist sie ja leider auch selbst unter sonst praktizierenden Katholiken eher selten geworden, ohne dass diese Menschen deshalb nun öfter als früher in psychotherapeutische Behandlung müssen.
        Ich wäre vorsichtig beurteilen zu mögen, ob Protestanten öfter psychotherapeutische Behandlung brauchen als praktizierende Katholiken.
        Das kann leicht zu einem falschen und m.E. unangebrachten Gefühl einer stolzen Überlegenheit gegenüber anderen Konfessionen führen.
        Ich kenne jedenfalls gläubige evangelische Christen, die psychisch völlig ok sind und mit denen ich mich in gegenseitigem Respekt auf Augenhöhe gut über den Glauben austauschen kann, ohne dass ich mich und meine katholische Konfession verbiegen oder gar verleugnen müsste.

  14. @ Kassandro, vielen Dank für Ihren Beitrag von 15:15 zum Thema und Problem Judas. Sie haben dies Thema des Verrates an unserm Herrn, Jesus Christus, nicht nur sehr eingehend sondern auch verständlich dargelegt. Dieses Problem hat Allgemeingültigkeit und betrifft vermutlich uns alle. Es gilt zum Vater zurückzukehren und Ihn um Verzeihung zu bitten.

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