Kardinal Burke „Wenn ein Papst eine Häresie ausspricht, hört er faktisch auf, ein Papst zu sein“

Kardinal Burke über die Möglichkeit eines häretischen Papstes
Kardinal Burke über die Möglichkeit eines häretischen Papstes

„Wenn ein Papst eine Häresie aussprechen sollte, würde er faktisch aufhören, ein Papst zu sein; die Kardinäle könnten sich dazu äußern, und es würde eine Sedisvakanz beginnen bis zur Wahl eines neuen Papstes – wie vor jedem Konklave.“

Kardinal Raymond Leo Burke in einem Interview mit LifeSiteNews vom 21. Dezember 2016, wobei der Kardinal präzisierte, daß es sich um eine generelle Feststellung halte ohne konkreten Bezug.

Katholisches wird immer für den Leser kostenlos bleiben. Damit das Magazin Tag für Tag mit neuen Artikel weiterhin erscheinen kann sind Zuwendungen notwendig: Unterstützen Sie bitte Katholisches mit einer Spende.
Zuwendungsübersicht

ANZEIGE

FalkMedien liefert jedes Buch! - Recherche mit dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher.


FalkMedien liefert jedes neue Buch versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert.

Kostenfreie Hotline: 0800-2824325 / Mo. - Fr.: 8-16:30 Uhr

HIER KÖNNEN SIE WERBEN »
Print Friendly, PDF & Email

28 Kommentare

  1. 50 Jahre liessen wir Katholiken es zu, den wahren Glauben durch den Dreck ziehen zu lassen und dafür die Hierarchie einzuspannen. Dieser Papst war sicher gottgewollt, damit der Frevel an heiligen Stätten und am wahren Glauben ans Licht kommt. Eine Glaubensunterweisung angefangen beim Papst und unserer Mitbrüder, die auf die eine Taufe Getauften ist das Gebot der Stunde.

  2. Ein bekanntes Problem, das (leider) in „Pastor Æternus“ nicht behandelt wird und zu dem es bis heute keine offizielle lehramtliche Stellungnahme gibt, sondern nur Meinungen von Kirchenrechtlern.
    Zu unterscheiden wäre „materielle Häresie“ und „formelle Häresie“. „Materielle Häresie“ meint die Verkündigung (schriftlich oder mündlich) einer Häresie, ohne dies auch zu wollen (z. B. aus Nichtwissen), während bei einer „formellen Häresie“ das volle Wissen vorliegt („Obwohl das Konzil von Trient gesagt hat, dass…, sage ich euch aber…“). Eine formelle Häresie ist bis jetzt noch nie vorgekommen, materielle Häresien hingegen schon etliche Male (und zwar schon im 4. Jahrhundert).
    Sollte so etwas passieren (was ich weder glaube noch hoffe), dann können die Kardinäle dies aber höchstens dem Hl. Vater sagen und ihn zum Rücktritt auffordern, ihn aber nicht absetzen.
    Auf jeden Fall muss diese Problematik eines Tages geklärt werden, wie manch andere Dinge.

  3. Herr Kardinal Burke hat keinen Grund, sich wegen der Dubia zu rechtfertigen, finde ich.
    Es wäre wichtig m.Er., daß die 4 Kardinäle zusammenhalten und gemeinsam den Weg zu einer Korrektur gehen, falls es in den kommenden Wochen nicht noch ein inhaltlich klärendes Wort von Papst Franziskus zu AL gibt. Und wenn nicht: ob es vom möglichen Zeitplan dabei bleibt, wie von Kardinal Burke angedeutet, ist fraglich. Und inhaltlich laufen die Kardinäle gegen eine Gummiwand wie es aussieht.
    Die Korrektur muß nach meiner Meinung insbesondere auch von außerhalb der hohen Geistlichkeit kommen: von den Laien mit Gottes Gnade.

  4. Das ein Papst eine Häresie verkündet und ex cathedra spricht ist gemäss WB Athanasius Schneider nicht möglich, dass er eine Häresie glaubt schon, aber er bleibt IMMER PAPST, AUSSER GOTT kann ihn niemand absetzen oder er tritt zurück! Papst Franziskus ist rechtmässig gewählt, wir müssen ihm in seinem regieren Gehorsam leisten jedoch nicht in der Häresie. Hier müssen wir das demütig annehmen und beten, dass bringt mehr als in die Medien zu gehen.

    • Natürlich kann ein Papst eine Häresie aussprechen, verkünden ex cathedra, lehramtlich, das ist eine andere Sache, Kardinal Burke als einst oberster Richter wird wohl wissen was er sagt. Der Papst bleibt dann sicher Verwalter der Kirche ist aber in der Lehre Christi, also faktisch nicht mehr Papst bis zum nächsten Konklave. Was hätte dann wohl die Möglichkeit der Sedisvakanz für einen Sinn? Beten wir, dass der Papst sich bekehrt.

  5. Es ist großartig, dass Kardinal Burke sich nicht einschüchtern lässt. Es ist großartig, dass er zum Sprachrohr derer wird, die die Vorgänge in Rom schon lange mit Sorge verfolgen. Und es ist großartig, dass die Öffentlichkeit nun mehr und mehr über die Vorgänge im Vatikan informiert wird. Nur auf diese Weise kann eine offene Auseinandersetzung geführt werden, nur auf diese Weise wird verhindert, dass hier weiter getrickst und „gekaspert“ wird.

  6. Vielen Dank an Kardinal Burke für seine klare Aussage, der nichts hinzuzufügen ist, außer der Feststellung dass wir unter mehreren Irrlehrern und falschen Propheten an der Spitze der Kirchenhierachie leiden…..
    Komm Herr Jesus, komme bald…

  7. Die Worte von Kardinal Burke sind bedenkenswert. Doch welche Instanz sollte befinden, was Häresie ist, und was nicht?
    In unseren Zeiten droht die Kirche von außen weggefegt zu werden, ob häretisch oder rechtgläubig. Da scheint es schon besonnener, die Lösung heikler dogmatischer Fragen aufzuschieben und sich um einen Hirten zu scharen.

    • „In unseren Zeiten droht die Kirche von außen weggefegt zu werden…“
      Hat nicht Papst Paul VI. gesagt, daß der Rauch Satans „in die Kirche“ eingedrungen ist?

      „Da scheint es schon besonnener … sich um einen Hirten zu scharen“.
      Und wenn dieser Hirte in das Feuer geworfen wird, weil er keine guten Früchte bringt, dann gnade Ihnen Gott! (Matt.7,15ff)

  8. Hoffentlich erkennen die Kardinäle und sonstigen kirchlichen Würdenträger, dass es eine Häresie IST, wenn sie passiert. Es gibt nämlich einen beträchtlichen Teil an Gottgeweihten, der das nicht mehr erkennen kann oder will.

  9. GÖTTLICHE WILLE. Mir scheint das hier einige lieber ihren Willen als den Willen Gottes walten lassen. Sicherlich hätte auch ich gern einen Papst wie JPII oder einen Benedikt der Klartext redet, aber der Wille Gottes war es, dass wir Papst Franziskus haben! Wer sind wir das wir den Willen Gottes anzweifeln? Die Wahrheit bekennen ja, aber jetzt teils schon fast wie Martin Luther handeln hat nichts mit Demut zu tun. Ich erinnere an das Beispiel: Heiliger Padre Pio und Msgr. Lefebvre. Padre Pio war demütig gehorsam und wurde zu einem der grössten Heiligen und Lefebvre hat seine Bruderschaft von der Kirche abgespalten. Welchen Weg wollt ihr gehen? ich für mich IMMER den Weg des Heiligen Pio, es gibt keinen besseren!

    • Lieber @ Laus Deo,
      es gibt einen gewichtigen Unterschied zwischen dem Willen und der Zulassung Gottes! Nicht jedermann ist es gegeben, diese feine Unterscheidung zu erkennen und vorzunehmen. Dazu braucht es den Geist der Unterscheidung der Geister, der aber ist dem Konzilsgeist diametral entgegengesetzt!

    • @ Laus Deo
      Herzlichen Dank für Ihren Beitrag!
      Auch wenn Sie bekennen, dass sie lieber einen Johannes Paul oder Benedikt hätten, akzeptieren Sie es als Wille Gottes, dass Franziskus unser Papst ist.

      Ich persönlich habe es leichter, weil mir schon „Evangelii gaudium“ Freude bereitet hat. Nicht verstehen kann ich, warum die 4 Kardinäle das Schreiben „Amoris laetitia“ auf eine Frage reduzieren wollen: Können Geschieden-Wiederverheiratete in bestimmten Fällen zur Kommunion zugelassen werden?
      Ich habe zwar keine theologische Bildung, aber ich glaube, dass der Papst in diesem Punkt das vertritt, was ohnehin in vielen Pfarren praktiziert wird, und er hat den Priestern, die mit dieser Frage konfrontiert werden, den Rücken gestärkt: Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern es sind die Lebensumstände der Menschen zu berücksichtigen.
      Der Unterschied zur bisherigen Praxis ist nur, dass es der Papst gesagt und vorsichtig auch schriftlich formuliert hat und die Priester damit nicht allein sind, wenn ein konkreter Mensch zu ihnen kommt.

      • @Klaffer
        Ein Papst darf nicht einfach machen, was er für richtig hält. Es ist nicht seine sondern Christi Kirche, der er vorsteht.
        Er ist daher an Gottes Wort gebunden, wie es uns in der Bibel überliefert ist. Christus sagte, dass Seine Worte Bestand haben über den Bestand von Himmel und Erde hinaus.
        Christus hat sich klar und unmissverständlich zu Scheidung, Wiederheirat und Ehebruch geäußert.

      • Entscheidend z.B. in den Fragen von Scheidung und Wiederheirat sind die Worte Christi selbst!

        Sie sind uns in den Evangelien der Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas eindeutig und unmissverständlich überliefert, und 2000 Jahre lang hat sich zumindest die katholische Kirche daran gebunden gefühlt. 

        Wer daher als Christ sein Gewissen schulen will, muss allein an diesen Herrenworten Maß nehmen; an sonst nichts!

        Ich gebe hier die Bibelstellen zum Nachlesen und eigenem Reflektieren an.

        Es sind:
        Mt19,3-9; Mk10,11-12 und Lk16,18. 

        Die Worte des Herrn sind darin bzgl. Scheidung und Wiederverheiratung unmissverständlich!

        Der einzig mögliche und auch vor Gott Bestand habende Weg ist die sog. Eheanullierung – also die Feststellung, dass im betr. Fall gar keine kirchlich gültige Ehe vorlag – durch die vom Herrn selbst verliehene Lösegewalt der Kirche.

        Ansonsten dürfte in den betr. Fällen leider Ehebruch im christlich-biblischen Sinn vorliegen, und die Betreffenden sind dereinst einzig der Gnade und Barmherzigkeit Gottes unterworfen.

        Wenn der Papst eine legitime Möglichkeit sieht, wiederverheiratete Geschiedene z.B. ohne Annullierung der ersten Ehe bzw. ohne irgendwelche Auflagen in der zweiten Partnerschaft zur vollen Sakramentengemeinschaft zuzulassen, so müsste er das – maßnehmend an Gottes Wort – klar und für jeden Christen verständlich begründen.

  10. @ Werter Laus Deo!
    Papst Benedikt XVI. hat im Herbst 2010 an Bord der „Città di Fiumincino“ auf dem Weg nach Edinburgh auf die Frage von Paul Badde (Vatikan-Magazin), ob die Kirche nicht dringend zusehen müsse, wie sie wieder anziehender gemacht werden könne mit „Nein“ geantwortet und gesagt: „Wer fragt, wie die Kirche attraktiver gemacht werden kann, hat den Weg verloren und sich schon mit der Frage verirrt. Die Kirche verkauft nichts, am wenigsten sich selbst, sondern ihr ist eine Nachricht anvertraut, die sie unverkürzt weitergeben muss“.

    Paul Padde hatte sich mit seiner Frage auf die eben unter jesuitischer Regie in Fulda zustande gekommenen Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz bezogen, deren modernistische Reformziele Kardinal Karl Lehmann zu Konferenzende in aller Offenheit zusammengefasst hatte: das Diakonat der Frau, die Neubewertung der Empfängnisverhütung, die Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt, die Neuordnung der Stellung der geschiedenen Wiederverheirateten und deren Zulassung zum Sakramentenempfang, sowie die Zulassung nichtkatholischer Christen zur Eucharistie (Kath.net Wir sind alles“ v. 30.09.2010).

    Seitdem suggerierten die Modernisten unter den deutschen Bischöfen unter dem Beifall des ZdK und der Berufs- und Basislaien und der entsprechenden Medien der kirchlichen Öffentlichkeit einen katholischen Reformstau und leiteten bekanntlich den Dialogprozess über die beschlossenen Reformen ein. Dabei ging es nicht um den Glauben. Das von Papst Benedikt für das 50. Jahr des Konzilsjubiläums ausgerufene Jahr des Glaubens 2012 und sein Aufruf zur Neuevangelisation wurden vom deutschen Klerus weitgehend ignoriert. Der SPIEGEL beklagte demgemäß, dass Papst Benedikt XVI. zum Konzilsjubiläum “statt der Fortsetzung von Reformen in der katholischen Kirche” “nur eine Bischofssynode zur ‘Neuevangelisierung’” einberufen habe (Ratzingers Abkehr vom Rebellentum, SPON vom 11. Oktober 2012).
    Mit dem Pontifikat von Papst Franziskus rückte das Ziel der Umsetzung des „Geistes des Konzils“ zur Freude der Progressiven wieder näher. In einem Gespräch mit dem brasilianischen TV-Sender Globo in Rio hat Papst Franziskus gleich zu Beginn gesagt, das Konzil inspiriere die Kirche weiterhin. Die Umsetzung eines Konzils benötige für gewöhnlich 100 Jahre. „Wir haben gerade einmal die Hälfte dieser Zeitspanne hinsichtlich Vatikanum II herumgebracht“. Er war also auf seine Aufgabe vorbereitet – nicht zuletzt durch Kardinal Kaspers Buch über seine Barmherzigkeitstheologie, das 2012 zuerst in spanischer Sprache erschienen war und die seither das neue Pontifikat bestimmt. Ob es der Wille Gottes ist, dass sein geoffenbartes Wort zugunsten eines innerweltlichen „Erbarmens“ gebeugt wird, sei dahingestellt. Tatsache ist dass der Begriff „Barmherzigkeit“ im Neuen Testament nicht vorkommt.

    • Verehrter @Sophus, bzgl. Ihrer letzten Aussage, der Begriff „Barmherzigkeit“ komme im Neuen Testament nicht vor, muss ich Sie leider widerlegen.
      Ich führe hier die betr. Bibelstellen anhand einer mir gerade zur Hand stehenden Wortkonkordanz zur Lutherbibel von 1984 auf:
      Mt 5,7 9,13 23,23
      Lk 1,50 1,78 6,36 10,37
      Röm 9,23 11,30 12,1 12,8 15,9
      1Kor 7,25
      2Kor 1,3 4,1
      Gal 6,16
      Eph 2,4
      Phl 2,1
      1Ti 1,2
      Tit 3,5
      1Pt 1,3
      Heb 2,17 4,16
      Jud 2
      Jak 2,13 3,17 5,11

      Das sind über 25 Stellen zumindest in dieser Bibelübersetzung.

    • Hm… Ich ersuche doch höflich nach einer präzisen, etymologischen Abgrenzung zwischen „Barmherzigkeit“ und „Erbarmen“; besagte Abgrenzung müßte ja jedenfalls geradezu fundamental und diametral ausfallen. Ansonsten, ich erbitte Nachsicht, dürfte es sich doch eher um solcherart berühmte „Wörtlklauberei“ handeln. Ein ähnliches Phänomen an frequenter Haarspalterei: Jene Bibelstelle aus der Bergpredigt Jesu Christi – ob sie nun mit „Selig sind die geistig Armen.“ oder mit „Selig sind die am Geiste Armen.“ übersetzt werden sollte. Beide Versionen gibt das lateinische „Beati pauperes spíritu.“ selbstverständlich her. Es existieren im übrigen ja viele Termini mit nahezu identischer, annähernd synonymer Bedeutung, wie z.B. die beiden Verben „anfangen“ und „beginnen“. Wo läge da der große, will sagen definitive Unterschied?
      Ich habe gerade zwei neutestamentliche Übersetzungen vor mir liegen: Die eine von A.D. 1915 aus der Hand S.E. Bischofs Paul Wilhelm von Keppler, die andere A.D. 1830 bis 1834 aus der Feder Joseph Franz von Alliolis. Allein schon unter Matthäus 5; Vers 8 in der Bergpredigt Jesu Christi steht bei beiden: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ Nur noch zwei weitere Beispiele: Der „barmherzige Samariter“, wie auch der Heilige Martin wurden und werden bis dato als „barmherzig“ benannt und charakterisiert; eine weitere Suche sei mir dessenthalben bitte erspart.
      Von Relevanz für die Heilige Katholische Kirche sind übrigens weder die „feministische“ Übersetzung, die groteske, absolute Antipode zu allem, was die Biblische Frohbotschaft beinhaltet, noch irgendeine der postkonziliaren, will sagen vor allem „ökumenischen“ Imprimatur-Übersetzungen, oder die Übersetzung aus der Hand Martin Luther, der ja schon allein die Wandlungsworte mit Absicht falsch übersetzt hatte. Daraufhin angesprochen, respektive kritisiert, entgegnete er zornig: „Sic volo, sic iúbeo, et sit voluntas mea pro ratione!“ – zu deutsch: „So will ich es, so befehle ich es, und mein Wille geschehe anstelle der Vernunft!“ Nun ja…
      Ich wünsche Gesegnete und gnadenreiche Weihnachten.

      In Cristo per Mariam +

      Carlosmiguel

  11. Werter @Kassandro!
    Unter den von Ihnen aufgelisteten Bibelstellen beziehen sich 21 auf das griech. Wort éleos, das in der wörtlich sehr genauen Konkordanz zum Münchener Neuen Testament von 1998 nicht mit „Barmherzigkeit“, sondern zutreffend mit dem innerweltlichen Begriff „Erbarmen“ übersetzt wird. Auch das als Substantiv (Röm 12,1; 2Kor 1,3) 2x gebrauchte griech.Wort oiktirmós wird nicht mit „Barmherzigkeit“ sondern mit „Erbarmungen“ (Gottes) übersetzt, was sich auf Gottes Handeln, nicht aber auf eine allgemeine göttliche Eigenschaft (wie etwa „Gerechtigkeit“) bezieht. Lediglich das zweimalige Adjektiv oiktrímon wird in der besagten Konkordanz mit „barmherzig“wiedergegeben(Lk. 6,36: Werdert barmherzig, gleichwie (auch) euer Vater barmherzig ist sowie Jak 5,11:… dass er erbarmungsvoll ist der Herr und barmherzig. Daher will ich an dem von Ihnen monierten Satz festhalten: Tatsache ist dass der Begriff „Barmherzigkeit“ im Neuen Testament nicht vorkommt. Damit sollte das Abstraktum „Barmherzigkeit“ angesprochen sein, auf dessen Verabsolutierung offensichtlich Kardinal Kaspers „Barmherzigkeitstheologie“ beruht, der sich Papst Franziskus angeschlossen hat – unter Hintanstellung der Worte Jesu zum Wortfeld Gerechtigkeit/gerecht (dikaiosýne/díkaios). Aber ein Dankeschön für Ihre Wortmeldung! Segensreiche Weihnachten!

  12. Sorry, @Sophus, aber das erscheint mir jetzt doch haarspalterische Wortklauberei, hier zwischen Barmherzigkeit und Erbarmen unterscheiden zu wollen.
    Ich jedenfalls kann und mag dieser Argumentation nicht folgen.
    Ich bin auch weder des Altgriechischen noch etwa des Hebräischen kundig, hatte nur das sog. kleine Latinum. Aber um die Bibel – Gottes Wort – verstehen zu können, sind derartige Sprachkenntnisse für den normalen Laienchristen auch nicht nötig.
    Wozu haben wir denn wohl z.B. hier in Deutschland die von der Kirche jeweils überwachten und approbierten Übersetzungen in die Landessprache, die wir hier sprechen und verstehen?
    So kann ich als katholischer Laie eben auch Gottes Wort hören und verstehen, wenn es mir im Gottesdienst vorgelesen wird und so kann ich auch die Bibel verstehen.
    Gott ist nicht nur ein Gott der Theologen, der Schriftgelehrten, sondern – das ist meine feste Überzeugung, von der ich keine Deut abweichen – Er erschließt und offenbart sich JEDEM Menschen, der aufrichtig nach Ihm sucht, sich ehrlichen Herzens zu Ihm hinwendet und an Gottes Wort festhält. Sonst wäre ER nicht der unendliche und unbegreifliche Gott!
    @Pia, ich habe die Wortkonkordanz zur Lutherbibel benutzt, Sie können ja meinetwegen jede der angeführten Bibelstellen in der im kath. Gottesdienst verwendeten Einheitsübersetzung oder einer anderen Ihnen genehmen „katholischen“ Bibelübersetzung überprüfen.
    Ich besitze – zu Ihrer Beruhigung – auch eine sündteure Wortkonkordanz zur Einheitsübersetzung, aber die o.gen. sehr handliche Wortkonkordanz war halt gerade zur Hand.
    Für mich ist übrigens die Lutherübersetzung der Bibel nicht gleich per se Teufelszeug. Ich bevorzuge allerdings die bisher gültige Einheitsübersetzung.

  13. Sehr geehrter @Kassandro, @Sophus, @VCarlosmaiguel,

    @Sophus hat hier total recht.
    In der Bibel wird das Wort „Barmherzigkeit“ NICHT als eoine primäre oder wichtige Eigenschaft Gottes genannt (das übrigens im Gegensatz zu dem Koran, wo Allah vom Anfang bis zum Ende als „der Alleserbarmer“ genannt wird- dies am Rande gesagt).
    Eleos (übrigens von Homerus bis in die klassische Zeiten und profan fast immer männlich(auch als Person) beschlägt in dem sehr ausführlichem griech.-franz. Wörterbuch Le Grand Bailly nur ein paar Zeilen: wenig wichtig bei den alten Griechen.
    Das „Wörterbuch zum Neuen Testament“ v. Walter Bauer (De Gruyter) beschreibt es dagegen sehr ausführlich (fast alle Bibelstellen v. @Kassandro stehen dort vermeldet):
    äusserst lesenswert(Ausg. 1988, S.504-505)!
    Kurz zusammengefaßt:
    „…das Mitleid, das Erbarmen, die Barmherzigkeit;
    …1. Von Menschen gg. Menschen: etwas Gutes tun, Barmherzigkeit üben, Almosen geben
    …2. Von Gott gg. Menschen
    a. Allgemein ( u.a. als Grußbotschaft, neben eirene…)
    b. das v. Gott in Christus den Menschen erwiesene Erbarmen
    …3. von Christus gg. Menschen (hier in zusammenhang mit dem Titel Kyrios: „der Herr“)

    Im Augenblick etwas in Zeitdruck, möchte ich vielleicht später hierauf zurückkommen.
    Nur: in der Antike war „miser“, elendig, miserabel, keine schöne Tugend;
    das Barmherzige ist das Verschonen vom Leben eines unwürdigen Wurmes, das „gedogen“, am Leben lassen eines besiegten und danieder in dem Dreck liegenden Feindes.
    Die Barmherzigkeit hat deshalb mit „Respekt“ primär nichts zu tun.
    Misericordia ist das „Herz haben für miseri (miserablen, unglücklichen, unglückseligen Menschen).
    Das hat mit „Gratia“, „Gnade“ direkt nichts zu tun.
    Die Jungfrau Maria war nicht „misera“, aber voller Gnade;
    und das Magnificat ist keine Armseligenmelodie, sondern ein Jubelsang, basierend und zurückgreifend auf den Gesang der Hannah (übrigens auch ein Kampflied).
    Das Erbarmen Gottes ist eine Verschonung von dem Tod, durch die eingeräumte Möglichkeit Seine Gesetze zu folgen und Sein Joch auf sich zunehmen.
    Und wenn Er sagt, daß Sein Joch leicht ist, haben wir und andere nicht zu sagen, daß es schwer ist und nach Schlupflöchern und Interpretationen zu suchen, um krumm zu machen was gerade ist.
    Über die altgermanische Wurzel „tirjan“, „deernis“ auf Niederländisch, poste ich später.
    Frohe Weihnachten!

  14. @ Kassandro @ Carlosmiguel
    Die Verwendung des biblischen Begriffs „Barmherigkeit“ von der Verwendung des innerweltlichen Begriffs „Erbarmen“ zu trennen, ist keine „haarspalterische Wortklauberei“, sondern eine Notwendigkeit, denn es geht einerseits um die Barmherzigkeit Gottes und anderseits um die „Barmherzigkeit“ des Menschen, die im Griechischen eben mehrheitlich mit dem Sonderbegriff „Erbarmen“ (éleos) bezeichnet wird, der auch Begriffe wie Mitleid, Mitgefühl oder Mütterlichkeit umfasst. Den Unterschied zwischen göttlicher Barmherzigkeit und dem menschlichen Erbarmen theologisch einzuebnen und alles allein der Wortbedeutung „Barmherzigkeit Gottes“ zuzuordnen, wie es interessensgeleitet bei Luther geschieht, der die Heilswirkung der irdischen Werke der „Barmherzigkeit“ geradezu geleugnet hat, wie es neuerdings auch in modernistisch-katholischen Kreisen üblich geworden ist, um von der Gerechtigkeit Gottes im Endgericht abzulenken, ist pastoraler Betrug am Menschen.
    Ein Beispiel selektiver Schriftwahrnehmung ist Luthers Behandlung von 2 Petr 1,10-11. Seine Übersetzung lautet: „Darum, liebe Brüder, tut desto mehr Fleiß, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln. Und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi“ (947)

    „Eure Berufung und Erwählung festzumachen“?
    Was Luther in seiner Übersetzung unterschlägt, übersetzt Dr. Joseph Kürzinger, Eichstätt, richtig: „Daher, Brüder, seid umso mehr bestrebt, eure Berufung und Auserwählung durch gute Werke auf festen Grund zu stellen. Denn wenn ihr dieses tut, werdet ihr nie zu Fall kommen. So wird euch in reicher Fülle der Zutritt in das ewige Reich unsere Herrn und Heilandes Jesus Christus gewährt werden“ (Kürzinger, 318).
    Unter Jesu vielfacher Forderung nach dem Tun von guten Werken sind nichts anderes als menschliche Werke des Erbarmens zu verstehen, die zwar dem Willen Gottes entsprechen, aber in der Tat dem freien Willen des Menschen entspringen.

  15. @ Kassandro @ Carlosmiguel
    Weil Luther nicht selbst für sein Tun und Lassen verantwortlich sein wollte, behauptete er in der Schrift „Über den geknechteten Willen“ (De servo arbitrio, WA 18) 1525 gegen Erasmus von Rotterdam, dass der Mensch gegenüber dem Willen Gottes keinen freien Willen habe, da er nach dem Sündenfall nicht die Freiheit behalten habe, sich aus eigener Kraft für Gott zu entscheiden. Vielmehr sei die Entscheidung für oder gegen den Willen Gottes einzig und allein Sache der göttlichen Gnade und Barmherzigkeit. Über ewiges Heil oder ewige Verdammnis entscheidet also nach Luther allein der souveräne Wille Gottes.
    Erasmus teilte Luthers Lehre vom unfreien Willen nicht, sondern hielt in der Schrift „ Über den freien Willen“ (De libero arbitrio) an einem Zusammenwirken zwischen Gott und Mensch im freien Handeln fest und betätigte damit die Lehre der katholischen Kirche von der gerechten Vergeltung aller freien Handlungen des Menschen, der zu Lebzeiten das Gute wollen oder ablehnen kann, im jenseitigen Endgericht. Das hören heute die reinen Barmherzigkeits- und Allerlösungstheoretiker ungern, was sich in der inflationären Verwendung des göttlichen Barmherzigkeitsbegriffs zu Lasten der Ausdrücke für frei gewolltes Handeln aus menschlichem Erbarmen niederschlägt.

  16. @Sophus, es hilft Ihnen alles nichts.

    Sie hatten am 23.12. um 12.35 als letzten Satz geschrieben:

    „Tatsache ist dass der Begriff „Barmherzigkeit“ im Neuen Testament nicht vorkommt.“

    Dieser Satz ist schlichtweg FALSCH.
    Ich habe das für Sie selbst und alle geneigten Leser mit über 25 aus einer Wortkonkordanz entnommenen Bibelstellen bewiesen.

    Das kann jeder für sich selbst an Hand seiner Bibel nachprüfen.

    Ich habe das mal für mich sowohl mit der im katholischen Gottesdienst verwendeten Einheitsübersetzung sowie auch mit der unzweifelhaft katholischen Bibelausgabe von Hamp/Stenzel/Kürzinger von 1966 selbst nachgeprüft.

    In allen zitierten Bibelstellen des NT steht entweder „Barmherzigkeit“, „Erbarmen“ bzw. „sich erbarmen“.

    Ein wesentlicher Unterschied, den Sie wortreich versuchten zu konstruieren, zwischen diesen hier verwendeten Begriffen besteht in unserem heutigen christlichen Verständnis nicht:
    Barmherzigkeit bedeutet nichts anderes als ein Herz voll Erbarmen zu haben.

    Barmherzigkeit ist dabei für den Menschen heilsnotwendig, wie uns der Herr selbst im 25. Kapitel des Matthäusevangeliums „Vom Weltgericht“ sehr ernst dargelegt hat.

    Es nützt Ihnen überhaupt nichts, von Ihrer ursprünglichen Falschaussage über angebliches Nichtvorhandensein des Begriffs „Barmherzigkeit“ im NT, durch Wortklaubereien bzw. Ablenkungsversuche, mit denen Sie mich förmlich zutexten wollen, ablenken zu wollen.

  17. @ Kassandro
    Lesen Sie erst den obigen Fachkommentar von @ Adrien Antoine zum Thema, bevor Sie sich wieder unqualifiziert zu Wort melden. Vielleicht erkennen Sie dann, dass die griechische Bibel sehr wohl den Unterschied im Wortgebrauch zwischen der „Barmherzigkeit“ als Eigenschaft Gottes und dem werkorientierten menschlichen „Erbarmen“ kennt. Was interessensgeleitete Bibelübersetzungen lutherischer Provenienz in ihrer Ablehnung von „guten Werken“ daraus machen, ist eine andere Sache und berührt das Textverständnis einer modern gewordenen Barmherzigkeitsideologie, die das „heutige christlichen Verständnis“ darauf hinlenken will, die Heilsrelevanz von guten Werken vergessen zu lassen – wohl verständlich, angesichts der zu erwartenden Gerechtigkeit Gottes im Endgericht, in dem nach alten bildlichen Darstellungen bei jedem Menschen die guten und bösen Werke getrennt voneinander erst einmal auf die zwei Schalen der Waage Gottes kommen und gegeneinander abgewogen werden.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*