Vor der Bischofssynode – Vorrangige Option für die Familie (VI)

Die Ehe, ein Sakrament
Die Ehe, ein Sakrament

Aus der Handreichung Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Bischofssynode über die Familie vom 4. bis 25. Oktober 2015 im Vatikan.

11. Frage: Soll das bedeuten, dass die Fragen des Fragebogens zur Synode 2014 nicht auf die echten und entscheidenden Probleme der Familie eingegangen sind?

Antwort: Einige Fragen des Fragebogens zur Synode 2014 wurden offensichtlich in der Absicht formuliert, ganz bestimmte Antworten zu bekommen, die nur eine Teilansicht der Realität wiedergeben. Medieninformationen zufolge konzentrierten sich tatsächlich viele der Antworten, die – vor allem aus bestimmten europäischen Ländern – der Synode zugeschickt wurden, auf die Randfragen, während den zentralen Fragen eher weniger bis keine Bedeutung beigemessen wurde; Fragen des Gefühls wurden über lehramtliche Fragen gestellt, pathologische Situationen über normale Zustände. Kurz gesagt, das Bild der Familie, das sich aus den Antworten ergab, scheint nicht der Realität zu entsprechen, sondern viel eher den Vorstellungen gewisser säkularisierter Kreise, die durch die Propaganda der Massenmedien verbreitet werden.
Andererseits, „Familien, die in der häuslichen Gemeinsamkeit ihre menschliche und christliche Lebensberufung verwirklichen […] gibt es zahlreiche in jeder Nation, Diözese und Pfarrei! […] So darf man vernünftigerweise annehmen, dass sie ‚die Regel‘ darstellen“ (hl. Johannes Paul II., Gratissimam sane, 2. Februar 1994, Nr. 5).

12. Frage: Gibt es ein Beispiel dafür?

Antwort: Ein Beispiel für diese Einseitigkeit ist der dritte Teil der Relatio Synodi, mit der Überschrift Die Auseinandersetzung: pastorale Perspektiven. Hier werden verschiedene Arten von Paaren beschrieben, für die jeweils eine eigene Pastoral ausgearbeitet werden soll. Die Aufmerksamkeit, ausgedrückt in Prozent, die jeder der folgenden Kategorien gewidmet wurde, stellt sich wie folgt dar:
Verlobte: 7%
Verheiratete: 7%
Zivilehe oder Zusammenleben ohne Trauschein: 17%
Geschiedene/Wiederverheiratete: 61%
Homosexuelle: 7%
„Die breite Problematik des Themas [der Familie] wird in der Tat auf eine einzige Frage reduziert, die, so wichtig sie auch sein mag, eigentlich nur von marginaler Bedeutung und auf jeden Fall zweitrangig ist – der Empfang der Eucharistie durch geschiedene Wiederverheiratete -, obwohl es doch wesentlich wichtiger wäre, die vorgelagerten Probleme zu diskutieren: wieso diese Personen sich überhaupt in einer Situation befinden, in der ihnen die Teilnahme an der Eucharistie verweigert werden muss – mit anderen Worten: der Sinn der christlichen Eheschließung und die besonderen Eigenschaften einer solchen Verbindung“ (Kardinal Velasio De Paolis, Die wiederverheirateten Geschiedenen und die Sakramente der Eucharistie und der Buße, Vortrag am Regionalen Kirchengericht Umbrien, 8.1.2015, S. 7).
Wie Kardinal De Paolis in seiner erwähnten Ansprache anführt, hat Kardinal Philippe Barbarin, Erzbischof von Lyon, vor der Presse gesagt, dass die Bischöfe zur Synode berufen worden seien, um über die Ehe zu sprechen, sich aber auf einmal gezwungen gesehen hätten, über die wiederverheirateten Geschiedenen zu diskutieren

.

Angaben zur Handreichung:
Aldo di Cillo Pagotto/Robert F. Vasa/Athanasius Schneider: Vorrangige Option für die Familie. 100 Fragen und 100 Antworten im Zusammenhang mit der Synode. Vorwort von Jorge A. Kardinal Medina, Edizioni Supplica Filiale, Roma 2015, www. supplicafiliale.org

Die gedruckte Ausgabe in deutscher Sprache kann angefordert werden bei:
Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum (TFP)
Gladiolenstrasse 11
60437 Frankfurt am Main
segreteria.supplicafiliale [a] outlook.com
www.tfp-deutschland.org

Text: Giuseppe Nardi
Bild: InfoVaticana

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2 Kommentare

  1. Fragen über Fragen, die unter dem Strich nichts bringen werden. Durch den Fragebogen zur Sy-
    node 2014, welche die Bischöfe verbotener Weise Laienorganisationen und anderen übergeben
    haben, wurde erst bekannt wie das Kirchenvolk denkt und wie wenig Glaubensverständnis es
    noch hat.

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