„Frauenkulturen“ des Päpstlichen Kulturrats – Frauenpriestertum, Abschaffung des Zölibats?

Kardinal Gianfranco Ravasi, Leiter des Päpstlichen Kulturrats
Kardinal Gianfranco Ravasi, Leiter des Päpstlichen Kulturrats

(Vatikan) Anfang Februar tagt die Vollversammlung des Päpstlichen Kulturrats. Es kündigen sich einige Neuigkeiten an. Vor allem mehren sich irritierende Stimmen rund um diese Veranstaltung.

Papst Franziskus gegen Frauenfeindlichkeit und Machismo

Bekanntlich ist es schwer, es allen recht zu machen. Noch etwas schwerer ist es, wenn man Erwartungen weckt. Gestern, Sonntag, sprach Papst Franziskus vor Tausenden jungen philippinischen Studenten an der Päpstlichen und Königlichen Universität des heiligen Thomas von Aquin in Manila. Das katholische Kirchenoberhaupt sprach, wie es ihm am besten zusagt, nämlich frei. In seiner Ansprache brach er eine Lanze für die Frauen. Unter den Zuhörern befanden sich mindestens ebensoviel Mädchen wie Jungen. Allerdings war nur ein Mädchen unter den Ausgewählten, die dem Papst eine Frage vortragen durften: „Es sind nur wenige Frauen unter euch. Zu wenige. Die Frauen haben uns viel zu sagen in der Gesellschaft von heute. Manchmal sind wir zu frauenfeindlich und geben den Frauen keinen Raum.“

Die Universidad Santo Tomaso von Manila wurde 1611 gegründet und ist die älteste Universität Asiens. Seit 1927 steht die Immatrikulation auch Frauen offen. Derzeit studieren mehr als 42.000 Studenten an der Universität.

Feministische Theologinnen werfen Papst „antiquierte Denkkategorien“ vor

Trotz der Kritik gegen einen „Männlichkeitswahn“ scheinen nicht alle Feministinnen und Theologinnen mit Papst Franziskus in diesem Punkt zufrieden zu sein. Im Gegenteil. In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift der Città  dell’uomo (Stadt des Menschen) veröffentlichte die progressive Theologin Maria Cristina Bartolomei eine beißende Kritik an Papst Franziskus, dem sie ein Festhalten an einem „antiquierten, erstarrten und in alten und überholten Kategorien“ verhafteten Denken vorwirft.

Wenn man Theologinnen à  la Bartolomei höre, verstehe man den Apostel Paulus, „wenn er anordnet, daß Frauen in der Versammlung schweigen sollen“, schrieb die katholische Lebensschützerin Claudia Cirami in PapalePapale. Bartolomeis „Analyse“ vatikanischer Dokumente reicht kaum über die Fundamentalkritik hinaus, daß es sich um „Dokumente von Männern für Männer“ handle. Dabei ist Bartolomei ansonsten mit Papst Franziskus „superglücklich“.

Progressiver Kreislauf

Die „Stadt des Menschen“ ist eine von Giuseppe Lazzati gegründete kulturpolitische Vereinigung. Lazzati (1909-1986) stammt aus dem Umfeld von Giuseppe Dossetti, dem verfahrentechnischen „Organisator“ der Abstimmungserfolge der „Rheinischen Allianz“ beim Zweiten Vatikanischen Konzil. Dossetti, der Kopf des linken Flügels der Christdemokraten, holte Lazzati nach dem Krieg in die Democrazia Cristiana (DC), für die er Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung (1946-1948) und dann bis 1953 Parlamentsabgeordneter war. Lazzati steht mit Dossetti für jenen Teil des politischen Katholizismus, der von einer gemeinsamen „sozialen“ Zukunft mit der politischen Linken, einschließlich der Kommunisten träumte oder zumindest für linke Allianzen offen war. Unterstützung fanden sie, mit gewissen Vorbehalten, in einem Teil der kirchlichen Hierarchie, die Paul VI. auf dem Papstthron repräsentierte.

1958 bekommt Lazzati einen Lehrstuhl für christliche Literatur der Antike an der Katholischen Universität in Mailand. 1961 machte ihn Mailands Erzbischof Montini zum Chefredakteur der katholischen Tageszeitung „L’Italia“. Nach dessen Wahl zum Papst Paul VI. übernimmt Lazzati weitere Ämter. 1968 überläßt er den Lehrstuhl seinem Assistenten Raniero Cantalamessa und wird Rektor der Katholischen Universität. Ein Amt, das er bis 1983 bekleidet. 1986 gestorben, begann 1991 mit Hilfe des Mailänder Erzbischofs Carlo Maria Martini das Seligsprechungsverfahren. Am 5. Juli 2014 erkannte Papst Franziskus Giuseppe Lazzati als Diener Gottes an.

„Rückstand“ zu 1789 aufholen

Theologinnen
Theologinnen

Aus diesem Umfeld kamen nun die bissigen Worte, dabei bemüht sich Kardinal Gianfranco Ravasi, der Vorsitzende des Päpstlichen Kulturrats nach Kräften, den behaupteten „Rückstand“ der Kirche in Sachen Frauen aufzuholen. Mit „Rückstand“ meinte der frühere Erzbischof Carlo Maria Kardinal Martini von Mailand die 200 Jahre seit der Französischen Revolution, die die Kirche aufzuholen habe.

Für den 4.-7. Februar setzte er eine Vollversammlung seines Dikasteriums zum Thema „Frauenkulturen: Gleichheit und Unterschied“ an. Sie soll über ein Dokument beraten, das von „einer Gruppe von Frauen im Licht der pastoralen Überlegungen von Mitgliedern und Consultoren ausgearbeitet“ wurde. Diese Gruppe sei dabei, zu einer Art „Frauenrat“ zu werden, wie es auf der Internetseite des Päpstlichen Kulturrats mit großer Genugtuung heißt. Das wäre in der Tat eine „noch nicht dagewesene Neuheit“ im Vatikan. Einer der neuen Consultoren des Dikasteriums, die an dem Dokument arbeiten, ist der „erotische Buddhist“ Pablo d’Ors (siehe den Bericht Päpstlicher Kulturrat für Frauenpriestertum? – Der „erotische Buddhist“, den Franziskus zum Consultor machte). D’Ors gab bekannt, daß bei der Vollversammlung im Februar auch über die Zulassung des „Frauenpriestertums“ und die Aufhebung des Priesterzölibats gesprochen werde. Für beides sei, so der spanische Priester, „die Zeit reif“.

Teatro Argentina, „Sexy-Video“ und feministischer Bannstrahl

Priesterinnen tummeln sich um Mahltisch
Exkommunzierte „Priesterinnen“ der Vereinigung  „Roman Catholic Women Priests“ drängeln sich um einen „Mahltisch“

Daß Kardinal Ravasi einen Hang für öffentliche Sichtbarkeit hat, ist nicht nur innerhalb der vatikanischen Mauern bekannt. So ist auch für die Eröffnung der Vollversammlung des Päpstlichen Kulturrats eine Neuheit geplant. Sie wird nicht im Vatikan stattfinden, sondern im bekanntesten römischen Theater, dem Teatro Argentina. Der Verweis auf das Heimatland von Papst Franziskus ist dabei ein gern gesehenes Nebenprodukt. Die Veranstaltung ist frei zugänglich. Zur Bewerbung wurde von dem vatikanischen Dikasterium mit der italienischen Theater- und Filmschauspielerin Nancy Brilli ein eigenes Video produziert, das vor Weihnachten im Internet veröffentlicht wurde.

Doch wer gehofft hätte, damit alle zufrieden zu stellen, irrte sich. Noch in der Weihnachtszeit eröffnete die feministische US-Theologin Phyllis Zagano aus den Spalten des National Catholic Reporter (NCR) das Feuer. Das Flaggschiff der progressiven US-Katholiken druckte die Breitseite gegen den Vatikan, Kardinal Ravasi und Nancy Brilli. Zagano schäumte wegen der „Sexy“-Art, mit der im Stil kommerzieller Fernsehsender geworben werde. Ein Stil, der „in den fortschrittlichsten Staaten überholt ist und in mehrheitlich moslemischen Staaten völlig inakzeptabel ist“, so die Feministin.

Statt eines „provokanten“ Werbefilms mit einer hübschen Schauspielerin hätte der Vatikan, laut Zagano, eine Sammlung von Geschichten von mißhandelten, vergewaltigten, gefangenen und ermordeten Frauen veröffentlichen sollen. Um gleich konkret zu werden, listete die feministische Theologin gleich sieben solcher möglicher Themen auf.

Karinal Ravasi in „Sack und Asche“

Das war erst der erste Streich, doch der zweite folgte sogleich. John L. Allen, jahrelang Vatikanist des National Catholic Reporter mit bestem Draht dorthin, wenn auch seit 2014 beim Boston Globe unter Vertrag, suchte Kardinal Ravasi auf für eine Stellungnahme zu Zaganos Angriff.

Der Kardinal „sank in Sack und Asche“, so der Vatikanist Sandro Magister. „Jetzt verstehe ich, daß wir mit der Schauspielerin wahrscheinlich einen Fehler gemacht haben“, konnte Allen den Dikasterienleiter zitieren. Und prompt verschwand die englische Fassung des Werbevideos von der Internetseite des Päpstlichen Kulturrats. Dort läuft nun auch auf der englischsprachigen Seite die italienische Fassung des Videos nach dem Motto: das wird in den USA schon niemand verstehen.

Im Internet ist es allerdings noch in Umlauf, wenn auch nicht mehr vom Herausgeber gewollt. Das Video CALL#LIFEOFWOMEN.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Catholic Herald/PapalePapale

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24 Kommentare

  1. Die Sache ist eigentlich ganz einfach:

    Die Frau ist mit Maria Königin oder sie ist nicht!
    Die Frau ist mit Maria Königin oder sie ist nicht!
    Die Frau ist mit Maria Königin oder sie ist nicht!

    Wenn sie aber nicht ist, ist auch der Mann nicht. Denn seiner Natur ist die Hilfe der Frau regelrecht geschuldet – so steht es in der Genesis.
    Wenn er das aber abwerfen will, wie es der heidnische Mann immer getan hat und bis heute tut, auch in der Kirche, und die Frau dies in Bitterkeit verstärkt, geht alles den Bach herunter.

    Das ist unsere Situation.

    Die Kontemplation auf das unbefleckte Herz Mariens ist die einzige wirklich tiefe und geistliche Perspektive.
    Aber die will außer ein paar Leutchen niemand mehr, auch nicht die Alte-Messe-Liebhaber.
    Auch sie haben Maria weithin vergessen oder gegen eine Kitschfigur ausgetauscht.
    Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Wie viele Männer haben früher Maria ihr brennendes Herz geweiht und die Frau damit anerkannt, geliebt und geehrt? Es waren viele, viele! Frauen lieben solche Männer, wenn sie selbst wie Maria sein wollen und im Mann Jesus erkennen wollen. Ein solcher Ehemann oder ein solcher Priester wurde so allseits geachtet und geliebt, den Männern ein Vorbild, den Frauen war er ein Abglanz des Herrn und konnte sich ihrer Ergebenheit und Liebe sicher sein (bei aller menschlichen schwäche, die immer waltet – natürlich).

    Das ist alles passé…
    So wird es immer schlimmer werden.

    • Hier stimme ich Ihnen vollends zu – bis auf den sehr pessimistischen Schluss… das unbefleckte Herz Mariens wird triumphieren!

      Auf Mutter Teresa geht wohl zurück, dass Maria die einzige Frau war die mit Recht hätten sagen können „das ist mein Leib“ – und was hat Sie gesagt: „ich bin die Magd des Herrn“! Wäre das Angelus-Gebet nicht (abseits der sonntäglichen Show-Veranstaltungen in Rom) fast vollends in Vergessenheit geraten – viele der möchtegern „Priesterinnen“ würden sich vielleicht besinnen…

      • Das ist natürlich die Perspektive auf das „Danach“ – nach der Zuspitzung und dem düsteren Höhepunkt.

        Das mit Mutter Theresa halte ich für theologisch ehrlich gesagt bedenklich:
        Die Einsetzungsworte Jesu spricht der Priester ja nicht aus Eigenem, sondern er verschenkt sich selbst vollkommen an Jesus, der als Mann ins Fleisch kam, leiht Ihm seine schwache Stimme, seinen schwachen Leib und seine schwachen Hände – aber dies allein deswegen, weil Jesus es so wollte und nicht weil auch nur ein Mann in der Lage wäre, für Ihn zu sprechen aus sich heraus.

        Da Jesus andererseits durch eine Frau und mit der Frau inkarnieren wollte – auch hier ohne dass auch nur eine Frau das aus sich selbst je könnte, sie auch mit ihm „das Schwert in der Seele“ empfand, aber gewissermaßen Seinen Widerpart, Seine Hilfe, Seine Braut und Liebe ist (dafür steht die Frau), ist es für die Frau so unmöglich Priester zu sein wie es für den Mann unmöglich ist, Gottesmutter oder überhaupt Mutter zu sein mit allem, was das ausmacht. Maria verschmolz auf eine andere Weise mit Ihm – auf die weibliche eben und das gälte es herauszuheben neben der wiederum verschiedenen Weise des Mannes.

      • Liebe Zeitschnur! In der theologischen Tiefe wie Sie argumentieren ist Ihnen selbstverständlich zuzustimmen (bezüglich des ersten Teils Ihrer Ausführungen gibt es einen hervorragenden und lesenswerten zweiteiligen Aufsatz von Dr. Barth in UVK Q4 bzw. Q4 2014).

        Wenn man mit weniger theologisch versierten Menschen diskutiert, vor allem mit Progressiven (die die üblichen Forderungen stellen – ich führe solche Diskussionen sehr oft) habe ich aber schon sehr gute Erfahrungen mit dem Mutter-Theresa-Zitat gemacht – in der Regel hinterlässt das beim progressiven Gegenüber erstmal eine heruntergefallene Kinnlade 🙂

        Aber wie gesagt, theologisch haben Sie natürlich recht

  2. Auch dieser Artikel belegt die Richtigkeit der Aussagen von Kardinal Burke:

    „Leider beeinflusst die radikal-feministische Bewegung stark die Kirche, was dazu führt, 
    dass die Kirche sich 
    ständig mit Frauenfragen beschäftigt und dies auf Kosten der Bewältigung kritischer Fragen
    [….]
    Die Kirche hat sich so „verweiblicht“, 
    dass Männer oft nur sehr ungern in der Kirche aktiv werden.
    Die feminisierte Umwelt
    und der Mangel an Bemühungen der Kirche, Männer zu engagieren, 
    hat viele Männer dazu geführt, einfach auszusteigen.“
    [….]

    • Wenn einer von uns – ob Mann ob Frau – sich nicht aufmacht und den schmalen Grat wandern will, wird er oder sie nicht selig!

      Das Priestertum ist nach wie vor nicht „verweiblicht“ und eine reine Männerdomäne. Der Kardinal redet zu pauschal und zu oberflächlich, wie ich meine.

      Das Problem des Mannes ist nicht die starke Präsenz der Frau, sondern sein Unwille zum Glauben und zur Absage an den „Willen des Mannes“ (der so klug und ausdrücklich im Johannes-Prolog als echtes Hindernis zum wahren Glauben doch genannt wird – nach jeder Hl. Messe hören wir das…).

      Wenn Gott ruft, ruft er nicht die andern, die mir alle Platz machen müssen, sondern er ruft mich, mich und nur ich bin dann aufgerufen, für ihn alles stehen- und liegenzulassen, egal wie die Verhältnisse sind.

      Das ist auch in der Schrift so, und auch dort lernen wir den Mann kennen, der zwar moralistisch ist und selbstgerecht, aber für Ihn eben nicht alles hingeben will und traurig von dannen geht. Auch damals blieben bei Jesus bis zum Schluss vor allem Frauen. Das Phänomen ist also vielschichtig und sollte differenziert betrachtet werden.

      Ich war viele Jahre in der konziliaren Kirche – als Frau. Ich fasst dort nicht Fuß – als Frau. Diese Gremientypen, die da alle unterwegs waren – ich kann nur sagen: mit dieser Sorte Frauen wollte ich (in der Mehrzahl jedenfalls) nichts zu tun haben! Aber nun kommt der entscheidende Punkt: mit der männlichen Entsprechung dazu aber auch nicht (bis auf wenige Ausnahmen)! Und auch die hängen dort herum und machen viel Wind, dominieren die Stiftungsräte, ergehen sich in endlosen Organisationen von was auch immer und machen aus jeder geistlichen Frage eine Strategie anstatt einfach mal hinzuknien und Christus anzubeten. Bei den Aussetzungen waren bei uns – nur Frauen. Der katholische Männerverein machte Ausflüge ins Wasserwerk und in landwirtschaftliche Versuchsanstalten. Der Frauenbund dagegen lud den Priester ein, einen Besinnungsnachmittag zu machen vor Ostern… So einseitig, wie der Kardinal tönt, ist es nun mal nicht.

      Mit dem Vaticanum II hat sich der von Gott doch audrücklich verworfene „Wille des Mannes“ massiv Bahn gebrochen. Und seither rudern die Frauen nun darum, dass unter den Umständen natürlich auch ihr Wille berücksichtigt wird. Klar – was sonst, was hat man denn erwartet!

      Es stünde hier erst mal – ich sage es öfters – für uns alle ein Bußakt an: Nein, nicht der Wille des Fleisches wird befriedigt, wenn einer glaubt, sondern Gott will aus uns eine neue Schöpfung machen! Der alte „Mann“, die alte „Frau“ sind doch ohnehin passé.

      Es war nie ideal, ist nicht ideal und wird nie ideal sein, wo Menschen wirken.
      Als Gerufene(r) kann ich mich aber nicht darauf herausreden!

      • Im Johannesprolog wird weder das Geblüt noch der Wille des Mannes verdammt, es wird nur gesagt, dass man Kind Gottes nicht durch leibliche Abstammung wird, sondern nur durch Wiedergeburt aus dem Geist, vgl. die Unterredung des Herrn mit Nikodemus, 3. Kap., bes. V. 5-6, und Wiedergeburt aus dem Geist geschieht durch den Glauben an Jesus Christus.

      • Vom „Geblüt“ war auch nicht die Rede…

        „..dedit eis potestatem filios Dei fieri, his, qui credunt in nomine eius,
        qui non ex sanguinibus neque ex voluntate carnis neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt…“ (Joh. 1, 12f)

        („… er gab denen die macht Kinder Gottes zu werden, die an Seinen namen glauben, die nicht aus dem Blut (kann soar „Gewalttat“ heißen), auch nicht aus dem Willen des Fleisches und auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind…“)

        Der „Wille des Mannes“ wird, obwohl er im „Willen des Fleisches“ ja an sich schon eingeschlossen ist, noch einmal extra benannt.
        Jeder Hermeneut, der versteht, Worte zu wägen, erkennt in dieser zuspitzenden Verstärkung, dass gerade dem sündhaften, beim Mann so übersteigerten (Herrscher- und Macher-)willen eine Absage erteilt wird. Das hängt mit dem sündhaften Dominierenwollen zusammen, das ihm in der Genesis zugesprochen wird. Auch mit dem sündhaften und bewussten Nichtwollen beim Sündenfall – er war willentlich und vollbewusst ungehorsam und hat, obwohl Gott ihm gesagt hatte, was er zu tun habe, der durch den Satan verwirrten Stimme seiner Frau „gehorcht“, und dies – nach den Worten des Hl. Paulus – ohne selbst (von ihr oder dem Satan) verführt worden zu sein. Er war klaren Verstandes nach der Schrift und im Ggs. zur Frau unbehelligt von einem Angriff.
        Das erfinde ich nicht, sondern das steht in der Schrift, und Gott wirft in der Erzählung Adam genau dies ja auch vor…

        Die desaströsen Entscheidungen, die die gesamte Kirchengeschichte zeichnen, gehen ausschließlich auf Männer zurück.

        Hätte eine Frau auch nur einen Bruchteil dieser Fehlentscheidungen, Anmaßungen und Gewalttaten vollbracht, würde sich ein empörter frommer Mob auf „die Frau“ und die „radikalen Feministinnen“ stürzen.
        Ist es selbstverständlich, dass der Mann diese Verhängnisse tun darf?
        Auch dies, die Frau nun zu instruieren, dass sie um das Priestertum kämpfen soll, um auch endlich „Macht“ zu haben?
        Der Mann hat also aus dem Priestertum ein Machtinstrument gemacht?

        Da sind wir wieder am Anfang: der „Wille des Mannes“ …

        Habe gestern – es war der 21. Januar, der St.-Agnes-Tag – die ergreifende Geschichte der Heiligen gelesen. Der Hl. Ambrosius schreibt über die „Grenzüberschreitung“ (nach dem damaligen Recht, das ihr ja die Mündigkeit nicht gewähren wollte), die die tapfere Frau vollzog – zum Erstaunen der Männer, wie er ausdrücklich hinzufügt:

        „Alles staunt, daß sie bereits als Zeugin für Gott eintritt, nachdem sie ob ihres Alters noch nicht ihre eigene Sache vertreten konnte. So bewirkte sie denn, daß sie von Gott zur Beglaubigung zugelassen ward, während sie menschlicherseits noch nicht zugelassen wurde. Denn was die Grenze der Natur überschreitet, leitet sich vom Schöpfer der Natur her. “ (in „De virginibus“)

        Darum geht es – und die Lage des Mannes hängt ursächlich an seinem Unwillen, leider besonders unter den Klerikern, sich ganz in Gottes Hand zu legen.

      • Was heißt denn hier „Domäne“ ? Das hat einen gewissen Beigeschmack. Mitunter doch recht zum Nachdenken gebende Ausführungen…

  3. Diese „verweibischte“ Kirche ist nicht mehr die Kirche Jesu Christi,sondern die „Dunkel-oder Afterkirche“ der sel.A.K.Emmerick!
    Die wahre Kirche hat sich „ans andere Ufer“ geflüchtet d.h. besteht nur noch rein geistig weiter,so sehe ich das.
    Und sobald es nur noch die geistige Kirche gibt,gehen hier auf Erden die Lichter aus und von mir aus kann dann der Islam herrschen.
    Die herrschen vielleicht dann tatsächlich über die „Ungläubigen“ und das wird sicher eine wahrhafte „Drangsal“ sein!

    • … und die Afterkirche Emmericks wird in der Tat von Männern abgebaut. Sie beschreibt lediglich eine Handvoll Frauen, die unter der Suggestion von Männern das unselige Werk mitmachen.
      Ich zitiere mal ein paar Textausschnitte:

      „Ich sah auch die Männer mit dem Mäntelchen (Priester) Holz vor die Stufen bringen…, Feuer anzumachen, blasen, wehen und sich abarbeiten; aber es gab einen entsetzlichen Rauch und Qualm…Andere bliesen auf Hörnchen und lärmten, dass ihnen die Augen übergingen. Trotzdem blieb alles an der Erde und ging in die Erde: Alles war tot und gemachtes Menschenwerk. Es ist diese eine recht neumodische Menschenmachwerkskirche, wie die neue, nicht katholische Kirche in Rom, die auch von dieser Art ist“ (…)

      “ (…) wie sich in Deutschland unter den weltklugen Geistlichen und aufgeklärten Protestanten ein Wunsch, ein Plan gebildet hat, zur Verschmelzung aller Religionen, zur Aufhebung der päpstlichen Gewalt, zur Einsetzung mehrerer Oberhäupter, zur Ersparung vieler Kosten und Verminderung der Geistlichen. Dieser Plan hatte Gönner sogar in Rom unter den Prälaten“ (…)

      „Auch sah ich wohl hundert Weiber in Entzückung, und bei ihnen saßen Männer, die sie magnetisierten, dass sie prophezeiten. Ich hatte einen Greuel an ihnen…“ (…)

      Und das entspricht ja auch der Realität: die Frauen mögen zwar nun die Gremien (mit-)besetzen, aber sie haben nicht eine einzige Entscheidung für diese Zustände getroffen – das ist und bleibt Werk des versagenden Klerus. Die Frauen, über die wir uns ärgern, sind die Tanzmäuse, die das Vaticanum II installiert hat.

      • Genau das ist es,“Menschenmachwerkskirche“ der Begriff fehlte mir noch!!
        Und was die Verantwortlichkeit von Männern und Frauen betrifft,siehe mein Beitrag zu
        „katholische Männerkrise“ Teil 2 !

    • Unsere Liebe Frau hat in La Salette prophezeit, dass Rom den Glauben verlieren und zum Sitz des Antichristen werden wird («Rome perdra la foi et deviendra le siège de l’antéchrist.»). Weiter sagte sie: Die (wahre) Kirche der Endzeit wird in Eklipse sein, wie in einer Sonnenfinsternis («L’Église sera éclipsée“). Wir müssen gut über dieses Bild nachdenken, um die gegenwärtige Lage zu verstehen. Die wahre katholische Kirche hat nicht aufgehört zu existieren, sie ist aber unsichtbar geworden, weil eine andere, eine falsche „Kirche“ sich vor sie geschoben hat und die Sicht auf die wahre Kirche Christi versperrt.
      Diese falsche Kirche kann keine andere sein als die ökumenistische, interreligiöse Pseudokirche, die im 2. Vatikanischen Konzil sich an die Stelle der wahren Kirche setzte.

      • Genau das trifft es,danke!!
        Ist das etwa auch gemeint mit der „Verfinsterung der Sonne“ in der Offenbarung!?
        Kam mir gerade so ein.
        War die echte totale Sonnenfinsternis im August 1999 der Anfang?
        Die wird sogar bei Nostradamus erwähnt,da kommt „der König des Schreckens“ im Original : le roy de terror (!!) herab!

      • @ Stella
        Ich kann Ihre Frage nicht beantworten. Ich weiß nur, dass wir nicht aufhören dürfen, Katholiken zu sein, und eisern am wahren Glauben und an den Geboten festhalten müssen, koste es was es wolle. Bis 1958 stand der Glaube fest, obwohl damals schon einiges im Untergrund und Hintergrund in Bewegung geraten war. Seit 1965 aber ist nichts mehr sicher und vieles geradezu auf den Kopf gestellt. Ich weiß nur, dass wir das nicht annehmen dürfen, soviel es uns auch eingeredet wird.

  4. Da es ja im Moment sehr um Mann, Frau und Familie zu gehen scheint, halte ich es für angebracht, folgenden Bericht über Papst Franziskus neueste, provokante Aussage in den Raum zu stellen. Man solle sich nicht „wie die Karnickel vermehren“ und 3 Kinder seien ideal meint der Papst. Was mich gleich an die biblische Aussage erinnerte „seid fruchtbar und vermehret euch“. Dem widerspricht der Papst mit seiner an die moderne Welt angepasste Aussage. Was das wohl wieder für Diskussionen heraufbeschwören wird?

    http://religion.orf.at/stories/2690302/

    Mich wundert es, dass Katholisches noch nicht darüber berichtet hat.

    • Nun, Bergoglio ist peronifizierte Anti-Kultur. Sein Jargon ist primitives Gossenjargon verbrämt mit Machismo und milleniaristischen Absonderlichkeiten.
      Daß, so jemand in die höchsten Ämter promoviert wurde zeugt aber auch vieles über die beiden letzten Pontifikate.

      • Bergoglios Art zu Reden entspricht nicht der eines typischen Papstes. Was die letzten beiden Pontifikate JP’s II und Benedikt’s XVI betrifft, bin ich persönlich der Meinung dass beide vom Heiligen Geist geleitet waren, auch wenn beide Fehler gemacht haben mögen. Beide hatten es aber nicht leicht, da es nach dem 2. Vatikanischen Konzil einen immer stärker werdenden progressiven Gegenwind in der katholischen Kirche gab. Beide hatten das Problem, dass ihre Worte und Gesten von bestimmten Theologen und Kirchenmedien falsch gewichtet und interpretiert wurden und so ein progressives Meinungsdiktat und eine Art manipulierte Gegenöffentlichkeit entstehen konnte.

      • Mu8ss man (leider) bestätigen. Das habe ich zwar andernorts schon einmal gesagt, aber hier im Kontext noch nicht. Dieses Pontifikat ist nur schlimm und sonst kaum etwas Anderes.

  5. dhgm@ Sie haben wirklich Nerven! JP II. vom Heiligen Geist geleitet. Beleidigen Sie den Heiligen Geist nicht! Assisi für sich allein hätte genügt, diesen Papst unter die schlimmsten Vertreter der Nachfolger Petri zu rechnen. Zur Erinnerung: ASSISI – ein Papst versammelt Heiden und Götzendiener in Kirchen der Franziskusstadt und fordert sie auf, in radikaler Treue zu ihren Numinosa um Frieden zu beten. – In Damaskus küßt er den KORAN.- In Indien läßt er sich von einer Götzenpriesterin in vollem Ornat das KALIZEICHEN auf die Stirne zeichnen.- In seinen ersten Enzykliken offenbart er sich als konsequenter Vertreter der ALLERLÖSUNGSLEHRE.- In diesen Enzykliken vertritt er auch die falsche Lehre von dem alleinigen AUSGANG des Heiligen Geistes vom Vater. Von welchem Geist JP II. geleitet war, vermag ich nicht zu sagen, eines aber weiß ich sicher, der Heilige Geist hat ihn nicht geleitet.

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