[Update] Kardinal Kaspers Denkkapriolen und die Quotenkatholiken mit ständig leerem Akku


Kardinal Kaspers Denkkapriolen und Christine Haidens Akatholizität(Wien/​Berlin) Zum The­ma Reli­gi­on ver­öf­fent­lich­te die Inter­net­sei­te des Öster­rei­chi­schen Rund­funks am Don­ners­tag zwei Berich­te. Sie bie­ten einen per­fek­ten Quer­schnitt des­sen, wie in Redak­tio­nen welt­li­cher Medi­en, auch sol­chen, die einem beson­de­ren öffent­li­chen Auf­trag unter­lie­gen, über Reli­gi­on und vor allem über die Katho­li­sche Kir­che gedacht wird. Die The­men­aus­wahl und deren Auf­be­rei­tung offen­ba­ren, wes Gei­stes Kind die Mei­nungs­fä­den zieht. Im kon­kre­ten Fall geht es um Kar­di­nal Kas­pers Schwenk ist das Lager der inner­kirch­li­chen Rebel­len zum The­ma wie­der­ver­hei­ra­te­ter Geschie­de­ner. Der Kar­di­nal lie­fert dabei Denk­ka­prio­len über die Kir­che, die stau­nen las­sen. Dazu noch der Kom­men­tar einer katho­li­schen Frau­en­ver­tre­te­rin, die zu jenen in den welt­li­chen Medi­en gedul­de­ten Quo­ten­ka­tho­li­ken gehört, die sich gewünscht „kir­chen­kri­tisch“ und vor allem aka­tho­lisch äußern.

Kaspers Denkkapriole, die Heinrich VIII. zum Opfer kirchlicher „Diskriminierung“ macht …

Anzei­ge

Im deut­schen Sprach­raum häu­fen sich die Stim­men, die es in der Kir­che zur offe­nen Kon­fron­ta­ti­on kom­men las­sen wol­len. Durch den Amts­ver­zicht von Papst Bene­dikt XVI. und der Wahl von Papst Fran­zis­kus ist ein Kli­ma ent­stan­den, das die ins Alter gekom­me­nen Pro­gres­si­ven Mor­gen­luft wit­tern läßt. Es scheint, als wür­den sie sich für eine End­schlacht sam­meln, in der es um alles oder nichts geht. Nach einem ersten Vor­ta­sten zu ver­schie­de­nen The­men wie Frau­en­prie­ster­tum, Kar­di­nä­lin­nen, Auf­he­bung des Zöli­bats, kon­zen­triert sich der Kampf inzwi­schen auf die Fra­ge der Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner zu den Sakra­men­ten. Durch eine Bre­sche soll die gesam­te pro­gres­si­ve Agen­da nach­ge­reicht werden.

Nach den Kar­di­nä­len Marx und Leh­mann und den Bischö­fen Zol­lit­sch, Acker­mann und Fürst stell­te sich nun auch Kar­di­nal Wal­ter Kas­per auf die Sei­te der Rebel­len. Der bereits eme­ri­tier­te, über 80jährige ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de des Päpst­li­chen Rats zur För­de­rung der Ein­heit der Chri­sten sag­te laut der Ham­bur­ger Wochen­zei­tung Die Zeit zum The­ma wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne: „Ich den­ke, daß da Ände­run­gen und Öff­nun­gen not­wen­dig sind“. Das Blatt prä­sen­tiert den ehe­ma­li­gen deut­schen Kuri­en­kar­di­nal als „Ver­trau­ten“ von Papst Fran­zis­kus (sie­he dazu auch Die War­nung an Bene­dikt XVI. von einem … Kas­per – Anti-Ratz­in­ger-Pon­ti­fi­kat in Pla­nung).

.… und die Hinrichtung des Heiligen Thomas Morus zur Notwehr

Der Kar­di­nal gab zu ver­ste­hen, daß er sich einen „Kurs­we­chel“ in Rom erwar­te und die­sen auch wün­sche, denn es müs­se auch für wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne mög­lich sein „wie­der voll am christ­li­chen und kirch­li­chen Leben teil­zu­neh­men“, so der Kar­di­nal. Den radi­ka­len Ein­griff in die katho­li­sche Ehe­leh­re begrün­de­te der Kar­di­nal unter Hin­weis auf die „Barm­her­zig­keit“: „Was bei Gott mög­lich ist, näm­lich Ver­ge­bung, das soll­te auch in der Kir­che gelin­gen.“ Die Glau­bens­leh­re dür­fe nicht dazu miß­braucht wer­den, Ein­zel­ne zu „dis­kri­mi­nie­ren“, zitier­te etwa der Öster­rei­chi­sche Rund­funk den Kardinal.

Damit spielt auch der Kar­di­nal jene Flö­te, die Jesu Gebot gegen Got­tes Barm­her­zig­keit aus­pielt, wobei die Barm­her­zig­keit das Gebot als sol­ches auf­he­be. Ein neu­er Zun­gen­schlag, an dem Papst Fran­zis­kus nicht unschul­dig ist mit sei­ner „pasto­ra­len“ Schwer­punkt­set­zung. Folgt man den Denk­ka­prio­len des Kar­di­nals, dann habe die Katho­li­sche Kir­che 2000 Jah­re die Men­schen mit dem Ehe­sa­kra­ment „dis­kri­mi­niert“. König Hein­rich VIII. war dem­nach kein Kir­chen­spal­ter und die von ihm hin­ge­rich­te­ten Tho­mas Morus und John Fisher auch kei­ne Mär­ty­rer und Hei­li­gen. Hein­rich VIII. war viel­mehr das Opfer einer „dis­kri­mi­nie­ren­den“ Kir­che, der sich in Not­wehr sei­nes Lord­kanz­lers und des kir­chen­treu­en Kar­di­nals erwehr­te, die ihn wei­ter dis­kri­mi­nie­ren wollten.

Quotenkatholiken mit leerem Katholizitäts-Akku

Damit zur zwei­ten Mel­dung: Katho­lisch Halb­ge­bil­de­te und blo­ße Eti­ket­ten­ka­tho­li­ken tre­ten im Namen der Katho­li­schen Kir­che auf und bestim­men weit­ge­hend das „katho­li­sche“ Bild in den welt­li­chen Medi­en. Chri­sti­ne Hai­den, die Chef­re­dak­teu­rin der kir­chen­steu­er­fi­nan­zier­ten Welt der Frau, her­aus­ge­ge­ben von der Katho­li­schen Frau­en­be­we­gung Öster­reichs stell­te dies erneut unter Beweis. Hai­den for­der­te in einem Gast­kom­men­tar für eine Tages­zei­tung die „Gleich­stel­lung von Mann und Frau in allen Berei­chen der Kir­che“. Gesche­he dies nicht, so ihre her­ab­las­sen­de Mah­nung, mit der sie sich gleich über den Papst erhob, wür­den auch alle „Reform­ver­su­che“ von Papst Fran­zis­kus „ober­fläch­lich“ blei­ben. „Vie­le struk­tu­rel­le Pro­ble­me der der­zei­ti­gen Kir­che – auch jener aus­ufern­de Kle­ri­ka­lis­mus, den der Papst kon­sta­tiert – hän­gen mit der Sepa­ra­ti­on der Geschlech­ter zusam­men“, will Hai­den wissen.

In welt­li­chen Tages­zei­tun­gen, Wochen­ma­ga­zi­nen und im öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk kom­men zum The­ma Kir­che, bis auf sel­te­ne Aus­nah­men, nur die „übli­chen Bekann­ten“ als Gast­kom­men­ta­to­ren zu Wort. Voll­mun­di­ge, im Namen der Kir­che auf­tre­ten­de „Exper­ten“, deren Aus­sa­gen sich vor allem dadurch kenn­zeich­nen, daß ihr Katho­li­zi­täts-Akku stän­dig leer zu sein scheint. So auch Hai­den, die zu einem der eben­so übli­chen, geist­lo­sen „Gedan­ken­ex­pe­ri­men­te“ ein­lädt: „Was wäre, wenn die Päp­stin einer Kir­che…“. Spä­te­stens an die­ser Stel­le weiß der noch eini­ger­ma­ßen gesun­de katho­li­sche Men­schen­ver­stand, daß jedes Wei­ter­le­sen rei­ne Zeit­ver­geu­dung ist. Die Autorin tritt für alles mög­li­che ein, nur nicht für den katho­li­schen Glau­ben und die Katho­li­sche Kirche.

Dreiste „Gedankenexperimente“ wie sie schon die Apostel von Besserwissern zu hören bekamen

Der Rest ist auch bei Hai­den dreist-anma­ßen­de Beleh­rung im ewig empört-lar­moy­an­ten, for­dernd-arro­gan­ten Ton. Und man kann sich gut die vie­len jüdi­schen, heid­ni­schen, sek­tie­re­ri­schen Bes­ser­wis­ser der Zeit Jesu und der Apo­stel vor­stel­len, die schon damals Ihm und den Jün­gern erklä­ren woll­ten, daß alles doch ganz anders sei. Wie es für Jesus und für fast alle Apo­stel ende­te, das weiß man auch: Und bist du nicht wil­lig, so brauch ich Gewalt.

Jeder Tag, den eine sol­che Chef­re­dak­teu­rin mit Kir­chen­gel­dern län­ger im Amt bleibt und eine sol­che Zei­tung erscheint, ist ein ver­lo­re­ner Tag für Chri­stus und ein Scha­den für die Kirche.

Intellektuell redliche Entscheidung notwendig: wer nicht katholisch sein will, sollte gehen

Pseu­do­ka­tho­li­ken wie Chri­sti­ne Hai­den wären vom Bischof vor­zu­la­den und vor eine kla­re, kor­rek­te und vor allem intel­lek­tu­ell red­li­che Alter­na­ti­ve zu stel­len: ent­we­der sie wol­len katho­lisch sein, dann haben sie sich gläu­big der kirch­li­chen Leh­re zu unter­wer­fen, die ihnen der Bischof groß­zü­gig und mit Geduld dar­le­gen soll­te, denn viel­leicht ken­nen sie sie ja wirk­lich nicht; oder sie wol­len nicht katho­lisch sein, dann soll­te man sie ihrem frei­en Wil­len ent­spre­chend ihrer Wege zie­hen las­sen. Le Loi, c’est moi mag ein geflü­gel­tes Wort der Mäch­ti­gen sein, den­noch gibt es kein La foi, c’est moi, weder für Hai­den noch für Theo­lo­gen a là  Paul Zuleh­ner oder Hans Küng und eben­so­we­nig für Kar­di­nä­le wie Marx, Leh­mann oder Kas­per, ja nicht ein­mal für einen Papst. Aka­tho­li­ken wie Hai­den unter fal­scher Flag­ge segeln zu las­sen, um eine ver­gif­te­te Pro­pa­gan­da zu ver­brei­ten, ist ein Ärger­nis vor Gott und den Gläu­bi­gen. Sie hilft kei­ner Frau und kei­ner Fami­lie katho­lisch zu sein und das Ewi­ge Leben zu gewinnen.

Wo die Inhal­te ver­blas­sen und offen­sicht­lich selbst nicht mehr geglaubt wird, was Mut­ter Kir­che seit 2000 Jah­ren lehrt, wie es ihr von Chri­stus auf­ge­tra­gen wur­de, tre­ten „Struk­tur­re­for­men“ in den Vor­der­grund und domi­nie­ren die Sze­ne. Doch die erste und ein­zi­ge „struk­tu­rel­le“ Reform, die der Kir­che drin­gend Not tut, ist es, dafür Sor­ge zu tra­gen, daß über­all auch Katho­li­sches drin­nen ist, wo „katho­lisch“ drauf­steht, in Diö­ze­san­stel­len, Ver­bän­den, Medi­en, Fakul­tä­ten, Semi­na­ren. Wo dies nicht mög­lich sein soll­te, ist die ent­spre­chen­de Ein­rich­tung zuzu­sper­ren. Mit ande­ren Wor­ten ist dem größ­ten Eti­ket­ten­schwin­del aller Zei­ten ein Ende zu berei­ten, der sich auf allen Ebe­nen in der katho­li­schen Welt ein­ge­schli­chen hat. Folgt hier kei­ne Abhil­fe, darf sich nie­mand wun­dern, als letz­te die zustän­di­gen Diö­ze­san­bi­schö­fe, daß größ­te Ver­wir­rung dar­über herrscht, was denn eigent­lich katho­lisch ist und war­um die katho­li­sche Stim­me in der Welt nur mehr schwach oder ver­zerrt zu hören ist.

[Update] Die im Arti­kel genann­te Chef­re­dak­teu­rin von Welt der Frau, Chri­sti­ne Hai­den über­mit­tel­te nach­fol­gen­de Rich­tig­stel­lung: „Welt der Frau erhält kei­nen Cent Kir­chen­bei­trä­ge. Ihre Dar­stel­lung, dass es
sich um ein kir­chen­steu­er­fi­nan­zier­tes Medi­um han­delt, ist sach­lich zu 100 Pro­zent falsch. Wir finan­zie­ren uns aus­schließ­lich aus dem Ver­kauf von Abos, Büchern und Anzei­gen. Wir bekom­men auch kei­ne Presseförderung.“

Text: Mar­tha Weinzl/​Giuseppe Nardi
Bild: Mes­sa in Latino/​Diözese Linz

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Katho­li­sches war die erste katho­li­sche Publi­ka­ti­on, die das Pon­ti­fi­kat von Papst Fran­zis­kus kri­tisch beleuch­te­te, als ande­re noch mit Schön­re­den die Qua­dra­tur des Krei­ses versuchten.

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