Furcht oder Prophetie? – "Der nächste Papst wird Lateinamerikaner sein"

Scorzelli PastoraleEin Leser schrieb dem traditionsverbundenen Kunst- und Kulturkritiker Francesco Colafemmina folgenden Kommentar auf dessen Blog Fides et Forma:

„Möge Gott euch barmherzig sein … denn, statt euch um die Evangelisierung der Heiden zu kümmern, verbringt ihr eure Zeit damit, euch um die Mode und die Garderobe des Hl. Vaters, des Stellvertreters Christi auf dieser Erde zu kümmern! … (und nicht von Dolce & Gabbana oder Valentino wie ihr glauben machen wollt! … Hm, und dann fragt ihr euch, warum die Leute sich von der Hl. Römischen Kirche abwenden. Möge Gott euch vergeben.  L.F.“

Dazu die Antwort Colafemminas:

Für acht Jahre ertrug Benedikt XVI. die Kritik von Melloni 1)Alberto Melloni, progressiver Kirchenhistoriker, Mitarbeiter von Giuseppe Alberigo an der Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils, Vertreter der progressiven „Hermeneutik des Bruchs“, gegen die Benedikt XVI. auftrat, Mancuso 2)Vito Mancuso, ehemaliger Priester (1986 von Carlo Maria Martini geweiht), progressiver Theologe, unterrichtet Geschichte der theologischen Lehren an der Universität Padua, vom linken Mainstream als Kritiker der Kirche unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hofiert, Enzo Bianchi 3)Gründer und Prior der ökumenischen Ordensgemeinschaft von Bose, die er zum Ende des Zweiten Vatikanums mit der Sondererlaubnis von Michele Kardinal Pellegrino gründet, auch Protestanten aufnehmen zu dürfen, der Laie Bianchi wird als Prediger in katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen und durch seine in Buchform erschienenen Meditationen bekannt, Stammautor in zahlreichen nicht traditionsverbundenen katholischen Medien und vieler ähnlicher Stimmen. Es waren nur die sogenannten „Traditionalisten“, besser gesagt die Unterstützer Benedikts und des Papsttums allgemein, die sich über diese Kritik empörten. Aus verschiedenen Gründen, aber vor allem aus einem: Die gegen Benedikt XVI. erhobene Kritik erwuchs aus einer ständigen Unruhe, die nach „Erneuerung“, „Veränderung“ und „Revolution“ verlangte. Aus dem revolutionären Geist des Zweiten Vatikanums, das Benedikt XVI. uns aber lehrte, in der Kontinuität der vorkonziliaren Kirchengeschichte zu lesen.

Vielleicht war Benedikt ein Träumer, vielleicht übte er aber einfach nur kohärent seine Rolle als Katechon aus, und damit jene bremsende Macht, die nicht sich selbst verkörpert, nicht die eigenen individuellen Gedanken, sondern die diachronische, bewahrende Kraft der Kirche.
Jedenfalls haben sich nach dem Verzicht von Benedikt alle dunklen Wolken über dem Vatikan mit einem Schlag aufgelöst. Heiteres Wetter kehrte zurück. IOR, Kurie, Pädophilie, Vatileaks usw. gehören alle der Vergangenheit an … Wie sagte ein Priester bei der Messe zu Ostern: „Mit Papst Franziskus atmet man neue Luft“.

Aber wie setzt sich diese neue Luft zusammen? Hauptsächlich aus symbolischen Neuerungen:

  • Der Name ist völlig neu (Johannes Paul I. zählt nicht, weil er seine beiden Vorgänger ehrte. Um einen Papst mit einem neuen Namen zu finden, muß man bis Papst Lando im Jahr 914 zurückgehen.
  • Ein Silberkreuz (nicht Eisen) statt Gold
  • Schwarze Schuhe statt rote.
  • Weißer Talar ohne Mozetta, Rochett und Stola
  • Weißer Stuhl statt Thron
  • Die Ferula Pauls VI. statt der Benedikts
  • Die Messe nicht gesungen
  • Predigten ohne Mitra und stehend
  • Pauperistische und schwarz geränderte Gewänder statt der Meßgewänder Benedikts XVI.
  • Predigten kurz und dennoch sich wiederholend
  • Wohnung in SanctঠMartঠund nicht im Apostolischen Palast
  • Selbstbezeichnung als Bischof von Rom und nicht als Summus Pontifex

Die Auflistung ist provisorisch. Aus ihr ist dennoch eine offenkundige Diskontinuität mit Papst Benedikt ablesbar. Diskontinuität, in vielerlei Hinsicht, nicht nur gegenüber Benedikt, sondern mit allen bisherigen Päpsten. Ich lege Wert darauf festzuhalten, daß diese Diskontinuität nicht nur „von vier urteilsunfähigen Traditionalisten behauptet“ wird, sondern das Ergebnis des klaren, ausdrücklichen und entschlossenen Willens von Papst Franziskus ist.

Sicher, man wird nun widersprechen und einwerfen, daß der Stil von Papst Franziskus “nüchtern“, “zart“ und “volksnahe“ ist. Persönlich bin ich der Meinung, daß es sich dabei nur um Demagogie handelt. Anders ausgedrückt, um einen geplanten und überlegten Willen, ein anderes Zeichen zu setzen und allgemein ein neues Bild des Papstes und des Papsttums zu vermitteln. Und um das zu tun, hat Franziskus – unabhängig von allem übrigen – den einhelligen Konsens der Massenmedien. Er ist der „Befreier“, den man sich nach dem „Tyrannen“ Benedikt XVI. erhoffte.

Vielleicht redet er ja von Barmherzigkeit ohne von Bekehrung, Reue, Gottesfurcht, Hölle … Vielleicht hat er sich das Motto Luthers zu eigen gemacht „pecca fortiter sed crede fortius“, aber man weiß ja, die Hölle ist leer und die Kirche, die einen erzürnten Gott zeigt, ist ein altes Überbleibsel einer Vergangenheit, die nicht mehr Angst macht. Warum aber erwähnt dann der Papst so oft den Teufel? Ist der Teufel vielleicht eine Art von innerem Dämon, der sich wie eine Trennwand zwischen die Gläubigen und Gottes Liebe schiebt? Ist vielleicht die Willensfreiheit nur ein Zauberwort ohne jede Bedeutung?

Wer weiß! Sicher, die Tatsache muß einige getroffen haben, daß der Papst die Füße junger Gefangener küßte – eine absolut löbliche Geste, wenn sich nicht auch dort die aufdringliche Demagogie der Bilder dazwischengeschoben hätte – aber nach den Wandlungsworten nicht vor Unserem Herrn niederkniet, um einen Moment der Anbetung zu halten. Ich sage muß, denn in Wirklichkeit haben sich keine relevanten Stimmen des Widerspruchs gegen Papst Franziskus erhoben. Vielleicht aus einer gewissen Vorsicht, die opportun und klug ist.

Aber ich verzichte heute lieber auf Opportunität und Klugheit und behaupte, daß mir Papst Franziskus nicht authentisch scheint. Ich sehe in seinen Gesten nicht naiv das Fehlen jeglicher Planung, die andere zu erkennen meinen. Ich denke nicht, daß ein 76 Jahre alter Mann, der bereits Kardinal und Erzbischof war, in seinen Handlungen so naiv und authentisch ist.

Nein, ich glaube vielmehr, daß alles konstruiert und geplant ist, seit Jahren. Und es belustigt mich ein bißchen zu sehen, daß die Kommentatoren, die mit einem Schlag alle Bergoglianer geworden sind, nun plötzlich den „Traditionalisten“ Aufmerksamkeit schenken, die Papst Franziskus kritisieren, sich dabei aber lediglich auf die äußeren Aspekte dieser Kritik, ich würde von vatican-fashion seiner Neuerungen sprechen, beschränken.

Nein, die vatikanische Mode, ich kann es diesen Kommentatoren versichern, interessiert uns überhaupt nicht. Uns interessiert die Kontinuität, eine Kirche die weder aus vielen kleinen unabhängigen Zellen noch aus einem „davor“ und „danach“ besteht. Und im konkreten Fall ist es leider Papst Franziskus, der diese Distanz zwischen einem „vorher“ und einem „danach“ betont. Besser gesagt, es sind seine Wähler, die verschiedenen Sodanos (der jahrelang zum Schaden Benedikts komplottierte), und die verschiedenen Res, Danneels, Lehmanns, Hummes … Alles Leute, die in ihren Köpfen den „Schock Franziskus“ seit Jahren planten.

Das habe ich schon 2009 geschrieben, als ich meinen Roman La Serpe fra gli Ulivi (Die Schlange im Olivenhain) verfaßte, und vielleicht bin ich deshalb gegenüber Papst Franziskus so skeptisch. Heute nahm ich mein damaliges Buch wieder zur Hand und las die Seiten 278-279 nach:

Der Kardinal mit seinem würdevollen und strengen, wenn auch manchmal schleimigen und hämisch boshaften Gesicht hatte es geschafft, eine beachtliche Gruppe von Bischöfen, Priestern und anderen Mitgliedern des Kollegiums zu sammeln. Ihr Ziel war es, die Kirche in einem dauerhaft schlechten Zustand zu halten: die Rolle des Papstes zu schwächen, die Glaubwürdigkeit der Orthodoxie zu untergraben, eine tiefgreifende, glitschige Widersprüchlichkeit zwischen dem katholischen Anspruch und dem Privatleben der Hierarchien zu fördern.

Diese ständige Schwächung der Kirche konnte nicht offen bewerkstelligt werden. Sonst wären sie Gefahr gelaufen, als die wirklichen Urheber der Apostasie erkannt zu werden. Sie mußten hinter den Kulissen arbeiten. Sie brauchten einen Papst, der wirklich heilig war! Einen orthodoxen, gerechten und aufrechten Papst, im Glauben und in der Lehre. Seiner hätten sie sich bedient, um die Kirche zu zerstören, so wie die Welt sie kannte. Ihr Programm war ja schließlich nicht banal.

Sie haben innerhalb des Vatikans ein beständiges Werk aufgezogen, um den orthodoxen und gerechten Papst zu diskreditieren. Um zu zeigen, daß seine Entscheidungen, seine Sicht der Welt, ja selbst sein Glaube überholt, alt und für den modernen Menschen unvertretbar seien. Sie setzten ihn weltweiten Medienkampagnen aus, indem sie Aufsehen um kleine kirchliche Ereignisse inszenierten, die sie ad hoc aufbliesen.

So bereiteten sie ihr Pontifikat vor. Das, bei dem der wirkliche Apostat gewählt werden sollte, der wirkliche Gegenpapst. Diesen hegten und umschmeichelten sie sorgsam. Sie erfüllten ihm jeden nur denkbaren Wunsch, jede Ambition, nur damit er sich still verhielt: ein Kardinal unter vielen. Zum geeigneten Zeitpunkt, wenn die Kirche diskreditiert, mißhandelt, gedemütigt durch die Staaten und deren freimaurerische und aufklärerische Staatsmänner, wenn der heilige und aufrichtige Papst aus den Herzen der Christen ausgelöscht sein würde, erst dann würden sie ihren Plan umsetzen.
Der neue Papst wird ein Lateinamerikaner sein.

Ich hoffe nicht prophetisch gewesen zu sein.

Übersetzung: Giuseppe Nardi
Bild: Fides et Forma

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1. Alberto Melloni, progressiver Kirchenhistoriker, Mitarbeiter von Giuseppe Alberigo an der Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils, Vertreter der progressiven „Hermeneutik des Bruchs“, gegen die Benedikt XVI. auftrat
2. Vito Mancuso, ehemaliger Priester (1986 von Carlo Maria Martini geweiht), progressiver Theologe, unterrichtet Geschichte der theologischen Lehren an der Universität Padua, vom linken Mainstream als Kritiker der Kirche unter Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hofiert
3. Gründer und Prior der ökumenischen Ordensgemeinschaft von Bose, die er zum Ende des Zweiten Vatikanums mit der Sondererlaubnis von Michele Kardinal Pellegrino gründet, auch Protestanten aufnehmen zu dürfen, der Laie Bianchi wird als Prediger in katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen und durch seine in Buchform erschienenen Meditationen bekannt, Stammautor in zahlreichen nicht traditionsverbundenen katholischen Medien

60 Kommentare

  1. Nur eine kurze Anmerkung: dass die Hölle leer sei, diese häretische Behauptung stammt unter anderem von Hans Urs Kardinal von Balthasar.

      • Die Hölle ist voll und Dante sah es.
        „Sich der Gier nach Gold und Pomp zu widersetzen“
        Wie das geht, macht der neue Papst vor.
        Vor Ihm schrieb ein Papst:
        „Was die Welt schön macht“.
        Mit einem Vorwort von einem Bankdirektor dessen Bank den innovativen Weg beschritt: Auflage von Hedge-Zertifikaten, und Zweitmarkt für US-Lebensversicherungen. Ich hoffe das der neue Papst sich von solchen Menschen fern hält.
        Heute ist der Vorwort Schreiber und Bankdirektor zuständig für die Kontakte zu Politik und Gesellschaft und betreut kirchliche Kunden wie Klöster und Diözesen.
        Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  2. Warum habe ich das Gefühl, das dieser Beitrag das hervorhebt und mir fast aus der Seele spricht! Es ist ja doch schon ein komischer Zufall, dass Papst Benedikt XVI. erst in lauter „Skandale“ schlittert, die scheinbar hausgemacht waren, Pädophilenskandal, den man ihm unterschieben wollte, dann die Sache mit dem Kammerdiener. Der Papst tritt zurück und… der Kardinal, der schon beim Konklave aus dem Benedikt XVI. als Papst hervorging, wird jetzt zu seinem Nachfolger gewählt…
    Ist mir alles schon ein Rätsel….

  3. Bevor ich diesen Beitrag Colafemminas las, fragte ich mich – über mich selbst erschrocken -, ob ich diesem Papst vertrauen kann. Auch mir erscheinen seine ausdrucksstarken äußerlich sichtbaren Handlungen nicht authentisch und spontan, sondern wenigstens teilweise inszeniert. Ich sehe mich nun nicht mehr allein mit meiner Meinung und bin über diese Tatsache noch mehr beunruhigt, denn ich wäre lieber vom Gegenteil überzeugt worden. Ich fürchte mich als traditionsverbundenr Katholik tatsächlich vor dem, was uns dieses Pontifikat noch alles bescheren mag.

  4. Nehmen wir doch als Besipiel den (reichlich verspäteten) Skandal um Benedikts Regensburger Rede. Duch ein völlig harmloses, aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat wurde über dunkle Kanäle die islamische Welt zu Massenprotesten angestachelt. Dieser „Skandal“ war übrigens der erste, in einer langen Folge, der dafür sorgte, dass die Aura der Gelehrtheit, die Benedikt bis dahin umgab und ihn für seine Kritiker schier unangreifbar machte, nachhaltig beschädigt wurde. Sein Nachfolger setzte mit dem öffentlichen Küssen und Berühren von weiblichen Extremitäten ein viel skandalträchtigeres Zeichen gegen die muslimische Welt. Aber!? Nichts passiert. Kein Skandal, nicht einmal eine leichte Verstimmung bei den Mullahs oder bedenkliches Hinterfragen in der Presse . Alles schick. Daran erkennt man, dass die Skandale, denen Benedikt ausgesetzt war, konstruiert waren, um seine Person zu diskreditieren. Ja, Herr Colafemmina, in meinen Augen sind Sie ein Prophet!

  5. @ KonradGeorg:
    Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob sich von Balthasar sich die Hölle leer vorgestellt haben könnte oder sie für leer erklärt hat. Ich habe noch nie ein Buch von ihm gelesen und bin kein Theologe. Ich weiß nur, dass er (sicherlich vereinfacht und ohne den Kontext) mit diesem Satz in Verbindung gebracht wird, und dass traditionell von Kirchenlehrern und Heiligen nicht über eine solche Möglichkeit spekuliert worden ist.

  6. Stimme Francesco Colafemmina vollkommen zu. Der neue Papst, pardon, Bischof von Rom, ist ein Wolf im Schafspelz oder anders ausgedrückt ein Kuckucksei auf dem Stuhl Petri. Er wurde dorthin befördert, um die katholische Kirche langsam aber sicher aus ihrem Innersten heraus zu sabotieren. Traurig aber wahr. Das muß inzwischen jedem klar geworden sein, der einigermaßen klar und unabhängig denken kann und sich nicht von dem medialen Jubel bzw. Gehirnwäsche beeinflußen läßt und die unmißverständlichen Zeichen und Taten dieses schlauen Schauspielers zu deuten weiß. Nicht umsonst wurde dieser Mensch ausgerechnet am 13.03.13 bei Dunkelheit der gesamten Menschheit präsentiert. Die Kräfte, die hinter ihm stehen, mögen solche für sie tief symbolischen Spielchen, leider. Ja, hört sich alles wie eine verrückte Verschwörungstheorie an, aber warten Sie mal ab, was wir noch in den nächsten Wochen und Monaten von ihm serviert bekommen, ich ahne ganz schlimmes.

    • Es gibt eine Webseite http://www.diewarnung.net, die angeblich Privatoffenbarungen enthält, deren Glaubwürdigkeit ich nicht beurteilen kann oder möchte. Interessant ist aber, dass es seit dem Jahr 2011immer wieder Mitteilungen der Muttergottes oder Christi vermeldet werden, die dazu aufrufen, für den bedrängten Benedikt zu beten, da man ihm schwer zusetze und seine Tage im Vatikan gezählt seien. Benedikts Flucht aus dem Vatikan wird schon ein Jahr zuvor angekündigt. Sein Nachfolger wird als falscher Prophet bezeichnet, für die Kirche wird eine Leidenszeit vorhergesagt. Und dann heißt es, Benedikt werde die wahren Gläubigen aus dem Exil leiten. Irgendwie eigentümlich, wie manche Dinge doch passen!

      • Lieber Guiseppe, lassen Sie mich doch jammern. Sie können ja immer noch ganz kräftig für Papst Petrus Romanus beten sowie für die arme katholische Kirche, die er ganz fröhlich demolieren wird.

        • Da muss ich eine kleine Korrektur anbringen: Er heißt nicht Papst Petrus Romanus, sondern Papst Franziskus.

  7. Zunächst einmal ist festzuhalten, daß jeder Papst das Recht hat, seinen persönlichen Stil zu pflegen. Der sieht bei einem Lateinamerikaner ganz selbstverständlich anders aus, als bei einem Europäer.

    Daß Papst Franziskus die Liturgie nicht singt. liegt einfach an seinem fehlenden Lungenflügel. Hieraus eine grundsätzliche Entscheidung zu machen, ist lächerlich.

    Auch JPII hat die Mozetta mit dem weißen Hermelin nicht getragen, einfach, weil er das Stück nicht gemocht hat, also keine grundsätzliche Entscheidung.

    Die r.-k. Kirche war nie traditionalistisch, sondern hat in ihrer konservativen Grundeinstellung die Entwicklung immer im Spannungsfeld von Innovation und Tradition gesehen, nach dem Wort Pauli apostoli: „Prüfet alles, das Gute behalte!“ Bisher gibt es keinen Hinweis, daß Papst Franziskus von dieser konservativen Grundlinie abweicht. Die Südamerikaner haben eben eine andere Tradition, als die Europäer, und unser jetziger Papst bringt eben seine eigene Vorgeprägtheit und sein eigenes Traditionsverständnis mit. Was ist daran auszusetzen?

    Nachdem man sich insbesondere in Deutschland mit Randproblemen wie Zölibat (wobei man offenbar nicht einmal weiß was Zölibat wirklich ist, wie die ständige Verwechslung von Zölibat und priesterlicher Ehelosigkeit zeigt) und Frauenpriestertum befaßt, ist es kein Wunder, daß Deutschland auch an den Rand der kirchlichen Entwicklung gedrängt wird.

    U. a. in Südamerika (nicht nur dort) haben wir eine lebendige Kirche, und wir dürfen auf positive Impulse unseres jetzigen von dort kommnenden Papstes hoffen. Die dürften sowohl für unsere Traditionalisten, als auch für unsere Progresssten, erst recht für die 68er, recht unbequem werden.

    Wir Konservative jedenfalls haben kein Problem, uns mit der neuen Entwicklung zu arrangieren, so ungewohnt manches auch anmuten mag.

    • Ja, Herr Guttenberger, arrangieren Sie sich weiter und stecken Sie den Kopf in den Sand, so wie das alle „Konservativen“ seit über fünfzig Jahren machen und dabei mitschuldig werden an der erfolgreichen Durchsetzung einer Hermeneutik der Diskontinuität. Aber merken Sie sich, was ein konservativer Haus-und Hofphilosoph so schön ins Wort hob: Man hat nicht das Recht, das, was man zerstören half, nachträglich zu beweinen.

      • Carissimo,

        wo ist die Kontinuität zwischen dem biblischen Gottesbild und der Dreifaltigkeitslehre des 4. Jahrhunderts? SICHER NICHT IM BENUTZTEN VOKABULAR. Die Worte Hypostase und Ousia kommen entweder gar nicht oder nicht in der Bedeutung der wichtigsten Kirchenväter vor. Und dennoch glauben wir völlig zurecht, dass der Glaube der Kirchenväter genauso apostolisch ist wie unserer. Und warum? Weil es eindeutig um der größeren Präzision des Ausdrucks willen einen kräftigen theologischen Bruch durch das Nicaenum und Konstantinopolitanum gegeben hat…

        • Aber natürlich, clarissima, denn es handelt sich dabei nicht um einen Bruch, sondern um eine Entfaltung dessen, was im Ursprung, in den Evangelien und wohl auch bei den Kirchenvätern, angelegt ist.

        • Ich bin durchaus männlich 😉
          Eben nicht. Das merkt man am Bruch im Vokabular. Und im Denken. Lernen Sie Kirchengeschichte 😉

  8. Lasst uns beten für unseren Papst Franziskus.
    Der Herr erhalte ihn und stärke ihn und mache ihn glücklich auf Erden
    und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde hier.

  9. beten wir für unseren pontifex Franziskus
    ,der Herr erleuchte ihn,belebe ihn mit seinem allheiligen geist,
    bewahre ihn von allen Anfechtungen des teufels damit er die heilige kirche leite nach dem vorbild des heiligen vaters benedikt in der beständigen Kontinuität.dass der glaube unverfälscht und ohne falsche Kompromisse weiter gegeben wird.denn er ist das wichtigste,das uns zu wahren Gottes und Menschenliebe führt
    .beten,beten wir voll vertrauen
    ,denn es ist eine so grosse macht um das fromme gebet.

  10. Niemand weiß natürlich, was unter Bergoglio noch alles geschehen wird.
    Aber von „Barmherzigkeit ohne Bekehrung“ habe ich bisher von ihm nie etwas gehört, fast immer nur von Umkehr, ohne die wir das Heil nicht erlangen (ausdrücklich z.B. am Schluss des Karfreitag-Kreuzwegs. Hier redet er auffallend anders als z.B. Joh. Paul II, der auch Balthassar, von dem die Rede von der leeren Hölle stammt, zum Kardinal erhoben hat).
    Auch windet er sich am Kreuz Christi nicht vorbei, stellt es immer wieder ganz zentral in den Mittelpunkt.
    Er sagte gleich zu Beginn, wo nicht Gott verehrt wird, verehrt man den Teufel (letztlich also etwas anderes als die Einladung zu heidnischen Kulten nach Assisi 1986 und 2002).
    In seiner ersten großen Audienz wies er ausdrücklich darauf hin, dass Christus das Zentrum sein muss, nicht die Geistlichen, die nur Stellvertreter sind!
    Dem entsprechend hat er sich eher zurückhaltend präsentiert und meist eher schnell wieder zurückgezogen. Wenn er sich jemand besonders zuwandte, waren es Behinderte oder Kinder (allerdings: hier täte er mit einem Segen, den er nur selten spendete, der aber eigentlich von den Gläubigen erwartet wird, viel mehr als nur mit einem Kuss!), was für die christliche und auch franziskanische Frömmigkeit auch zentral ist.
    Er begann mit einem Gebet und mit der Bitte ums Gebet, wandte sich in seiner ersten Wallfahrt vor allem an Maria und an den hl. Papst Pius V.!

    All dies ist keine negative „Diskontinuität“!
    Allerdings bleibt die Frage, wie weit er die Not, in welche die Kirche durch Vorgänger gebracht wurde (Falschübersetzung der Wandlungsworte, Aufforderung zu heidnischen Kulten in Assisi, Korankuss, Allerlösungslehre, Aufgabe der Mission unter Juden usw.) auch ausdrücklich erkennt und korrigiert! Wie es die Kirche auch im Fall von Honorius I. getan hat.

    Beten wir weiter für unsere katholische Kirche, auf Christus bauend und dem apostolischen Glauben treu!

    • „Aber von „Barmherzigkeit ohne Bekehrung“ habe ich bisher von ihm nie etwas gehört, fast immer nur von Umkehr, ohne die wir das Heil nicht erlangen.“

      So? Da müssen wir unterschiedlichen Übersetzern lauschen, denn in der Tat predigt der neue Bischof von Rom ununterbrochen vom barmherzigen Vater, dessen Arme allen offen stehen, der alles verzeiht nur darauf wartet, den Sünder entgegenzukommen und in die Arme zu schließen. Höhepunkt dieser an lutherische Gnadentheologie erinnernden Exegese war die gestrige Mittwochsaudienz, in der er sich doch tatsächlich zu der Äusserung verstieg, dass Gott uns auch dann liebe, wenn wir Fehler machen, was im Kontext des Gesagten fast als ein Freibrief zum Sündigen interpretiert werden konnte. Einen deutlichen Verweis darauf, dass Gott unsere Umkehr und Bekehrung möchte und den reuigen Sünder liebt, habe ich von ihm hingegen explizit noch nicht gehört.

      • Bei der großen Angst davor, dass der Heilige Vater die Gnadentheologie zu sehr in den Vordergrund stellt, vergessen Sie nicht, lieber hicesthodie, dass die Sünde ungeahnte Attrappen und Masken kennt, derer die meisten Pharisäer deren Seite das hier zu sein scheint, reichlich bedienen lassen. Diese Pharisäer werden einmal beim Gericht dankbar dafür sein, dass ihnen Gott, der unbeirrbare Richter nach den vielen Sakramentenmissbräuchen trotzdem Gnade gewähren wird.

      • Bei der Mittwochs-Audienz sprach er über das neue Leben in Christus, wobei die Taufe als Beginn dieses neuen Lebens ausdrücklich hervorgehoben wurde (also nicht einfach: jeder Mensch ist erlöst…). Christ sein bedeute, „in Christus sein, denken wie Er, handeln wie Er, lieben wie Er, und zulassen, dass Er von unserem Leben Besitz ergreife und es umforme, es befreie von der Finsternis des Bösen und der Sünde“.
        Er sagte nicht nur, Gott liebe uns wie ein Vater „auch dann, wenn wir Fehler begehen“, sondern auch gleich darauf, dass „unsere kindliche Beziehung zu Gott täglich durch das Hören des Gotteswortes, durch das Gebet, durch die Teilnahme an den Sakramenten, besonders der Buße und der Eucharistie, und durch die Liebe genährt werden muss“.
        Es geht um Umkehr und Liebe.
        Wie gesagt, deshalb erscheint mir weniger die Lehre und die Betonung der franziskanischen Einfachheit durch Bergoglio ein Problem, als die Gefahr des Fortfahrens wie seine Vorgänger, durch die viele Katholiken in große Gewissensnöte gestürzt worden sind und durch welche die heilige Kirche in große Bedrängnis geraten ist und weshalb wir hier eigentlich auch erst über viele Dinge so besorgt diskutieren müssen!

        • Lieber röm.kath., natürlich sollten den Menschen keine unnötigen Lasten auferlegt werden, natürlich ist das Evangelium eine BEFREIENDE Botschaft. Aber die befreiende Kraft kann sich nur entfalten, wenn der Mensch sich ernsthaft darauf einlässt. Das heißt dann auch immer Kampf gegen menschlichen Schwächen. Die Gefahr, einer Wellness-Theologie zu frönen, ist heutigentags sehr groß. Wie mahnte schon der Schriftsteller Stefan George in seinem Gedicht: „Ich schaff euch für alles was selten und schwer/ Das Leichte.. ein ding das wie gold ist aus lehm..“

        • Was verstehen Sie denn unter Wellness-theologie? Übrigens ist es auch noch einmal eine Gnade, dass ein Mensch sich auf die befreiende Botschaft Gottes einlässt. Da gibt es eindeutig eine göttliche Prärogative.
          Und da Gott allmächtig ist, sehe ich nichts, das ihm überhaupt Widerstand leisten KÖNNTE, wenn er einen universalen Heilswillen hat!

        • So gibt es also keine (zugelassene) Macht des Teufels? Da fragen Sie mal bei Franziskus nach, clarissima!

        • Sie denken nicht groß genug von Gott. Es gibt Nichts, was ihm widersteht. Alles andere ist blasphemisch.

      • Verehrter hicesthodie. Was haben Sie denn anderes erwartet von einem gelehrten Jesuiten? Jesuiten sind immer für Ueberraschungen parat,das ist ein ganz schlaues Völklein…

        • Verehrter Leone, würde eher sagen, Jesuiten sind heutzutage mehrheitlich überschlau und überstudiert, die Folgen sind Neurosen, Exaltationen, ein bis ins Selbstzerstörerische gesteigerter Altruismus, was mit dem Verlust jeglichen Realitätssinns einherzugehen pflegt. Solche Leute meinen dann, sie könnten und müssten das Rad, die Welt oder den Glauben neu erfinden.

        • Lieber hicesthodie,

          ich nehme Ihr Argument mal ernst und vollziehe es nach.
          „Jesuiten sind heutzutage überschlau und überstudiert“
          Anm. 1: Sie setzen mit diesem Argument voraus, dass mindestens die Mehrheit der Jesuiten die von Ihnen beschriebene Eigenschaft haben. Meine Rückfrage: Ist das aus dem heutigen Jesuitensein erschließbar (eher nein, ich kann das an sich nicht erkennen). Also muss es eine empirische Tatsache sein: Das setzt voraus, dass Sie mindestens 9000 Jesuiten kennen. Das kann man wohl ausschließen. Also ist ihre Ausgangsprämisse problematisch.
          Die Folge der „Überschlauheit und Überstudiertheit“ – Begriffe, deren Inhalt sie nicht erläutern – sind psychische Problemerscheinungen.
          Anm. 2: Hm, zweifelsohne haben Hochbegabte bestimmte psychische Probleme. Aber warum die von Ihnen genannten? Welchen Psychologen, welche Studie nennen Sie als Gewährsleute?
          Sodann schließen Sie aus einem selbstzerstörerischen Altruismus ein überspanntes Selbstbewusstsein.
          Anm. 3 Das scheint mir überhaupt nicht nachvollziehbar zu sein.
          Könnten Sie Ihre Argumentation bitte nochmals darlegen?

        • Um diesen Schluss zu ziehen, muss man die Jesuiten nicht persönlich kennen, man muss nur analysieren, wie und wo der Orden sich engagiert. Insofern ist in der Tat vom Sein auf das Seiende, also vom Orden auf das Mitglied, zu schließen, denn es werden sich prinzipiell nur jene dem Orden einverleiben, die diesem Sein innerlich entsprechen. Am Beispiel Missbrauch können Sie übrigens recht gut den selbstzerstörerischen Altruismus ablesen. Es waren die deutschen Jesuiten, die mit diesen Informationen bei der Presse hausieren gingen und damit ihrem Orden und der Kirche einen unglaublichen Schaden zugefügt haben, indem sie das Vertrauen der Menschen(Gläubigen) in diese Institutionen nachhaltig erschütterten. Um Missverständnisse Ihrerseits auszuschliessen: ich lehne damit keinesfalls Aufklärung und Verhinderung von Missbrauch in der Kirche ab, aber man hätte diese Aufklärung vielleicht sogar viel effizienter intern und weniger Öffentlichkeitswirksam betreiben können.

        • Die Wahrheit wird uns freimachen (vgl. Joh 8,32). Es tut mir leid – wenn man die Wahrheit, dass Priester Kinder missbraucht haben und Bischöfe darüber das Mäntelchen des Schweigens gebreitet, ja sogar die rechtsstaatliche Verfolgung schwerer Verbrechen (die Sie hoffentlich nicht in Abrede stellen! Andernfalls pfui über Sie, gehen Sie beichten!) verhindert haben, als adäquateren Weg bezeichnet, dann hat man die fleischgewordene Wahrheit schon verlassen… P. Mertes hat verantwortungsvoll für Kirche und Orden gehandelt. Und Papst Benedikt XVI. hat ihn ja auch faktisch mit der Null-Toleranz-Linie bestätigt. Gottseidank.
          Zu Ihrer Argumentation: „Wo“ und „Wie“ sind Akzidentien, die nicht auf das Sein schließen lassen. Das ist Aristoteles, den der Hl. Thomas, unser aller Lehrer in Theologie, schlicht den Philosophen nennt. Schwach finde ich, dass Sie gestehen, fundamentale Aussagen über einen Orden zu machen, dem unser aller Heiliger Vater angehört und dem wir zu gehorchen haben (oder tun Sie das etwa nicht?), ohne ein Mitglied zu kennen!

          Übrigens: Nicht P. Mertes hat der Kirche Schaden zugefügt, sondern die viel zu vielen Priester, die Kinder geschlagen, gedemütigt und missbraucht haben!

        • Es ist die Frage nach dem Umgang mit der Wahrheit, die in Klugheit erfolgen muss. Verhinderung und Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs ist richtig. Doch was oder wem nützte die mediale Verbreitung der Schuld dieser Priester? Den Opfern, wohl kaum! Den Schuldigen, wohl kaum! Der Kirche, mitnichten! Der Strafverfolgung und damit der Gerechtigkeit? Lachhaft! Denn der Staat verfogt diese Taten eben nicht! Sie sind verjährt. Das staatliche Strafmass kann zudem die wahre Grösse, die geistliche Dimension der Schuld dieser Geistlichen gar nicht bemessen. Was kommt also summa sumarum bei dieser Art jesuitischen Umgangs mit der „Wahrheit“ heraus? Nichts als Schaden, für die Gläubigen, für die Kirche und für die Gesellschaft, denn der Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust ist immens. Und das haben Pater Mertens und seine Strategen zu verantworten. Und das meinte ich mit selbstzerstörerischem Altruismus.

        • Es ging keinem Jesuiten um mediale Verbreitung – den Opfern, an die Sie erstaunlich wenig denken, sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich zu melden und wenigstens eine Entschuldigung zu bekommen. Hätte die SJ nicht gottlob mit der Aufarbeitung begonnen, hätte sich der Papst heute noch nicht entschuldigt. Und es gibt immer noch genügend Taten, die nicht verjährt sind. Wenn die Glaubwürdigkeit der Kirche vom Verschweigen und inneren Regeln abhängt und nicht vom offenen Sichbekennen (schauen Sie sich nur die Bußpraxis der ersten Jahrhunderte an: wer damals sündigte, musste das von sich aus öffentlich bekennen!), dann hat die Kirche auch keine Glaubwürdigkeit verdient. Nehmen Sie sich Benedikt XVI. und seine öffentliche Entschuldigung zum Beispiel, der hat aus diesen Schändlichkeiten gelernt.

    • „Wo G–tt nicht verehrt wird,verehrt man den Tefel“.Falsch.Atheisten oder Angostiker und Materialisten verehren sicher nicht den Teufel,da sie nicht an ihn glauben!Ein japanisches Sprichwort sagt,man kann auch an den Kopf einer Sardine glauben…..

  11. Was schreibt ihr hier einen Schwachsinn … . Z.B.: Nach VatiLeaks ist es jedem römischen Papst nur zu empfehlen sich besser in Domus Sanctae Martae aufzuhalten als in einem abgobenen Palast – im wahrsten Sinnde des Wortes – denn der liegt völlig abgeschottet über dem ganzen vatikanischen Betrieb. Wer den Land kennt muss auch als Tradi zuerkennen, dass der Hl. Vater folgerichtig handelt. Ästhetische muss da hinten anstehen. So leid mir es auch tut. Ihr verkennt die ernste Lage der Kirche. Und wer sollte hier Erneuerung von innen her wagen könne als ein wahrer, traditioneller Sohn des Hl. Ignatius. Nehmen wir es ihm doch erstmal einfach ab.

    • Lieber Maternus,
      Sie reden aus meinem Herzen! Der Teufel tut hier das Seinige, um die Gemüter zu verwirren, siehe Leitglosse der heutigen Ausgabe der Deutchen Tagespost ! Der Teufel ist ein „Maßschneider“ und verführt das ganze „Tradipack“ zum Autorferentialität, also klerikaler Nabelschau.
      Der Heilige Vater hat nichts anderes als Gebet von uns verlangt.
      Beten wir für ihn und heiligen wir jede Kleinigkeit, die wir über den Tag machen um sie als Opfer Gott für diesen großartigen Papst zu schenken.

      • Sie schreiben: „Beten wir für ihn und heiligen wie jede Kleinigkeit, die wir den Tag machen um sie als Opfer Gott diesen grossartigen Papst zuschenken.“ Ein G–tt dem man ein ein Opfer schenken soll,ist kein G–tt ,das wäre ein G–tt der nicht über den Dingen steht und somit wäre Er NICHT VOLLKOMMEN,also kein G—tt,ein Wunschbild .. Was auch ein Widerspruch in sich selbst wäre.

  12. Abgesehen davon, dass dem Thema „Papst“ womöglich ein erheblich zu hoher Stellenwert eingeräumt wird. Die Hl. Dreifaligkeit wird über dem neuen Papst schon fast vergessen. Auch ein Papst ist nur ein Mensch und Menschen unterscheiden sich. Der Stellvertreter Christi auf Erden sollte nicht vergöttlicht werden. Die im Artikel beschriebenen Punkte sind letztlich Oberflächlichkeiten. Ist die Predigt, selbst wenn sie sich wiederholt unstimmig? Wird die hl. Dreifaltigkeit geleugnet? Ruft dieser Papst nicht gerade zur Beichte und zur Teilnahme an den Sakramenten auf?

    Haare in der Suppe lassen sich immer finden, wenn wir lange genug suchen. Uns bleibt eh nichts anderes übrig, als abzuwarten. Jede Regierung bekommt 100 Tage Schonfrist. Wir sollten demütig abwarten, wie es mit ihm weitergeht. Solange er keine Dogmen aufhebt, solange er die Liebe Gottes in der hl. Dreifaltigkeit proklamiert, solange habe ich zunächst keine Sorgen. Im Übrigen kommt es vor Gott nicht darauf an, was der Papst sagt, sondern wie der einzelne Gläubige seinen Glauben gestaltet. Wir persönlich werden auf den Richter treffen. Da wird er nicht fragen, was der Papst gepredigt hat, sondern ob wir da befolgt haben, was Christus Jesus uns aufgetragen hat. Wir sollten mit dem neuen Papst nicht schon vorurteilsweise ins Gericht gehen. Warten wir doch erstmal eine längere Zeit ab. Mal sehen, ob sich Vorurteile bestätigen oder sich zerschlagen. Wir sind alle – und da nehme ich mich nicht aus – im Leben schnell geneigt, über andere ein Vorurteil zu fällen. Wir wissen aber, dass das die falsche Lebenseinstellung ist. Wir haben nicht zu richten, sondern das ist allein Gott vorbehalten. So ist es auch mit diesem Papst. KOnzentrieren wir uns liebe auf Gott und auf das Verhältnis unserer Seele zu Jesus, dem Hl. Geist und Gott-Vater. Ich denke, dass wir damit unser religiöses Leben voll ausfüllen können. Jedes Wort des Papstes nun aufdie Goldwaage zu legen ist kleingeistig. Beten wir lieber für ihn!

  13. Ich muß mich über viele dieser Kommentare doch sehr wundern.
    Sicher soll man niemanden verurteilen und das hat ja auch hier niemand gemacht.
    Aber die Zeichen sprechen doch, nach meiner Meinung, für sich.
    Und das hat auch nichts mit persönlichen Stil zu tun.
    Wenn ich ein Amt übernehme, dann muß ich mich auch nach dem Amt und dem Verhalten meiner Vorgänger richten. Es könnte sich ja vermutlich auch keiner die Queen bei ihrer Rede im Parlament mit einer Baseball-Kappe und Shorts vorstellen.
    Außerdem hat exklusiv der römische Papst von Christus die Macht zum Binden und Lösen erhalten.
    Um den wahren Glauben bekennen zu können, muß zuerst einmal der wahre Glaube gepredigt werden. Wenn mir also jemand sagt, im Islam würde der gleiche Gott angebetet, dann ist das schon sehr grenzwertig.
    Im Übrigen rechtfertigen uns die Werke (Liebe) ohne wahren Glauben nicht. Deshalb war im Taufritus auch die erste Frege an den Täufling: „Was begehrst Du von der heiligen Kirche Gottes?“ Antwort: „Den Glauben.“ darauf „Was gewährt Dir der Glaube?“ Antwort: „Das ewige Leben.“. Sicher ist der Glaube ohne Werk tot. Aber Werke ohne wahren Glauben sind wie nicht vollbracht.
    Nun noch zu Gregor von Nyssa. Dieser übernahm von Origenes das Prinzip von der „Wiederherstellung aller Dinge“. Dadurch nahm er an, daß sogar Nichtgetaufte in den Himmel kommen und nahm selbst den Teufel nicht davon aus. Allerdings hat die Kirche diesen rein spekulativen Satz immer abgelehnt. Soweit ich weiß, gilt ja auch immer noch das Dogma: „Außerhalb der Kirche kein Heil.“. Man kann also durch die Barmherzigkeit Gottes in einer falschen Religion gerettet werde, aber nicht durch eine falsche Religion.

    • Nicht der römische Papst hat die Löse- und Bindegewalt erhalten sondern Simon Petrus. Derselbe war auch vor der römischen Zeit Bischof von Antiochien……

  14. Anmerkung zu Bazillus:
    Ich kann mich dem Gesagten nur vorbehaltlos anschließen.
    Jeder ist zuerst für sich selbst verantwortlich, dann für seine Familie und dann für andere.
    Man soll nicht in der großen Kirchpolitik rumstöbern um danach zu suchen, warum man selbst
    nicht mehr den Glauben leben kann.
    Es gibt einige rechtgläubige Zeitschriften und Internetportale mit vielen Buchempfehlungen,die die heute fehlenden echt katholischen Predigten ersetzen können.
    Um eine würdige hl. Messe muß sich ja auch jeder selbst kümmern.
    Laßt die Hierarchie machen, was sie will, wir können es nicht ändern, oder soll ich meinen Söhnen empfehlen: Werde Priester, wenn du dann mal Papst bist, kannst du alles zum Guten wenden?“
    Abschließend zwei Überlegungen, die für das persönl. Seelenheil nicht unbedingt wichtig sind:

    Am Wahlabend stellte ich sofort die Rechnung bezügl. der Symbolik an (13.03.2013). Ein offenbar ewiger Optimist meinte dazu hier in den Kommentarspalten, der 13. sei doch das Datum des Fatimatages und somit etwas marianisches. Leider hat er übersehen, dass die Fatimatage nur vom 13. Mai bis 13. Oktober gehalten werden…
    Natürlich muß man nicht hinter jeder Zahl eine okkulte Bedeutung lauern sehen, aber bei einer Häufung ist das so eine Sache mit dem puren Zufall.
    Gott vermag auch auf krummen Linien gerade zu schreiben und hat als Schöpfer aller Dinge (also auch der Zahlen) sicherlich keine Scheu davor, sie für seine Zwecke/Botschaften zu brauchen wie er will.
    So erschien in Lourdes die Gottesmutter der hl. Bernadette genau 18 mal (=3×6), ohne dass sich die Botschaften als die des Widersachers verorten ließen.

    Wenn Hans Urs v. Balthasar mit seinen Aussagen bezügl. der Hölle recht haben sollte, stellt sich für den Katholiken die Frage, ob ein Himmel, an dessen Tür er neben Petrus auch von Hitler und Stalin begrüßt wird, wirklich so erstrebenswert ist…

    • Nun, wenn ein Hitler und ein Stalin tatsächlich im letzten Augenblick aufrichtig bereut haben sollten – mir fällt das schwer zu glauben, aber es ist nicht unmöglich, da Gott mit seiner Gnade verschwenderisch umgeht -, dann werden auch diese beiden Tyrannen die selige Gotteschau nicht entbehren. Das, was zwischen den Seelen eines Stalin oder Hitler und Gott passiert, wissen wir nicht.
      Und im Übrigen: Ein Gott, der nicht nur solchen Scheusalen vergeben kann, weil er ihre Reue erweckte – das ist ein Gott, dem ich in Ewigkeit begegnen möchte!

  15. Manfred Kleine-Hartlage (http://korrektheiten.com/2013/03/14/papstwahl-franziskus-i-bergoglio/) hat auch schon gleich nach der Papstwahl massive Bedenken geäußert:

    … Wie wir jetzt erfahren – es war schon länger bekannt, aber man hatte sich nicht damit beschäftigt – kommt die Wahl Bergoglios keineswegs so überraschend, wie die Presse es jetzt darstellt. Tatsächlich war er schon 2005 der Kandidat der Anti-Ratzinger-Fraktion gewesen und hatte eine Sperrminorität von beachtlichen 40 Stimmen auf sich vereinigt. … Angesichts von Bergoglios jetzt tatsächlich erfolgter Wahl ist die Vermutung mehr als naheliegend, dass der Kern seiner Anhängerschaft aus denselben Kardinälen besteht, die ihn schon 2005 unterstützt hatten, um Ratzinger zu verhindern.

    … Warum hat gerade dieser Mann eine Anhängerschaft im Kardinalskollegium, die sich offenkundig in den Kopf gesetzt hatte, ihn auf Biegen und Brechen und über zwei Konklaven hinweg durchzusetzen?

    Ich fürchte, es geht nicht um den Mann, es geht um eine Agenda. Um eine Agenda, die wir nicht kennen, und die aus Gründen, die wir ebenfalls nicht kennen, mit genau dieser Person verknüpft ist. Welche Agenda das ist?
    Die Antwort werden wir vermutlich ziemlich bald bekommen …

    Ich bin zutiefst beunruhigt.

    • Also, also. Ich glaube diese ganzen Stimmenzahlen nicht. Kein Kardinal wird sie verraten haben!
      Davon abgesehen: Giuliano della Rovere hat in drei Konklavia versucht Papst zu werden und wurde es erst 1503. Dass es mehrere Versuche gegeben hat, kam öfter vor und ist nur für den anstößig, der halt eben mit dem jetzigen Papst Probleme hat.
      Als Katholik bin ich aber jedem Papst zu Gehorsam verpflichtet. Und alles, was ein Papst anordnet, hat sozusagen Anspruch auf die Rechtsgunst. Wir müssen alle zuerst annehmen, dass der Papst vom Heiligen Geist in der Wahrheit gehalten ist.

  16. Das ist der mit Abstand beste Artikel, den ich bis heute über diese eigenartige Papstwahl gelesen habe. Chapeau, Monsieur Manfred Kleine-Hartlage! Dennoch kann ich mir immer noch nicht erklären, warum Ratzingerianer (z.B. Ouellet oder die Afrikaner), da mitgespielt haben, und warum sie gerade dem Strippenzieher Sodano, doch wohl dem Inbegriff der kritisierten Kurie, gefolgt sind. Ich habe da überhaupt kein gutes Gefühl.

    • Das kann ich Ihnen schon sagen, warum die Ratzingerianer mitgemacht haben: Papst Franz ist der Papst der Kirche, dem sie Gehorsam versprochen haben – und diese Kardinäle haben offenkundig keine Zweifel an der Katholizität des Papstes. Das sollten wir alle nicht haben!

      • Das habe ich nicht gemeint. Natürlich sind sie gehorsam. Meine Frage war: warum haben sie im Konklave ausgerechnet dem Kandidaten, der schon 2005 als Anti-Ratzinger aufgebaut worden war, und der ausgerechnet von Sodano gefördert wurde, schlußendlich ihre Stimme gegeben? Dass sie jetzt wohl oder übel mit den Folgen leben müssen, das ist schon klar.

        • Weil es keinen wirklichen Gegensatz zwischen „Ratzingerianern“ und „Bergoglianern“ gibt, auch nicht zwischen Ratzinger und Bergoglio.

          Ich habe hier auf katholisches.info ja schon daran erinnert, dass die eine Hälfte der Kardinäle, die Bergoglio gewählt haben, von Ratzinger selbst eingesetzt waren, die andere Hälfte von dem Mann, den er selig gesprochen hat – und zwar <b<subito.

          Und nochmal: Ratzinger hat ja noch 5 Tage vor seinem Rücktritt Bergoglio befördert. (KNA-Beleg habe ich hier ja schon mehrfach angegeben o. verlinkt).

          Zusammen mit dem Umstand, dass er ja wissen musste, dass Bergoglio so viele Stimmen bekommt und bei seinem Abtritt also genau mit diesem als Nachfolger rechnen mußte, wird das Bild also völlig klar.

          Wobei ich nicht ausschließen will, dass dennoch auch „sanfter Druck“ auf Ratzinger selbst ausgeübt wurde o. auch Erpressung mit im Spiel ist.

          Muss aber nicht sein, dass nahezu 100% der Kardinäle Liberale waren (Altliberale, Halbliberale, Neo-Konservative) genügt eben völlig als Erklärung – und Ratzinger eben auch.

          Auch daran hatte ich ja schon erinnert: Kein geringerer als Ratzinger hat damit begonnen, die Tiara aus dem Papstwappen zu nehmen – welcher Tradition Bergoglio in bester Kontinuität gefolgt ist!

        • Die Diara aus dem Papstwappen zu nehmen hat nichts mit Diskontinuität zu tun. Wenn der Papst die Tiara nicht trägt, was hat sie dann im Wappen zu suchen! Der Bruch begann, als Paul VI. die Tiara niederlegte.

        • Auch das ist doch nicht schlimm? Wäre Bergoglio schon 2005 gewählt worden, wäre er damals schon Gottes Wahl gewesen, er wollte es eben erst jetzt. Ich weiß nicht, warum Sie ein Problem haben, dem rechtmäßig gewählten und rechtgläubigen Papst gehorsam zu sein. Ist das Gehorsam nach subjektivem Ermessen. Das möge Gott verhüten!

  17. Die Aufzählung von Colafemmina muss man, wie ebenfalls schon gepostet, ja nach hinten verlängern:

    – Vat. II: Kollegialität
    – Paul VI: legt Tiara ab
    – Joh P I: läßt sich gar nicht erst mit dieser Krönen
    – Joh P II: Ut unum sint (I. theologische Enzyklika-Attacke gg Papsttum), Dominus Jesus (II theolog. Enzyklika-Attacke gg Papstum)
    – Benedikt: nimmt Tiara aus dem Papstwappen
    – Bergoglio: folgt ihm darin, etc. (s. Colafemmina)

    • Und was ist so schlimm daran? Irgendwann hat auch ein Papst im Vergleich zu seinem Vorgänger die Tiara aufgesetzt. Petrus hatte sicher keine. Ist dann Johannes Paul I. näher an Petrus als Pius XII.?

  18. Dieses Kreuz von JP2, das jetzt auch F benutzt… Die gespreizten Beine, die hagere herabhängende, unförmige Gestalt. Was finden sie nur daran? Sieht für mich wie ein Spottbild aus.

    • Nun, dann trifft das Kreuz genau das, woran es uns Christen immer gemahnen soll: Christus wurde am Kreuz für die Botschaft der Liebe verspottet.

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