Selektive Abtreibung von Mädchen "logische Folge des feministischen Rechts auf Abtreibung" – Chef der „Horrorklinik“ weiter in Haft

(Mumbai) Der Arzt Sudam Munde bleibt weitere sechs Monate in Untersuchungshaft. Der Oberste Gerichtshof lehnte eine Freilassung auf Kaution ab. Der indische Arzt führte illegale Abtreibungen vom dritten bis zum neunten Schwangerschaftsmonat durch. Eine 28jährige Frau starb bei einem dieser Eingriffe. Die Ehefrau Saraswati Munde, der Mithilfe bei der Tötung ungeborener Kinder angeklagt, wurde hingegen auf Kaution enthaftet. Für Pascoal Carvalho, selbst Arzt in Mumbai und Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben, ist die Entscheidung des Höchstgerichts „eine deutliche Warnung an jene skrupellosen Ärzte, die jenes soziale Übel“ der gezielten Tötung von Mädchen betreiben.

Arztehepaar angeklagt illegale Abtreibungen bis zum 9. Monat durchgeführt zu haben

Das Paar Munde wurde berühmt-berüchtigt mit ihrer „Klinik des Grauens“. Sie beiden sollen in großem Stil ein organisiertes Geschäft mit illegalen Abtreibungen betrieben haben. Um die Beweise ihrer Verbrechen zu beseitigen, seien die getöteten Föten ihren Jagdhunden verfüttert worden. Der Bezirk Beed ist eine jener Gegenden Indiens, in denen das in der Natur ausgeglichene Geschlechterverhältnis unter neugeborenen Kindern durch selektive Tötung der Mädchen völlig verzerrt ist. In der Altersgruppe 0-6 Jahre wurden bei der Volkszählung 2011 auf 1000 Buben nur 801 Mädchen gezählt.

Seit 2011 sind allein in Indien drei Millionen Mädchen „verschwunden“

„Allein seit 2011 sind in Indien mindestens drei Millionen Mädchen ‚verschwunden‘ und wir wissen, daß die Tötung ungeborener Mädchen auch unter gebildeten und wohlhabenden Paaren verbreitet ist“, so Carvalho. „In den 70er Jahren wurden Tests eingeführt, um genetische Anomalien festzustellen. In Wirklichkeit werden diese Tests in großem Stil für die selektive Abtreibung mißbraucht, um das Geschlecht bestimmen zu können. Mädchen werden dann häufig getötet“, so der katholische Arzt.

1994 erließ die indische Regierung den Pre-Natal Diagnostic Technologies Act (PNDT), der den Mißbrauch dieser Tests zur Geschlechtsbestimmung verbot. Die Ärzte müssen begründete Listen der Patientinnen vorlegen, an denen sie diese Tests anwenden. Bei Zuwiderhandlung drohen dem Arzt eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren und eine Geldstrafe bis zu 10.000 Rupie. Das Massenphänomen der gezielten Tötung von Mädchen wurde jedoch ungebrochen fortgesetzt.

Das Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben sieht die Gründe für dieses Phänomen in der „patriarchalen Kultur Indiens“, die aus „Beherrschung, Ausgrenzung, Ausbeutung und Ausschluß“ bestehe und „eine Bevorzugung männlicher Kinder hervorbringt“. Das führe „zu einer systematischen Diskriminierung, die Frauen von Anfang an, noch bevor sie geboren werden, abwertet und entwertet“, so Dr. Pascoal Carvalho.

Abtreibung zerstört die Achtung vor der Heiligkeit des Lebens

Zum Fall Munde nahm auch Msgr. Garcia, der Vorsitzende der Familienkommission der indischen Bischofskonferenz Stellung: „Es handelt sich um einen weiteren Fall von Greuel und Diskriminierung gegen Mädchen. Wir müssen uns über jede Abtreibung empören, ganz gleich ob ein männlicher oder ein weiblicher Fötus getötet wird. Das Leben jedes Menschen ist heilig ab seiner Zeugung. Die Abtreibung zerstört jede Achtung vor der Heiligkeit des Lebens. Warum sollen wir uns über die Abtreibungen von Mädchen wundern? Jede Abtreibung sollte verboten werden.“ Rechtfertige man die Abtreibung aufgrund eines angeblichen „Entscheidungsrechts“, wie es die Feministinnen fordern, dann „müßte eine Frau auch das Recht haben, entscheiden zu können, ob sie ein Mädchen haben will oder nicht. Die selektive Tötung von Mädchen ist nur eine logische Folge eines pervertierten ‚Rechts auf Entscheidung‘.“

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild. Asianews



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