Gericht stellt Blasphemieverfahren gegen die behinderte Christin Rimsha Masih ein – "Wichtiger Präzedenzfall"

(Islamabad) Der Oberste Gerichtshof von Islamabad verwarf die Anklage wegen Blasphemie gegen Rimsha Masih, ein behindertes, christliches Mädchen. Rimsha war von einem Imam beschuldigt worden, Seiten des Koran verbrannt zu haben. Das Mädchen war im vergangenen August wegen der Vorwürfe von Imam Khalid Jadoon Chishti verhaftet worden. Rimsha wurde in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht und in Isolationshaft gehalten, nachdem moslemische Extremisten sie und ihre Familie zu ermorden versuchten. Nach dem Vorfall mußten 600 christliche Familien von Umara Jaffar, einem Stadtteil von Islamabad vor fanatischen Moslems flüchten. Der Fall des Mädchens und der antichristliche Pogrom wurde international bekannt. Vor allem wegen des jungen Alters des beschuldigten Mädchens und ihrer Behinderung. Bald stellte sich heraus, daß Beweise manipuliert waren, um die Christin beschuldigen zu können.

Einziger christlicher Minister Pakistans begrüßt Entscheidung als „wichtigen Präzdenzfall“

Minister Paul Bhatti, das einzige christliche Regierungsmitglied Pakistans, der sich besonders für Rimsha Masih eingesetzt hat, begrüßte die Entscheidung des Gerichts als „wichtigen Präzedenzfall“ im Zusammenhang mit dem berüchtigen Anti-Blasphemiegesetz.

Um Rimsha vor Gericht stellen und ihre Verurteilung erreichen zu können, behaupteten islamistische Gruppen, daß sie älter und damit prozeßfähig sei. Die vom Gericht bestellten Ärzte stellten jedoch fest, daß Rimsha nicht älter als 14 ist. Dies machte ihre Freilassung gegen Kaution möglich. Seither mußten sich das Mädchen und ihre Familie verstecken.

Ein positives Ende begann sich abzuzeichnen, als sich herausstellte, daß drei Zeugen, die das Mädchen beschuldigt hatten, vom Imam dazu gedrängt worden waren mit dem geheimen Ziel, durch den inszenierten Vorfall die Christen aus der Gegend zu vertreiben und sich ihren Besitz anzueignen. Der Imam wurde verhaftet, ein Gerichtstermin gegen ihn steht noch nicht fest.

Falsche Anklage als Vorwand für Progrom zur Vertreibung der Christen und Aneignung ihres Besitzes

Für Rimsha setzten sich vor allem der einzige christliche Minister Pakistans, der Katholik Paul Batthi, der für die Minderheiten zuständig ist, und der Bischof von Islamabad, Msgr. Rufin Anthony ein. Auch gemäßigte Moslems forderten die Freilassung des Mädchens.

Das Anti-Blasphemiegesetz dient seit seiner Einführung 1986 der Zufriedenstellung extremistischer Moslemgruppen. Seither wurden mehr als eintausend Menschen wegen dieses Gesetzes unter Anklage gestellt, das die Beleidigung des Islam, Allahs oder Mohammeds unter Strafe stellt. 60 Menschen wurden getötet, der größte Teil davon nicht durch staatliche Hinrichtung, sondern durch Lynchjustiz fanatischer Moslems, die nach Bekanntwerden einer Blasphemieanklage die Angeklagten in Selbstjustiz töteten.

Weiterhin in Haft befindet sich die Christin und fünffache Mutter Asia Bibi. Sie wurde im Juni 2009 verhaftet und wegen angeblicher Beleidigung Mohammeds Ende 2010 zum Tode verurteilt.

Text: Asianews/Giuseppe Nardi
Bild: Asianews



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