Richter schreibt jüdischem Mädchen, warum es sich taufen lassen darf, obwohl ihre Mutter dagegen ist

(London) Ein englischer Richter, der in einem Fall um das Elternrecht streitender Eltern entscheiden mußte, schrieb einen Brief an ein 10jähriges Mädchen, das im Mittelpunkt des Streits stand. In dem Brief begründete der Richter in altersgerechter Sprache, warum sich das Mädchen taufen lassen darf, obwohl die jüdische Mutter dagegen ist.

Richter John Platt vom Gericht Romford County in der Grafschaft Essex, dankte dem Mädchen in dem Brief, die nur mit dem Buchstaben „C“ benannt wird, daß es ihm „mit solcher Klarheit“ erklärt hat, warum es jetzt getauft werden möchte.

Der Richter schrieb: „Manchmal können sich die Eltern nicht darüber einigen, was das Beste für ihre Kinder ist. Es können aber auch nicht beide gleich recht haben. Dein Vater denkt, daß es richtig ist, daß Du Deine christliche Taufe jetzt feierst. Deine Mutter würde es vorziehen, wenn Du damit warten würdest, bis Du größer bist und so haben sie mich gebeten, für sie zu entscheiden.“

Beide Eltern von „C“ sind Juden. Nachdem sich das Paar 2010 getrennt hatte, konvertierte der Vater zum Christentum. Mit Zustimmung der Mutter besuchten „C“ und ihr Bruder mit dem Vater, mit dem sie den Sonntag verbrachten, die Kirche. Schließlich äußerte auch das Mädchen den Wunsch, sich taufen zu lassen.
Richter Platt entschied, daß das Mädchen sich taufen lassen und zur Vorbereitung auf die Taufe an der Glaubensunterweisung teilnehmen darf. Der Richter berief sich in seiner Entscheidung auf den „zu respektierenden Willen“ des Mädchens, das ihm seinen Wunsch, die Taufe zu empfangen mit Klarheit vorgetragen hatte.

Der Richter äußerte den Wunsch, daß das Mädchen auch nach seiner Taufe „mehr über deine jüdischen Wurzeln und den Glauben deiner Mutter lernen“ wirst. Die jüdischen Wurzeln seien, so der Richter, immer ein Teil von ihr und sie sei auch nach der Taufe „frei“ später ihre „Ideen zu wechseln“.

Was die Firmung betrifft, ordnete der Richter an, daß eine „größere Reife“ notwendig sei und sie nicht vor ihrem 16. Geburtstag und nicht ohne die Zustimmung ihrer Mutter gefirmt werden dürfe.

Text: Vatican Insider/Giuseppe Nardi
Bild: Vatican Insider

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