Abune Paulos, Oberhaupt der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche ist tot

(Addis Abeba) In der vergangenen Nacht ist Abune Paulos, der Patriarch der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche verstorben. Äthiopien war das erste schwarzafrikanische Land, das christianisiert wurde. Die erste Bekehrung eines Äthiopiers ist bereits in der Heiligen Schrift verzeichnet. Vor allem ab dem 3. nachchristlichen Jahrhundert wurde das ostafrikanische Hochgebirgsland von Ägypten aus missioniert, weshalb sich zahlreiche Gemeinsamkeiten mit den ägyptischen Kopten feststellen lassen. Bis 1950 war die Äthiopisch-orthodoxe Kirche mit der Koptisch-orthodoxen Kirche verbunden.

Als kommunistische Revolutionäre 1974 den letzten äthiopischen Kaiser Haile Selassie I. stürzten, kehrte Abune Paulos, der damals in den USA studierte, auf Wunsch des damaligen Patriarchen nach Äthiopien zurück und wurde zum Bischof geweiht. Die errichtete kommunistische Militärdiktatur bestand auf einer staatlichen Genehmigung von Bischofsernennungen. Da eine solche nicht erteilt worden war, wurde Abune Paulos mit vier anderen neugeweihten Bischöfen verhaftet. Patriarch Abune Thewophilos wurde 1979 hingerichtet. Die beiden Nachfolger wurden unter der Kontrolle des kommunistischen Militärregimes eingesetzt und von einem Großteil der Kirche nicht anerkannt. 1983 aus der Haft entlassen, ging Paulos ins Exil in die USA. 1986 ernannte ihn Patriarch Takla Haymanot zum Erzbischof.

1991 wurde der amtierende Patriarch Merkorios im Zuge des politischen Umbruchs nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft entthront. Merkorios ging ins Exil und erkannte die Absetzung nicht an. 1992 folgte ihm Abune Paulos als neuer erstmals wieder frei gewählter Patriarch nach.

Rund 45 Prozent der Bevölkerung Äthiopiens bekennen sich zur äthiopisch-orthodoxen Kirche. Mehr als 20 Prozent gehören anderen christlichen Konfessionen an. Rund ein Drittel der Bevölkerung sind Moslems. Abune Paulos war überzeugt, daß die alttestamentliche Bundeslade in Äthiopien aufbewahrt wird und die Äthiopisch-orthodoxe Kirche ihr Wächter ist.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Wikicommons

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