Christenverfolgung in Vietnam – Fünf Priester verhaftet, Gläubige mißhandelt

(Frankfurt am Main/Hanoi) Fünf katholische Priester des Redemptoristen-Ordens und über 30 Angehörige der Gemeinde Thai Ha wurden am heutigen Morgen in Hanoi verhaftet. Nach Auskunft der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) gehörten sie einer Gruppe von etwa 100 Katholiken an, die beim Hanoier Volkskomitee eine Beschwerde gegen illegale Bauarbeit auf dem Grundstück ihrer Kirche eingereicht hatten. Während der anschließenden Kundgebung wurden sie von Personen angegriffen, die rote Armbändern trugen und unter Anleitung der Polizei standen. Die Gläubigen wurden in einen Bus gezerrt und zum „Aufenthaltszentrum Loc Ha“ gebracht, das eigentlich ein Heim für festgenommene Prostituierte ist. Die IGFM fordert die vietnamesische Regierung auf, die festgenommenen Katholiken umgehend und bedingungslos freizulassen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Bis zu ihrer gewaltsamen Auflösung verlief die Kundgebung äußerst friedlich. Auf den Transparenten war zu lesen: „Bitte die Kirche nicht als Diskothek nutzen!“, „Hände weg von Grundstücken und Eigentum religiöser Gemeinschafen!“, „Geliehene Kirchengebäude müssen zurückgegeben werden!“, „Gegen die Verdrehung der Wahrheit in Thai Ha von der (staatlichen) Zeitung Neues Hanoi“, „“Artikel 70 der Verfassung schützt Eigentum religiöser Gemeinschafen!“. Eine ihrer Tafeln zeigte Aufnahmen von einem Milizbeamten, der am 20. November 2011 während des Sonntags-Gottesdienstes in die Kirche Thai Ha eingedrungen war und den Pfarrer beschimpft und bedroht hatte.

Die Katholiken von der Hanoier Gemeinde Thai Ha sind besorgt, dass die Regierung ohne ihre Erlaubnis seit Jahren illegale Bauarbeit auf dem Kirchengrundstück durchführen lässt. Sie befürchten dahinter die Absicht, damit vollendete Tatsachen zu schaffen, um der Gemeinde ihr Eigentumsrecht zu entziehen. Das Streitobjekt ist eine frühere Kirche des Redemptoristen-Ordens, die heute als Krankenhaus und Diskothek benutzt wird. 2008 hatte die Regierung nach 9monatigen Auseinandersetzungen mit der Gemeinde das umstrittene Grundstück zu einem öffentlichen Park umbauen lassen.

Da alle schriftlichen Proteste der Pfarrgemeinde Thai Ha ergebnislos blieben, versuchte sie nun, mit öffentlichen Protestaktionen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Auf dem Rückmarsch vom Volkskomitee der Stadt Hanoi am 2. Dezember wurden die Gemeindemitglieder von Polizei und einer Gruppe von mit roten Armbändern versehenen Personen eingekesselt, misshandelt und in einen Bus gezerrt. Unter den Festgenommenen befinden sich im „Aufenthaltszentrum Loc Ha“ der Pfarrer Giuse Nguyen Van Phuong, die Priester Giuse Luong Van Long und Vinh Son Vu Van Tuan sowie rund 35 Seminaristen und Gemeindemitglieder.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Vietnam:
https://www.igfm.de/Vietnam.543.0.html

Text: PM/ LS

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1 Kommentar

  1. Durch die Anbiederungen des Vatikan an Israel und USA werden die Christen ungewollt zu Feindbildern in diesen Regionen, ich kann diese Sorge der asaiatischen Politiker nachvollziehen, da geht es längst nicht mehr um atheistische Ideologien sondern um handfeste von der politisierenden Kirche heraufbeschworene Gefahren. Karol Wojtila schlug sich als Johannes Paul II:ganz offen auf die Seite des US Präsidenten Reagan, was womöglich noch eine Ausnahmesituation war, öffnete sich dann auch noch gänzlich gegenüber israel und der nunmehrige Dr. Ratzinger feierte im Weißen Haus als Papst seinen Geburtstag, wie man das nur als engster Veründeteter tut, noch dazu am Höhepunkt der US Besatzung in Irak.

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