Bau einer katholischen Kirche in Kuwait durch Fundamentalisten verhindert – "Sie versprechen, halten aber nichts"

(Kuwait City) Die Regierung und der Emir des Landes haben dem Bau einer katholischen Kirche zugestimmt, doch der Gemeinderat von Kuwait City blockiert das Projekt. Er weigert sich ohne Begründung, der griechisch-katholischen Gemeinschaft den Baugrund für die Kirche zuzuweisen. Eine halbe Million Christen haben nur vier Kirchen zur Verfügung: zwei katholische, eine protestantische und eine anglikanische. Eine koptische Kirche befindet sich gerade im Bau.

Die betroffenen Christen weisen darauf hin, daß nicht der gesamte Gemeinderat das Bauvorhaben zu verhindern versucht. „Die Blockade geht von islamischen Fundamentalisten aus“, sagt der griechisch-katholische Archimandrit Bourto Gharid.

Der Gemeinderat verhinderte den Kauf eines Grundstücks in Mahboula im Süden der Stadt durch die katholische Kirche. Archimandrit Gharid betont, daß sowohl der Emir von Kuwait, Sabah al-Ahmad al-Sabah, als auch die Regierung des Golfstaates dem Bau der Kirche zugestimmt haben.

Das Kirchenbauprojekt war bereits vor Jahren vorgestellt und das Genehmigungsverfahren eingeleitet worden. Die neue Kirche soll der Platznot Abhilfe schaffen, unter der die griechisch-katholische Gemeinschaft leidet. „Der Gemeinderat hat bereits mehrere unserer Versuche abgelehnt. Das war nicht der erste“, so Pater Gharid.

Andrew Thompson, anglikanischer Kaplan in Kuwait, bemerkt einen sich wiederholenden Handlungsablauf, daß die „oberste Staatsführung zustimmt, die nachgeordneten Behörden jedoch ablehnen“. Er bestätigt auch, daß die Blockaden durch den Druck islamischer Fundamentalisten ausgelöst werden.

Pater Gharib macht darauf aufmerksam, daß seine Gemeinde 6994 Dollar Monatsmiete für ein Gebäude zahle, deren Nutzung sie mit zwei anderen religiösen Gemeinschaften teilen müsse. „Wir brauchen dringend eine Kirche. Es sind nur Ausreden und Lügen. Sie versprechen uns jedesmal und halten nichts“, so der Archimandrit.

Der einzige Erfolg der Christen in Kuwait in den vergangenen 40 Jahren gelang den Kopten. Sie konnten sich einen Baugrund sichern und erhielten nach unzähligen Schwierigkeiten die nötigen Baubewilligungen. Ihre Kirche befindet sich gerade im Bau.

In Kuwait City leben rund 650 griechisch-katholische Familien, die keine Kirche haben. Sie sind aber keineswegs die einzige christliche Gemeinschaft der rund 500.000 Christen im Land, die um einen Bauplatz kämpft.

(Asianews/Giuseppe Nardi, Bild: Asianews)

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