Aus erschütternden Erfahrungen können neue Berufungen wachsen

Liebe Brüder und Schwestern!

In der heutigen Audienz möchte ich zwei Priestergestalten vorstellen, die im Turin des 19. Jahrhunderts ihr Leben ganz in den Dienst der Armen gestellt haben. Der heilige Leonardo Murialdo stammte aus einer kinderreichen Familie und wurde in katholischen Ordensschulen erzogen. Er erlebte aber dann als junger Mann mit 17 Jahren eine tiefe Glaubenskrise. Seine Rückkehr zu Gott und seine Berufung zum Priestertum sah er deshalb immer als ein unverdientes Geschenk der göttlichen Vaterliebe: auf einmal hat er erfahren, wie gut Gott ist, und damit hat er sein Leben neu begonnen. Nach über zwanzig Jahren der geistlichen, leiblichen und schulischen Fürsorge für bedürftige Jugendliche gründete er die Kongregation des heiligen Josef, in der er viele andere zu einem eifrigen und konsequenten Priesterleben führte und sich besonders um die Randexistenzen, um die Ausgestoßenen und die Armen kümmerte. Der heilige Giuseppe Benedetto Cottolengo, an dessen Grab ich am kommenden Sonntag in Turin beten werde, wirkte zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunächst als vielgesuchter Beichtvater und geschätzter Prediger. Doch eines Nachts stellte ihn die göttliche Vorsehung an die Seite einer Mutter, die bei der Geburt ihres sechsten Kindes im Kreis ihrer mittellosen Familie verstarb. Dieses Ereignis hat ihn zutiefst erschüttert, so daß er sich vor dem Allerheiligsten niederkniete und Gott gleichsam anschrie: »Warum? Was willst Du? Was ist das?« Und dann kam ihm die Berufung zu, sich um solche Menschen zu kümmern, für solche Menschen in solchen Situationen des Leidens und der Not dazusein. So ist aus dieser erschütternden Erfahrung eine neue Berufung gewachsen, die zur Gründung des »Kleinen Hauses der göttlichen Vorsehung führte«, zunächst eine Art Dorf am Rande der Stadt, in dem jedes Haus seine besondere Bestimmung hatte, in dem alle zusammen Leid und Not trugen und einander so zu Gott hinführten. Dann hat es sich ausgebreitet und ist heute neben Turin in vielen anderen Städten gegenwärtig, auch hier in Rom, als ein Ort der Hilfe, des Erbarmens für Menschen am Rand der Gesellschaft, für Leidende, Arme und Alte, an dem sie die Erbarmung Gottes und seine Güte erfahren können.

Ein herzliches Grüß Gott sage ich allen Pilgern und Besuchern aus den Ländern der deutschen Sprache. Ich heiße hier besonders die Mitglieder des Bundes katholischer Unternehmer sowie die Priester aus der Diözese Feldkirch mit ihrem Bischof Dr. Elmar Fischer willkommen. Das leuchtende Beispiel der heiligen Leonardo Murialdo und Giuseppe Benedetto Cottolengo zeigt uns, daß wir nur dann wirklich Werkzeuge der barmherzigen Liebe Gottes sein können, wenn wir es in Gemeinschaft mit Christus in seiner Kirche tun. Der Heilige Geist erfülle eure Herzen mit seiner Gnade und mit seiner Freude!

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