Piusbruderschaft: Drei Priester in Zaitzkofen geweiht

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Die Priesterweihe ist das Sakrament, durch das das Priestertum Jesu Christi in der Kirche
beständig erneuert und fortgesetzt wird. Der Priester erhält durch die Weihe unter
anderem die Vollmacht, das hl. Meßopfer darzubringen und die Sakramente, besonders
das der Buße, zu spenden, mit anderen Worten, er erhält die Gewalt über den wirklichen
und den mystischen Leib des Herrn. Die wesentliche Weihehandlung besteht in der Hand-
auflegung von seiten des Bischofs und den Worten: „Da quaesumus, omnipotens Pater…
exemplo suae conversationis insinuent“ der Weihepräfation, die als sakramentale Form
diese Handauflegung näherhin bestimmt als das äußere Zeichen, durch das die Weihege-
walt des Priesters und die Gnade des Heiligen Geistes mitgeteilt werden.
Das Bild zeigt die drei Neupriester beim Auszug.

(Zaitzkofen) Der Spanier S.E. Bischof Alfonso de Galarreta hat, wie von der Priesterbruderschaft St. Pius X. angekündigt, drei Männer (einen Schweizer, einen Polen und einen Schweden) im Priesterseminar der Bruderschaft zu Priestern für die katholische Kirche geweiht. Zwei weitere Männer empfingen die Diakonweihe. Vor ca. 1500 – 2000 Gläubigen, darunter viele junge Familien, verlas zunächst Pater Stefan Frey, Regens des Priesterseminars eine Erklärung. In dieser hob er nochmals hervor, daß der Vatikan die Priesterweihen nicht verbot. Wörtlich sagte er: „Es ist zu beachten, daß Rom den baldigen Beginn der lehrmäßigen Gespräche mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. über das 2.Vatikanische Konzil nicht an die Bedingung geknüpft hat, daß wir fortan auf die Spendung von Sakramenten verzichten, bis ein praktisches Abkommen zustandegekommen ist.“

Bischof Bernard Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., der bei den Weihen anwesend war, spricht von einer Tolerierung der Priesterweihen durch den Vatikan. Er sei selbst Anfang Juni in Rom gewesen, sagte Fellay nach der Weihe: „Man hat uns diese Weihen nicht verboten. Sie sind politisch von Rom toleriert.“

Seit dem Exkommunikationsdekret, 1988, während des Pontifikats Johannes Paul II. hat die Priesterbruderschaft St. Pius X. jedes Jahr Priester geweiht, auch jahrzehntelang in Zaitzkofen, das im deutschen Bistum Regensburg liegt.

Durch diese Weihen erlangte die Gemeinschaft eine stattliche Anzahl Priester und Anhänger. Papst Benedikt XVI. hob am 21. Januar 2009 das Exkommunikationsdekret durch ein Dekret der Bischofskongregation auf. Die Gültigkeit der Exkommunikation von Erzbischof Lefebvre und de Castro Mayer, der ihm bei den Bischofsweihen assistierte, sowie der vier Weihbischöfe Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta ist nicht eindeutig, da Lefebvre sich auf einen Notstand berief. In der Katholischen Kirche gilt der Grundsatz der Glaube steht über dem Kirchenrecht.

So erklärte der Kirchenrechtler P. Gerald Murrey aus der Erzdiözese New York 1995: „Ich habe ein Lizentiat im Kirchenrecht erhalten und dieses Thema, nämlich die Exkommunikation von Erzbischof Lefebvre, für meine Arbeit studiert (…) Sie sind, soweit ich es erkennen kann, nicht als Schismatiker exkommuniziert, weil der Vatikan nie gesagt hat, sie wären es (…) Man kann (…) nachweisen, daß Lefebvre nie exkommuniziert war, und daher auch niemand sonst. (…) Ich komme zu dem Schluß, kirchenrechtlich gesprochen, daß er nicht an einer durch das Kirchenrecht strafbaren schismatischen Tat schuldig ist. Er ist schuldig einer Tat des Ungehorsams gegenüber dem Papst, aber er vollzog sie auf eine Art und Weise, die es ihm ermöglichte, eine Rechtsvorkehrung in Anspruch zu nehmen, die ihn vor der automatischen (latae sententiae) Exkommunikation für diese Tat bewahrte.“

Ähnlich äußerte sich der Kirchenrechtler Dr. Graf Neri Capponi, er sagte gegenüber dem Latin Mass Magazin, Mai-Juni 1993: „Er muß mehr tun. Hätte er zum Beispiel seine eigene Hierarchie aufgebaut, dann wäre es ein schismatischer Akt gewesen. Tatsache ist, daß Erzbischof Lefebvre einfach gesagt hat: ‚Ich weihe Bischöfe, damit meine Weihegewalt erhalten bleibt. Sie nehmen nicht den Platz anderer Bischöfe ein, ich schaffe keine Parallelkirche.‘“

Der Präsident der Kommission Ecclesia Dei, Darà­o Castrillón Hoyos, sagte am 8.2.2007 der deutschen Zeitung Die Tagespost: „Die Bischöfe, Priester und Gläubigen der Priesterbruderschaft sind keine Schismatiker.“

(Jens Falk)

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