Obama zum ersten Mal ausgepfiffen – Protest gegen Abtreibungspolitik der US-Regierung

(Washington) Barack Hussein Obama, ein begnadeter Kommunikator, wurde erstmals seit seiner Wahl zum Präsidenten der USA ausgepfiffen. Gewohnt, von einer großteils freundlich gesinnten Presse, gelobt zu werden, begegnet nun auch dem mächtigsten Mann der Welt aus den Reihen der Demokraten ein eisigerer Wind. Im Bundesstaat Indiana wurde Obama von der katholischen Universität Notre Dame die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Rede des US-Präsidenten vor 12.000 christlichen Wissenschaftlern, Studenten und deren Eltern wurde gestern, Sonntag, jedoch durch ein Pfeifkonzert unterbrochen. Damit wurde lautstark gegen die Abtreibungspolitik der neuen US-Regierung protestiert. „Hör auf, unsere Kinder umzubringen“, riefen Anwesende dem US-Präsidenten entgegen. Obamas meist erfolgreiche Kommunikationsfähigkeit fand in Indiana jedoch kein Gehör. Ebensowenig die Worte des Rektors John Jenkins, der seine Entscheidung zu rechtfertigen versuchte, indem er Obama als „Mann des Dialogs“ zu präsentieren versuchte. „Wenn Kinder getötet werden, reichen nicht ein paar wohlklingende Worte“, sagte einer der Protestierer im Anschluß an die Veranstaltung.

Seit die Absicht der Universität bekannt wurde, Obama die Ehrendoktorwürde zu verleihen, kam es mehrfach zu Protesten. Eine große Zahl amerikanischer Bischöfe forderte die Universität auf, von ihrem Plan Abstand zu nehmen. Ein Befürworter und Förderer der Kindestötung könne nicht durch eine katholische Universität geehrt werden, so die Stellungnahme der Bischöfe. Dabei wurde auch daran erinnert, daß Obama, wäre er Katholik, in den meisten US-Diözesen nicht zum Kommunionempfang zugelassen wäre.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung wurde von der Polizei eine größere Gruppe von Lebensschützern aus angeblichen Sicherheitsgründen verhaftet. Den Präsidenten empfingen Plakate mit der Aufschrift: „Stoppt Abtreibung jetzt“, „Schaden für Notre Dame“ und „Obama = Herodes“.

Obamas liberale Haltung zu Abtreibungen erzürnt vor allem katholische und republikanische Gemüter. Vor seiner Ankunft wurden fast 40 Personen wegen unbefugten Betretens festgenommen. Bereits am Samstag gab es während Anti-Obama-Demonstrationen 19 Festnahmen. Die mehreren Hundert Abtreibungsgegner trugen Plakate mit Aufschriften wie „Schande für Notre Dame“ und „Stoppt Abtreibungen jetzt“ mit sich.

Vor kurzem wurde der US-Präsident nach seinen ersten 100 Tagen Amtszeit von zahlreichen Kommentatoren, vor allem in Europa, noch überschwenglich gelobt. Indes macht sich offensichtlich Ernüchterung breit. Nach seiner Entscheidung, die Militärsondertribunale gegen den Terrorismus aufrecht zu erhalten, titelten auch renommierte Zeitungen, daß Obama damit bereits sein zweites Versprechen breche.

Umfragen aus jüngster Zeit bestätigen stattdessen, daß die Mehrheit der Amerikaner Abtreibung ablehnen. 51 Prozent der US-Bürger bezeichneten sich in einer Gallup-Umfrage als Lebensschützer. Erstmals seit 1995 sprach sich damit eine eindeutige Mehrheit in den USA für das Recht auf Leben und gegen ein „Recht“ auf die Tötung ungeborener Kinder aus, auf das sich Präsident Obama mit ähnlichen Worten wie die Abtreibungslobbyisten beruft.

Die Lebensschützer ziehen eine erschütternde Bilanz der ersten Phase von Obamas Amtszeit. Obama hatte bereits im Präsidentenwahlkampf seine lebensfeindliche Haltung zu erkennen gegeben und ließ sich seinen Wahlkampf unter anderem auch von Abtreibungslobbyisten finanzieren.

Die meisten Medien verschweigen bisher, daß Obamas erste Amtshandlung – kaum im Amt – die Wiederaufnahme der staatlichen Finanzierung von Abtreibungsprogrammen internationaler Organisationen in der Dritten Welt war. Ebenso betreibt er die Einführung des sogenannten Freedom of Choice Act. Damit soll die Abtreibungslegalisierung in den USA durch ein Bundesgesetz für alle Staaten bindend eingeführt werden. Bisher ist die Tötung ungeborener Kinder nur durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs ohne Rechtsgrundlage zugelassen. Gesetze zum Lebensschutz in verschiedenen Bundesstaaten würden damit außer Kraft gesetzt. Mit dem Freedom of Choice Act soll auch das Recht auf Gewissensverweigerung durch Ärzte und Krankenhauspersonal untersagt werden. Eine weitere Maßnahme, die von den Lebensschützern auf der Negativseite Obamas verbucht wurde, ist die Förderung der verbrauchenden embryonalen Stammzellforschung trotz ethischer Bedenken und wissenschaftlicher Zweifel an deren Nützlichkeit.

(JF)

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