Immer weniger Geistliche in Italien – 30 Prozent weniger Klosterfrauen

(Rom) In Italien ist die Zahl der Ordensschwestern stark rückgängig. In 13 Jahren zwischen 1988 und 2001 ist die Zahl der Ordensschwestern um 30 Prozent auf 81.000 zurückgegangen.

Die Zahl junger Ordensschwestern, die den Kongregationen beitreten, ist auf ein Rekordtief gesunken. Lediglich aus dem Ausland kommen noch junge Frauen, die Nonnen werden wollen, berichtete die Tageszeitung La Repubblica am Freitag.

„Es gibt keine jungen Frauen mehr, die Gott ihr Leben schenken wollen. Sie haben andere Werte. Manchmal klopft eine noch an die Türe eines Klosters und behauptet, berufen zu sein. Sie bleibt einige Tage oder wenige Monaten. Dann begreift sie, daß man ein ganzes Leben lang arbeiten und beten muß, um Klosterfrau zu werden, und dann geht sie wieder“, berichtete Domenica Cremonini, Generaloberin eines Klosters in Bologna.

Laut einer landesweiten Studie sind nur sieben Prozent der Klosterfrauen in Italien jünger als 30 Jahre.

53 Prozent sind über 60 Jahre, 21 Prozent zwischen 70 und 79 Jahren. „Heute sind die Familien kleiner und sie drängen die jungen Frauen nicht zum religiösen Leben. In einer derart oberflächlichen Gesellschaft ist es außerdem schwierig, eine wahre Motivation zum Opfer zu finden. Viele neue Klosterfrauen stammen aus Indien, Afrika und aus Südamerika“, sagte Ordensschwester Enrica Martignoni.

Italien hat auch immer weniger Priester, und die sind immer älter. Das gilt auch für den Nachwuchs: Bei der Priesterweihe sind die Seminaristen mittlerweile durchschnittlich 30 Jahre alt.

Vor einem halben Jahrhundert waren sie im Schnitt 24. In den vergangenen 100 Jahren hat sich zudem die Zahl der Priester drastisch verringert. Gab es 1901 noch zwei Priester pro Tausend Einwohner, so waren es im Jahr 2003 statistisch gesehen nur mehr 0,58.

In absoluten Zahlen verringerte sich die Zahl der Priester zwischen 1901 und 2003 von 68.848 auf 32.990, davon sind mittlerweile 1.498 im Ausland geboren.

Für die Kirche sind dies besorgniserregende Aussichten: Sollte die jetzige Zahl der Priesterweihen stabil bleiben, so wird es 2023 überhaupt nur mehr 25.461 Priester geben, von welchen dann 2.631 (10,34 Prozent) im Ausland geboren sein werden.

(stol/JB)

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