Streit und Spaltungstendenzen in der russisch-orthodoxe Kirche

(Moskau) Die Russische Orthodoxe Kirche steht offenbar vor einer Zerreißprobe. Der seines Ranges enthobene Bischof von Tschukotka, Diomid, hat nun seinerseits einen „Kirchenbann“ gegen die Spitze des Moskauer Patriarchats verhängt. Der Konflikt könnte Beobachtern zufolge zu einer empfindlichen Schwächung, wenn nicht gar zur Spaltung der russisch-orthodoxen Kirche führen.

Diomid war auf der Bischofskonferenz im Juni vorgeworfen worden, mit seinen ultrakonservativen Ansichten und Forderungen den „Geist der Spaltung“ in die Kirche getragen zu haben. Diomid hatte das Moskauer Patriarchat unter anderem aufgefordert, den Dialog in der Ökumene und mit der russischen Regierung abzubrechen.

Außerdem fordern Diomid und seine Anhänger die Abschaffung der Demokratie und die Wiedereinführung der Monarchie in Rußland. Technische Neuerungen wie Mobiltelefone nannte er „satanisch“.

Sollte er nicht öffentlich bereuen, werde ihm der Bischofstitel aberkannt, entschied daraufhin das Bischofskonzil. Diomid ging jedoch in die Gegenoffensive. Er belegte Patriarch Alexi II.. und die Metropoliten Kyrill und Filaret mit einem „Kirchenbann“ wegen „Ketzerei“. Das Bistum Tschukotka unterstehe nicht mehr dem Moskauer Patriarchat, verkündete er zudem.

„Ich denke, daß ein Viertel der orthodoxen Gläubigen Bischof Diomid unterstützt, weil er der einzige ist, der den kirchlichen Regeln treu geblieben ist“, erklärte Michail Nasarow, Leiter der Moskauer Filiale der orthodoxen „Vereinigung des russischen Volkes“.

Ein Sprecher des Moskauer Patriarchats hingegen erklärte, daß nur ein „marginaler Teil“ der orthodoxen Gläubigen zu Diomid halten werde.

(.rufo/Moskau)

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